2026 KW31 Report über das Portfolio des Investmentclub-Aktienfonds

Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank.

Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte.

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Was ist diese Woche (KW31/2026) an den Börsen geschehen?

Die erste Wochenhälfte war an den Märkten von Hoffnungen auf eine Befriedung im Nahen Osten geprägt, die allerdings schon in der Wochenmitte enttäuscht wurden. Erwartete Konkurrenz aus China löste bei Aktien der Mikrochip-Branche prozentual zweistellige Kursschwankungen aus. Geschäftsergebnisse von Microsoft wurden dann aber als positives Signal für die Themen Künstliche Intelligenz und Cloud gewertet. Die US-Notenbank FED beließ ihre Leitzinsen unverändert. Das war zwar mehrheitlich erwartet worden, löste aber Kursverluste aus, vor allem am Anleihemarkt: Die Renditen von US-Staatsanleihen mit 30-jähriger Laufzeit kletterten auf den höchsten Stand seit 2007 auf bis zu 5,23 Prozent; die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen T-Bonds stieg auf bis zu 4,7 Prozent. Dahinter stehen Sorgen, dass die FED den Inflationsdruck durch den Krieg mit dem Iran und die steigenden Ölpreise nicht eindämmen kann. Trotz starker Kursveränderungen bei Einzeltiteln veränderten sich die meisten Aktienindizes im Wochenvergleich nur wenig: Nasdaq-100 +0,5 Prozent, der Dow Jones +1,0 Prozent, Euro-STOXX-50 +1,2 Prozent und DAX +2,1 Prozent (seit Jahresbeginn damit +4,7 Prozent).

Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?

Der ACC Alpha select Anteilswert wurde auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag mit 43,59 Euro berechnet. Gegenüber dem Wert der Vorwoche ist das ein Anstieg um +0,66 Euro bzw. +1,5 Prozent. Im laufenden Jahr (Jahreswechsel 42,01 Euro) steigt unser Plus damit auf +3,8 Prozent. Das Netto-Plus beim ACC Alpha select Anteilswert steigt über ein Jahr auf +12,6 Prozent (MSCI World in Euro sinkt auf +18,7 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds sinkt auf +13,1 Prozent, Mischfonds auf +10,1 Prozent). Über drei Jahre bleibt der ACC-Nettozuwachs bei +38,4 Prozent (MSCI World in Euro sinkt auf +56,7 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds auf +36,3 Prozent, Mischfonds auf +25,4 Prozent), und liegt über fünf Jahre jetzt bei +37,9 Prozent (MSCI World in Euro sinkt auf +72,9 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds sinkt auf +35,5 Prozent, Mischfonds auf +20,1 Prozent).

Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)

Die in diesem und dem folgenden Abschnitt genannten Kursveränderungen beziehen sich jeweils auf die Woche bis einschließlich Freitag, weichen also vom Zeitpunkt der Anteilswertberechnung um einen Tag ab.

Auf unserer Liste der Wochengewinner stehen die deutschen Nebenwerte INDUS Holding und Drägerwerk, gefolgt von der südafrikanischen Platinmine Valterra Platinum, den erst kürzlich neu aufgenommenen Porsche Automobil Holding und wieder einmal Société Générale, wo wir das Erreichen neuer Mehr-Jahres-Hochs für eine Teilgewinnmitnahme nutzen. Alle Werte überraschten den Markt mit ihren Halbjahresergebnissen positiv.

INDUS Holding sind mit +14,3 Prozent (auf 31,65 Euro, Einstand 24,66 Euro) beste Aktie in unserem Portfolio in dieser Woche. Die Beteiligungsgesellschaft peilt nach einem starken Wachstum im ersten Halbjahr mehr Umsatz und Ergebnis im Gesamtjahr an. Der Erlös dürfte 2026 nun bei 1,9 bis 2,1 Milliarden Euro liegen, wie das Unternehmen mitteilte. Am unteren und oberen Ende der Spanne waren bisher 50 Millionen weniger vorgesehen. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) erwartet das Management mit 220 bis 260 Millionen Euro deutlich höher als bisher mit 160 bis 190 Millionen. Die entsprechende Marge sollte 11 bis 13 Prozent betragen statt 8 bis 10 Prozent. Grund für den Aufschwung sind höhere Preise für den Rohstoff Wolframcarbid, der dem größten Unternehmen in der Indus-Sparte Material Solutions Schwung verleiht. Im ersten Halbjahr stieg der Konzernerlös von Indus nach vorläufiger Berechnung um gut 15 Prozent auf rund 965 Millionen Euro. Das operative Ergebnis kletterte auf 123,5 Millionen Euro und damit mehr als das Doppelte. Die Marge zog um 6,1 Prozentpunkte auf 12,8 Prozent an.

