2026 KW35 Report über das Portfolio des Investmentclub-Aktienfonds

Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank.

Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte.

Bei Anregungen und Feedback erreichen Sie uns gerne per email. Ihre Ansprechpartner sind:

Was ist diese Woche (KW35/2026) an den Börsen geschehen?

Sorgen um die eskalierenden Handelskonflikte der USA blieben ohne größere Auswirkungen auf die Börsen. Nachdem trotz Kosten von über 50 Mrd. US-Dollar ein militärischer Sieg über den Iran ausblieb, verkündete die US-Regierung die „verheerendsten Wirtschaftsoperationen der Geschichte“ gegen den Iran. Im Streit der USA mit Kanada lehnte der nördliche Nachbar Forderungen ab, Kanada möge einen Großteil seiner wirtschaftlichen Souveränität an die USA abtreten. Auf neue US-Zölle von 50 Prozent auf eine Reihe kanadischer Waren reagierte Kanada mit Gegenzöllen. Wichtiger blieben für die Aktienmärkte die Unternehmensnachrichten. Mit Spannung wurden die Quartalsergebnisse von Nvidia erwartet. Der KI-Chip-Designer und große US-Softwarekonzerne übertrafen die Erwartungen. Auf Wochensicht stieg die Nvidia-Aktie aber nur um +1,3 Prozent, der Nasdaq-100 um +0,4 Prozent. Dow Jones mit +0,5 Prozent, Euro-STOXX-50 mit +0,4 Prozent und Nikkei-225 mit +0,6 Prozent konnten in dieser Woche die Vorwochenverluste nicht aufholen. Nur der DAX verringerte im laufenden Jahr mit einem Wochenplus von +1,7 Prozent seinen Rückstand etwas (jetzt +8,5 Prozent seit Jahresbeginn).

Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?

Der ACC Alpha select Anteilswert wurde auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag mit 45,44 Euro berechnet. Gegenüber dem Wert der Vorwoche ist das ein Anstieg um +0,84 Euro bzw. +1,9 Prozent. Im laufenden Jahr (Jahreswechsel 42,01 Euro) steigt unser Netto-Plus auf +8,2 Prozent. Das Netto-Ergebnis beim ACC Alpha select Anteilswert steigt über ein Jahr auf jetzt +16,9 Prozent (MSCI World in Euro sinkt auf +20,5 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds auf +16,4 Prozent, Mischfonds +12,4 Prozent). Über drei Jahre steigt der ACC-Nettozuwachs auf +48,7 Prozent (MSCI World in Euro sinkt auf +65,0 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds auf +46,4 Prozent, Mischfonds +31,3 Prozent) und über fünf Jahre auf +43,0 Prozent (MSCI World in Euro sinkt auf +73,9 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds auf +37,3 Prozent, Mischfonds auf +22,3 Prozent).

Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)

Die in diesem und dem folgenden Abschnitt genannten Kursveränderungen beziehen sich jeweils auf die Woche bis einschließlich Freitag, weichen also vom Zeitpunkt der Anteilswertberechnung um einen Tag ab.

Zwei unserer Aktien vollführten in dieser Woche Kurssprünge um jeweils fast 25 Prozent. Wochengewinner ist mit einem Anstieg um +24,7 Prozent die erst in der Vorwoche neu aufgenommene Stadler Rail, knapp gefolgt von Deutz mit +24,6 Prozent.

Bei Stadler Rail lieferte die Veröffentlichung der Halbjahresergebnisse den Anlass für den Kurssprung (um +24,7 Prozent auf 30,28 CHF; Einstand in der Vorwoche zu 24,29 CHF). Die Details zu den Halbjahreszahlen und unserer Bewertung der beiden neuen Aktien im Portfolio findet sich unten im Abschnitt „Aktuelle strategische und taktische Überlegungen“.

Deutz reagierten mit +24,6 Prozent (auf 12,95 Euro, Einstand 4,35 Euro) auf die positive Einschätzung der unlängst bekanntgegebenen Übernahme der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG). Damit muss Deutz zunehmend als Profiteur der Rüstungsbemühungen bewertet werden. Angesichts neuer Drohungen aus Moskau, hybrider Angriffe und Vorbereitungen Russlands für einen Angriff auf NATO-Territorium gilt eine glaubhafte Abschreckung als unverzichtbar. Die Deutz-Aktie erreichte den höchsten Stand seit 1998.

Auch INDUS Holding kletterten diese Woche auf neue Mehr-Jahres-Hochs: +9,7 Prozent auf 37,30 Euro (Einstand 24,66 Euro). Über die positiven Analysteneinschätzungen hatten wir an dieser Stelle zuletzt vor zwei Wochen berichtet.

Die PORR-Aktie zeigte sich zwar auf Wochensicht wenig verändert: +0,7 Prozent (auf 38,50 Euro, Einstand 13,48 Euro). Die Analysten von Montega bekräftigten in dieser Woche aber ihre positive Einstufung: Nachdem PORR infolge des strengen Winters in Österreich und Deutschland zum Jahresauftakt einen leichten Rückgang im Konzernerlös hinnehmen musste, dürfte sich das Vorzeichen zum Halbjahr wieder umgekehrt haben. Konkret rechnet Montega für das zweite Quartal mit einem Topline-Wachstum von rund 3 Prozent auf 1.748,0 Mio. EUR. Auch ergebnisseitig gehe man von einer positiven Entwicklung mit weiterhin leicht überproportionalen Steigerungsraten aus, zumal das Management zuletzt wiederholt betonte, die Belastungen aus höheren Material- und Energiepreisen durch Preisgleitklauseln und aktives Hedging weitestgehend abfedern zu können. Entscheidend für das Jahresergebnis bleibt angesichts der Saisonalität im Bausektor offenkundig die Entwicklung im zweiten Halbjahr. Montega rechnet mit einer Bestätigung der Guidance („moderates Wachstum; Steigerung der EBIT-Marge“). Positiv dazu beitragen sollten nicht zuletzt die bei wichtigen Großprojekten erreichten Meilensteine. So meldete PORR bereits Ende Juni, dass beim Projekt „SuedLink ElbX“ zum Bau eines komplexen rund 5,2 km langen Tunnels unter der Elbe der Durchschlag erfolgt ist. Die Elbquerung bildet einen der Schlüsselabschnitte zum Transport von erneuerbarer Energie vom Norden in den Süden Deutschlands. Die Fertigstellung ist für Sommer 2027 avisiert. Zu Ende Juli wurde beim Bau der beiden 25,2 km langen Haupttunnelröhren für den Brenner Basistunnel an der Staatsgrenze zwischen Österreich und Italien ebenfalls der Durchschlag erreicht. Das Jahrhundertprojekt stellt mit einem Auftragsvolumen von 959 Mio. Euro den bis dato größten Einzelauftrag für PORR dar. Ebenfalls im Juli startete mit dem Tunnelbau für die zweite S-Bahn-Stammstrecke in München ein zentrales deutsches Verkehrsinfrastrukturprojekt, das für PORR ebenfalls einen Auftragsanteil im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich aufweist. Diese Größenordnung hat auch der jetzt bekanntgewordene Auftrag zur Planung und Errichtung einer Halbleiterchipfabrik für X-FAB in Erfurt mit ca. 3.500 qm Reinraumfläche. Das hochtechnologische Industriebau-Projekt läuft bis Juli 2028. Wir hatten bereits vor Jahren an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass PORR mit seiner Kompetenz beim Bau von Reinraumanlagen ein Profiteur des Chip- und KI-Booms ist. Montega sieht weiterhin eine „eklatante Bewertungslücke zur Peergroup“. So werde PORR nur mit einem EV/EBIT-Verhältnis 2026e von 7,6 bewertet, die Branche mit 11,6. Montega bestätigt sein Rating „Kaufen“ und das Kursziel von 46,00 Euro. PORR ist trotz Teilgewinnmitnahmen weiterhin unsere drittgrößte Einzelposition (4,1 Prozent vom Fondsvermögen, nach Fairfax Financial (6,7 Prozent) und Franco-Nevada (4,8 Prozent).

Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)

Die kleine italienische Aktienposition IRCE verlor in dieser Woche -5,8 Prozent (auf 2,26 Euro, Einstand 2,20 Euro). Hintergrund ist eine Analysten-Abstufung: Kürzlich hat das Analysehaus Simply Wall Street das faire Kursziel für die IRCE-Aktie von 2,90 Euro deutlich auf 2,20 Euro gesenkt. Obwohl das Unternehmen solide Gesamtgewinne vorweisen konnte, blieben Überraschungen oder Wachstumsimpulse aus. Die Erholung im Sektor für Wickeldrähte und Elektrokabel verläuft schleppender als erhofft. Zudem belasten die Volatilität der Rohstoffpreise (insbesondere Kupfer) und gestiegene Betriebskosten die operativen Margen. Der strategische Umbau des Unternehmens, darunter der vollständige Verkauf der Produktionseinheit für Netzkabel (Werk Miradolo Terme) an Patelec S.r.l., sorgt eher für Verunsicherung.

Nach Veröffentlichung der Ergebnisse des zweiten Quartals bzw. ersten Halbjahres bei der Deutschen Rohstoff, überwog bei Investoren die Verkaufsneigung, obwohl die Zahlen erwartungsgemäß sehr gut ausfielen: -5,0 Prozent (auf 87,40 Euro, Einstand 54,20 Euro). Die Ergebnisse für das 2. Quartal 2026 zeigten einen Umsatzanstieg um 52,8 Prozent auf 66,1 Mio. Euro, während das EBITDA bei 79,2 Mio. Euro lag. Die Ergebnisse profitierten von einem Anstieg des Ölvolumens um 23,5 Prozent, einem Anstieg des realisierten Ölpreises nach Absicherung um 38,9 Prozent sowie einem Gewinn aus dem Verkauf von Almonty-Aktien in Höhe von 31,3 Mio. Euro. Der Gewinn aus den Almonty-Aktien belief sich im ersten Halbjahr 2026 auf 128,5 Mio. Euro. Im dritten Quartal 2026 hat DRAG bislang einen zusätzlichen Gewinn von 33,7 Mio. Euro daraus verbucht. Ohne den Almonty-Gewinn belief sich das EBITDA im 2. Quartal 2026 auf 47,9 Mio. Euro (2. Quartal 2025: 27,3 Mio. Euro), was einer Marge von 72,4 Prozent entspricht (2. Quartal 2025: 63,0 Prozent). Das Volumenwachstum im 2. Quartal 2026 wurde durch die Produktion aus 9 neuen Bruttobohrlöchern angekurbelt, die ab Mitte Mai in Betrieb genommen wurden. DRAG plant, bis Ende dieses Jahres weitere 23 Bruttobohrlöcher in Produktion zu nehmen und damit die Produktion im zweiten Halbjahr 2026 auf 24.000 bis 26.000 boepd zu steigern. Der Mittelwert dieser Spanne von 25.000 boepd liegt 85 Prozent über der Produktionszahl des ersten Halbjahres 2026 von 13.501 boepd. Die Aktie der Deutsche Rohstoff ist somit zunehmend eine „Öl-Aktie“, deren Kursverlauf maßgeblich vom Ölpreis geprägt wird.

Die zweite Woche in Folge sank der Aktienkurs der Société Générale, in dieser Woche um 5,0 Prozent (auf 72,35 Euro, Einstand 24,73 Euro). Das Analysehaus KBW hat seine Einstufung von „Market Perform“ auf „Underperform“ gesenkt. Das Kursziel von 81 Euro liegt allerdings über dem aktuellen Kurs. Französische Bankaktien reagieren bekanntlich sensibel auf Konjunktursorgen und politische Unsicherheiten. Pläne zum Stellenabbau (wie der angekündigte Wegfall von rund 1.800 Stellen in Frankreich bis 2027) spiegeln den anhaltenden Sparkurs und Kostendruck wider, was von Gewerkschaften kritisch begleitet wird. Anders als IRCE (nur 0,2 Prozent vom Fondsvermögen) und Deutsche Rohstoff (nur 0,6 Prozent) handelt es sich bei SocGen um eine relativ große Aktienposition (2,9 Prozent).

