2026 KW29 Report über das Portfolio des Investmentclub-Aktienfonds
Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank.
Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte.
Bei Anregungen und Feedback erreichen Sie uns gerne per email. Ihre Ansprechpartner sind:
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- Holger Fiegl (info@acc-invest.de) – Administration, Ansprechpartner für Webpage
Was ist diese Woche (KW29/2026) an den Börsen geschehen?
Die Blockade der für die Weltwirtschaft wichtigen Seestraße von Hormus belastete die Märkte. US-Präsident Trump irritierte mit der Ankündigung, Schutzgeld für die Durchfahrt von Schiffen in Höhe von 20 Prozent des Frachtwertes zu verlangen: „Wir werden die Meerenge behalten, sie wahrscheinlich betreiben.“ Trump widersprach damit u.a. seinem Außenminister Marco Rubio, der kurz zuvor an die Rechtslage erinnert hatte, wonach kein Land das Recht hat, für die Nutzung internationaler Gewässer Geld zu verlangen. Der Auftakt der Berichtssaison in den USA fiel mit Rekordgewinnen bei US-Banken positiv aus. Bei Mikrochip- und KI-Aktien gab es allerdings deutliche Kursverluste. Insgesamt überwogen die zweite Woche in Folge Kursverluste, jetzt im Kielwasser einer schwächeren Nasdaq: Der Nasdaq-100 brach auf Wochensicht um -4,1 Prozent ein, der Nikkei-225 sogar um +6,4 Prozent. Der Dow Jones und der DAX verloren gegenüber dem Vorwochenstand jeweils -0,9 Prozent, der Euro-STOXX-50 nur -0,6 Prozent.
Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?
Der ACC Alpha select Anteilswert wurde auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag mit 42,59 Euro berechnet. Gegenüber dem Wert der Vorwoche ist das ein Rückgang um nur -0,02 Euro bzw. -0,05 Prozent. Im laufenden Jahr (Jahreswechsel 42,01 Euro) bleibt unser Plus damit bei +1,4 Prozent. Das Netto-Plus beim ACC Alpha select Anteilswert steigt aufgrund eines Basiseffektes über ein Jahr von +10,8 auf jetzt +11,3 Prozent (MSCI World in Euro +25,3 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds +18,3 Prozent, Mischfonds +12,7 Prozent). Über drei Jahre sinkt der Nettozuwachs leicht auf +39,0 Prozent (MSCI World in Euro +65,9 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds +42,8 Prozent, Mischfonds +28,5 Prozent) und über fünf Jahre auf jetzt +36,2 Prozent (MSCI World in Euro +79,1 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds +39,9 Prozent, Mischfonds +21,7 Prozent).
Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)
Die Liste der Wochengewinner in unserem Portfolio wird angeführt von Aktien, die sich nach fundamental nicht begründeten Kursverlusten in den Vorwochen in dieser Woche nun erholten:
Die Aktien der dänischen Fährreederei DFDS A/S erholten sich nach den Kursverlusten im Juni weiter, in dieser Woche um +8,1 Prozent (auf 126,80 DKK, Einstand 148 DKK). Die aktuelle Börsenbewertung von 6,85 Mrd. DKK für 31 Mrd. DKK Jahresumsatzerlöse spiegelt das längerfristige Potenzial nicht wider.
