2026 KW38 Report über das Portfolio des Investmentclub-Aktienfonds
Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank.
Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte.
Bei Anregungen und Feedback erreichen Sie uns gerne per email. Ihre Ansprechpartner sind:
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Was ist diese Woche (KW38/2026) an den Börsen geschehen?
Warnungen aus der KI-Branche vor einer zu schnellen Entwicklung der KI-Technologie und damit einhergehenden Sicherheitsbedenken sorgten phasenweise für Verunsicherung. OpenAI sagte seinen für dieses Jahr erwarteten Börsengang ab, was bei einigen Aktien starke Kursschwankungen auslöste. Dass auch die US-Notenbank ihre Leitzinsen um 25 Basispunkte erhöhte, entsprach zwar den vorherrschenden Erwartungen; dass der Offen-Markt-Ausschuss dies aber einstimmig beschloss, wurde als Signal der Entschlossenheit gewertet. Der US-Dollar gewann darauf an Wert. Im Ausblick signalisierten die Währungshüter, dass eine weitere Zinserhöhung vor Jahresende denkbar ist. Trump hatte gedroht, er werde im Fall von Zinserhöhungen den Handel der USA mit vielen Ländern vollständig beenden. Die zehnjährige US-Staatsanleiherendite blieb nahe der Fünf-Prozent-Marke und damit dem höchsten Stand seit 2007. An den Aktienmärkten überwogen die dritte Woche in Folge die Kursverluste: Der Dow Jones sank um -1,7 Prozent, der Euro-STOXX-50 um -1,4 Prozent und der DAX um -1,0 Prozent.
Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?
Der ACC Alpha select Anteilswert wurde auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag mit 45,43 Euro berechnet. Gegenüber dem Wert der Vorwoche ist das ein Anstieg um 0,58 Euro bzw. +1,3 Prozent. Im laufenden Jahr (Jahreswechsel 42,01 Euro) beträgt unser Netto-Plus damit jetzt +8,1 Prozent (zum Vergleich: DAX +3,3 Prozent). Das Netto-Ergebnis beim ACC Alpha select Anteilswert steigt über ein Jahr auf jetzt +15,5 Prozent (MSCI World in Euro sinkt auf +18,4 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds steigt auf +14,6 Prozent, Mischfonds sinkt auf +9,8 Prozent). Über drei Jahre steigt der ACC-Nettozuwachs auf +45,3 Prozent (MSCI World in Euro sinkt auf +58,7 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds sinkt auf +38,9 Prozent, Mischfonds sinkt auf +27,5 Prozent) und über fünf Jahre auf +44,5 Prozent (MSCI World in Euro sinkt auf +71,8 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds steigt auf +35,6 Prozent, Mischfonds sinkt leicht auf +20,8 Prozent).
Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)
Die in diesem und dem folgenden Abschnitt genannten Kursveränderungen beziehen sich jeweils auf die Woche bis einschließlich Freitag, weichen also vom Zeitpunkt der Anteilswertberechnung um einen Tag ab.
Entgegen der schwächeren Tendenz an den Aktienmärkten konnten 17 Aktien in unserem Portfolio diese Woche mit Kursgewinnen beenden. Der höchste prozentuale Kursanstieg ist der von Roche: +3,7 Prozent (auf 356,80 CHF, Einstand 285,71 CHF). Ähnlich fallen die Kursgewinne bei ConAgra Brands (+3,6 Prozent auf 15,13 USD, Einstand 15,325 USD), AXA (+3,6 Prozent auf 44,73 Euro, Einstand 19,61 Euro) und DFDS A/S aus (+3,4 Prozent auf 162,40 DKK, Einstand unserer Anfangsposition: 148 DKK). Die Aktie der dänischen Fährreederei hat damit den Eindruck einer übergeordneten unteren Trendwende bestätigt, worauf wir diese Position aufgestockt haben (siehe unten: Transaktionen)
Beste deutsche Aktie in unserem Portfolio in dieser Woche ist INDUS Holding: +2,8 Prozent (auf 39,05 Euro, Einstand 24,66 Euro). Die INDUS Holding AG hat ihr ISS ESG Corporate Rating auf „B-“ erhöht. Damit zählt INDUS in der Vergleichsgruppe der Multi-Sector Holdings zu den besten 10 Prozent der 94 bewerteten Unternehmen. Das Transparenzlevel der Gesellschaft wird mit „Very High“ bewertet. Wir hatten INDUS Holding seit Jahren einen Bonus in der Kategorie „Corporate Governance und Investor Relations“ gegeben, was damit bestätigt wird. Das sehr gute Abschneiden in der Vergleichsgruppe begründet jetzt einen zweiten Bonus beim qualitativen Rating, namentlich bei „Nachhaltigkeit relativ zur Branche“.