Welche Transaktionen gab es diese Woche?

Wie angekündigt, haben wir mit B2Gold eine siebte Edelmetall-Aktie in unser Portfolio aufgenommen. Wir haben an der Heimatbörse Toronto 10.000 Aktien der kanadischen Gesellschaft zu 7,71 CAD gekauft. B2Gold ist ein Goldbergbauunternehmen mit Sitz in Vancouver. Das Unternehmen fördert und produziert Gold, betreibt Minenprojekte weltweit und deckt dabei die gesamte Kette von der Exploration über den Bau bis zum eigentlichen Betrieb der Goldminen und dem Verkauf des Metalls ab. Die Fekola-Mine im Südwesten Malis ist der mit Abstand wichtigste und ertragreichste Betrieb des Konzerns. Neben dem Tagebau startete dort im Sommer 2025 der untertägige Abbau. Das Projektgebiet wird durch den Ausbau von „Fekola Regional“ (Projekte „Menankoto“ und „Dandoko“) kontinuierlich erweitert. Auf der philippinischen Insel Masbate betreibt B2Gold eine der größten Goldminen des Landes, die sich durch eine verlässliche und konstante Produktion auszeichnet. Die Otjikoto-Goldmine liegt im Norden Namibias. Sie wird als kombinierter Tagebau und Untertagebetrieb geführt. Im Heimatland Kanada betreibt B2Gold die Goose-Mine. Sie liegt im Back River Gold District im Territorium Nunavut im Norden Kanadas. Nachdem sie sich länger in der Bauphase befand, erreichte sie im Oktober 2025 die kommerzielle Produktion und gehört nun zu den aktiven Förderstätten. Explorationsprojekte betreibt B2Gold u.a. in Finnland und Usbekistan.

Die erst in der Vorwoche (zu nur 24,29 CHF) neu in unser Portfolio aufgenommene Stadler Rail lieferte bereits Gründe, die Anfangsposition auf die Zielgröße aufzustocken: Die Veröffentlichung des Halbjahresergebnisses wurde sehr positiv aufgenommen, so dass charttechnisch die Trendwende bestätigt wurde. Wir haben in dieser Woche in Zürich 4.000 Stadler Rail Aktien noch zu 30,442 CHF kaufen können. Damit wächst unsere Position auf die Zielgröße von 7.000 Stück. Unser durchschnittlicher Einstandskurs steigt auf 27,806 CHF. Die Details zu den Halbjahreszahlen und unserer Bewertung der beiden neuen Aktien im Portfolio findet sich unten im Abschnitt „Aktuelle strategische und taktische Überlegungen“.

Wie hoch ist die Barreserve?

Soweit es möglich war, haben wir die jüngsten Aktienkäufe mit Fremdwährungsguthaben durchgeführt. Allerdings reichte weder unser Bankguthaben in kanadischen Dollar noch in Schweizer Franken zum Kauf aller B2Gold- und Stadler Rail-Aktien, so dass de facto auch unser Euro-Guthaben verwendet wurde. Insgesamt belaufen sich die Bankguthaben jetzt auf 616.688 Euro, was 8,4 Prozent vom Fondsvermögen entspricht. Die Gutschriften der jüngsten Dividenden von Conagra, Aperam, OceanaGold und Valterra Platinum stehen noch aus. Hinzu kommen in dieser Woche die Dividendenabschläge bei Pan American Silver und ASR Nederland. Sie alle werden im Fondsvermögen als Forderung geführt und in den Anteilswert eingerechnet. Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist im Wochenvergleich leicht um 55 gesunken auf jetzt 161.336 Anteile. Das Fondsvermögen ist gegenüber der Vorwoche durch Kursgewinne um rund 135.000 Euro auf jetzt 7.353.462 Euro gestiegen.

Aktuelle strategische und taktische Überlegungen

Mit B2Gold und Stadler Rail haben wir zwei Aktien neu in unser Portfolio aufgenommen. Die Geschäftsmodelle beider Unternehmen hatten wir weiter oben bzw. im Bericht zur Vorwoche bereits vorgestellt. Nachfolgend unsere Bewertung beider Aktien.

Stadler Rail ist aufgrund der guten Halbjahreszahlen in dieser Woche zu einer größeren Aktienposition (3,2 Prozent vom Fondsvermögen und damit in unseren „Top Ten“) aufgestockt worden. Das Unternehmen konnte die positive Entwicklung des Geschäftsjahres 2025 im abgeschlossenen ersten Halbjahr 2026 weiter bestätigen. Die Kennzahlen entwickeln sich sehr positiv. Der Umsatz stieg deutlich um 40 Prozent auf 2,0 Milliarden Franken – gegenüber 1,4 Milliarden Franken im ersten Halbjahr 2025. Die EBIT-Marge konnte von 2,6 Prozent im Halbjahr 2025 um 1,4 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent gesteigert werden. Mit 2,7 Milliarden Franken war der Auftragseingang ebenfalls sehr hoch. Der Auftragsbestand erreicht einen neuen Höchststand von 33,3 Milliarden Franken. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der branchenüblich höheren Anzahl an Fahrzeugauslieferungen in der zweiten Jahreshälfte bestätigte Stadler den Ausblick. Stadler erwartet für das Geschäftsjahr 2026 einen Umsatz von deutlich über 5 Milliarden Franken und eine EBIT-Marge von über 5 Prozent. Den Auftragseingang in den ersten sechs Monaten bezifferte Stadler mit 2,7 Milliarden CHF.

Warum war der Stadler Rail-Aktienkurs von fast 50 CHF Ende 2019 auf weniger als 20 CHF im Frühjahr dieses Jahres gefallen? Nach dem Börsengang 2019 wurde Stadler wiederholt von externen Ereignissen schwer getroffen. Schwerwiegend waren die Folgen der Corona-Pandemie und der Krieg in der Ukraine. In Folge des Kriegs musste Stadler sein Werk in Minsk praktisch stilllegen. Zudem unterbrach die Flutkatastrophe im Umland der spanischen Stadt Valencia im Oktober 2024 wichtige Zulieferungen. Stadler konnte mit einem umgehend umgesetzten Aufholprogramm die Lieferketten inzwischen weitgehend stabilisieren, Produktionsprozesse anpassen und neue Zulieferer gewinnen. Die im Zuge der massiven Überschwemmung entstandenen Folgen auf die Kosten und Rückstände bei der Auslieferung von Fahrzeugen werden jedoch noch bis ins Jahr 2027 spürbar bleiben. Auch „das schwierige wirtschaftliche Umfeld in Deutschland“ habe sich negativ ausgewirkt.

Worauf begründet sich jetzt die Trendwende nach oben? Stadler setzt seit Anfang 2025 am Standort Berlin ein Effizienzsteigerungsprogramm um. Die eingeleiteten Verbesserungsmaßnahmen zeigen nach Angaben des Unternehmens Wirkung, die operativen Zwischenziele seien erreicht worden. Der Zuschlag für die S-Bahn Berlin im Juli 2026 sorge für eine langfristige Auslastung des Stadler-Werks in Berlin-Pankow. Der Großauftrag, den Stadler im Konsortium mit Siemens und der Deutschen Bahn umsetzt, umfasst für Stadler die Lieferung von 350 neuen vierteiligen S-Bahn-Zügen sowie die Wartung über 30 Jahre. Stadler baut die Züge in seinem Werk in Berlin. Sehr erfreulich ist zudem, dass die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ebenfalls im Juli 166 zusätzliche Wagen für das Großprofilnetz der Berliner U-Bahn bestellt haben. Damit werden alle neuen S-Bahn- und U-Bahn-Fahrzeuge von Stadler gebaut. „Aus Berlin für Berlin.“, schreiben die Schweizer. Im ersten Halbjahr 2026 konnte Stadler erneut bedeutende Aufträge gewinnen: Ende Mai unterzeichneten Stadler und die montenegrinische Bahngesellschaft ŽPCG einen Vertrag über die Lieferung von drei FLIRT-Zügen. Damit liefert Stadler weltweit Züge in 50 Länder in Europa, Nordamerika, Asien, Ozeanien und Afrika. Zum ersten Mal baut Stadler Züge für Irland. Die Bahngesellschaften Iarnród Éireann und Translink bestellten Anfang Mai acht FLIRT-Intercity-Züge inklusive 15-jährigem Wartungsvertrag. Die Fahrzeuge werden ab 2030 auf der symbolträchtigen Strecke Dublin – Belfast verkehren, die Reisezeit verkürzen und den Komfort deutlich steigern. Gemeinsam mit Siemens liefert Stadler 226 vollautomatisierte S-Bahn-Züge für Kopenhagen. Das 3-Milliarden-Euro-Projekt schafft das weltweit größte Bahnsystem mit fahrerlosem Betrieb und soll künftig bis zu zehn Millionen zusätzliche Fahrten pro Jahr ermöglichen. Stadler liefert die Wagenkästen und die Innenausstattung, übernimmt die Endmontage und stärkt seine Position in Nordeuropa. Ferner liefert Stadler 35 moderne EURO4001-Lokomotiven an die türkische TCDD Taşımacılık. Die Fahrzeuge kombinieren hohe Leistungsfähigkeit mit deutlich reduzierten Emissionen. Die Türkei wird immer mehr zu einer internationalen Logistikdrehscheibe für den Schienengüterverkehr zwischen Europa, Asien und dem Nahen Osten. Dank der vielen gewonnenen Aufträge ist der Auftragseingang im Segment „Service & Components“ stark gestiegen. Dieser belief sich im ersten Halbjahr 2026 auf insgesamt 515,1 Millionen CHF. Er liegt damit 95 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Auftragsbestand stieg im Service-Geschäft um 3 Prozent auf 9,7 Milliarden CHF. Der rekordhohe Auftragseingang der vergangenen Jahre führt zu einem markanten Anstieg von Produktionsleistung und Umsatz. Dies führt allerdings zu einer temporären Belastung des Free Cashflows, des Net Working Capitals und der Net Cash Position. Der Free Cashflow ist im ersten Halbjahr 2026 mit -54,4 Millionen CHF leicht negativ ausgefallen. Das Net Working Capital bleibt mit -324,2 Millionen CHF weiterhin negativ. Damit ist die Höhe der geleisteten Zahlungen durch die Kunden insgesamt höher als die aufgelaufenen Kosten für die Produktion der Aufträge in Abwicklung. Die Net Cash Position beträgt per 30. Juni 2026 -424,0 Millionen CHF. Der Free Cashflow und die Net Cash Position sind in der Regel durch den saisonalen Geschäftsverlauf geprägt, da Auslieferungen und die damit verbundenen Schlusszahlungen zu einem großen Teil in der zweiten Jahreshälfte anfallen. Aufgrund der starken Marktposition und der positiven Geschäftsentwicklung bestätigt Stadler seinen zum Jahresabschluss Mitte März 2026 kommunizierten Ausblick: Für das Geschäftsjahr 2026 und die folgenden Jahre erwartet Stadler einen Umsatz von deutlich über 5 Milliarden CHF. Dank dem guten Auftragseingang und Auftragsbestand mit qualitativ hochwertigen Aufträgen, dem erhöhten Produktionsoutput und dem in Deutschland eingeleiteten Effizienzsteigerungsprogramm wird für 2026 eine EBIT-Marge von über 5 Prozent erwartet. Der Auftragseingang soll im Bereich des 1- bis 1.5-fachen Jahresumsatzes liegen. Dies bildet die Basis für eine nachhaltige Auslastung und weiteres Wachstum. Zudem rechnet Stadler 2026 mit Gesamtinvestitionen von rund 250 Millionen CHF. Sollten die Lieferketten jetzt halten, erwartet Stadler, die EBIT-Marge mittelfristig auf 6 bis 8 Prozent steigern zu können, bei einem konstanten Umsatz von über 5 Milliarden CHF pro Jahr. Dem steht eine aktuelle Marktkapitalisierung von 3 Milliarden CHF gegenüber. Wir rechnen zeitnah mit einem Ergebnis pro Aktie (EPS) von 1,80 CHF und perspektivisch mit 2,34 CHF. Das Gewinnwachstum (CAGR) ist jetzt von der Erholung des Geschäfts gekennzeichnet, rechnerisch bei 24 Prozent, wird sich aber in der Projektion deutlich abschwächen. Damit ist der aktuelle Profit Value mit 36 CHF höher als in der Projektion mit knapp 29 CHF. Der Bottom Value wird vom geringen Buchwert, also der hohen Verschuldung, auf 28 CHF gedrückt, womit unser Fair Value von 31,67 CHF mit dem Kurssprung erreicht wurde. In der Projektion steigt dieser aber auf rund 40 CHF.