Drägerwerk Vorzüge stehen mit +13,0 Prozent (auf 109,40 Euro, Einstand 47,27 Euro) die dritte Woche in Folge auf der Gewinnerliste. Damit reagierte der Markt auf die guten Geschäftsergebnisse des ersten Halbjahres bzw. zweiten Quartals. Die Drägerwerk AG & Co. KGaA hat ihren Auftragseingang im ersten Halbjahr 2026 um etwa 9 Mio. Euro auf rund 1.747 Mio. Euro gesteigert. Der Umsatz erhöhte sich um 93 Mio. Euro auf rund 1.603 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg um etwa 43 Mio. Euro auf 63,8 Mio. Euro. Die EBIT-Marge verbesserte sich von 1,3 auf 4,0 Prozent. Der Umsatz ist aufgrund der guten Entwicklung in der Medizin- und Sicherheitstechnik kräftig gestiegen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern konnte sich mehr als verdreifachen. Dazu habe die starke operative Dynamik beigetragen, aber auch die Rückerstattung von US-Zöllen. „Die Nachfrage nach unserer Technik für das Leben ist ungebrochen und der Auftragseingang weiter angestiegen. Diese robuste Entwicklung stimmt uns weiterhin zuversichtlich“, sagt Stefan Dräger, Vorstandsvorsitzender der Drägerwerk Verwaltungs AG. Im zweiten Quartal lag der Auftragseingang mit einem währungsbereinigten Anstieg um 0,3 Prozent auf 882,6 Mio. Euro leicht über dem Vorjahreswert. Das Segment Medizintechnik verzeichnete aufgrund des hohen Vorjahresniveaus durch den Großauftrag aus Mexiko einen währungsbereinigten Rückgang um 11,5 Prozent auf 476,5 Mio. Euro. Im Segment Sicherheitstechnik stieg der Auftragseingang währungsbereinigt deutlich um 19,0 Prozent auf 406,1 Mio. Euro. Der Umsatz von Dräger stieg währungsbereinigt um 8,5 Prozent auf 847,3 Mio. Euro. Die Bruttomarge erhöhte sich um 2,8 Prozentpunkte auf 46,6 Prozent. Das EBIT konnte sich mehr als verdoppeln und stieg auf 45,9 Mio. Euro. Die EBIT-Marge verbesserte sich signifikant um 2,9 Prozentpunkte auf 5,4 Prozent. Für das laufende Geschäftsjahr insgesamt erwartet Dräger weiterhin einen währungsbereinigten Umsatzanstieg von 2,0 bis 6,0 Prozent. Aufgrund der starken operativen Geschäftsentwicklung und der im zweiten Quartal und am Anfang des dritten Quartals erhaltenen Zollrückerstattungen hat das Unternehmen seine Prognosespanne für die EBIT-Marge (von 5,0 bis 7,5 Prozent) auf 6,0 bis 8,0 Prozent angehoben. Dräger gehört seit einiger Zeit zu unseren Top-10-Positionen (Anteil am Fondsvermögen 3,0 Prozent).