Die erst am 24. August gekauften B2Gold-Aktien legten in dieser Woche +2,6 Prozent zu (auf 7,65 CAD, Einstand 7,71 CAD vor Dividendenabschlag).
Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)
Prozentual größter Kursverlierer in unserem Portfolio in dieser Woche ist Deutz: -5,2 Prozent (auf 12,15 Euro, Einstand 4,35). Der Motorenbauer hat sich mit einer Kapitalerhöhung frisches Geld besorgt. Die Ausgabe von gut 15,26 Millionen neuen Aktien ergab einen Bruttoemissionserlös von rund 179 Millionen Euro, wie der Konzern mitteilte. Das Vorhaben hatte Deutz überraschend verkündet. Die Konzernführung will das eingenommene Geld zur Optimierung der Kapitalstruktur verwenden und so die finanzielle Flexibilität des Motorenbauers mit Blick auf künftige Wachstumschancen stärken. Wir erhöhen in unserem Bewertungsmodell die Anzahl der Deutz-Aktienanzahl entsprechend auf jetzt 167,9 Mio. Stück.
Deutsche Bank verloren -5,1 Prozent (auf 33,05 Euro, Einstand 8,54 Euro). Kurz zuvor hatte der Aktienkurs den höchsten Stand seit 2011 erreicht.
Automobilaktien litten unter dem schlechten Umfeld und der Krise bei Volkswagen. BMW verloren auf Wochensicht -4,1 Prozent (auf 60,40 Euro, Einstand 57,50 Euro), Porsche Automobil Holding nur -2,2 Prozent (auf 28,42 Euro, Einstand 27,23 Euro).
Welche Transaktionen gab es diese Woche?
Zwei bestehende kleine Positionen haben wir entsprechend unserer Strategie in der Größe prozyklisch angepasst: Villeroy & Boch verkleinert und DFDS aufgestockt.
Aufgrund der anhaltend schlechten Trendindikation haben wir unsere ohnehin nicht große Position in Villeroy & Boch halbiert: Der Verkauf der 2.000 Aktien erfolgte zu 14,28 Euro. Gegenüber unserem Einstand zu 18,79 Euro haben wir somit einen Kursverlust von 24 Prozent realisiert.
DFDS A/S haben wir dagegen um 1.800 Aktien auf jetzt 4.000 Stück aufgestockt. Die Aktie der dänischen Fährreederei stieg auf ein neues Zwei-Jahres-Hoch und überwand damit eine seit April dieses Jahres bestehende Widerstandszone. Die Marke von 160 DKK hatte sich seit August als hartnäckiger Widerstand erwiesen, so dass der Kursanstieg darüber die seit Dezember des vergangenen Jahres laufende Trendwende nach oben jetzt bestätigte. Der Zukauf erfolgte in Kopenhagen zu 161,57 DKK. Der durchschnittliche Einstandskurs unserer jetzt 4.000 Stück steigt damit auf 154,10 DKK.
