2026 KW34 Report über das Portfolio des Investmentclub-Aktienfonds
Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank.
Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte.
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Was ist diese Woche (KW34/2026) an den Börsen geschehen?
Die Äußerungen Trumps zum Iran-Krieg blieben irritierend. So drohte er dem bisherigen US-Verbündeten Oman mit einer massiven Bombardierung und kündigte an, die Straße von Hormus zu US-Territorium zu erklären. Die 60-Tage-Frist im von Trump im Juni als größten historischen Erfolg gefeierten Rahmenabkommen lief ergebnislos ab. Der wieder steigende Ölpreis belebte Sorgen um höhere Inflation und Zinsen. Hohe Kursverluste erlitten Anleihen, neben USA-Staatsanleihen auch solche europäischer Staaten, Japans und Südkoreas. Die 30-jährige US-Anleihe erreichte mit 5,33 Prozent den höchsten Stand seit 2007, die 30-jährige deutsche Bundesanleihe kletterte mit 3,78 Prozent auf einen neuen Höchststand seit 2011. Französische Zinspapiere näherten sich der Marke von fünf Prozent. Aktienindizes beendeten vor diesem Hintergrund die Woche durchweg mit Verlusten: Der Dow Jones verlor nur -0,8 Prozent, der Nasdaq-100 aber -2,5 Prozent und der japanische Nikkei-225 sogar -3,9 Prozent. DAX und Euro-STOXX-50 verloren jeweils -1,2 Prozent.
Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?
Der ACC Alpha select Anteilswert wurde auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag mit 44,60 Euro berechnet. Gegenüber dem Wert der Vorwoche ist das ein Rückgang um -0,12 Euro bzw. -0,3 Prozent. Darin und in den folgenden Zahlen sind noch nicht einmal die Kursgewinne vom Freitag enthalten, rund 70.000 Euro. Damit verbessert sich unser relatives Ergebnis zu den Aktienindizes und dem Durchschnitt der Fonds wieder. Im laufenden Jahr (Jahreswechsel 42,01 Euro) sinkt unser Netto-Plus leicht auf +6,2 Prozent. Das Netto-Ergebnis beim ACC Alpha select Anteilswert beträgt über ein Jahr jetzt +13,4 Prozent (MSCI World in Euro +22,1 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds +16,7 Prozent, Mischfonds +12,1 Prozent). Über drei Jahre steigt der ACC-Nettozuwachs auf +45,9 Prozent (MSCI World in Euro auf +67,8 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds auf +46,8 Prozent, Mischfonds auf +31,2 Prozent) und über fünf Jahre auf +42,0 Prozent (MSCI World in Euro +76,6 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds +37,9 Prozent, Mischfonds +22,3 Prozent).
Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)
Die in diesem und dem folgenden Abschnitt genannten Kursveränderungen beziehen sich jeweils auf die Woche bis einschließlich Freitag, weichen also vom Zeitpunkt der Anteilswertberechnung um einen Tag ab.
Der Goldpreis stieg auf Wochensicht um +5,2 Prozent, Silber und +6,6 Prozent und Platin sogar +7,7 Prozent. Damit bestätigen die Edelmetallpreise den Abschluss ihrer Konsolidierung und eine Rückkehr in Aufwärtstrends.
Unsere Outperformance in dieser Woche verdanken wir wieder vor allem unseren Edelmetall-Aktien: Wochengewinner ist das kanadische Gold-Royalty Franco-Nevada mit einem Plus von +12,5 Prozent (auf 365,83 CAD, Einstand 176,46 CAD). Damit strebt die Aktie unserem ersten Kursziel von 400 CAD entgegen, das im Februar knapp verfehlt wurde.
Die Aktie des weltgrößten Goldminenbetreibers Newmont stieg in dieser Woche um +11,7 Prozent (auf 131,58 USD, Einstand 43,84 USD).
Ähnlich stark stiegen die Aktienkurse der Gold-/Silber-Minenbetreiber Coeur Mining (+11,5 Prozent auf 20,97 USD, Einstand 22,73 USD) und Pan American Silver (+11,0 Prozent auf 73,07 CAD, Einstand 40,97 CAD).