Während der Platinpreis seit fünf Wochen eine Bodenbildung zwischen 1.530 und 1.700 US-Dollar pro Unze durchläuft, setzte die Aktie des führenden Platinproduzenten Valterra Platinum ausgelöst durch die guten Halbjahresergebnisse zu einer Kurserholung an: +9,4 Prozent (auf 55,65 GBP, Einstand 37,69 GBP). Im ersten Halbjahr zum 30. Juni 2026 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 81.811 Mio. ZAR nach 42.353 Mio. ZAR im Vorjahreszeitraum. Die Erlöse beliefen sich auf 81.811 Mio. ZAR nach 42.337 Mio. ZAR ein Jahr zuvor. Der Nettogewinn stieg auf 21.609 Mio. ZAR nach 585 Mio. ZAR im Vorjahreszeitraum. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Geschäftsbereichen lag bei 82,31 ZAR nach 2,23 ZAR ein Jahr zuvor. Verwässert belief sich das Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Geschäftsbereichen auf 81,84 ZAR nach 2,22 ZAR im Vorjahreszeitraum. Der Verwaltungsrat von Valterra Platinum teilte mit, dass die Direktoren in ihrer Sitzung vom 27. Juli eine zusätzliche Bardividende in Höhe von 6,5 Mrd. ZAR bzw. 24,50 ZAR je Aktie genehmigt haben. Wie jüngst bei OceanaGold bestätigen die Geschäftsergebnisse unsere Erwartung, dass die Edelmetallminen bei den jetzigen Edelmetallpreisen so hohe Gewinne erzielen, dass sie nicht nur die Bilanzen verbessern (steigende Netto-Cash-Positionen gegenüber sinkenden Verbindlichkeiten) sondern auch höhere Dividenden zahlen können. Die Aktie erscheint schon bei einem gleichbleibenden Platinpreis klar unterbewertet (KGV 9, Dividendenrendite fast 8 Prozent). Die aktuelle Bewertung preist einen Preisrückgang bei Platin und / oder größere betriebswirtschaftliche Probleme ein, die aber nicht erkennbar sind. Umgekehrt hat die Aktie weitreichendes Erholungspotenzial für den Fall, dass die Bodenbildung bei Platinpreis in wieder steigende Preise mündet. Der Anteil aller 6 Edelmetall-Aktien zusammen am Fondsvermögen blieb in dieser Woche bei 14,4 Prozent.

Die erst vor gut zwei Wochen aufgenommenen Auto-Aktien BMW und Porsche Automobil Holding entwickeln sich gut: Porsche Automobil Holding +6,2 Prozent (auf 28,78 Euro, Einstand 27,23 Euro) und BMW +4,1 Prozent (auf 59,30 Euro, Einstand 57,50 Euro). BMW hat mit der „Neuen Klasse“ einen Schnellstart hingelegt. Inzwischen sind im neuen Werk im ungarischen Debrecen 50.000 Fahrzeuge des elektrischen iX3 vom Band gelaufen, wie der Konzern mitteilte. Zudem sei man auf Kurs, bald 100.000 Auftragseingänge für das Fahrzeug zu erreichen. „Nie zuvor haben wir in einem neuen Werk so schnell so viele Fahrzeuge gebaut“, sagt Produktionsvorstand Raymond Wittmann. Unter anderem startete die zweite Schicht dort bereits im Februar und damit deutlich früher als geplant. Zumindest beim iX3 als erstem Fahrzeug der „Neuen Klasse“ läuft es bei BMW damit gut. Der Konzern, der seit Mitte Mai mit Milan Nedeljkovic einen neuen Chef hat, hatte vor Kurzem mit einer Gewinnwarnung überrascht und zuletzt insgesamt sinkende Absätze gemeldet. Der Umsatz fiel im zweiten Quartal im Jahresvergleich um knapp 8 Prozent auf 31,3 Milliarden Euro. Die für den Kapitalmarkt wichtige Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern in der Autosparte sackte von 5,4 auf 2,3 Prozent ab. Analysten hatten sogar aber mit schlimmeren Zahlen gerechnet. Zumindest bislang erweist es sich als richtig, im Stimmungstief antizyklisch gekauft zu haben.

Die französische Großbank Société Générale schraubt nach einem Rekordgewinn im zweiten Quartal ihre Spar- und Renditeziele nach oben. Die Aktie kletterte in dieser Woche um 5,4 Prozent auf ein neues 18-Jahres-Hoch (81,31 Euro, Einstand 24,73 Euro). Bankchef Slawomir Krupa will die Kosten im laufenden Jahr statt um drei Prozent jetzt um vier Prozent senken, wie das Geldhaus in Paris mitteilte. Die Rendite auf das materielle Eigenkapital soll derweil um etwa elf Prozent steigen. Bisher hatte sich der Manager mehr als zehn Prozent zum Ziel gesetzt. Im zweiten Quartal verdiente die Societe Generale knapp 1,8 Milliarden Euro und damit fast ein Viertel mehr als ein Jahr zuvor. Während die Erträge stiegen, sanken die Kosten etwa so stark wie jetzt für das Gesamtjahr geplant.

Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)

Beim Edelstahl- und Legierungshersteller Aperam lösten die jüngsten Geschäftsergebnisse Gewinnmitnahmen aus. Die Aktie ist mit einem Rückgang um -8,6 Prozent (auf 45,46 Euro, Einstand 33,45 Euro) unser größter Wochenverlierer, war aber erst im Juni auf den höchsten Wert seit vier Jahren gestiegen. Aperam hat das vergangene Quartal mit einem Umsatz von insgesamt 1,69 Mrd. Euro abgeschlossen. Das kommt einer Umsatzsteigerung von 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresviertel gleich und entsprach den durchschnittlichen Analystenerwartungen. Das Ergebnis je Aktie (EPS) im abgelaufenen Quartal übertraf mit 1,61 Euro nicht nur den Gewinn im Vorjahresviertel (0,25 Euro je Aktie) deutlich, sondern auch die durchschnittlichen Analystenerwartungen von 1,08 Euro je Aktie. Wir hatten bei unserer Analyse von Aperam Umsatzerlöse im Gesamtjahr 2026 von 6,66 Mrd. Euro angesetzt, was gut zu den 1,69 Mrd. in einem Quartal passt. Beim Gewinn pro Aktie haben wir für 2026 nur einen Gewinn pro Aktie (EPS) von 2,08 Euro angesetzt. Davon sind im ersten Halbjahr also schon gut drei Viertel erzielt worden. Damit erscheinen die Gewinnsteigerungen, die wir angesetzt haben (auf rund 4 Euro EPS 2027), realistisch – und unser Fair Value von 61 Euro. Der jetzige Kursrückgang in Reaktion auf besser als vom Markt erwartete Gewinne ist also eher eine (Zu-) Kaufgelegenheit.

Auch bei Deutz dürfte der Kursrückgang dieser Woche von -4,4 Prozent (auf 10,18 Euro, Einstand 4,25 Euro) auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen sein. Zuvor war die Aktie bekanntlich in Reaktion auf die Übernahme des Militärfahrzeugbauers FFB auf den höchsten Wert seit Anfang Juni gestiegen, in der Vorwoche um +8,9 Prozent.

Auch bei Heidelberg Materials fielen die Geschäftsergebnisse eigentlich gut aus, die Aktie verlor aber auf Wochensicht -4,3 Prozent (auf 161,00 Euro, Einstand 53,60 Euro). Das Unternehmen steigerte seine Umsatzerlöse spürbar um 361 Mio. Euro bzw. 6 Prozent auf 6.044 Mio. Euro. Das Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs (RCO) erhöhte sich um 38 Mio. Euro bzw. 4 Prozent auf 1.086 Mio. Euro. Die operative Marge lag bei 23,4 Prozent. Das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) nahm in den ersten sechs Monaten 2026 um 0,09 Euro auf 4,47 Euro zu. Bei Heidelberg Materials haben wir bekanntlich höhere Kurse genutzt, um die Position stark zu verkleinern. Wir halten nur noch 300 Aktien, von denen wir uns bei einer Bestätigung des Abwärtstrends trennen.

Welche Transaktionen gab es diese Woche?

Wir haben in dieser Woche zwei Aktienverkäufe veranlasst: Bei unserer zweitgrößten Einzelaktienposition, Société Générale, antizyklisch, weil unser erstes Kursziel erreicht wurde, und bei Medios im Rahmen unseres Risikomanagements, weil sich die Aktie nicht wie von uns erhofft entwickelt.

Wir haben 1.000 von 4.000 Société Générale-Aktien zu 79,85 Euro verkauft – unserem ersten Kursziel. Die Börse reagierte sehr positiv auf die jüngsten Geschäftsergebnisse und Verlautbarungen der Bank (siehe oben). Gegenüber unserem Einstand zu 24,73 Euro hat sich der Kurs in nur 22 Monaten mehr als verdreifacht. Wir haben jetzt einen Kursgewinn von 223 Prozent realisiert (laufende Dividenden nicht eingerechnet). Die verbleibenden Société Générale gehören weiterhin zu unseren Top-Ten-Positionen, was angesichts des aktuellen Momentums richtig sein dürfte: Trotz Kursverdreifachung liegt das KGV nur bei rund 10 und vor der Finanzkrise stand die Aktie in der Spitze fast beim Doppelten von heute.