B2Gold ist als ergänzendes Investment zu unseren bestehenden Gold-Aktien zu verstehen. Trotz seiner breiten geografischen Diversifizierung ist B2Gold als riskantere Gold-Aktie einzustufen, zumindest gegenüber dem „Goldminen-Blue Chip“ Newmont und dem Gold-Royalty Franco-Nevada. Trotzdem empfiehlt eine Mehrheit (rund drei Viertel der sich dazu äußernden Analysten) die B2Gold-Aktie zum Kauf, die übrigen nehmen eine abwartende Haltung ein. Fundamentale Analysen stufen das Papier oft als moderat beziehungsweise leicht unterbewertet ein. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis wird im Branchenvergleich als günstig eingestuft. Wichtige operative Treiber sind Fortschritte bei neuen Minenprojekten (wie dem Goose-Projekt in Kanada), die den langfristigen Wachstumskurs stützen sollen. Nachdem 2025 durch Sondereffekte noch ein Verlust entstanden war, sollte die Rückkehr in die Gewinnzone jetzt umso dynamischer ausfallen. Wir berechnen ein Gewinnwachstum von gut 20 Prozent und bei einem mittleren EPS von 0,73 CAD einen Profit Value von rund 12,50 CAD. Weil sich das Gewinnwachstum in dieser Höhe nicht durchhalten lässt, bleibt zu beobachten, inwieweit der steigende Gewinn pro Aktie den Rückgang des angemessenen KGVs abfangen kann. Unsere gegenwärtige Fair Value Kalkulation liegt mit 7,76 CAD ziemlich nah am aktuellen Kurs, hat aber in der Projektion weiteres Kurspotenzial.

Die wieder wachsenden Zweifel an der Stabilität des US-Staatshaushaltes und des US-Dollars sprechen für Gold und andere Edelmetalle. Der Anteil unserer jetzt 7 Edelmetall-Aktien am Fondsvermögen ist auf 18,3 Prozent gewachsen.

2026 KW34 Report über das Portfolio des Investmentclub-Aktienfonds

Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank.

Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte.

Bei Anregungen und Feedback erreichen Sie uns gerne per email. Ihre Ansprechpartner sind:

Was ist diese Woche (KW34/2026) an den Börsen geschehen?

Die Äußerungen Trumps zum Iran-Krieg blieben irritierend. So drohte er dem bisherigen US-Verbündeten Oman mit einer massiven Bombardierung und kündigte an, die Straße von Hormus zu US-Territorium zu erklären. Die 60-Tage-Frist im von Trump im Juni als größten historischen Erfolg gefeierten Rahmenabkommen lief ergebnislos ab. Der wieder steigende Ölpreis belebte Sorgen um höhere Inflation und Zinsen. Hohe Kursverluste erlitten Anleihen, neben USA-Staatsanleihen auch solche europäischer Staaten, Japans und Südkoreas. Die 30-jährige US-Anleihe erreichte mit 5,33 Prozent den höchsten Stand seit 2007, die 30-jährige deutsche Bundesanleihe kletterte mit 3,78 Prozent auf einen neuen Höchststand seit 2011. Französische Zinspapiere näherten sich der Marke von fünf Prozent. Aktienindizes beendeten vor diesem Hintergrund die Woche durchweg mit Verlusten: Der Dow Jones verlor nur -0,8 Prozent, der Nasdaq-100 aber -2,5 Prozent und der japanische Nikkei-225 sogar -3,9 Prozent. DAX und Euro-STOXX-50 verloren jeweils -1,2 Prozent.

Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?

Der ACC Alpha select Anteilswert wurde auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag mit 44,60 Euro berechnet. Gegenüber dem Wert der Vorwoche ist das ein Rückgang um -0,12 Euro bzw. -0,3 Prozent. Darin und in den folgenden Zahlen sind noch nicht einmal die Kursgewinne vom Freitag enthalten, rund 70.000 Euro. Damit verbessert sich unser relatives Ergebnis zu den Aktienindizes und dem Durchschnitt der Fonds wieder. Im laufenden Jahr (Jahreswechsel 42,01 Euro) sinkt unser Netto-Plus leicht auf +6,2 Prozent. Das Netto-Ergebnis beim ACC Alpha select Anteilswert beträgt über ein Jahr jetzt +13,4 Prozent (MSCI World in Euro +22,1 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds +16,7 Prozent, Mischfonds +12,1 Prozent). Über drei Jahre steigt der ACC-Nettozuwachs auf +45,9 Prozent (MSCI World in Euro auf +67,8 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds auf +46,8 Prozent, Mischfonds auf +31,2 Prozent) und über fünf Jahre auf +42,0 Prozent (MSCI World in Euro +76,6 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds +37,9 Prozent, Mischfonds +22,3 Prozent).

Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)

Die in diesem und dem folgenden Abschnitt genannten Kursveränderungen beziehen sich jeweils auf die Woche bis einschließlich Freitag, weichen also vom Zeitpunkt der Anteilswertberechnung um einen Tag ab.

Der Goldpreis stieg auf Wochensicht um +5,2 Prozent, Silber und +6,6 Prozent und Platin sogar +7,7 Prozent. Damit bestätigen die Edelmetallpreise den Abschluss ihrer Konsolidierung und eine Rückkehr in Aufwärtstrends.

Unsere Outperformance in dieser Woche verdanken wir wieder vor allem unseren Edelmetall-Aktien: Wochengewinner ist das kanadische Gold-Royalty Franco-Nevada mit einem Plus von +12,5 Prozent (auf 365,83 CAD, Einstand 176,46 CAD). Damit strebt die Aktie unserem ersten Kursziel von 400 CAD entgegen, das im Februar knapp verfehlt wurde.

Die Aktie des weltgrößten Goldminenbetreibers Newmont stieg in dieser Woche um +11,7 Prozent (auf 131,58 USD, Einstand 43,84 USD).

Ähnlich stark stiegen die Aktienkurse der Gold-/Silber-Minenbetreiber Coeur Mining (+11,5 Prozent auf 20,97 USD, Einstand 22,73 USD) und Pan American Silver (+11,0 Prozent auf 73,07 CAD, Einstand 40,97 CAD).

Valterra Platinum gewannen in dieser Woche +5,3 Prozent (auf 68,00 GBP, Einstand 37,69 GBP).

Dazwischen liegt das Kursplus von OceanaGold: +7,6 Prozent (auf 42,75 CAD, Einstand 36,41 CAD). Die OceanaGold Corporation hat ihre Absicht bekanntgegeben, alle Aktien von Ausgold Limited, dem Eigentümer der Katanning-Goldmine in Westaustralien zu übernehmen. Dazu werden den Aktionären von Ausgold für jede Ausgold-Aktie 0,03365 Stammaktien von OceanaGold angeboten. Dies entspricht einem Wert von 1,36 AUD pro Ausgold-Aktie, woraus sich ein Gesamtwert von rund 776 Mio. AUD (ca. 550 Mio. US-Dollar) ergibt. Alternativ können sich Ausgold-Aktionäre bar auszahlen lassen. Nach Abschluss der Transaktion würden die Aktionäre von Ausgold voraussichtlich etwa 6 bis 8 Prozent an OceanaGold halten. Der Verwaltungsrat von Ausgold hat seinen Aktionären einstimmig empfohlen, für die Übernahme zu stimmen. Auch der Großaktionär von Ausgold, die Dundee Corporation (mit einem Anteil von ca. 7,7 Prozent), hat seine Absicht bestätigt, für die Übernahme zu stimmen. Mit der Übernahme von Katanning würden die bestehenden Minenbetriebe von OceanaGold in den USA, Neuseeland und auf den Philippinen um ein hochwertiges Entwicklungsprojekt in einer erstklassigen Bergbauregion ergänzt. Katanning ist ein konventionelles Tagebau-Entwicklungsprojekt mit einer geplanten jährlichen Goldproduktion von mehr als 100.000 Unzen und einem Potenzial für eine Laufzeit von über 10 Jahren. Die technischen Fähigkeiten sowie die Expertise von OceanaGold in den Bereichen Entwicklung, Genehmigungsverfahren und Betrieb – gestützt durch ein technisches Büro in Brisbane und ein Managementteam mit umfassender Erfahrung im australischen Bergbau – sollen die Ausschöpfung des vollen Potenzials von Katanning ermöglichen. Ausgold verfügt über ein mehr als 3.000 Quadratkilometer großes Konzessionsgebiet im weitgehend unerforschten Katanning-Grünsteingürtel, was das Potenzial für ein erhebliches langfristiges Ressourcenwachstum bietet. OceanaGold nutzt somit seine solide, schuldenfreie Bilanz und steigende hohe freie Cashflows; Katanning umgekehrt ist ein Minenprojekt, das noch hohe Investitionen erfordert. Wenn Katanning die kommerzielle Produktion erreicht, dürfte sich das positiv auswirken auf den Nettoinventarwert (NAV), zukünftiger Cashflows und Gewinn pro Aktie. Ausgold selbst verfügt (zum Stichtag Jahresmitte) über Barmittel und Äquivalente in Höhe von 87 Mio. AUD und keine Schulden. Die geschätzten Investitionskosten bis zum Produktionsbeginn in Katanning belaufen sich aber auf 355 Mio. AUD, was die Übernahme durch einen finanziell gut aufgestellten Konzern nahelegt. Die im Dezember 2025 veröffentlichte aktualisierte Machbarkeitsstudie („Definitive Feasibility Study“) für Katanning sieht einen potenziellen konventionellen Tagebaubetrieb vor, der eine „Carbon-in-Leach“-Aufbereitungsanlage mit einer Kapazität von 3,6 Mio. Tonnen pro Jahr (Mtpa) beliefert. Nach der Übernahme beabsichtigt OceanaGold, seine Erfahrung in den Bereichen Technik, Betrieb und Projektentwicklung einzubringen, um den Erschließungsplan für Katanning weiter zu verfeinern; der Fokus liegt dabei auf Optimierungsmaßnahmen und der Verringerung von Ausführungsrisiken. Die Erschließungsaktivitäten konzentrieren sich auf zusätzliche Bohrungen bis ins Jahr 2027, um die Mineralisierung genauer abzugrenzen und Risiken beim operativen Hochlauf zu minimieren, bevor im Laufe des Jahres 2028 ein aktualisierter technischer Bericht (gemäß „National Instrument 43-101 – Standards of Disclosure for Mineral Projects“, kurz NI 43-101) veröffentlicht werden soll. Die erste Goldproduktion wird dann für 2029 erwartet.

Der gemeinsame Wert aller 6 Edelmetall-Aktien in unserem Portfolio ist weiter deutlich gestiegen, allein in dieser Woche durch Kursgewinne um fast 100.000 Euro auf 1,25 Mio. Euro bzw. von 15,9 auf 17,3 Prozent vom Fondsvermögen.

