2026 KW25 Report über das Portfolio des Investmentclub-Aktienfonds

Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank.

Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte.

Bei Anregungen und Feedback erreichen Sie uns gerne per email. Ihre Ansprechpartner sind:

Was ist diese Woche (KW25/2026) an den Börsen geschehen?

Das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran, um eine friedliche Lösung für den Krieg zu finden, wurde an den Märkten positiv aufgenommen. Die Sorgen vor höherer Inflation und steigenden Zinsen wurden kleiner. Bei Technologie-Aktien gab es allerdings Gewinnmitnahmen, die sich verstärkten, als die US-Notenbank nach der ersten Sitzung unter dem neuen FED-Chef Kevin Warsh die Märkte auf eine mögliche Leitzinsanhebung im weiteren Jahresverlauf vorbereitete. Auch die Bank of England (BoE) beließ ihre Leitzinsen trotz Inflation erwartungsgemäß noch unverändert. Von der Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus profitierten asiatische Märkte besonders. Der japanische Nikkei-225-Index verbuchte ein Wochenplus von +7,9 Prozent. Allerdings verstießen Trump, sein Kriegsminister Hegseth, Israel und die Hisbollah schon gegen das Rahmenabkommen. Wenig Euphorie herrschte an den westlichen Börsen: Dow Jones +0,7 Prozent, DAX +1,4 Prozent.

Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?

Der ACC Alpha select Anteilswert wurde auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag mit 43,55 Euro berechnet. Gegenüber dem Wert der Vorwoche ist das ein Anstieg um +1,26 Euro bzw. +3,0 Prozent. Im laufenden Jahr (Jahreswechsel 42,01 Euro) wächst unser Plus damit wieder auf +3,7 Prozent. Das Netto-Plus beim ACC Alpha select Anteilswert über ein Jahr steigt auf jetzt +15,6 Prozent (MSCI World in Euro +24,5 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds +19,7 Prozent, Mischfonds +14,0 Prozent) und über drei Jahre auf +40,0 Prozent (MSCI World in Euro +60,2 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds +40,4 Prozent, Mischfonds +28,0 Prozent). Über fünf Jahre beträgt das Plus des Anteilswertes jetzt +36,4 Prozent (MSCI World in Euro +78,3 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds +41,4 Prozent, Mischfonds +23,2 Prozent).

Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)

Die in diesem und dem folgenden Abschnitt genannten Kursveränderungen beziehen sich jeweils auf die Woche bis einschließlich Freitag, weichen also vom Zeitpunkt der Anteilswertberechnung um einen Tag ab.

Beim Kölner Motoren- und Generatorenbauer Deutz gab es nach der Kursschwäche in der Vorwoche (-4,7 Prozent) in dieser Woche eine umso stärkere Kurserholung – ebenfalls ohne neue Unternehmensnachrichten: +8,6 Prozent (auf 9,89 Euro, Einstand 4,35 Euro).

Die Aktie des Baukonzerns PORR gehört die zweiten Woche in Folge zu den größten Kursgewinnern in unserem Portfolio: Nach +7,5 Prozent in der Vorwoche in dieser Woche +8,3 Prozent (auf 44,80 Euro, Einstand 13,48 Euro) und damit neue Rekordhöhen. Die Kursverdreifachung in den vergangenen zwei Jahren ist fundamental gut begründet. Weil PORR damit seinen Anteil am Fondsvermögen auf mehr als 5 Prozent ausweitet, werden wir noch festere Kurse für einen zweite Teilgewinnmitnahme nutzen.

Die Aktien der europäische Großbanken Deutsche Bank und Société Générale, die unter dem amerikanisch-iranischen Krieg stärker gelitten hatten, erholten sich aktuell stärker als der Gesamtmarkt: Deutsche Bank +8,3 Prozent (auf 31,12 Euro, Einstand 8,54 Euro) und Société Générale +5,8 Prozent (auf 77,67 Euro, Einstand 24,73 Euro). Der Aktienkurs der französischen Bank erreichte damit den höchsten Wert seit der Bankenkrise 2008. Aufgrund der guten Kursentwicklung ist Société Générale mit jetzt 4,5 Prozent unsere drittgrößte Einzelaktienposition. Auch hier werden wir weitere Kursgewinne für eine Teilgewinnmitnahme nutzen.

Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)

Deutsche Rohstoff, die im Kern über Tochterunternehmen ja ein Öl-Fracking-Unternehmen im amerikanischen Mittelwesten ist, litt unter der Entspannung an den Ölmärkten. Der Preis für ein Barrel der US-amerikanischen Referenz-Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) fiel die zweite Woche in Folge. Die DRAG-Aktie verlor -20,6 Prozent (auf 85,80 Euro, Einstand 54,20 Euro). Im Hinblick auf das brüchige Rahmenabkommen erscheint ein Wiederanstieg der Ölpreises gut möglich. Wir haben eine Wiederaufstockung der kleinen Position Deutsche Rohstoff diskutiert, aber verworfen.

Die Aktie der dänischen Fähr-Reederei DFDS A/S fiel jetzt ohne neue Unternehmensnachrichten zurück: -13,6 Prozent (auf 121,50 DKK, Einstand 148 DKK). Einen ähnlichen Kursrückgang hatte es ja im Mai in Reaktion auf die Quartalszahlen gegeben. Dann hatte sich der Aktienkurs aber noch in der gleichen Woche wieder auf 140 bis 150 DKK erholt.

Bei Aperam (-9,0 Prozent auf 46,98 Euro, Einstand 33,45 Euro) und Orange (-4,2 Prozent auf 17,085 Euro, Einstand 10,16 Euro) sind die Kursrückgänge vor allem dem Dividendenabschlag geschuldet.

Welche Transaktionen gab es diese Woche?

Mit dem Kauf von 2.000 Henkel-Stammaktien vollziehen wir den Einstieg in die Branche „Consumer Staples“ (vgl. dazu unten „Aktuelle strategische und taktische Überlegungen“). Wir haben 2.000 Inhaber-Stammaktien der Henkel AG & Co. KGaA zu 66,3375 Euro gekauft.

Wie hoch ist die Barreserve?

Der französische Telekom-Konzern Orange hat 0,45 Euro Dividende pro Aktie ausgeschüttet, die uns ohne Abzug von Quellensteuern gutgeschrieben wurden, für unsere 10.000 Aktien also 4.500 Euro. Im Verhältnis zu unserem Einstandskurs von 10,16 Euro ist das eine Dividendenrendite von 4,4 Prozent.

Die Dividende des japanischen Mischkonzerns Nippon Sanso, Schwerpunkt Industriegase, wurde ausgezahlt. Die Gewinnausschüttung beträgt 33 Yen pro Aktie, für unsere 8.000 Nippon Sanso also 264.000 Yen. Davon wurden 40.432 Yen Quellensteuern abgezogen. Der Nettobetrag in Höhe von 223.568 Yen wurde zum aktuellen Wechselkurs von 184,67 Yen in 1.210 Euro umgerechnet und unserem Euro-Konto gutgeschrieben. (Wir führen kein Yen-Konto.) Nippon Sanso schüttet zweimal jährlich Gewinne an die Aktionäre aus. Bezogen auf einen Sechs-Monats-Zeitraum und unseren Einstandskurs von 2.681 Yen entspricht die jetzt gezahlte Dividende eine Dividendenrendite von 2,5 Prozent. Die Dividende pro Aktie dürfte im Gesamtjahr 2027 65 Yen und 2028 dann 70 Yen übersteigen. Für 2029 werden über 80 Yen pro Aktie erwartet.

Die Liste der bei Auslandsaktien abgeschlagenen Dividendenzahlungen, die noch nicht unseren Konten gutgeschrieben wurden, hat sich damit um Nippon Sanso verkürzt. Es verbleiben noch als Forderungen die jüngsten Dividenden von OceanaGold, Itochu, Aperam und Newmont Mining. Hinzu gekommen ist noch Franco-Nevada.

Das Euro-Kontoguthaben ist durch die erhaltenen Dividenden weiter gestiegen, auf jetzt 911.972 Euro (Anteil am Fondsvermögen 12,9 Prozent). Dies wird sich allerdings durch den darin noch nicht enthaltenen Kauf der Henkel-Aktien um knapp 133.000 Euro verringern.

Die Fremdwährungsguthaben sind gegenüber der Vorwoche unverändert und nur durch Wechselkursgewinne ganz leicht auf zusammen 135.867 Euro gestiegen, was jetzt 1,9 Prozent vom Fondsvermögen ausmacht. Zusammen mit dem Euro-Konto belaufen sich die Bankguthaben (vor dem Henkel-Kauf) auf 1.047.839 Euro (Anteil am Fondsvermögen 14,8 Prozent). Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist in dieser Woche minimal um 7 Anteile auf 162.422 Anteile gestiegen. Das Fondsvermögen beträgt aktuell 7.091.100 Euro.