Valterra Platinum gewannen in dieser Woche +5,3 Prozent (auf 68,00 GBP, Einstand 37,69 GBP).
Dazwischen liegt das Kursplus von OceanaGold: +7,6 Prozent (auf 42,75 CAD, Einstand 36,41 CAD). Die OceanaGold Corporation hat ihre Absicht bekanntgegeben, alle Aktien von Ausgold Limited, dem Eigentümer der Katanning-Goldmine in Westaustralien zu übernehmen. Dazu werden den Aktionären von Ausgold für jede Ausgold-Aktie 0,03365 Stammaktien von OceanaGold angeboten. Dies entspricht einem Wert von 1,36 AUD pro Ausgold-Aktie, woraus sich ein Gesamtwert von rund 776 Mio. AUD (ca. 550 Mio. US-Dollar) ergibt. Alternativ können sich Ausgold-Aktionäre bar auszahlen lassen. Nach Abschluss der Transaktion würden die Aktionäre von Ausgold voraussichtlich etwa 6 bis 8 Prozent an OceanaGold halten. Der Verwaltungsrat von Ausgold hat seinen Aktionären einstimmig empfohlen, für die Übernahme zu stimmen. Auch der Großaktionär von Ausgold, die Dundee Corporation (mit einem Anteil von ca. 7,7 Prozent), hat seine Absicht bestätigt, für die Übernahme zu stimmen. Mit der Übernahme von Katanning würden die bestehenden Minenbetriebe von OceanaGold in den USA, Neuseeland und auf den Philippinen um ein hochwertiges Entwicklungsprojekt in einer erstklassigen Bergbauregion ergänzt. Katanning ist ein konventionelles Tagebau-Entwicklungsprojekt mit einer geplanten jährlichen Goldproduktion von mehr als 100.000 Unzen und einem Potenzial für eine Laufzeit von über 10 Jahren. Die technischen Fähigkeiten sowie die Expertise von OceanaGold in den Bereichen Entwicklung, Genehmigungsverfahren und Betrieb – gestützt durch ein technisches Büro in Brisbane und ein Managementteam mit umfassender Erfahrung im australischen Bergbau – sollen die Ausschöpfung des vollen Potenzials von Katanning ermöglichen. Ausgold verfügt über ein mehr als 3.000 Quadratkilometer großes Konzessionsgebiet im weitgehend unerforschten Katanning-Grünsteingürtel, was das Potenzial für ein erhebliches langfristiges Ressourcenwachstum bietet. OceanaGold nutzt somit seine solide, schuldenfreie Bilanz und steigende hohe freie Cashflows; Katanning umgekehrt ist ein Minenprojekt, das noch hohe Investitionen erfordert. Wenn Katanning die kommerzielle Produktion erreicht, dürfte sich das positiv auswirken auf den Nettoinventarwert (NAV), zukünftiger Cashflows und Gewinn pro Aktie. Ausgold selbst verfügt (zum Stichtag Jahresmitte) über Barmittel und Äquivalente in Höhe von 87 Mio. AUD und keine Schulden. Die geschätzten Investitionskosten bis zum Produktionsbeginn in Katanning belaufen sich aber auf 355 Mio. AUD, was die Übernahme durch einen finanziell gut aufgestellten Konzern nahelegt. Die im Dezember 2025 veröffentlichte aktualisierte Machbarkeitsstudie („Definitive Feasibility Study“) für Katanning sieht einen potenziellen konventionellen Tagebaubetrieb vor, der eine „Carbon-in-Leach“-Aufbereitungsanlage mit einer Kapazität von 3,6 Mio. Tonnen pro Jahr (Mtpa) beliefert. Nach der Übernahme beabsichtigt OceanaGold, seine Erfahrung in den Bereichen Technik, Betrieb und Projektentwicklung einzubringen, um den Erschließungsplan für Katanning weiter zu verfeinern; der Fokus liegt dabei auf Optimierungsmaßnahmen und der Verringerung von Ausführungsrisiken. Die Erschließungsaktivitäten konzentrieren sich auf zusätzliche Bohrungen bis ins Jahr 2027, um die Mineralisierung genauer abzugrenzen und Risiken beim operativen Hochlauf zu minimieren, bevor im Laufe des Jahres 2028 ein aktualisierter technischer Bericht (gemäß „National Instrument 43-101 – Standards of Disclosure for Mineral Projects“, kurz NI 43-101) veröffentlicht werden soll. Die erste Goldproduktion wird dann für 2029 erwartet.