Die beste Nicht-Edelmetall-Aktie in dieser Woche ist die Kupfer-Aktie Aurubis (+6,7 Prozent auf 179 Euro, Einstand 82,38 Euro).

Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)

Unter der Schwäche des japanischen Aktienmarktes litten bei uns vor allem Nippon Sanso (-9,1 Prozent auf 5.629 Yen bzw. 30,28 Euro, Einstand 2.681 Yen bzw. 18,31 Euro). Die Ende Juli veröffentlichten Quartalsergebnisse waren vom Markt positiv aufgenommen worden. Die Aktie stieg, scheiterte aber wieder an der massiven Widerstandszone 6.300 bis 6.400 Yen. Für das Quartal lag bekanntlich eine durchschnittliche Umsatzschätzung von 342,54 Milliarden Yen vor. Mit einer Umsatzsteigerung um 14,9 Prozent auf 361,76 Milliarden Yen übertraf Nippon Sanso die Erwartungen deutlich. Die uns vorliegende EPS-Schätzung belief sich bekanntlich auf 82 Yen pro Aktie. Auch die Gewinnerwartung des Marktes wurde mit einem EPS von 101 Yen deutlich übertroffen. Bei Aktienkursen von 3.600 Yen setzen allerdings seit Monaten höhere Verkäufe ein, so dass ein charttechnischer Widerstand entstanden ist.

Société Générale verloren -7,6 Prozent (auf 76,12 Euro, Einstand 24,73 Euro). Die Aktie hat erst kurz zuvor neue Rekordhoch seit der Finanzkrise 2008 erreicht und sich seit 2024 vervierfacht. Hier könnten jetzt Sorgen um eine mögliche Staatsschuldenkrise eine Rolle spielen. Andererseits gelten Banken als Gewinner eines Zinsanstiegs.

Welche Transaktionen gab es diese Woche?

Zunächst haben wir unsere kleine Restposition in Heidelberg Materials aufgrund der schlechten Trendindikation verkauft: Der Verkauf der verbliebenen 300 Aktien erfolgt zu 156,90 Euro. Damit haben wir gegenüber unserem Einstand zu 53,60 Euro einen Kursgewinn von 192,7 Prozent realisiert. Hinzu kommt eine Dividendenrendite in Höhe von 6,7 Prozent auf das eingesetzte Kapital. Die Position hatte bis Dezember 1.000 Aktien umfasst. Nahe dem Allzeit-Hoch haben wir eine Tranche von 400 Aktien zu 219,32 Euro verkauft, im März dann 300 Stück zu 178,10 Euro. Insgesamt haben wir die 1.000 Heidelberg Materials also zu durchschnittlich 188,23 Euro verkauft und einen Kursgewinn von 251,2 Prozent (!) realisiert.

Umgekehrt haben wir aufgrund guter Trendindikationen drei Aktienpositionen vergrößert, deren Unternehmen uns weiterhin überzeugen: Fuchs, Sixt und Conagra Brands.

Der Zukauf von 1.000 Fuchs Aktien erfolgte zu 34,475 Euro. Unser Bestand vergrößert sich damit auf 3.000 Stück zu durchschnittlich 32,574 Euro.

Der Zukauf von 1.000 Sixt Vorzugsaktien erfolgte zu 60,95 Euro. Unser Bestand vergrößert sich damit auf 2.600 Stück zu durchschnittlich 57,53 Euro. Wir halten bekanntlich auch noch 1.000 Sixt Stammaktien. Auch wenn es in der Vergangenheit so war, dass sich bei guter Sixt-Kursentwicklung tendenziell die Stammaktie besser als die Vorzugsaktie entwickelte, haben wir bei der Aufstockung jetzt bewusst die analytisch preiswerteren Vorzüge gewählt.

Der Zukauf von 5.000 ConAgra Brands Aktien erfolgte an der NYSE zu 16,22 USD. Unser Bestand hat sich damit auf 10.000 Stück verdoppelt – zu durchschnittlich 15,325 USD.

Neu und erstmals in unser Portfolio aufgenommen wurde Stadler Rail. Die Stadler Rail AG ist einer der bedeutenden Systemanbieter von Lösungen im Schienenfahrzeugbau. Als solcher hat die Gruppe eine breite Produktpalette im Bereich der Vollbahnen und des Stadtverkehrs aufgebaut, die von Highspeed- und Intercity-Zügen über Regio-, S- und U-Bahnen bis hin zu Tram-Trains und Trams reicht. Außerdem produziert Stadler Streckenlokomotiven, Rangierlokomotiven und Reisezugwagen, darunter auch die stärkste dieselelektrische Lokomotive Europas. Darüber hinaus sieht sich Stadler als der weltweit führende Hersteller von Zahnradbahnfahrzeugen. Zusätzlich zu mehreren Produktions- und Engineering-Standorten verfügt der Konzern über 60 Servicestandorte. Gegliedert ist das Geschäft in die beiden Segmente Rolling Stock (Herstellung von Schienenfahrzeugen) und Service & Components. Bis März dieses Jahres befand sich die Aktie in einem übergeordneten Abwärtstrend, der fundamental-analytisch klar übertrieben erscheint. Wie bei anderen Schienenfahrzeugherstellern in Europa sind die Auftragsbücher voll. Zur Bewertung der Stadler Rail folgt im nächsten Wochenbericht mehr, zumal wir bei einer Bestätigung des seit April beobachtbaren Aufwärtstrends unsere Anfangsposition deutlich aufstocken würden. Jetzt haben wir zunächst in Zürich 3.000 Aktien zu 24,292 CHF gekauft.

Wie hoch ist die Barreserve?

Die am Freitag erfolgten Aktienkäufe sind noch nicht mit unseren Kontoguthaben verrechnet. Vor den Aktienkäufen waren unsere Fremdwährungspositionen im Wochenvergleich unverändert und ihr Gegenwert in Euro aufgrund von Wechselkursverlusten leicht auf 129.991 Euro gesunken. Die Gutschriften der Conagra-Dividende in Höhe von netto 612,50 US-Dollar und der Aperam-Dividende in Höhe von netto 850 Euro stehen weiterhin aus. Hinzu kommen jetzt die jüngsten Quartalsdividenden von OceanaGold und Valterra Platinum. Sie alle werden im Fondsvermögen als Forderung geführt und in den Anteilswert eingerechnet.

Das Euro-Kontoguthaben des Fonds ist vor den Aktienkäufen durch den Verkauf der restlichen Heidelberg Materials auf 911.007 Euro gestiegen, der Anteil am Fondsvermögen von 11,9 auf 12,6 Prozent. Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist im Wochenvergleich um 6 gestiegen auf jetzt 161.391 Anteile. Das Fondsvermögen ist gegenüber der Vorwoche fast unverändert bei 7.218.892 Euro.

Aktuelle strategische und taktische Überlegungen

Als Donald Trump seine zweite Amtszeit antrat, sprach er von „maßlosen Staatsausgaben“, die er eindämmen werde. Dass er bei auch bei diesem Wahlversprechen lügen würde, ist zwar offenbar Millionen von Amerikanern entgangenen, dürfte aber jedem Menschen, der sich noch für Fakten interessierte, klar gewesen sein, denn niemand anderer als Trump selbst hat mehr zu diesen „maßlosen Staatsausgaben“ beigetragen: 7,8 Billionen Dollar neuer Schulden häufte Trump in seiner ersten Amtszeit an – bis dahin ein absoluter Rekord unter allen US-Präsidenten in der Geschichte. In seiner zweiten Amtszeit geht die zügellose Schuldenorgie beschleunigt weiter: Noch schneller als befürchtet erreichten in dieser Woche die Staatsschulden der USA die Marke von 40 Billionen Dollar, also 40.000 Milliarden; die Schuldenquote liegt bei 123 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Eine Billion Dollar wird der US-Staat allein dieses Jahr an Zinsen für diese Staatsschuld aufbringen müssen, danach Jahr für Jahr mehr als je zuvor. Das können auch die Märkte nicht ewig ausblenden: In dieser Woche ging von den USA eine Verlustwelle bei Staatsanleihen aus, die rund um den Globus schwappte. Insbesondere mit Blick auf die USA mit einem verurteilten Kreditbetrüger und mehrfachem Pleitier als Präsident sollte man sich Sorgen machen: Nicht nur die absolute Höhe der Schulden ist dort schwindelerregend, die Verschuldung erfolgt dort auch immer kurzfristiger: Schon 22 Prozent der US-Staatsschuld, und damit historisch und im internationalen Vergleich rekordverdächtig viel, hat das Finanzministerium über kurzlaufende Anleihen begeben, sogenannte T-Bills. Die laufen einen Monat bis zu einem Jahr und rentieren bei 3,7 bis 4,0 Prozent – gegenüber 4,7 Prozent bei zehnjährigen Treasuries und gut fünf Prozent bei dreißigjährigen.

Das US-Finanzministerium kündigte zur Stützung des Marktes an, mindestens doppelt so viele Staatsanleihen mit Laufzeiten von zehn bis 30 Jahren zurückkaufen zu wollen wie ursprünglich geplant. Wieder eine sehr kurzfristige Maßnahme: Natürlich darf ein Staat seine eigenen langfristigen Schulden vorzeitig zurückkaufen – aber die US-Regierung hat das Geld dafür eigentlich nicht. Sie leiht es sich, indem sie umso mehr kurzfristige Schulden macht. Damit wird die Finanzierungsstruktur der US-Schulden noch schneller noch riskanter. Steigen die Zinsen, muss das Finanzministerium teuer refinanzieren. Und T-Bills binden Bankbilanzen – als Puffer brauchen Banken Barreserven, die kein anderes Geschäft finanzieren. Um Liquiditätsengpässe zu verhindern, muss die US-Notenbank einspringen. Letztendlich wird sie somit vom Staat gezwungen, die Staatsschulden zu kaufen, die der Markt nicht mehr will. Der größte Geldgeber der USA ist die staatliche Notenbank. Wenn das kein Grund für Edelmetalle und reale Werte ist …

Bemerkenswert war einmal mehr die Reaktion der Edelmetallmärkte: Als das schwindende Vertrauen in Staatsanleihen zu deren Kursrutsch und damit steigenden Renditen führte, löste dies kurzfristig, für einen Tag, Preisrückgänge bei Edelmetallen aus. Den Mechanismus dahinter hatten wir bereits wiederholt beschrieben: Höhere Zinsen machen die zinslosen Edelmetalle erstmals weniger attraktiv. Das ist die Logik der Opportunitätskosten. Allerdings ist das nicht zu Ende gedacht, was den Märkten diesmal schon am zweiten Tag klar wurde: Zunehmende Sorgen um die Rückzahlung von Staatsanleihen und den Wert der Papierwährungen begründen nicht fallende, sondern steigende Edelmetallpreise. Wir werden Anfang der kommenden Woche mit B2Gold eine siebte Edelmetall-Aktie in unser Portfolio aufnehmen.

2026 KW33 Report über das Portfolio des Investmentclub-Aktienfonds

Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank.

Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte.

Bei Anregungen und Feedback erreichen Sie uns gerne per email. Ihre Ansprechpartner sind:

Was ist diese Woche (KW33/2026) an den Börsen geschehen?