Wir haben uns im Rahmen unseres Risikomanagements vollständig von unserer Aktienposition Medios getrennt. Die 10.000 Aktien wurden zu durchschnittlich 10,9402 Euro verkauft. Gegenüber unserem durchschnittlichen Einstand zu 15,17 Euro haben wir einen Kursverlust von 27,9 Prozent realisiert. Das Spezialpharma-Unternehmen hat nach einem durchwachsenen Halbjahr seine Gewinnerwartungen für 2026 gekürzt. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) dürfte 88 bis 92 Millionen Euro erreichen, teilte Medios mit. Bisher war der Vorstand von 94 bis 102 Millionen Euro ausgegangen. Ein Grund für die Kappung sind Kürzungen rund um medizinisches Cannabis bei den gesetzlichen Krankenkassen. Der Kursrückgang bestätigte den Abwärtstrend der Aktie auf verschiedenen Zeitebenen. Es wird zu prüfen sein, ob wir die Aktie weiter beobachten und bei einer verbesserten Indikation einen Wiedereinstieg prüfen, denn fundamental führt der Kursrückgang Medios auf ein interessantes Niveau. Der zuständige Analyst bei der Privatbank Berenberg sieht die derzeitigen Kurse beispielsweise als Kaufgelegenheit. Er senkte zwar sein Kursziel von 26 auf 25 Euro, behielt seine Einstufung „Buy“ jedoch bei. So hielten die regulatorischen Herausforderungen bei Medios an, doch die Sparmaßnahmen des Unternehmens und die Bewertung der Aktien stützten seine positive Einschätzung zur langfristigen Entwicklung der Medios-Aktie. Medios will die schon eingeleiteten Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung forcieren. Zugleich seien die neuesten Entwicklungen Anlass, sich strategisch auf Geschäftsfelder zu fokussieren, in denen man profitabel wachsen könne.

Wie hoch ist die Barreserve?

Der ETF von iShares auf den MSCI Japan Small Cap Index hat 0,5815 US-Dollar pro Anteil ausgeschüttet, zusammen für unsere 5.000 Anteile also 2.907,50 US-Dollar, die ohne Abzüge unserem US-Dollar-Konto gutgeschrieben wurden. Unser US-Dollar-Kontoguthaben ist dadurch auf 91.606 USD gestiegen, zum aktuellen Wechselkurs 79.612 Euro (1,1 Prozent vom Fondsvermögen). Es ist damit schon die größte Fremdwährungsposition, gefolgt von 66.767 kanadischen Dollar, die aktuell einen Gegenwert von 41.402 Euro haben. Zusammen beläuft sich der Gegenwert aller Fremdwährungsguthaben des Fonds aktuell auf jetzt umgerechnet 130.730 Euro (1,9 Prozent vom Fondsvermögen).

Die jüngsten Dividendenzahlungen von Carrefour und ConAgra Brands sind zwar von den Aktienkursen abgeschlagen worden, unseren Konten aber noch nicht gutgeschrieben. Sie werden deshalb im Fondsvermögen als Forderung geführt, also in den Anteilswert eingerechnet.

Das Euro-Kontoguthaben des Fonds haben wir durch die Aktienverkäufe um rund 190.000 Euro auf 867.322 Euro erhöht, den Anteil am Fondsvermögen von 9,8 auf 12,3 Prozent. Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist im Wochenvergleich nahezu unverändert geblieben bei jetzt 161.337 Anteile. Das Fondsvermögen ist gegenüber der Vorwoche weiter durch Kursgewinne gestiegen, jetzt auf 7.054.335 Euro.

Aktuelle strategische und taktische Überlegungen

Vor zwei Jahren haben wir Signale für einen Anstieg der Edelmetallpreise gesehen und (im September 2024) begonnen, entsprechende Aktienpositionen aufzubauen. Die Hausse gipfelte Ende Januar dieses Jahres in einer Rallye, auf die heftige Gewinnmitnahmen folgten. Wir gehen davon aus, dass nach der laufenden Konsolidierung wieder Spielraum für steigende Edelmetallpreise besteht. Während sich ein wieder steigender Preis insbesondere bei Silber, aber auch bei Platin, auf die Angebots/Nachfrage-Struktur stützen kann (wenige Anbieter, kaum Lagerbestände, industrielle Nachfrage), muss bei Gold aufmerksamer beobachtet werden, wie sich Angebot und Nachfrage entwickeln. Dies liegt auf der Angebotsseite daran, dass sich die Goldförderung in Reaktion auf einen hohen Preis schneller ausweiten lässt als bei Silber und Platin. Und auf der Käuferseite hat Gold nur eine vergleichsweise unbedeutende industriellen Nachfrage. Dazwischen befinden sich als wichtige Marktteilnehmer Goldinvestoren, die sich wiederum vor allem in Notenbanken und Privatanleger teilen lassen. Wichtig: Goldinvestoren können die Seite wechseln. Wir haben in den vergangenen Monaten große Goldverkäufe sowohl bei einigen Notenbanken als auch bei Privatanlegern (Gold-ETFs) gesehen.