Der gemeinsame Wert aller 6 Edelmetall-Aktien in unserem Portfolio ist weiter deutlich gestiegen, allein in dieser Woche durch Kursgewinne um fast 100.000 Euro auf 1,25 Mio. Euro bzw. von 15,9 auf 17,3 Prozent vom Fondsvermögen.
Die beste Nicht-Edelmetall-Aktie in dieser Woche ist die Kupfer-Aktie Aurubis (+6,7 Prozent auf 179 Euro, Einstand 82,38 Euro).
Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)
Unter der Schwäche des japanischen Aktienmarktes litten bei uns vor allem Nippon Sanso (-9,1 Prozent auf 5.629 Yen bzw. 30,28 Euro, Einstand 2.681 Yen bzw. 18,31 Euro). Die Ende Juli veröffentlichten Quartalsergebnisse waren vom Markt positiv aufgenommen worden. Die Aktie stieg, scheiterte aber wieder an der massiven Widerstandszone 6.300 bis 6.400 Yen. Für das Quartal lag bekanntlich eine durchschnittliche Umsatzschätzung von 342,54 Milliarden Yen vor. Mit einer Umsatzsteigerung um 14,9 Prozent auf 361,76 Milliarden Yen übertraf Nippon Sanso die Erwartungen deutlich. Die uns vorliegende EPS-Schätzung belief sich bekanntlich auf 82 Yen pro Aktie. Auch die Gewinnerwartung des Marktes wurde mit einem EPS von 101 Yen deutlich übertroffen. Bei Aktienkursen von 3.600 Yen setzen allerdings seit Monaten höhere Verkäufe ein, so dass ein charttechnischer Widerstand entstanden ist.
Société Générale verloren -7,6 Prozent (auf 76,12 Euro, Einstand 24,73 Euro). Die Aktie hat erst kurz zuvor neue Rekordhoch seit der Finanzkrise 2008 erreicht und sich seit 2024 vervierfacht. Hier könnten jetzt Sorgen um eine mögliche Staatsschuldenkrise eine Rolle spielen. Andererseits gelten Banken als Gewinner eines Zinsanstiegs.
Welche Transaktionen gab es diese Woche?
Zunächst haben wir unsere kleine Restposition in Heidelberg Materials aufgrund der schlechten Trendindikation verkauft: Der Verkauf der verbliebenen 300 Aktien erfolgt zu 156,90 Euro. Damit haben wir gegenüber unserem Einstand zu 53,60 Euro einen Kursgewinn von 192,7 Prozent realisiert. Hinzu kommt eine Dividendenrendite in Höhe von 6,7 Prozent auf das eingesetzte Kapital. Die Position hatte bis Dezember 1.000 Aktien umfasst. Nahe dem Allzeit-Hoch haben wir eine Tranche von 400 Aktien zu 219,32 Euro verkauft, im März dann 300 Stück zu 178,10 Euro. Insgesamt haben wir die 1.000 Heidelberg Materials also zu durchschnittlich 188,23 Euro verkauft und einen Kursgewinn von 251,2 Prozent (!) realisiert.
Umgekehrt haben wir aufgrund guter Trendindikationen drei Aktienpositionen vergrößert, deren Unternehmen uns weiterhin überzeugen: Fuchs, Sixt und Conagra Brands.
Der Zukauf von 1.000 Fuchs Aktien erfolgte zu 34,475 Euro. Unser Bestand vergrößert sich damit auf 3.000 Stück zu durchschnittlich 32,574 Euro.