Erstmals in unser Portfolio aufgenommen haben wir Aktien eines zweiten dänischen Unternehmens: Cadeler zählt zu den weltweit führenden Dienstleistern im Bereich der Offshore-Windenergie – als Spezialist für den Transport, die Installation sowie die Wartung und Stilllegung („Decommissioning“) von Offshore-Windkraftanlagen und deren Fundamenten. Als sogenannter Pure-Play-Anbieter konzentriert sich Cadeler im Gegensatz zu Turbinenherstellern ausschließlich auf maritime Logistik- und Konstruktionsdienstleistungen auf offener See, hat also weder mit der Herstellung der Windkraftanlagen selbst noch mit der Stromerzeugung zu tun. Über spezialisierte Service-Plattformen wie Nexra übernimmt Cadeler zwar die laufende Instandhaltung und den Austausch schwerer Komponenten an bereits bestehenden Offshore-Strukturen (Sparte Betrieb und Wartung „O&M“), der wichtigste Geschäftsbereich ist bislang aber der Transport und die Installation („T&I“): Cadeler transportiert dabei auch sehr große Windkraftkomponenten, XXL-Monopile-Fundamente sowie Umspannwerke („Substations“) von den Häfen zu den Windparks auf See und installiert diese vor Ort. Umgekehrt sorgt das Unternehmen am Ende der Lebensdauer von Windparks für den fachgerechten Abbau der Anlagen auf See: den Rückbau („Decommissioning“). Das wichtigste Asset für dieses Geschäftsmodell sind die spezialisierten Schiffe: Cadeler ist Eigentümer einer Flotte von Errichterschiffen (sogenannten „Jack-up Vessels“ oder „Wind Turbine Installation Vessels“). Diese Spezialschiffe können sich mithilfe massiver Stelzen auf dem Meeresboden aufbocken, um auch bei starkem Wellengang als stabile Kranplattformen zu agieren. Durch den Zusammenschluss mit der Reederei Eneti sowie massive Investitionen in Neubauten besitzt Cadeler eine der größten und vielseitigsten Flotten der Branche weltweit. Die Kunden von Cadeler sind große Energiekonzerne, Windparkentwickler und Turbinenhersteller wie beispielsweise Vestas oder Ørsted, die schwere maritime Logistikkapazitäten für ihre Megaprojekte benötigen. Das Unternehmen operiert global mit starken Schwerpunkten in Europa (vor allem der Nordsee), aber auch in Asien (Taiwan) und den USA. Obwohl es rechtlich gesehen ein dänisches Unternehmen ist, werden die Aktien nicht in Kopenhagen gehandelt. Vielmehr muss man als Heimatbörse Oslo in Norwegen ansehen. Weil die Aktie dort in norwegischen Kronen (NOK) gehandelt wird, Geschäftsergebnisse aber mal in dänischen Kronen (DKK), in Euro oder auch in US-Dollar veröffentlicht werden, haben wir unsere Bewertung in Euro vorgenommen und Angaben in anderen Währungen dazu in Euro umgerechnet. Bei rund 388 Mio. Cadeler-Aktien entfällt auf jeden Anteilsschein ein Eigenkapital (Buchwert) von rund 4,75 Euro. Die Umsatzerlöse dürften in diesem Jahr knapp unter und ab 2027 über der Marke von einer Milliarde Euro liegen, mithin bei rund 2,60 Euro pro Aktie. Davon bleiben im Mittel fast 40 Prozent als Nettogewinn (wir rechnen mit einem verdichteten EPS von 0,97 Euro), wobei der Gewinn pro Aktie (EPS) unter Schwankungen im Zeitraum von 2023 bis 2027 stark wächst. Wir errechnen mit unserem Modell ein Gewinnwachstum (CAGR) von rund 28 Prozent p.a., das sich aber nicht durchhalten lässt. Schon mit einem angemessenen Gewinn-Multiplikator von 11 ergibt sich ein Profit Value von fast 11 Euro, ungefähr dem Doppelten des aktuellen Kurses. Und auch der Bottom Value von 6,30 Euro würde für sich allein eine Rückkehr zu den Spitzenkursen rechtfertigen, die Cadeler schon 2024 und dann wieder im Mai dieses Jahres erreicht hatte. Längerfristig sehen wir das fundamentale Kursziel eher im kleinen zweistelligen Euro-Bereich. Wir haben jetzt zunächst 7.000 Cadeler-Aktien zu 58,47 NOK an der Nasdaq Copenhagen gekauft, was beim aktuellen Wechselkurs rund 5,42 Euro entspricht. Bei einer Bestätigung der seit August wieder positiven Trendindikation würden wir diese Anfangsposition verdoppeln.
Wie hoch ist die Barreserve?
