2026 KW28 Report über das Portfolio des Investmentclub-Aktienfonds

Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank.

Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte.

Bei Anregungen und Feedback erreichen Sie uns gerne per email. Ihre Ansprechpartner sind:

Was ist diese Woche (KW28/2026) an den Börsen geschehen?

US-Präsident Trump erklärte die brüchige Waffenruhe im Krieg gegen den Iran für beendet und befahl neue Luftangriffe. Die neuerliche Eskalation belastete die Märkte. Technologie-Aktien erlebten zwar zwischenzeitliche Gewinnmitnahmen, profitierten letztendlich aber weiterhin vom Boom-Thema Künstliche Intelligenz (KI). Der südkoreanische Speicherchiphersteller SK Hynix vollzog erfolgreich den Börsengang an die Nasdaq. Der Nasdaq-100 legte auf Wochensicht +1,7 Prozent zu. Der Dow Jones verlor dagegen auf Wochensicht -0,5 Prozent, der Euro-STOXX-50 -2,2 Prozent. Nachdem der DAX am Montag noch einen neuen Höchststand erreicht hatte, beendete er die Woche mit einem Minus von -2,8 Prozent. Der japanische Nikkei-225 verlor -1,7 Prozent.

Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?

Der ACC Alpha select Anteilswert wurde auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag mit 42,61 Euro berechnet. Gegenüber dem Wert der Vorwoche ist das ein Rückgang um -0,60 Euro bzw. -1,4 Prozent. Im laufenden Jahr (Jahreswechsel 42,01 Euro) sinkt unser Plus damit auf nur +1,4 Prozent. Das Netto-Plus beim ACC Alpha select Anteilswert über ein Jahr sinkt auf jetzt +10,8 Prozent (MSCI World in Euro sinkt auf +24,3 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds sinkt +17,4 Prozent, Mischfonds sinkt auf +12,2 Prozent). Aufgrund eines Basiseffektes steigt unser Plus aber über drei Jahre auf +39,5 Prozent (MSCI World in Euro +64,0 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds +43,2 Prozent, Mischfonds sinkt auf +28,8 Prozent) und über fünf Jahre auf jetzt +37,6 Prozent (MSCI World in Euro sinkt auf +78,4 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds sinkt auf +38,7 Prozent, Mischfonds sinkt auf +21,2 Prozent).

Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)

Die in diesem und dem folgenden Abschnitt genannten Kursveränderungen beziehen sich jeweils auf die Woche bis einschließlich Freitag, weichen also vom Zeitpunkt der Anteilswertberechnung um einen Tag ab.

Wochengewinner in dem schwierigen Umfeld sind in unserem Portfolio Sixt: Die Stammaktien legten auf Wochensicht +7,8 Prozent zu (auf 71,40 Euro, Einstand 69,83 Euro) und die Vorzugsaktien +5,2 Prozent (auf 60,20 Euro, Einstand 55,39 Euro). Damit setzt sich die Kurserholung nach den fundamental nicht nachvollziehbaren Kursverlusten in der zweiten Junihälfte fort.

Carrefour stiegen in dieser Woche gegen den Trend +2,3 Prozent (auf 16,49 Euro, Einstand 14,96 Euro). Die Analysten der Bank RBC haben die Aktie des Einzelhändlers unter die aussichtsreichsten europäischen Titel eingereiht. Die wichtigsten Kernpunkte aus der RBC-Analyse sind die starke Finanzkraft (RBC prognostiziert für Carrefour eine unterschätzte, zweistellige Free-Cashflow-Rendite), Profitabilitätssteigerung (RBC rechnet bis zum Geschäftsjahr 2028 mit einer Margenausweitung und einer verbesserten Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE). Dies werde unter anderem durch den Rückzug aus margenärmeren Regionen unterstützt.), den Fokus auf Kernmärkte (Carrefour zielt darauf ab, seinen Marktanteil im Heimatmarkt Frankreich weiter deutlich auszubauen.) und das Preis-Leistungs-Verhältnis: Die Analysten heben positiv hervor, dass der Konzern bei den Verbrauchern gut abschneidet und auch Raum für weiteres Wachstum in den Nahversorgungsformaten vorhanden sei.