Der Zukauf von 1.000 Sixt Vorzugsaktien erfolgte zu 60,95 Euro. Unser Bestand vergrößert sich damit auf 2.600 Stück zu durchschnittlich 57,53 Euro. Wir halten bekanntlich auch noch 1.000 Sixt Stammaktien. Auch wenn es in der Vergangenheit so war, dass sich bei guter Sixt-Kursentwicklung tendenziell die Stammaktie besser als die Vorzugsaktie entwickelte, haben wir bei der Aufstockung jetzt bewusst die analytisch preiswerteren Vorzüge gewählt.
Der Zukauf von 5.000 ConAgra Brands Aktien erfolgte an der NYSE zu 16,22 USD. Unser Bestand hat sich damit auf 10.000 Stück verdoppelt – zu durchschnittlich 15,325 USD.
Neu und erstmals in unser Portfolio aufgenommen wurde Stadler Rail. Die Stadler Rail AG ist einer der bedeutenden Systemanbieter von Lösungen im Schienenfahrzeugbau. Als solcher hat die Gruppe eine breite Produktpalette im Bereich der Vollbahnen und des Stadtverkehrs aufgebaut, die von Highspeed- und Intercity-Zügen über Regio-, S- und U-Bahnen bis hin zu Tram-Trains und Trams reicht. Außerdem produziert Stadler Streckenlokomotiven, Rangierlokomotiven und Reisezugwagen, darunter auch die stärkste dieselelektrische Lokomotive Europas. Darüber hinaus sieht sich Stadler als der weltweit führende Hersteller von Zahnradbahnfahrzeugen. Zusätzlich zu mehreren Produktions- und Engineering-Standorten verfügt der Konzern über 60 Servicestandorte. Gegliedert ist das Geschäft in die beiden Segmente Rolling Stock (Herstellung von Schienenfahrzeugen) und Service & Components. Bis März dieses Jahres befand sich die Aktie in einem übergeordneten Abwärtstrend, der fundamental-analytisch klar übertrieben erscheint. Wie bei anderen Schienenfahrzeugherstellern in Europa sind die Auftragsbücher voll. Zur Bewertung der Stadler Rail folgt im nächsten Wochenbericht mehr, zumal wir bei einer Bestätigung des seit April beobachtbaren Aufwärtstrends unsere Anfangsposition deutlich aufstocken würden. Jetzt haben wir zunächst in Zürich 3.000 Aktien zu 24,292 CHF gekauft.
Wie hoch ist die Barreserve?
Die am Freitag erfolgten Aktienkäufe sind noch nicht mit unseren Kontoguthaben verrechnet. Vor den Aktienkäufen waren unsere Fremdwährungspositionen im Wochenvergleich unverändert und ihr Gegenwert in Euro aufgrund von Wechselkursverlusten leicht auf 129.991 Euro gesunken. Die Gutschriften der Conagra-Dividende in Höhe von netto 612,50 US-Dollar und der Aperam-Dividende in Höhe von netto 850 Euro stehen weiterhin aus. Hinzu kommen jetzt die jüngsten Quartalsdividenden von OceanaGold und Valterra Platinum. Sie alle werden im Fondsvermögen als Forderung geführt und in den Anteilswert eingerechnet.
Das Euro-Kontoguthaben des Fonds ist vor den Aktienkäufen durch den Verkauf der restlichen Heidelberg Materials auf 911.007 Euro gestiegen, der Anteil am Fondsvermögen von 11,9 auf 12,6 Prozent. Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist im Wochenvergleich um 6 gestiegen auf jetzt 161.391 Anteile. Das Fondsvermögen ist gegenüber der Vorwoche fast unverändert bei 7.218.892 Euro.