Das World Gold Council (WGC) beziffert die Investitionen in Gold-ETFs, Barren und Münzen im zweiten Quartal auf nur noch 262 Tonnen. Dabei seien aus goldgedeckten ETFs im zweiten Quartal netto 45 Tonnen Gold auf den Markt gekommen. Die Barren- und Münzinvestitionen blieben mit einem Rückgang von nur drei Prozent im Jahresvergleich im zweiten Quartal relativ stabil. Wichtig blieb die Nachfrage im OTC-Markt, der sich vor allem auf asiatische Goldkäufer stützt: Dies seien im zweiten Quartal 327 Tonnen Gold gewesen. Zentralbanken und andere offizielle Institutionen blieben insgesamt im zweiten Quartal auf der Käuferseite: netto haben sie 289 Tonnen Gold gekauft. Allerdings haben die Zentralbanken von Russland und der Türkei, deren diktatorisch regierende Staatspräsidenten ihre Länder an den Rand des Ruins trieben, Teile ihrer Goldreserven verkaufen müssen. Es ist allerdings davon auszugehen, dass andere Staaten, die es sich leisten können, ihre Goldreserven eher weiter aufstocken als abbauen: Die Central Bank Gold Reserves Survey des WGC ergab, dass 45 Prozent der Befragten beabsichtigen, ihre eigenen Goldreserven in den nächsten 12 Monaten aufzustocken, was die anhaltende Bedeutung von Gold für offizielle Reserven unterstreiche. Die Goldnachfrage aus der Schmuckproduktion reagiert dagegen empfindlicher auf die hohen Preise: Die Schmucknachfrage fiel im Jahresvergleich um 17 Prozent – Verbraucher wechselten zu leichteren Produkten.

Das gesamte Goldangebot sei im zweiten Quartal im Jahresvergleich mit 1.269 Tonnen unverändert geblieben, wobei sich Minenproduktion und Recycling gegensätzlich entwickelten: Trotz der höheren Preise ging das Recycling um sechs Prozent im Jahresvergleich zurück. Die Minenproduktion allerdings stieg, schätzungsweise um zwei Prozent im Jahresvergleich auf 966 Tonnen. Insbesondere in Kanada und Chile reagierten die Minen schon auf das hohe Preisniveau mit einer Förderausweitung.

Im Ausblick erwartet auch das World Gold Council, dass die Nachfrage asiatischer Investoren wichtiger wird, weil Gold-ETFs für westliche Anleger weniger attraktiv sind, wenn Realrenditen steigen. Zentralbanken dürften netto Gold-Käufer bleiben, „wenn auch in etwas langsamerem Tempo als in den letzten vier Jahren.“

Langfristig zeigt der reale, also inflationsbereinigte Goldpreis eine starke Tendenz zur Mittelwertrückkehr: Gold kann also Kaufkraft erhalten, bringt aber langfristig kaum reale Wertsteigerungen. Oft wird empfohlen, Gold mit einem bestimmten Prozentsatz des Vermögens zu halten. Dies ist aber nur eine „Verlegenheitslösung“ derer, die das Timing-Risiko scheuen: Nachdem es in den 1970er Jahren gewinnbringend war, erwiesen sich Edelmetallinvestments ab 1980 für 20 Jahre als sehr frustrierend. In diesem Jahr kann man das in Zeitraffer beobachten. Wer angelockt durch die hohen Preissteigerungen erst im Januar auf den beschleunigten Trend aufsprang, sitzt jetzt auf Verlusten. Viele Gold-ETF-Anleger haben sich offenbar schon wieder frustriert von ihren Investments getrennt. Die Aushöhlung der US-Volkswirtschaft durch das Trump-Regime birgt erhebliche Risiken für den US-Dollar. Allein das spricht für Gold. Die anderen Einflussfaktoren sind im Ergebnis aber weniger eindeutig.

Für die Minen und Royaltys sind die aktuellen Preise immer noch sehr gewinnbringend (siehe jüngste Zahlen unserer OceanaGold). Darin liegt aber auch die Gefahr einer Angebotsausweitung (siehe Zuwachs der Goldförderung im zweiten Quartal). Bei einem nur gleichbleibenden Goldpreis sind unsere Goldaktien unterbewertet, d.h. der Markt preist bereits das Risiko eines weiteren Preisrückgangs ein, womit das Chance/Risiko-Verhältnis für ein Festhalten an den Positionen spricht.