Der Aktienkurs der INDUS Holding, der zuvor auf ein Jahrestief gefallen war, erholte sich in dieser Woche um +7,2 Prozent (auf 27,40 Euro, Einstand 24,66 Euro). Im Geschäftsjahr 2025 erzielte die INDUS-Gruppe trotz des weiterhin herausfordernden konjunkturellen Umfelds einen leichten Umsatzanstieg auf 1,74 Mrd. Euro (nach 1,72 Mrd. Euro im Vorjahr). Das bereinigte EBITA belief sich auf 147,8 Mio. Euro und lag damit unter dem Vorjahreswert von 153,7 Mio. Euro, was das herausfordernde Marktumfeld widerspiegelt. Positiv entwickelten sich insbesondere der Auftragseingang, der um 15,1 Prozent auf 1,85 Mrd. Euro anstieg, sowie der Auftragsbestand, der sich zum Jahresende auf 705,9 Mio. Euro erhöhte. Auch der Start in das Geschäftsjahr 2026 verlief insgesamt positiv. So erhöhte sich im ersten Quartal der Konzernumsatz um 9,7 Prozent auf 441,6 Mio. Euro, während das bereinigte EBITA deutlich von 24,9 Mio. Euro auf 42,5 Mio. Euro anstieg. Damit verbesserte sich die bereinigte EBITA-Marge von 6,2 Prozent auf 9,6 Prozent. Neben der grundsätzlich planmäßigen Entwicklung der Portfoliounternehmen profitierte das Segment Materials Solutions wie hier bereits berichtet von außergewöhnlichen Preisentwicklungen bei Wolframcarbid-Rohstoffen. Diese führten allerdings auch zu einem deutlichen Aufbau des Working Capitals und belasteten den freien Cashflow. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet der Vorstand einen Umsatz zwischen 1,85 Mrd. und 2,05 Mrd. Euro sowie ein bereinigtes EBITA zwischen 160 Mio. und 190 Mio. Euro. Die bereinigte EBITA-Marge soll zwischen 8,0 und 10,0 Prozent liegen. Nach der Veröffentlichung der Geschäftszahlen für das erste Quartal 2026 wurde ein Insidersignal bei der INDUS Holding AG gemeldet: Der Vorstandsvorsitzende Dr. Johannes Schmidt erwarb am 13. Mai 2026 insgesamt 1.050 INDUS-Aktien zu einem Kurs von 31,80 EUR. Das gesamte Transaktionsvolumen belief sich damit auf 33.390 Euro. Der Kauf durch den langjährigen Vorstandsvorsitzenden kann als Vertrauenssignal in die strategische Ausrichtung und die weitere Geschäftsentwicklung des Konzerns gewertet werden.
Drägerwerk Vorzüge waren in der ersten Julihälfte auf den tiefsten Stand seit Januar abgerutscht. In dieser Woche erholte sich der Aktienkurs um +5,0 Prozent (auf 88,00 Euro, Einstand 47,27 Euro). Das Medizintechnik-Unternehmen blickt nach einem guten zweiten Quartal etwas zuversichtlicher auf das laufende Geschäftsjahr. Von April bis Juni konnte der Konzern Umsatz und operatives Ergebnis deutlich steigern. Die Jahresprognose für die operative Marge hob der Konzern am unteren Ende der Spanne etwas an.
Orange-Aktien waren bis Anfang Juli auf den tiefsten Stand seit Februar abgerutscht. Sie erholten sich in dieser Woche um +3,8 Prozent (auf 16,465 Euro, Einstand 10,16 Euro).
Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)
Unter Abgabedruck standen weiterhin Edelmetalle, was die Aktien der Branche weiterhin belastete. Der Goldpreis sucht weiterhin einen Boden um 4.000 USD pro Unze; der Silberpreis rutschte vorübergehend etwas unter 55 USD pro Unze, was als Bestätigung des tertiären Abwärtstrends und als Test des noch intakten sekundären Aufwärtstrends gewertet werden kann. Platin pendelte weiter um die 1.600 USD und Palladium um 1.250 USD pro Unze.
Der Rückzug von Anlegern aus den Edelmetall-Aktien setzte sich beschleunigt fort: Pan American Silver verloren -5,3 Prozent (auf 58,54 CAD, Einstand 40,97 CAD), Valterra Platinum -2,2 Prozent (auf 48,94 GBP, Einstand 37,69 GBP), OceanaGold -10,3 Prozent (auf 31,42 CAD, Einstand 36,41 CAD), Coeur Mining -10,2 Prozent (auf 14,35 USD, Einstand 22,73 USD), Franco Nevada -3,3 Prozent (auf 281,30 CAD, Einstand 176,46 CAD) und Newmont -5,9 Prozent (auf 89,70 USD, Einstand 43,84 USD). Der Anteil aller 6 Edelmetall-Aktien zusammen am Fondsvermögen sank in dieser Woche durch die Kursverluste von 14,4 auf 13,8 Prozent.
Andere Verluste blieben bei uns in dieser Woche sehr klein. Die Aktien der Deutsche Bank verloren -1,6 Prozent (auf 30,835 Euro, Einstand 8,54 Euro). Die Bank gehört zu fünf deutschen Banken, die vom Industriegasekonzern Linde zusammen 1,1 Mrd. Euro zurückfordern. Der Anteil der Deutschen Bank beläuft sich auf rund 260 Mio. Euro. Nach Beginn des Ausrottungskrieges gegen die Ukraine beschlagnahmte Russland Guthaben der Banken in Russland wegen eines geplatzten Gasprojektes von Linde mit dem Gazprom-Konzern, für das die Banken gebürgt hatten.