Die abermalige Ankündigung einer Verhandlungslösung im Iran-Krieg durch die US-Regierung verhalf den Aktienmärkten zu Kursgewinnen und etlichen Indizes zu neuen Rekordwerten, bevor Gewinnmitnahmen den Aufwärtstrend bremsten. Bei einer Reihe von US-Technologieaktien aus der zweiten Reihe wurden Geschäftsergebnisse mit Enttäuschung und Kursverlusten aufgenommen. Die USA und Japan intervenierten gemeinsam am Devisenmarkt, um den Abwärtstrend des japanischen Yen zu beenden. Dass sich der US-Arbeitsmarkt jüngst deutlich schwächer als erwartet entwickelte, dämpfte die Sorgen um mögliche Zinserhöhungen, wovon wiederum Technologie-Aktien profitierten. So erholte sich der Nasdaq-100 von den hohen Verlusten im Juli auf Wochensicht um +5,1 Prozent, blieb damit aber unter den Rekordwerten aus Juni. Dem Dow Jones reichte dagegen ein Wochenplus von +3,0 Prozent für neue Rekorde – erstmals über 54.000. Auch der Euro-STOXX-50 und der DAX kletterten mit ihren Wochenplus‘ von +2,6 bzw. +2,7 Prozent auf neue Höchstwerte erstmals über 6.500 bzw. 26.000. Unterdurchschnittlich fiel der Kursanstieg in Japan aus: Nikkei-255 +1,9 Prozent. Allerdings steht der alte japanische Aktienindex 30 Prozent höher als bei Jahresbeginn.

Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?

Der ACC Alpha select Anteilswert wurde auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag mit 44,42 Euro berechnet. Gegenüber dem Wert der Vorwoche ist das ein Anstieg um +0,83 Euro bzw. +1,9 Prozent. Im laufenden Jahr (Jahreswechsel 42,01 Euro) steigt unser Netto-Plus damit auf +5,7 Prozent. Das Netto-Ergebnis beim ACC Alpha select Anteilswert steigt über ein Jahr auf +15,7 Prozent (MSCI World in Euro +24,1 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds +19,4 Prozent, Mischfonds auf +13,7 Prozent). Über drei Jahre springt der ACC-Nettozuwachs auf +42,1 Prozent (MSCI World in Euro auf +64,9 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds auf +44,4 Prozent, Mischfonds auf +29,8 Prozent), und steigt über fünf Jahre auf +38,6 Prozent (MSCI World in Euro auf +77,8 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds auf +39,0 Prozent, Mischfonds auf +22,3 Prozent).

Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)

Die in diesem und dem folgenden Abschnitt genannten Kursveränderungen beziehen sich jeweils auf die Woche bis einschließlich Freitag, weichen also vom Zeitpunkt der Anteilswertberechnung um einen Tag ab.

Die 6 ersten Positionen der Wochengewinner werden von den 6 Edelmetall-Aktien in unserem Portfolio eingenommen. Die Edelmetallpreise könnten ihre Konsolidierung beendet haben. Auf die fahnenstangenartige Rallye Ende Januar folgte bekanntlich eine fünfmonatige Korrektur und eine Bodenbildung im Juli. Jetzt im August könnten Preissteigerungen das Ende dieser Konsolidierung signalisieren: Gold stieg von der Unterstützung um 4.000 USD auf gut 4.300 USD pro Unze. Silber scheint bei rund 55 USD pro Unze eine Umkehr vollzogen zu haben und stieg zuletzt über 63 USD pro Unze. Platin durchlief eine Bodenbildung in der Zone 1.530 bis 1.700 USD pro Unze, pendelte diese Woche aber schon um 1.750 USD.

Der Wiederanstieg der Edelmetallpreise stößt auf ohnehin unterbewertete Edelmetall-Aktien. Größter Wochengewinner ist Newmont: +20,6 Prozent (auf 112,98 USD; Einstand 43,84 USD). Bei Newmont brachten die Quartalsergebnisse bei mehreren Größen Rekordwert: Free Cashflow und der bereinigte Nettogewinn wurden mit jeweils 2,2 Mrd. USD angegeben. Das sind 2,10 USD pro Aktie (EPS) – in einem Quartal wohlgemerkt. Damit wurden die Erwartungen der Analysten, die im Konsens von 2,05 US-Dollar ausgegangen waren, übertroffen. Der Umsatz belief sich im selben Zeitraum auf 6,12 Milliarden US-Dollar. Der hohe freie Cashflow kommt größtenteils zeitnah den Aktionären zugute – per Dividende und Aktienrückkauf. Die bereits erklärte Quartalsdividende von 0,26 US-Dollar je Aktie soll am 28. September ausgezahlt werden. Als Stichtag für die Dividendenberechtigung wurde der 3. September festgelegt. Laut einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC stehen aus dem aktuellen Rückkaufprogramm über insgesamt 6,0 Milliarden US-Dollar noch Mittel in Höhe von 4,3 Milliarden US-Dollar zur Verfügung. Die Aussichten bleiben gut: Das Management bestätigte die Produktionsprognose für das Gesamtjahr von rund 5,3 Millionen Unzen Gold. Die Analysehäuser bewerten die Lage des Konzerns überwiegend positiv. Die Experten von J.P. Morgan bekräftigten ihre Kaufempfehlung und hoben dabei die außergewöhnlich hohe Cash-Generierung hervor. Das Analysehaus Argus senkte zwar das Kursziel von 125,00 auf 110,00 US-Dollar, begründete dies jedoch mit einer allgemeinen Marktschwäche und behielt die Einstufung „Buy“ bei. Weitere Marktbeobachter wie Barclays und CIBC sehen die Aktie in einer Kurszielspanne zwischen 124,00 und 168,00 US-Dollar. Neben der operativen Stärke im Kerngeschäft sichert sich Newmont Beteiligungen an Explorationsprojekten. Die Konzerntochter Newmont Ventures Limited hat eine Finanzierungsrunde beim Unternehmen Awalé Resources abgeschlossen. Für 1,69 Millionen Kanadische Dollar wurden rund 1,98 Millionen Stammaktien zu einem Preis von 0,85 CAD pro Stück erworben. Damit hält Newmont weiterhin einen Anteil von etwa 8,2 Prozent an Awalé Resources.

Pan American Silver gewannen auf Wochensicht +18,4 Prozent (auf 71,45 CAD, Einstand 40,97 CAD), Valterra Platinum +18,2 Prozent (auf 65,75 GBP, Einstand 37,69 GBP) und Coeur Mining +16,6 Prozent (auf 17,39 USD, Einstand 22,73 USD).

Die OceanaGold Corporation (+15,8 Prozent auf 39,14 CAD, Einstand 36,41 CAD) gab ebenfalls die Ergebnisse des zweiten Quartals bekannt und prognostiziert für die zweite Jahreshälfte einen Produktionsanstieg sowie sinkende Gesamtkosten. Weil es sich bei OceanaGold um einen kleineren Konzern handelt, über den man hierzulande nicht soviel hört, werden die Ergebnisse und Aussichten hier nachfolgend ausführlicher vorgestellt: Die Goldförderung wurde im zweiten Quartal um 7 Prozent gegenüber dem Vorquartal auf 138.800 Unzen Gold gesteigert. Die Kupferförderung ging von über 3.000 Tonnen pro Quartal auf 2.700 Tonnen im zweiten Quartal zurück. Die Gesamtproduktionskosten pro Unze Gold („All-In Sustaining Costs“, kurz „AISC“) wurden mit 2.151 US-Dollar angegeben. Dieser Wert soll in der zweiten Jahreshälfte aufgrund höherer Goldproduktion und geringerer Investitionen zur Bestandserhaltung wieder sinken. Die Umsatzerlöse des zweiten Quartals erreichten 647 Mio. US-Dollar bei einem durchschnittlich erzielten Goldpreis von 4.433 US-Dollar pro Unze. Die Goldverkäufe seien vor allem gegen Ende des Quartals erfolgt, was durch die gestiegene Förderung am Standort Haile bedingt gewesen sei. Den operativen Cashflow im zweiten Quartal bezifferte OceanaGold auf 314 Mio. US-Dollar. Davon verblieben als Free Cashflow 130 Mio. US-Dollar. Im ersten Quartal waren das 255 Mio. US-Dollar, zusammen im ersten Halbjahr also 385 Mio. US-Dollar. Durch den freien Cashflow ist der Kassenbestand von OceanaGold um 6 Prozent auf 655 Mio. US-Dollar gestiegen. Das ist eine Netto-Cash-Position, denn das Unternehmen hat keine Schulden und keine Inanspruchnahme der revolvierenden Kreditlinie! Der Nettogewinn im 2. Quartal wurde mit 222 Mio. US-Dollar angegeben, das sind pro Aktie (EPS) 0,99 US-Dollar. Die bereinigte EBITDA-Marge erreichte den Rekordwert von 61 Prozent. Am Minenstandort Haile im US-Bundesstaat South Carolina zeigten weitere Bohrergebnisse wieder hochgradige Ergebnisse und der Abbau Palomino wurde vorangetrieben. Haile ist mit einer Förderung von ca. 59.500 Unzen Gold im zweiten Quartal mit einem Anteil von 43 Prozent zur größten der vier Goldminen von OceanaGold geworden (mit zuletzt auf 1.953 USD pro Unze gesunkenen AISC-Kosten). Sie ist die größte aktive Goldmine im Osten der USA und nach ihrem Entdecker Benjamin Haile 1827 benannt. Die Haile Gold Mine dürfte ihre Goldproduktion im zweiten Halbjahr kontinuierlich steigern, bedingt durch höhere Erzgehalte im Tagebau Ledbetter (Phase 3) und im Untertagebetrieb Horseshoe. Die Goldmine Macraes, auf der Südinsel von Neuseeland und schon seit 1990 betrieben, war im ersten Quartal auf gut 51.000 Unzen hochgelaufen und produzierte jetzt im zweiten Quartal rund 41.400 Unzen, knapp 30 Prozent der gesamten Goldproduktion von OceanaGold. Die AISC stiegen hier auf 1.932 USD pro Unze. Macraes förderte im Juli ihre 6-millionste Unze Gold seit 1990! Die Produktion in Macraes wird planmäßig im dritten und vierten Quartal niedriger ausfallen. Am Minenstandort Waihi North auf der Nordinsel von Neuseeland wurde der Untertage-Abbau des hochgradigen Erzkörpers Wharekirauponga entsprechend dem Zeitplan weiter vorangetrieben. Zumindest noch sind die All-In Sustaining Costs dort mit 2.840 US-Dollar pro Unze am höchsten. Im zweiten Quartal blieb die gewonnene Menge Gold mit rund 16.500 Unzen in Waihi North etwa gleich. Die Produktion dort wird auch im weiteren Jahresverlauf voraussichtlich relativ konstant bleiben. Die drittgrößte der vier Goldminen und Kostenführer blieb Didipio in der Region Luzon im Norden der Philippinen. Die Mine steigerte ihre Förderung im zweiten Quartal um rund 1.000 Unzen auf 21.400 Unzen Gold zu extrem günstigen AISC-Kosten von nur 1.589 US-Dollar pro Unze. Durch eine Steigerung der Abbauleistung im Untertagebetrieb wird Didipio voraussichtlich seine Produktion im zweiten Halbjahr weiter vergrößern. In Didipio baut OceanaGold aber auch Kupfer ab, im zweiten Quartal die oben genannten 2.700 Tonnen. Die konsolidierten AISC des ganzen Konzerns über alle vier Minen werden 2026 voraussichtlich am oberen Ende der Prognosespanne des Unternehmens liegen; Gründe dafür sind ein Anstieg der Arbeitskosten, fortgesetzte Investitionen in Instand- und Werterhaltung, höhere Energiekosten sowie geringere Verkaufserlöse aus der Silber-Nebenproduktion. Für das dritte und vierte Quartal wird aber ein Rückgang der konsolidierten AISC erwartet, gestützt durch geringere Investitionen zur Werterhaltung („Sustaining Capital“) und eine höhere Produktion am US-Standort Haile. Auch an den Standorten Didipio und Waihi North dürften die AISC in der zweiten Jahreshälfte sinken. Die Prognose für die gesamten Investitionsausgaben bleibt unverändert: Vor allem bedingt durch die fortgesetzten Investitionen in die Projekte Waihi North und Palomino Underground sowie durch Abraumarbeiten in Haile werden die Ausgaben in der zweiten Jahreshälfte wohl steigen. Aber die notwendigen Investitionen zur Werterhaltung im gesamten Portfolio werden in der zweiten Jahreshälfte voraussichtlich zurückgehen. Über das fortgesetzte Aktienrückkaufprogramm hatten wir an dieser Stelle ausführlich schon vor zwei Wochen berichtet. Die Aktie erscheint weiterhin deutlich unterbewertet. Das KGV errechnet sich auf Basis der aktuellen bzw. für 2026 absehbaren Unternehmensgewinne mit nur 5,5.