Aktuelle strategische und taktische Überlegungen

„Consumer Staples“, also die Aktien von Basiskonsumgüterherstellern, gehörten in den vergangenen Jahren zu den großen Verlierern an den Aktienbörsen. Weil Güter des täglichen Bedarfs, vor allem Lebensmittel, Haushalts- und Hygieneprodukte, immer benötigt werden, galten diese Aktien als defensiv und krisenresistent. Dafür zahlten Anlegern eine Bewertungsprämie, insbesondere bei Markenartikelherstellern wie Nestlé (Konzernsitz Schweiz), Procter & Gamble (Konzernsitz USA) oder Beiersdorf (Konzernsitz Deutschland). Ihre Marktanteile und Margen, so die Rechtfertigung für die hohe Bewertung, sei durch starke Marken abgesichert. Die hohe Inflation 2021 / 2022 strafte diese „Story“ dann Lügen: Konsumenten wechselten mehr von teuren Markenartikeln zu preiswerteren Eigen- und Billig-Marken. Vor knapp zwei Jahren schrieb ich an dieser Stelle (Wochenbericht KW 30/2024): „Für uns kommen die Kursverluste bei Nestle, LVMH, Kering und Co nicht so überraschend. Immer, wenn wir in den vergangenen Jahren unser Bewertungsmodell mit den Zahlen dieser Aktien gefüttert haben, zeigte sich, dass, wohlwollend ausgedrückt, der Markt eine hohe Prämie für die Qualität dieser Aktien eingepreist hat. Anders ausgedrückt: Sie waren überbewertet.“ Zu diesem Zeitpunkt beschäftigten wir uns aber schon mit der Frage, ob die Kursverluste nicht auch Einstiegsgelegenheiten böten. Ergebnis war eine Anfangsposition bei Kraft Heinz, die allerdings zweimal ausgestoppt wurde. (Wir waren in Kraft Heinz zunächst zu 37,76 USD eingestiegen und hatten sie im Rahmen unseres Risikomanagements in zwei Tranchen zu durchschnittlich 33,485 USD wieder verkauft. Bei noch tieferen Kursen, zu 32,85 USD, haben wir die Aktien zurückgekauft. Aber im Dezember 2024 stellten wir diese kleine Position zu 30,17 USD wieder glatt, weil sich ein beschleunigter Abwärtstrend abzeichnete. Tatsächlich fiel die Aktie das ganze Jahr 2025 und bis März dieses Jahres auf nur noch 21 Dollar! Ein Kursverlust von 30 Prozent wurde durch das Risikomanagement verhindert!)

Im Wahlkampf hatte Trump versprochen, die Lebensmittelpreis zu senken. Diesbezüglich machte er bereits in einem Interview nach der Wahl einen typischen Trump-Rückzieher („TACO“): Es sei schwierig, die Preise wieder zu senken. Tatsächlich geschah genau das Gegenteil der Wahrversprechen: Trumps Politik holte die Inflation zurück. Und die Talfahrt der meisten Consumer-Staples setzte sich fort. Erst seit ein paar Wochen zeigen die Aktienkurse dieses Sektors Versuche einer Bodenbildung oder sogar Trendumkehr (übrigens auch bei Kraft Heinz).

Wir haben eine Reihe deutscher und US-amerikanische Consumer Staples analysiert, sowohl fundamental als auch markt-/charttechnisch. Den besten Gesamteindruck macht Henkel, wo wir angesichts des jungen Aufwärtstrends jetzt eine Position in Größe von knapp zwei Prozent des Fondsvermögens erworben haben. Henkel zeichnet sich seit Jahren durch stetiges Gewinnwachstum aus – nur das Tempo der Gewinnsteigerungen schwankt. Wir berechnen ein geglättetes jährliches Gewinnwachstum (CAGR) von knapp 10 Prozent. Das dürfte sich zwar, so unsere Projektion abschwächen, aber auch Substanz- und Größenbetrachtungen (rund 21 Milliarden jährliche Umsatzerlöse bei einer Nettomarge von über 10 Prozent nach Zinsen und Steuern) sprechen gegen einen weiteren Kursrückgang. Wir konnten die Stammaktien jetzt nahe des von uns berechneten, konservativen Fair Values kaufen. In der Projektion ergibt sich eine hinreichende Unterbewertung. Sollte sich das erwartete Gewinnwachstum bestätigen, sollte die Henkel-Aktie ihren früheren Bewertungsaufschlag zumindest teilweise zurückerhalten, woraus sich weitere Kurspotenzial ergibt.

Wenn weitere Consumer-Staples eine erfolgreiche Bodenbildung erkennen lassen, bauen wir unser Investment aus. Konkret haben wir dafür einen unterbewerteten US-Nahrungsmittel-Konzern identifiziert: Conagra Brands. Aufgrund des intakten Abwärtstrends investieren wir aber noch nicht.