Die jüngste Quartalsdividende von Aperam wurde abgerechnet: Der Edelstahlhersteller zahlte wieder 0,50 Euro pro Aktie, für unsere 2.000 Aktien also 1.000 Euro. Nach Abzug der Quellensteuer wurden unserem Konto 850 Euro gutgeschrieben. Unterstellt man weiterhin gleichbleibende Quartalsdividenden, ergibt sich für 12 Monate eine Ausschüttung von 2,00 Euro pro Aktie. Im Verhältnis zu unserem Einstandskurs von 33,45 Euro ist das eine Dividendenrendite von 3,0 Prozent. Von 2021 bis 2024 beliefen sich die jährlichen Dividendenzahlungen bekanntlich auf 1,70 Euro, davor auf 1,49 Euro. Obwohl das Geschäft stark konjunkturellen Schwankungen ausgesetzt ist, hat Aperam seine Gewinnausschüttungen nie gesenkt. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass Aperam seine Dividenden in den kommenden Jahren weiter erhöhen kann.
Die in dieser Woche erfolgten Käufe dänischer Aktien erfolgten in Kopenhagen und Oslo in dänischen und norwegischen Kronen. In Ermangelung ausreichender Fremdwährungsguthaben erfolgt die Verrechnung letztendlich gegen unser Euro-Guthaben. Dieses ist vor allem durch den Teilverkauf von Villeroy & Boch auf 667.440 Euro gestiegen, was 9,1 Prozent vom Fondsvermögen entspricht. Die noch nicht abgerechneten, aber abgeschlagenen Quartalsdividenden werden weiterhin im Fondsvermögen als Forderung geführt und in den Anteilswert eingerechnet. Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist im Wochenvergleich um 7 auf jetzt 161.408 Anteile gestiegen. Das Fondsvermögen ist gegenüber der Vorwoche durch Kursgewinne um rund 100.000 Euro auf jetzt 7.352.694 Euro gesunken.
Aktuelle strategische und taktische Überlegungen
Erstmals seit rund anderthalb Jahren setzen wir wieder derivative Instrumente zur Verringerung der Marktrisiken ein. Hintergrund sind verschlechterte Rahmenbedingungen für die Aktienmärkte, insbesondere die begründeten Sorgen um die Entwicklung der Inflation und Zinsen. An den Anleihemärkten gab es in den vergangenen Wochen starke Kursverluste. Gleichzeitig wurde die Gewinnmaschine der US-KI-Kreislaufwirtschaft mit der Absage des Börsengangs (IPO) von OpenAI in Frage gestellt. Zwar haben der Zinsanstieg und die OpenAI-IPO-Absage einzelne Aktien stärker belastet, die Auswirkungen auf den Gesamtmarkt blieben aber eher gering. Es ist durchaus möglich und wünschenswert, dass das auch so bleibt. Aber die Börse ist kein Wunschkonzert. Wir haben uns deshalb auf das Szenario eines weitereichenden Abwärtstrends an den Aktienmärkten vorbereitet, auch wenn das nicht unser Basisszenario ist. Dazu haben wir Stop-Sell-Limit-Order an der Terminbörse EUREX platziert, um gegebenenfalls Short-Positionen in den Futures auf den DAX und den Euro-STOXX-50 zu öffnen. Sollten sich diese Aktienindizes weiterhin als robust erweisen, gehen wir keine Hedging-Positionen ein und es entstehen auch keinerlei Transaktionskosten. Diese wären auch im Fall von Short-Positionen niedrig, erfordern dann aber Antworten auf die Frage, wann die Positionen wieder glattgestellt werden sollen. Weil sich die exakt richtigen Zeitpunkte immer erst in der Rückschau benennen lassen, gehen wir auch diesmal wieder gestaffelt vor. Dies gilt auch schon für die Eröffnung der Positionen: Beim DAX müsste es einen Kursrückgang mindestens 2,95 Prozent geben. Beim Euro-STOXX-50 würden wir eine kleinere Short-Position schon bei einem weiteren Abrutschen um rund ein weiteres Prozent eingehen, die wir aber erst vergrößern würden, wenn der Future um mindestens 4,4 Prozent fällt (Angaben auf Basis der EUREX-Future-Wochenschlusskurse). Auch im Fall der vollständigen Umsetzung dieser Short-Positionen würde nur ein Marktrisiko in Höhe rund 1,2 Mio. Euro neutralisiert – vergleichbar in der Wirkung einer Erhöhung der Barreserve um 16 Prozentpunkte. Ziel dieser Strategie ist also nicht eine vollständige Absicherung des Gesamtmarktrisikos, sondern nur ein effizientes Abfedern stärkerer Kursverluste.