Die Aktie des Gold-Royalty Franco-Nevada gewann auf Wochensicht +11,6 Prozent (auf 332,81 CAD, Einstand 176,46 CAD). Der gemeinsame Wert aller 6 Edelmetall-Aktien in unserem Portfolio sprang in dieser Woche auf 1,1 Mio. Euro bzw. 15,4 Prozent vom Fondsvermögen.

Die besten deutschen Aktien im Portfolio in dieser Woche sind Deutz (+5,4 Prozent auf 10,31 Euro, Einstand 4,35 Euro) und Henkel (+4,7 Prozent auf 74,45 Euro, Einstand 66,34 Euro). Der Konsumgüterkonzern Henkel hat im ersten Halbjahr in einem weiter schwierigen Umfeld das Ergebnis gesteigert. „Die Verbesserung unseres organischen Umsatzwachstums war erneut durch beide Unternehmensbereiche getragen, die jeweils eine positive Preis- und Volumenentwicklung erzielten“, sagte Konzern-Chef Carsten Knobel. Für das laufende Jahr zeigt sich das Management nun zuversichtlicher und hat die Umsatzprognose angehoben.

Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)

Gewinnmitnahmen nach hohen Kursgewinnen zuvor sind Grund für die Kursrücksetzer bei TRATON (-4,7 Prozent auf 38,80 Euro, Einstand 32,47 Euro), Aurubis (-4,4 Prozent auf 173,7 Euro, Einstand 82,38 Euro) und INDUS Holding (-1,4 Prozent auf 31,20 Euro, Einstand 24,66 Euro).

Die Aktie des österreichischen Technologiekonzern Kontron verlor auf Wochensicht -2,6 Prozent (auf 21,78 Euro, Einstand 19,41 USD). Im ersten Halbjahr ist Kontron nur leicht gewachsen, hat aber operativ deutlich mehr verdient. Der Umsatz legte um gut ein Prozent auf 737 Millionen Euro zu, wenn man die verkauften Geschäftsteile beim Vorjahreswert herausrechnet. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg im ersten Halbjahr ohne Sonderbelastungen für den Abbau von Mitarbeitern um fast elf Prozent auf 100,8 Millionen Euro. Der Überschuss ging wegen der Sonderkosten hingegen von 89 Millionen Euro auf 35 Millionen Euro kräftig zurück. Für das laufende Jahr erwartet die Kontron-Spitze weiterhin einen Umsatz leicht über dem Vorjahresniveau. Der bereinigte operative Gewinn soll ohne die Kosten für den Personalabbau wie geplant 225 Millionen Euro erreichen. Weiterhin mau läuft unterdessen das Geschäft mit Umwelttechnologie. Die umfassende Restrukturierung von GreenTec (ehemals Katek) steht aus Sicht von Analyst Martin Comtesse von Jefferies im Fokus. Insgesamt habe auch das zweite Quartal des Spezialisten für das Internet der Dinge und eingebettete Computersysteme enttäuscht. Kontron treibt die strategische Neuausrichtung derweil voran. Der Umbau im Bereich GreenTec sieht dabei den Abbau von 500 Stellen vor. Davon seien 424 abgeschlossen oder vereinbart, hieß es nun. Das Programm soll im dritten Quartal abgeschlossen werden. Die Kosteneinsparungen von jährlich über 30 Millionen Euro sollen ab dem Geschäftsjahr 2027 vollständig sichtbar werden. Der Großaktionär Ennoconn hatte nach Ablauf eines Pflichtübernahmeangebots bei Kontron keine Mehrheit erreicht. Kontron hatte von der Annahme abgeraten. Der Angebotspreis von 23,50 je Aktie sei aus Sicht von Vorstand und Aufsichtsrat „finanziell nicht angemessen“. Ennoconn hatte Mitte Juni die 30-Prozent-Schwelle überschritten und musste deswegen ein Pflichtangebot unterbreiten. Auch wir haben es nicht angenommen.

Welche Transaktionen gab es diese Woche?

Nachdem wir in den vorausgegangenen drei Wochen zunächst mit BMW und dem Volkswagen-Großaktionär Porsche Automobil Holding zwei deutsche Automobilaktien, dann mit Kraft Heinz Company und Conagra Brands zwei US-„Consumer Staples“ ins Portfolio aufgenommen haben, bei Société Générale eine Teilgewinnmitnahme vorgenommen und Medios vollständig verkauft haben, gab es in dieser Woche keinen Anlass, Änderungen an unserem Portfolio zu veranlassen.

Wie hoch ist die Barreserve?

Unsere Fremdwährungspositionen und deren Gegenwert in Euro haben sich im Wochenvergleich kaum geändert (leichter Anstieg auf 130.822 Euro). Die Gutschrift der Conagra-Dividende in Höhe von netto 612,50 US-Dollar steht weiterhin aus. Sie wird deshalb im Fondsvermögen als Forderung geführt und in den Anteilswert eingerechnet.

Carrefour hat im Mai eine reguläre Dividende von 0,97 Euro pro Aktie gezahlt und unlängst im Juli zusätzliche 0,21 Euro Sonderdividende, zusammen also 1,18 Euro pro Aktie. Im Verhältnis zu unserem Einstandskurs von 24,73 Euro ist das eine Dividendenrendite von 4,8 Prozent.

Das Euro-Kontoguthaben des Fonds ist leicht durch Mittelzuflüsse auf 872.351 Euro gestiegen. Der Anteil am Fondsvermögen liegt wenig verändert bei 12,1 Prozent. Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist im Wochenvergleich leicht um 47 gestiegen auf jetzt 161.384 Anteile. Das Fondsvermögen ist gegenüber der Vorwoche weiter durch Kursgewinne gestiegen, jetzt auf 7.193.535 Euro.

Aktuelle strategische und taktische Überlegungen

Die meisten Aktienfonds profitierten in dieser Woche von der Kurserholung großer US-Tech-Aktien (wie Nvidia +11,6 Prozent, Microsoft +7,6 Prozent, Meta +6,4 Prozent). Im Juli hatten deren schlechteres Abschneiden die Durchschnittsergebnisse bei Aktien- und Mischfonds belastet, denn nach wie vor sind die allermeisten Fonds in „Mainstream-Aktien“, zu denen auch Apple, Amazon und Alphabet gehören, hoch investiert. Unsere gute Performance kommt in dieser Woche bekanntlich aus einer anderen Quelle, nämlich den Edelmetall-Aktien. Dass US-Tech-Aktien und Edelmetall-Aktien jetzt gleichzeitig anspringen, ist kein Zufall: Beide reagieren positiv auf die gestiegenen Hoffnungen, die Fed werde ihre Zinsen nicht so bald erhöhen. Diese Hoffnung erhielt jüngst Auftrieb von den US-Arbeitsmarktdaten, die zeigten, dass Trumps Versprechen, deutlich mehr Arbeitsplätze in den USA zu schaffen, das Schicksal seiner anderen Versprechungen teilt: Der US-Arbeitsmarkt schwächte sich im Juli ab. Unter dem Strich fielen 23.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft weg. Im Juni wurden noch 57.000 Stellen aufgebaut – deutlich weniger als zuvor erwartet. Für Juli war ein Zuwachs von 80.000 Stellen erwartet worden, so dass die Lücke zwischen Erwartung und Realität über 100.000 Arbeitsplätze bei nur einem Monat beträgt.

Höhere Leitzinsen würden Tech-Aktien belasten, weil deren für die ferne Zukunft erwarteten Gewinne beim Abdiskontieren auf die Gegenwart dann mehr an (Bar-)wert verlieren. Zudem machen sogar die Tech-Konzerne inzwischen mehr Schulden (vor allem für KI-Investitionen).

Höhere Zinsen belasten aber traditionell auch Edelmetall-Aktien, weil Zinsen bei zinslosen Edelmetallen Opportunitätskosten darstellen. Auf die Bedeutung der Realzinsen für die Edelmetalle war an dieser Stelle schon mehrfach hingewiesen worden, also den Abstand zwischen Inflation und Nominalzinsen.

Falls die Erwartung von Leitzinsanhebungen in den USA wieder zunehmen sollten, würden Edelmetall-Investments zwar auch belastet, blieben aber für ein Szenario finanzieller Repression (also Zinsen, die die Inflation kaum oder gar nicht mehr ausgleichen können) die bessere Wahl.

Zudem ist der Markt bei Edelmetall-Investments nach fünfmonatiger Korrektur weitaus stärker bereinigt als bei Tech-Aktien, die gerade mal einen schlechten Monat hatten.

2026 KW31 Report über das Portfolio des Investmentclub-Aktienfonds

Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank.

Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte.

Bei Anregungen und Feedback erreichen Sie uns gerne per email. Ihre Ansprechpartner sind:

Was ist diese Woche (KW31/2026) an den Börsen geschehen?

Die erste Wochenhälfte war an den Märkten von Hoffnungen auf eine Befriedung im Nahen Osten geprägt, die allerdings schon in der Wochenmitte enttäuscht wurden. Erwartete Konkurrenz aus China löste bei Aktien der Mikrochip-Branche prozentual zweistellige Kursschwankungen aus. Geschäftsergebnisse von Microsoft wurden dann aber als positives Signal für die Themen Künstliche Intelligenz und Cloud gewertet. Die US-Notenbank FED beließ ihre Leitzinsen unverändert. Das war zwar mehrheitlich erwartet worden, löste aber Kursverluste aus, vor allem am Anleihemarkt: Die Renditen von US-Staatsanleihen mit 30-jähriger Laufzeit kletterten auf den höchsten Stand seit 2007 auf bis zu 5,23 Prozent; die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen T-Bonds stieg auf bis zu 4,7 Prozent. Dahinter stehen Sorgen, dass die FED den Inflationsdruck durch den Krieg mit dem Iran und die steigenden Ölpreise nicht eindämmen kann. Trotz starker Kursveränderungen bei Einzeltiteln veränderten sich die meisten Aktienindizes im Wochenvergleich nur wenig: Nasdaq-100 +0,5 Prozent, der Dow Jones +1,0 Prozent, Euro-STOXX-50 +1,2 Prozent und DAX +2,1 Prozent (seit Jahresbeginn damit +4,7 Prozent).

Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?

Der ACC Alpha select Anteilswert wurde auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag mit 43,59 Euro berechnet. Gegenüber dem Wert der Vorwoche ist das ein Anstieg um +0,66 Euro bzw. +1,5 Prozent. Im laufenden Jahr (Jahreswechsel 42,01 Euro) steigt unser Plus damit auf +3,8 Prozent. Das Netto-Plus beim ACC Alpha select Anteilswert steigt über ein Jahr auf +12,6 Prozent (MSCI World in Euro sinkt auf +18,7 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds sinkt auf +13,1 Prozent, Mischfonds auf +10,1 Prozent). Über drei Jahre bleibt der ACC-Nettozuwachs bei +38,4 Prozent (MSCI World in Euro sinkt auf +56,7 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds auf +36,3 Prozent, Mischfonds auf +25,4 Prozent), und liegt über fünf Jahre jetzt bei +37,9 Prozent (MSCI World in Euro sinkt auf +72,9 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds sinkt auf +35,5 Prozent, Mischfonds auf +20,1 Prozent).

Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)

Die in diesem und dem folgenden Abschnitt genannten Kursveränderungen beziehen sich jeweils auf die Woche bis einschließlich Freitag, weichen also vom Zeitpunkt der Anteilswertberechnung um einen Tag ab.

Auf unserer Liste der Wochengewinner stehen die deutschen Nebenwerte INDUS Holding und Drägerwerk, gefolgt von der südafrikanischen Platinmine Valterra Platinum, den erst kürzlich neu aufgenommenen Porsche Automobil Holding und wieder einmal Société Générale, wo wir das Erreichen neuer Mehr-Jahres-Hochs für eine Teilgewinnmitnahme nutzen. Alle Werte überraschten den Markt mit ihren Halbjahresergebnissen positiv.

INDUS Holding sind mit +14,3 Prozent (auf 31,65 Euro, Einstand 24,66 Euro) beste Aktie in unserem Portfolio in dieser Woche. Die Beteiligungsgesellschaft peilt nach einem starken Wachstum im ersten Halbjahr mehr Umsatz und Ergebnis im Gesamtjahr an. Der Erlös dürfte 2026 nun bei 1,9 bis 2,1 Milliarden Euro liegen, wie das Unternehmen mitteilte. Am unteren und oberen Ende der Spanne waren bisher 50 Millionen weniger vorgesehen. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) erwartet das Management mit 220 bis 260 Millionen Euro deutlich höher als bisher mit 160 bis 190 Millionen. Die entsprechende Marge sollte 11 bis 13 Prozent betragen statt 8 bis 10 Prozent. Grund für den Aufschwung sind höhere Preise für den Rohstoff Wolframcarbid, der dem größten Unternehmen in der Indus-Sparte Material Solutions Schwung verleiht. Im ersten Halbjahr stieg der Konzernerlös von Indus nach vorläufiger Berechnung um gut 15 Prozent auf rund 965 Millionen Euro. Das operative Ergebnis kletterte auf 123,5 Millionen Euro und damit mehr als das Doppelte. Die Marge zog um 6,1 Prozentpunkte auf 12,8 Prozent an.

Drägerwerk Vorzüge stehen mit +13,0 Prozent (auf 109,40 Euro, Einstand 47,27 Euro) die dritte Woche in Folge auf der Gewinnerliste. Damit reagierte der Markt auf die guten Geschäftsergebnisse des ersten Halbjahres bzw. zweiten Quartals. Die Drägerwerk AG & Co. KGaA hat ihren Auftragseingang im ersten Halbjahr 2026 um etwa 9 Mio. Euro auf rund 1.747 Mio. Euro gesteigert. Der Umsatz erhöhte sich um 93 Mio. Euro auf rund 1.603 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg um etwa 43 Mio. Euro auf 63,8 Mio. Euro. Die EBIT-Marge verbesserte sich von 1,3 auf 4,0 Prozent. Der Umsatz ist aufgrund der guten Entwicklung in der Medizin- und Sicherheitstechnik kräftig gestiegen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern konnte sich mehr als verdreifachen. Dazu habe die starke operative Dynamik beigetragen, aber auch die Rückerstattung von US-Zöllen. „Die Nachfrage nach unserer Technik für das Leben ist ungebrochen und der Auftragseingang weiter angestiegen. Diese robuste Entwicklung stimmt uns weiterhin zuversichtlich“, sagt Stefan Dräger, Vorstandsvorsitzender der Drägerwerk Verwaltungs AG. Im zweiten Quartal lag der Auftragseingang mit einem währungsbereinigten Anstieg um 0,3 Prozent auf 882,6 Mio. Euro leicht über dem Vorjahreswert. Das Segment Medizintechnik verzeichnete aufgrund des hohen Vorjahresniveaus durch den Großauftrag aus Mexiko einen währungsbereinigten Rückgang um 11,5 Prozent auf 476,5 Mio. Euro. Im Segment Sicherheitstechnik stieg der Auftragseingang währungsbereinigt deutlich um 19,0 Prozent auf 406,1 Mio. Euro. Der Umsatz von Dräger stieg währungsbereinigt um 8,5 Prozent auf 847,3 Mio. Euro. Die Bruttomarge erhöhte sich um 2,8 Prozentpunkte auf 46,6 Prozent. Das EBIT konnte sich mehr als verdoppeln und stieg auf 45,9 Mio. Euro. Die EBIT-Marge verbesserte sich signifikant um 2,9 Prozentpunkte auf 5,4 Prozent. Für das laufende Geschäftsjahr insgesamt erwartet Dräger weiterhin einen währungsbereinigten Umsatzanstieg von 2,0 bis 6,0 Prozent. Aufgrund der starken operativen Geschäftsentwicklung und der im zweiten Quartal und am Anfang des dritten Quartals erhaltenen Zollrückerstattungen hat das Unternehmen seine Prognosespanne für die EBIT-Marge (von 5,0 bis 7,5 Prozent) auf 6,0 bis 8,0 Prozent angehoben. Dräger gehört seit einiger Zeit zu unseren Top-10-Positionen (Anteil am Fondsvermögen 3,0 Prozent).

Während der Platinpreis seit fünf Wochen eine Bodenbildung zwischen 1.530 und 1.700 US-Dollar pro Unze durchläuft, setzte die Aktie des führenden Platinproduzenten Valterra Platinum ausgelöst durch die guten Halbjahresergebnisse zu einer Kurserholung an: +9,4 Prozent (auf 55,65 GBP, Einstand 37,69 GBP). Im ersten Halbjahr zum 30. Juni 2026 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 81.811 Mio. ZAR nach 42.353 Mio. ZAR im Vorjahreszeitraum. Die Erlöse beliefen sich auf 81.811 Mio. ZAR nach 42.337 Mio. ZAR ein Jahr zuvor. Der Nettogewinn stieg auf 21.609 Mio. ZAR nach 585 Mio. ZAR im Vorjahreszeitraum. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Geschäftsbereichen lag bei 82,31 ZAR nach 2,23 ZAR ein Jahr zuvor. Verwässert belief sich das Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Geschäftsbereichen auf 81,84 ZAR nach 2,22 ZAR im Vorjahreszeitraum. Der Verwaltungsrat von Valterra Platinum teilte mit, dass die Direktoren in ihrer Sitzung vom 27. Juli eine zusätzliche Bardividende in Höhe von 6,5 Mrd. ZAR bzw. 24,50 ZAR je Aktie genehmigt haben. Wie jüngst bei OceanaGold bestätigen die Geschäftsergebnisse unsere Erwartung, dass die Edelmetallminen bei den jetzigen Edelmetallpreisen so hohe Gewinne erzielen, dass sie nicht nur die Bilanzen verbessern (steigende Netto-Cash-Positionen gegenüber sinkenden Verbindlichkeiten) sondern auch höhere Dividenden zahlen können. Die Aktie erscheint schon bei einem gleichbleibenden Platinpreis klar unterbewertet (KGV 9, Dividendenrendite fast 8 Prozent). Die aktuelle Bewertung preist einen Preisrückgang bei Platin und / oder größere betriebswirtschaftliche Probleme ein, die aber nicht erkennbar sind. Umgekehrt hat die Aktie weitreichendes Erholungspotenzial für den Fall, dass die Bodenbildung bei Platinpreis in wieder steigende Preise mündet. Der Anteil aller 6 Edelmetall-Aktien zusammen am Fondsvermögen blieb in dieser Woche bei 14,4 Prozent.

Die erst vor gut zwei Wochen aufgenommenen Auto-Aktien BMW und Porsche Automobil Holding entwickeln sich gut: Porsche Automobil Holding +6,2 Prozent (auf 28,78 Euro, Einstand 27,23 Euro) und BMW +4,1 Prozent (auf 59,30 Euro, Einstand 57,50 Euro). BMW hat mit der „Neuen Klasse“ einen Schnellstart hingelegt. Inzwischen sind im neuen Werk im ungarischen Debrecen 50.000 Fahrzeuge des elektrischen iX3 vom Band gelaufen, wie der Konzern mitteilte. Zudem sei man auf Kurs, bald 100.000 Auftragseingänge für das Fahrzeug zu erreichen. „Nie zuvor haben wir in einem neuen Werk so schnell so viele Fahrzeuge gebaut“, sagt Produktionsvorstand Raymond Wittmann. Unter anderem startete die zweite Schicht dort bereits im Februar und damit deutlich früher als geplant. Zumindest beim iX3 als erstem Fahrzeug der „Neuen Klasse“ läuft es bei BMW damit gut. Der Konzern, der seit Mitte Mai mit Milan Nedeljkovic einen neuen Chef hat, hatte vor Kurzem mit einer Gewinnwarnung überrascht und zuletzt insgesamt sinkende Absätze gemeldet. Der Umsatz fiel im zweiten Quartal im Jahresvergleich um knapp 8 Prozent auf 31,3 Milliarden Euro. Die für den Kapitalmarkt wichtige Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern in der Autosparte sackte von 5,4 auf 2,3 Prozent ab. Analysten hatten sogar aber mit schlimmeren Zahlen gerechnet. Zumindest bislang erweist es sich als richtig, im Stimmungstief antizyklisch gekauft zu haben.

Die französische Großbank Société Générale schraubt nach einem Rekordgewinn im zweiten Quartal ihre Spar- und Renditeziele nach oben. Die Aktie kletterte in dieser Woche um 5,4 Prozent auf ein neues 18-Jahres-Hoch (81,31 Euro, Einstand 24,73 Euro). Bankchef Slawomir Krupa will die Kosten im laufenden Jahr statt um drei Prozent jetzt um vier Prozent senken, wie das Geldhaus in Paris mitteilte. Die Rendite auf das materielle Eigenkapital soll derweil um etwa elf Prozent steigen. Bisher hatte sich der Manager mehr als zehn Prozent zum Ziel gesetzt. Im zweiten Quartal verdiente die Societe Generale knapp 1,8 Milliarden Euro und damit fast ein Viertel mehr als ein Jahr zuvor. Während die Erträge stiegen, sanken die Kosten etwa so stark wie jetzt für das Gesamtjahr geplant.

Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)

Beim Edelstahl- und Legierungshersteller Aperam lösten die jüngsten Geschäftsergebnisse Gewinnmitnahmen aus. Die Aktie ist mit einem Rückgang um -8,6 Prozent (auf 45,46 Euro, Einstand 33,45 Euro) unser größter Wochenverlierer, war aber erst im Juni auf den höchsten Wert seit vier Jahren gestiegen. Aperam hat das vergangene Quartal mit einem Umsatz von insgesamt 1,69 Mrd. Euro abgeschlossen. Das kommt einer Umsatzsteigerung von 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresviertel gleich und entsprach den durchschnittlichen Analystenerwartungen. Das Ergebnis je Aktie (EPS) im abgelaufenen Quartal übertraf mit 1,61 Euro nicht nur den Gewinn im Vorjahresviertel (0,25 Euro je Aktie) deutlich, sondern auch die durchschnittlichen Analystenerwartungen von 1,08 Euro je Aktie. Wir hatten bei unserer Analyse von Aperam Umsatzerlöse im Gesamtjahr 2026 von 6,66 Mrd. Euro angesetzt, was gut zu den 1,69 Mrd. in einem Quartal passt. Beim Gewinn pro Aktie haben wir für 2026 nur einen Gewinn pro Aktie (EPS) von 2,08 Euro angesetzt. Davon sind im ersten Halbjahr also schon gut drei Viertel erzielt worden. Damit erscheinen die Gewinnsteigerungen, die wir angesetzt haben (auf rund 4 Euro EPS 2027), realistisch – und unser Fair Value von 61 Euro. Der jetzige Kursrückgang in Reaktion auf besser als vom Markt erwartete Gewinne ist also eher eine (Zu-) Kaufgelegenheit.