Die europäischen Versicherungswerte gehörten ebenfalls in dem schlechten Marktumfeld zu den Profiteuren: ASR Nederland +2,2 Prozent (auf 68,04 Euro, Einstand 42,60 Euro), SCOR +1,9 Prozent (auf 31,88 Euro, Einstand 27,14 Euro) und AXA +1,3 (auf 44,27 Euro, Einstand 19,61 Euro). Die starke Performance europäischer Versicherungsaktien wird durch anhaltend hohe Dividendenrenditen, robuste Unternehmensgewinne und eine im Branchenvergleich solide fundamentale Bewertung angetrieben. Der Sektor profitiert im aktuellen Marktumfeld zudem von der Stabilität der Geschäftsmodelle und lukrativen Prämieneinnahmen, da diese in der Regel von konjunkturellen Schwankungen weniger stark belastet werden.

Bei Deutz (+0,8 Prozent auf 9,27 Euro, Einstand 4,25 Euro) steht angesichts der größten Übernahme in der Firmengeschichte eine Neubewertung an: Die Kölner haben eine Vereinbarung zur Übernahme des Rüstungskonzerns FFG Flensburger Fahrzeugbau GmbH aus Schleswig-Holstein geschlossen. Der Kaufpreis liege bei rund 1,6 Milliarden Euro. Er soll teilweise in Aktien bezahlt werden. Diese Eigenkapitalkomponente von derzeit rund 600 Millionen Euro wird durch die Ausgabe neuer Deutz-Aktien an die Verkäuferfamilien geleistet. Die entsprechende Kapitalerhöhung soll auf einer außerordentlichen Hauptversammlung beschlossen werden. Sie würde zu einer Verwässerung der bisherigen Aktien führen – allerdings auch zu einem Sprung in der Größe des Deutz-Konzerns.

Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)

Die Aktie des österreichischen Baukonzerns PORR verzeichnete am Ende dieser Woche einen Kursrutsch, der insbesondere auf den überraschenden Ausstieg bzw. Anteilsverkauf des Großaktionärs IGO Industries Group zurückzuführen ist. Auf Wochensicht ergibt sich ein Rückgang um -15,2 Prozent (auf 38,80 Euro, Einstand 13,48 Euro). Der PORR-Großaktionär IGO Industries veräußerte 4,0 Prozent der Aktien des Unternehmens. Der gebündelte Anteil der beiden Hauptaktionäre (IGO Industries und Strauss Group) sank durch diesen Schritt auf 43,4 Prozent. Der Streubesitz der PORR-Aktien steigt somit deutlicher als bisher über die 50-Prozent-Marke, nämlich von 52,6 auf 56,6 Prozent, was die Attraktivität der PORR-Aktie mittel- bis längerfristig eher erhöhen dürfte. Kurzfristig sorgt das höhere Aktienangebot aber für Druck auf den Kurs. Unternehmensseitig wurde jedoch betont, dass sich an der Kontrollstruktur und den grundlegenden Eigentumsverhältnissen nichts geändert hat. CEO Karl-Heinz Strauss wertete die resultierende breitere Investorenbasis als langfristig positiv, da sie die Liquidität und internationale Sichtbarkeit der Aktie stärken soll.

Nach durchweg positiven Gewinnbeiträgen in der Vorwoche belastete in dieser Woche wieder die schlechte Preisentwicklung bei Edelmetallen die Aktienkurse der entsprechenden Aktien: Pan American Silver verloren -9,0 Prozent (auf 61,84 CAD, Einstand 40,97 CAD), Valterra Platinum -8,4 Prozent (auf 50,05 GBP, Einstand 37,69 GBP), OceanaGold -7,8 Prozent (auf 35,01 CAD, Einstand 36,41 CAD), Coeur Mining -7,6 Prozent (auf 15,98 USD, Einstand 22,73 USD) und Franco Nevada -7,1 Prozent (auf 290,92 CAD, Einstand 176,46 CAD). Am besten unter unseren Edelmetall-Aktien hielt sich Newmont -1,8 Prozent (auf 95,29 USD, Einstand 43,84 USD). Der Goldpreis testet weiter seine Unterstützung um 4.000 US-Dollar pro Unze. Der Silberpreis fiel im Wochenverlauf auf die Unterstützung bei 57 USD pro Unze zurück. Und auch Platin konnte sich noch nicht stärker vom unlängst markierten Jahrestief absetzen. Der Anteil aller 6 Edelmetall-Aktien zusammen am Fondsvermögen sank in dieser Woche von 14,9 auf 14,4 Prozent.