Welche Transaktionen gab es diese Woche?
Antizyklisch haben wir den Einstieg bei europäischen Automobilwerten geprüft. Bei dem transatlantischen Konzern Stellantis und der französischen Renault sind die 2025 entstandenen Verluste, auch wenn sie größtenteils auf Sondereffekte zurückzuführen waren, zu schwerwiegend, um überhaupt einen Profit Value beziffern zu können. Erst in der Projektion lassen beide Aktien enormes Aufholpotenzial erwarten. Aus heutiger Sicht ist ein Ende der intakten Abwärtstrends aber allenfalls spekulativ zu erhoffen. Vor diesem Hintergrund haben wir uns für kleine Anfangspositionen bei zwei deutschen Werten entschieden: Wir haben 1.000 BMW-Aktien zu 57,50 Euro gekauft und 2.000 Vorzugsaktien des Volkswagen-Großaktionärs Porsche Automobil Holding zu 27,232 Euro (siehe unten: „Aktuelle strategische und taktische Überlegungen“).
Am letzten Handelstag der Woche wurden 3.000 Aktien der Kraft Heinz Company zu 26,53 USD wieder ins Portfolio aufgenommen, nachdem sich der Eindruck einer Trendwende verstärkte: Der Aktienkurs des Nasdaq-Titels stieg in der Monatsmitte auf den höchsten Wert seit zehn Monaten, klar über die gleitenden Durchschnitte der vergangenen 100 und 200 Tage, womit der sekundäre Abwärtstrend gebrochen und ein junger Aufwärtstrend entstanden sein dürfte. Gegenüber unseren Verkaufskursen 33,485 USD bzw. 30,17 USD haben wir den Wiedereinstieg also jetzt 21 bzw. 12 Prozent tiefer vollziehen können.
The Kraft Heinz Company ist eines der größten Nahrungsmittel- und Getränke-Unternehmen in Nordamerika. Die Konzerngesellschaften verfügen in ihren Tätigkeitsfeldern über ein breites Produktportfolio mit einer Vielzahl von bekannten und renommierten Marken wie Kraft, Oscar Mayer, Heinz, Philadelphia, Velveeta, Lunchables, Planters, Maxwell House, Capri Sun, Ore-Ida, Jell-O und Kool-Aid in Nordamerika sowie Heinz, ABC, Master, Kraft, Golden Circle, Quero, Plasmon, Wattie’s und Pudliszki im internationalen Geschäft. Entstanden ist die Gesellschaft Mitte 2015 durch Fusion der Kraft Foods Group, Inc. auf die H.J. Heinz Holding Corp., die nach Vollzug der Fusion in The Kraft Heinz Company umbenannt wurde. Die Kraft Foods Group, Inc. wiederum war ein Spin-Off aus der ehemaligen Kraft Foods Inc. (Mondelez). Im Zuge des Spin-Off hatte die Kraft Foods Group Inc. mit Wirkung zum Oktober 2012 das nordamerikanische Lebensmittelgeschäft von der damaligen Kraft Foods Inc. übernommen. Größter Einzelaktionär ist übrigens schon seit dieser Fusion von Kraft und Heinz Berkshire Hathaway durchgehend mit knapp 27,5 Prozent. Die Holdinggesellschaft hat im Gegensatz zu uns die Kurstalfahrt der vergangenen Jahre voll mitgemacht: rund zwei Drittel Verlust! Denn vor zehn Jahren wurde Kraft Heinz ungefähr mit dem Dreifachen des aktuellen Börsenwertes bezahlt! Einer der größten Fehlgriffe von Warren Buffet. Seit Januar dieses Jahres gibt es Spekulationen, Berkshire Hathaway könne sich unter der neuen Führung durch Grag Abel von den Kraft Heinz Aktien trennen wollen, was zusätzlich auf die Kursentwicklung drückte.