Aktuelle strategische und taktische Überlegungen
Als Donald Trump seine zweite Amtszeit antrat, sprach er von „maßlosen Staatsausgaben“, die er eindämmen werde. Dass er bei auch bei diesem Wahlversprechen lügen würde, ist zwar offenbar Millionen von Amerikanern entgangenen, dürfte aber jedem Menschen, der sich noch für Fakten interessierte, klar gewesen sein, denn niemand anderer als Trump selbst hat mehr zu diesen „maßlosen Staatsausgaben“ beigetragen: 7,8 Billionen Dollar neuer Schulden häufte Trump in seiner ersten Amtszeit an – bis dahin ein absoluter Rekord unter allen US-Präsidenten in der Geschichte. In seiner zweiten Amtszeit geht die zügellose Schuldenorgie beschleunigt weiter: Noch schneller als befürchtet erreichten in dieser Woche die Staatsschulden der USA die Marke von 40 Billionen Dollar, also 40.000 Milliarden; die Schuldenquote liegt bei 123 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Eine Billion Dollar wird der US-Staat allein dieses Jahr an Zinsen für diese Staatsschuld aufbringen müssen, danach Jahr für Jahr mehr als je zuvor. Das können auch die Märkte nicht ewig ausblenden: In dieser Woche ging von den USA eine Verlustwelle bei Staatsanleihen aus, die rund um den Globus schwappte. Insbesondere mit Blick auf die USA mit einem verurteilten Kreditbetrüger und mehrfachem Pleitier als Präsident sollte man sich Sorgen machen: Nicht nur die absolute Höhe der Schulden ist dort schwindelerregend, die Verschuldung erfolgt dort auch immer kurzfristiger: Schon 22 Prozent der US-Staatsschuld, und damit historisch und im internationalen Vergleich rekordverdächtig viel, hat das Finanzministerium über kurzlaufende Anleihen begeben, sogenannte T-Bills. Die laufen einen Monat bis zu einem Jahr und rentieren bei 3,7 bis 4,0 Prozent – gegenüber 4,7 Prozent bei zehnjährigen Treasuries und gut fünf Prozent bei dreißigjährigen.
Das US-Finanzministerium kündigte zur Stützung des Marktes an, mindestens doppelt so viele Staatsanleihen mit Laufzeiten von zehn bis 30 Jahren zurückkaufen zu wollen wie ursprünglich geplant. Wieder eine sehr kurzfristige Maßnahme: Natürlich darf ein Staat seine eigenen langfristigen Schulden vorzeitig zurückkaufen – aber die US-Regierung hat das Geld dafür eigentlich nicht. Sie leiht es sich, indem sie umso mehr kurzfristige Schulden macht. Damit wird die Finanzierungsstruktur der US-Schulden noch schneller noch riskanter. Steigen die Zinsen, muss das Finanzministerium teuer refinanzieren. Und T-Bills binden Bankbilanzen – als Puffer brauchen Banken Barreserven, die kein anderes Geschäft finanzieren. Um Liquiditätsengpässe zu verhindern, muss die US-Notenbank einspringen. Letztendlich wird sie somit vom Staat gezwungen, die Staatsschulden zu kaufen, die der Markt nicht mehr will. Der größte Geldgeber der USA ist die staatliche Notenbank. Wenn das kein Grund für Edelmetalle und reale Werte ist …
Bemerkenswert war einmal mehr die Reaktion der Edelmetallmärkte: Als das schwindende Vertrauen in Staatsanleihen zu deren Kursrutsch und damit steigenden Renditen führte, löste dies kurzfristig, für einen Tag, Preisrückgänge bei Edelmetallen aus. Den Mechanismus dahinter hatten wir bereits wiederholt beschrieben: Höhere Zinsen machen die zinslosen Edelmetalle erstmals weniger attraktiv. Das ist die Logik der Opportunitätskosten. Allerdings ist das nicht zu Ende gedacht, was den Märkten diesmal schon am zweiten Tag klar wurde: Zunehmende Sorgen um die Rückzahlung von Staatsanleihen und den Wert der Papierwährungen begründen nicht fallende, sondern steigende Edelmetallpreise. Wir werden Anfang der kommenden Woche mit B2Gold eine siebte Edelmetall-Aktie in unser Portfolio aufnehmen.