Welche Transaktionen gab es diese Woche?

Wir haben in dieser Woche keine Änderungen am Portfolio veranlasst, aber einen Wiedereinstieg bei Kraft Heinz geprüft. Wie bei ConAgra Brands gab es Gründe für den Kursrückgang der vergangenen dreieinhalb Jahre und für einen Einstieg bedarf es zumindest einer besseren Indikation für einen Aufwärtstrends.

Wie hoch ist die Barreserve?

Die Beteiligungsgesellschaft Mutares hat 2,00 Euro pro Aktie ausgeschüttet, für unsere 2.400 Aktien zusammen also brutto 4.800 Euro. Im Verhältnis zu unserem durchschnittlichen Einstandskurs 28,13 Euro entspricht das einer Dividendenrendite von 7,1 Prozent.

Das Euro-Kontoguthaben steht gegenüber der Vorwoche wenig verändert bei 869.706 Euro. Der Anteil am Fondsvermögen ist leicht von 12,4 auf 12,6 Prozent gestiegen.

Die Fremdwährungsguthaben sind gegenüber der Vorwoche ganz leicht durch Währungsgewinne gestiegen, zusammen auf jetzt umgerechnet 213.582 Euro (und von 3,0 auf 3,1 Prozent vom Fondsvermögen).

Zusammen mit dem Euro-Konto belaufen sich die Bankguthaben und damit unsere Barreserve auf 1.083.288 Euro. Der Anteil am Fondsvermögen ist von 15,5 auf 15,65 Prozent gestiegen. Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist durch einen kleinen Nettomittelzufluss um 25 Anteile auf 162.050 Anteile gestiegen. Das Fondsvermögen ist gleichzeitig durch Kursverluste auf aktuell 6.921.202 Euro gesunken.

Aktuelle strategische und taktische Überlegungen

Die Sommermonate könne man als Aktienanleger meiden, legt zumindest das Börsensprichwort „Sell in May“ nahe. Auf die Statistik kann sich das nur insofern stützen, als dass die Zeit zwischen Mai und Oktober im langfristigen Durchschnitt schlechter ist als die Zeit von November bis Mai. „Schlechter“ heißt aber nicht „schlecht“. Bei nahezu allen Aktienindizes gibt es auch in diesen Monaten ein positives Durchschnittsergebnis. Wer glaubt, aus Vergangenheitswerten Rückschlüsse für die Zukunft ziehen zu können, muss rational gesehen durchgehend investiert bleiben.

Weitaus rationaler als nach dem Kalender den Investitionsgrad zu steuern, ist es, das Momentum bei der Auswahl der Aktien zu beachten, also Trends zu unterstellen: Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein beobachteter Trend fortsetzt, ist für jeden kürzeren Zeitraum größer als die Wahrscheinlichkeit eines Trendbruchs.

Längerfristig setzen sich dann allerdings fundamentale Faktoren durch. Gerne goutieren Investoren hohes Wachstum mit Prämien, phasenweise auch „Qualität“, die allerdings oft im Auge des Betrachters liegt. Auch eine günstige Bewertung (Value) ist unumstritten von Vorteil für die künftige Kursentwicklung. Aber in diesem Feld gehen die Vorstellungen und Modelle, was den Wert einer Aktie bestimmt, noch weiter auseinander. So verwundert es nicht, dass mal der eine, mal der andere Faktor, mal die eine, mal die andere Strategie richtig liegt.

Wir setzen richtigerweise nicht auf einen einzigen Faktor, sondern kombinieren sie. Im besten Fall gelingt es uns, unterbewertete Aktien mit viel Kurspotenzial zu Beginn eines Aufwärtstrends zu kaufen. Wachstum und Qualität sind gerne gesehen, solange die dafür gezahlten Prämien nicht zu hoch sind. Ganz konkret würden wir aktuell vier Aktienpositionen neu ins Portfolio aufnehmen, wenn der fundamental gerechtfertigte Dreh nach oben eintreten würde. Und oft muss man alten Aktienpositionen nach Jahren guter Performance eine Konsolidierung zugestehen, bevor man sich wieder über überdurchschnittlich Kursgewinne freuen kann, wie aktuell bei AXA, einer unserer ältesten Positionen überhaupt.