Der 2025 entstandene Verlust lieferte den fundamentalen Hintergrund für den weitreichenden Kursverfall. Bezieht man diesen in die Berechnung des Gewinnwachstums noch ein, errechnet sich ein sehr niedriger Profit Value. Das Gewinnwachstum von 6 Prozent, das sich in der Projektion in unserem Modell errechnet, erscheint realistischer. Ein KGV von 12 erscheint angemessen, womit der Profit Value auf knapp 28 USD steigen sollte. Der Bottom Value errechnet sich jetzt bereits mit gut 29 USD, der Fair Value in der Projektion schließlich mit 31 USD.
Nach Henkel handelt es sich bei Kraft Heinz um die zweite Aufnahme einer „Consumer Staples“ Aktie in unser Portfolio. Jahrelang wurden die Aktien mit Bewertungsprämien für ihre starken Marken und ihre vermeintlich hohe Qualität bezahlt. Die Bewertungsaufschläge sind in den vergangenen zwei Jahren kleiner geworden (z.B. bei Procter & Gamble) oder sogar verschwunden (wie bei den von uns gekauften Aktien).
Wie hoch ist die Barreserve?
Das Euro-Kontoguthaben ist durch den Kauf von BMW und Porsche Automobil Holding auf 757.536 Euro reduziert worden, der Anteil am Fondsvermögen von 12,6 auf 11,0 Prozent.
Die Fremdwährungsguthaben werden durch den Kauf von Kraft Heinz um knapp 80.000 US-Dollar sinken. Vor der Verrechnung dieses am Freitag erfolgten Aktienkaufs sind sie gegenüber der Vorwoche wieder leicht durch Währungsgewinne gestiegen, zusammen auf jetzt umgerechnet 213.863 Euro (3,1 Prozent vom Fondsvermögen).
Die Bankguthaben in Euro und Fremdwährungen bilden unsere Barreserve, die durch die Käufe der beiden deutschen Automobilaktien um rund 110.000 Euro auf 971.400 Euro reduziert wurde. Der Anteil am Fondsvermögen ist damit von 15,65 auf 14,0 Prozent verringert worden. Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist im Wochenvergleich nahezu unverändert geblieben (162.059 Anteile). Auch das Fondsvermögen ist gegenüber der Vorwoche kaum verändert (6.920.457 Euro).
Aktuelle strategische und taktische Überlegungen
Wir hatten unseren Rückzug aus Automobil-Aktien Mitte 2025 mit dem Verkauf der kleinen Restposition Renault abgeschlossen (Übrigens verkauft zu 33,02 Euro, also rund 20 Prozent über dem aktuellen Niveau und mit einem Gewinn von insgesamt knapp 24 Prozent). Jetzt, ziemlich genau ein Jahr und prozentual zweistellige Kursrückgänge später, ist der Branche einen antizyklischen Blick wert. Der lange Abwärtstrend spiegelt die extrem negative Stimmung wider. Auch und gerade die deutschen Auto-Aktien sind für Bruchteile ihres ausgewiesenen Eigenkapitals zu haben, obwohl sie in den schwarzen Zahlen geblieben sind und die Unternehmensgewinne ihre Tiefpunkte wohl 2025 (bei VW) bzw. 2026 (bei BMW) durchschritten haben dürften. Extrem attraktiv ist die aktuelle Bewertung auch im Verhältnis zu den Umsatzerlösen: BMW wird mit weniger als 35 Mrd. Euro bewertet für rund 130 Mrd. Euro jährlicher Einnahmen. Volkswagen hat gemessen an den Kursen der Stamm- und Vorzugsaktien zusammen keinen wesentlich höheren Börsenwert, erzielt aber sogar rund 330 Mrd. Euro an Umsatzerlösen pro Jahr. Kurzum: die aktuellen Kurse preisen anhaltende Marktanteilsverluste und sogar Verluste in größerem Umfang ein als Autoanalysten erwarten. Die Kursverluste der vorausgegangenen Wochen erscheinen deshalb übertrieben. Der BMW-Aktienkurs ist auf dem Niveau der Corona-Pandemie 2020 angekommen; der Aktienkurs von der Porsche Automobil Holding liegt sogar darunter – auf dem Niveau, das in der Wirtschaftskrise 2009 markiert wurde. Neben den genannten Aktien erscheinen auch andere Titel der Branche einschließlich Zuliefern unterbewertet. Wir werden die Entwicklung aufmerksam beobachten. Die Chancen dafür, dass hier zuletzt nach unten übertrieben wurde, sind groß.