Auch bei Deutz dürfte der Kursrückgang dieser Woche von -4,4 Prozent (auf 10,18 Euro, Einstand 4,25 Euro) auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen sein. Zuvor war die Aktie bekanntlich in Reaktion auf die Übernahme des Militärfahrzeugbauers FFB auf den höchsten Wert seit Anfang Juni gestiegen, in der Vorwoche um +8,9 Prozent.

Auch bei Heidelberg Materials fielen die Geschäftsergebnisse eigentlich gut aus, die Aktie verlor aber auf Wochensicht -4,3 Prozent (auf 161,00 Euro, Einstand 53,60 Euro). Das Unternehmen steigerte seine Umsatzerlöse spürbar um 361 Mio. Euro bzw. 6 Prozent auf 6.044 Mio. Euro. Das Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs (RCO) erhöhte sich um 38 Mio. Euro bzw. 4 Prozent auf 1.086 Mio. Euro. Die operative Marge lag bei 23,4 Prozent. Das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) nahm in den ersten sechs Monaten 2026 um 0,09 Euro auf 4,47 Euro zu. Bei Heidelberg Materials haben wir bekanntlich höhere Kurse genutzt, um die Position stark zu verkleinern. Wir halten nur noch 300 Aktien, von denen wir uns bei einer Bestätigung des Abwärtstrends trennen.

Welche Transaktionen gab es diese Woche?

Wir haben in dieser Woche zwei Aktienverkäufe veranlasst: Bei unserer zweitgrößten Einzelaktienposition, Société Générale, antizyklisch, weil unser erstes Kursziel erreicht wurde, und bei Medios im Rahmen unseres Risikomanagements, weil sich die Aktie nicht wie von uns erhofft entwickelt.

Wir haben 1.000 von 4.000 Société Générale-Aktien zu 79,85 Euro verkauft – unserem ersten Kursziel. Die Börse reagierte sehr positiv auf die jüngsten Geschäftsergebnisse und Verlautbarungen der Bank (siehe oben). Gegenüber unserem Einstand zu 24,73 Euro hat sich der Kurs in nur 22 Monaten mehr als verdreifacht. Wir haben jetzt einen Kursgewinn von 223 Prozent realisiert (laufende Dividenden nicht eingerechnet). Die verbleibenden Société Générale gehören weiterhin zu unseren Top-Ten-Positionen, was angesichts des aktuellen Momentums richtig sein dürfte: Trotz Kursverdreifachung liegt das KGV nur bei rund 10 und vor der Finanzkrise stand die Aktie in der Spitze fast beim Doppelten von heute.

Wir haben uns im Rahmen unseres Risikomanagements vollständig von unserer Aktienposition Medios getrennt. Die 10.000 Aktien wurden zu durchschnittlich 10,9402 Euro verkauft. Gegenüber unserem durchschnittlichen Einstand zu 15,17 Euro haben wir einen Kursverlust von 27,9 Prozent realisiert. Das Spezialpharma-Unternehmen hat nach einem durchwachsenen Halbjahr seine Gewinnerwartungen für 2026 gekürzt. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) dürfte 88 bis 92 Millionen Euro erreichen, teilte Medios mit. Bisher war der Vorstand von 94 bis 102 Millionen Euro ausgegangen. Ein Grund für die Kappung sind Kürzungen rund um medizinisches Cannabis bei den gesetzlichen Krankenkassen. Der Kursrückgang bestätigte den Abwärtstrend der Aktie auf verschiedenen Zeitebenen. Es wird zu prüfen sein, ob wir die Aktie weiter beobachten und bei einer verbesserten Indikation einen Wiedereinstieg prüfen, denn fundamental führt der Kursrückgang Medios auf ein interessantes Niveau. Der zuständige Analyst bei der Privatbank Berenberg sieht die derzeitigen Kurse beispielsweise als Kaufgelegenheit. Er senkte zwar sein Kursziel von 26 auf 25 Euro, behielt seine Einstufung „Buy“ jedoch bei. So hielten die regulatorischen Herausforderungen bei Medios an, doch die Sparmaßnahmen des Unternehmens und die Bewertung der Aktien stützten seine positive Einschätzung zur langfristigen Entwicklung der Medios-Aktie. Medios will die schon eingeleiteten Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung forcieren. Zugleich seien die neuesten Entwicklungen Anlass, sich strategisch auf Geschäftsfelder zu fokussieren, in denen man profitabel wachsen könne.

Wie hoch ist die Barreserve?

Der ETF von iShares auf den MSCI Japan Small Cap Index hat 0,5815 US-Dollar pro Anteil ausgeschüttet, zusammen für unsere 5.000 Anteile also 2.907,50 US-Dollar, die ohne Abzüge unserem US-Dollar-Konto gutgeschrieben wurden. Unser US-Dollar-Kontoguthaben ist dadurch auf 91.606 USD gestiegen, zum aktuellen Wechselkurs 79.612 Euro (1,1 Prozent vom Fondsvermögen). Es ist damit schon die größte Fremdwährungsposition, gefolgt von 66.767 kanadischen Dollar, die aktuell einen Gegenwert von 41.402 Euro haben. Zusammen beläuft sich der Gegenwert aller Fremdwährungsguthaben des Fonds aktuell auf jetzt umgerechnet 130.730 Euro (1,9 Prozent vom Fondsvermögen).

Die jüngsten Dividendenzahlungen von Carrefour und ConAgra Brands sind zwar von den Aktienkursen abgeschlagen worden, unseren Konten aber noch nicht gutgeschrieben. Sie werden deshalb im Fondsvermögen als Forderung geführt, also in den Anteilswert eingerechnet.

Das Euro-Kontoguthaben des Fonds haben wir durch die Aktienverkäufe um rund 190.000 Euro auf 867.322 Euro erhöht, den Anteil am Fondsvermögen von 9,8 auf 12,3 Prozent. Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist im Wochenvergleich nahezu unverändert geblieben bei jetzt 161.337 Anteile. Das Fondsvermögen ist gegenüber der Vorwoche weiter durch Kursgewinne gestiegen, jetzt auf 7.054.335 Euro.

Aktuelle strategische und taktische Überlegungen

Vor zwei Jahren haben wir Signale für einen Anstieg der Edelmetallpreise gesehen und (im September 2024) begonnen, entsprechende Aktienpositionen aufzubauen. Die Hausse gipfelte Ende Januar dieses Jahres in einer Rallye, auf die heftige Gewinnmitnahmen folgten. Wir gehen davon aus, dass nach der laufenden Konsolidierung wieder Spielraum für steigende Edelmetallpreise besteht. Während sich ein wieder steigender Preis insbesondere bei Silber, aber auch bei Platin, auf die Angebots/Nachfrage-Struktur stützen kann (wenige Anbieter, kaum Lagerbestände, industrielle Nachfrage), muss bei Gold aufmerksamer beobachtet werden, wie sich Angebot und Nachfrage entwickeln. Dies liegt auf der Angebotsseite daran, dass sich die Goldförderung in Reaktion auf einen hohen Preis schneller ausweiten lässt als bei Silber und Platin. Und auf der Käuferseite hat Gold nur eine vergleichsweise unbedeutende industriellen Nachfrage. Dazwischen befinden sich als wichtige Marktteilnehmer Goldinvestoren, die sich wiederum vor allem in Notenbanken und Privatanleger teilen lassen. Wichtig: Goldinvestoren können die Seite wechseln. Wir haben in den vergangenen Monaten große Goldverkäufe sowohl bei einigen Notenbanken als auch bei Privatanlegern (Gold-ETFs) gesehen.

Das World Gold Council (WGC) beziffert die Investitionen in Gold-ETFs, Barren und Münzen im zweiten Quartal auf nur noch 262 Tonnen. Dabei seien aus goldgedeckten ETFs im zweiten Quartal netto 45 Tonnen Gold auf den Markt gekommen. Die Barren- und Münzinvestitionen blieben mit einem Rückgang von nur drei Prozent im Jahresvergleich im zweiten Quartal relativ stabil. Wichtig blieb die Nachfrage im OTC-Markt, der sich vor allem auf asiatische Goldkäufer stützt: Dies seien im zweiten Quartal 327 Tonnen Gold gewesen. Zentralbanken und andere offizielle Institutionen blieben insgesamt im zweiten Quartal auf der Käuferseite: netto haben sie 289 Tonnen Gold gekauft. Allerdings haben die Zentralbanken von Russland und der Türkei, deren diktatorisch regierende Staatspräsidenten ihre Länder an den Rand des Ruins trieben, Teile ihrer Goldreserven verkaufen müssen. Es ist allerdings davon auszugehen, dass andere Staaten, die es sich leisten können, ihre Goldreserven eher weiter aufstocken als abbauen: Die Central Bank Gold Reserves Survey des WGC ergab, dass 45 Prozent der Befragten beabsichtigen, ihre eigenen Goldreserven in den nächsten 12 Monaten aufzustocken, was die anhaltende Bedeutung von Gold für offizielle Reserven unterstreiche. Die Goldnachfrage aus der Schmuckproduktion reagiert dagegen empfindlicher auf die hohen Preise: Die Schmucknachfrage fiel im Jahresvergleich um 17 Prozent – Verbraucher wechselten zu leichteren Produkten.

Das gesamte Goldangebot sei im zweiten Quartal im Jahresvergleich mit 1.269 Tonnen unverändert geblieben, wobei sich Minenproduktion und Recycling gegensätzlich entwickelten: Trotz der höheren Preise ging das Recycling um sechs Prozent im Jahresvergleich zurück. Die Minenproduktion allerdings stieg, schätzungsweise um zwei Prozent im Jahresvergleich auf 966 Tonnen. Insbesondere in Kanada und Chile reagierten die Minen schon auf das hohe Preisniveau mit einer Förderausweitung.

Im Ausblick erwartet auch das World Gold Council, dass die Nachfrage asiatischer Investoren wichtiger wird, weil Gold-ETFs für westliche Anleger weniger attraktiv sind, wenn Realrenditen steigen. Zentralbanken dürften netto Gold-Käufer bleiben, „wenn auch in etwas langsamerem Tempo als in den letzten vier Jahren.“

Langfristig zeigt der reale, also inflationsbereinigte Goldpreis eine starke Tendenz zur Mittelwertrückkehr: Gold kann also Kaufkraft erhalten, bringt aber langfristig kaum reale Wertsteigerungen. Oft wird empfohlen, Gold mit einem bestimmten Prozentsatz des Vermögens zu halten. Dies ist aber nur eine „Verlegenheitslösung“ derer, die das Timing-Risiko scheuen: Nachdem es in den 1970er Jahren gewinnbringend war, erwiesen sich Edelmetallinvestments ab 1980 für 20 Jahre als sehr frustrierend. In diesem Jahr kann man das in Zeitraffer beobachten. Wer angelockt durch die hohen Preissteigerungen erst im Januar auf den beschleunigten Trend aufsprang, sitzt jetzt auf Verlusten. Viele Gold-ETF-Anleger haben sich offenbar schon wieder frustriert von ihren Investments getrennt. Die Aushöhlung der US-Volkswirtschaft durch das Trump-Regime birgt erhebliche Risiken für den US-Dollar. Allein das spricht für Gold. Die anderen Einflussfaktoren sind im Ergebnis aber weniger eindeutig.

Für die Minen und Royaltys sind die aktuellen Preise immer noch sehr gewinnbringend (siehe jüngste Zahlen unserer OceanaGold). Darin liegt aber auch die Gefahr einer Angebotsausweitung (siehe Zuwachs der Goldförderung im zweiten Quartal). Bei einem nur gleichbleibenden Goldpreis sind unsere Goldaktien unterbewertet, d.h. der Markt preist bereits das Risiko eines weiteren Preisrückgangs ein, womit das Chance/Risiko-Verhältnis für ein Festhalten an den Positionen spricht.