2026 KW37 Report über das Portfolio des Investmentclub-Aktienfonds
Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank.
Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte.
Bei Anregungen und Feedback erreichen Sie uns gerne per email. Ihre Ansprechpartner sind:
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Was ist diese Woche (KW37/2026) an den Börsen geschehen?
Die neuerliche Eskalation des Krieges zwischen den USA und dem Iran trieb der Ölpreis auf rund 100 Dollar pro Barrel. Damit dürften Inflation und Zinsen weiter steigen. US-Finanzminister Scott Bessent scheiterte mit dem Versuch, mit erhöhten Anleiherückkäufen den Renditeanstieg aufzuhalten: Die zehnjährige US-Staatsanleiherendite stieg mit 4,95 Prozent auf den höchsten Stand seit dem 16-Jahres-Hoch im November 2023. Die Europäische Zentralbank (EZB) erhöhte wie erwartet zum zweiten Mal in diesem Jahr ihre Leitzinsen um je 25 Basispunkte, die Einlagefazilität auf 2,5 Prozent. Damit überwogen an den Aktienmärkten die zweite Woche in Folge die Kursverluste: Der Dow Jones sank um -1,6 Prozent, der Euro-STOXX-50 um -1,1 Prozent, der DAX um -1,8 Prozent und der Nikkei-225 um -1,6 Prozent.
Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?
Der ACC Alpha select Anteilswert wurde auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag mit 44,85 Euro berechnet. Gegenüber dem Wert der Vorwoche ist das ein Rückgang um 0,67 Euro bzw. -1,5 Prozent. Im laufenden Jahr (Jahreswechsel 42,01 Euro) beträgt unser Netto-Plus damit jetzt +6,8 Prozent (zum Vergleich: DAX +4,4 Prozent). Das Netto-Ergebnis beim ACC Alpha select Anteilswert sinkt über ein Jahr auf jetzt +13,9 Prozent (MSCI World in Euro sinkt auf +19,7 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds sinkt auf +14,2 Prozent, Mischfonds sinkt auf +10,6 Prozent). Über drei Jahre beträgt der ACC-Nettozuwachs jetzt +45,1 Prozent (MSCI World in Euro sinkt auf +60,5 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds sinkt auf +40,6 Prozent, Mischfonds bleibt bei +28,7 Prozent) und über fünf Jahre +42,1 Prozent (MSCI World in Euro bleibt bei +72,6 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds sinkt auf +34,8 Prozent, Mischfonds steigt leicht auf +20,9 Prozent).
Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)
Die in diesem und dem folgenden Abschnitt genannten Kursveränderungen beziehen sich jeweils auf die Woche bis einschließlich Freitag, weichen also vom Zeitpunkt der Anteilswertberechnung um einen Tag ab.
Beste Aktie in unserem Portfolio ist Itochu: Die japanische Aktie stieg um +4,9 Prozent (auf 12,70 Euro bzw. 2.294 Yen, Einstand 5,73 Euro bzw. 832 Yen) und erreichte damit neue Rekordhochs über den bisherigen Kursspitzen vom Februar. Die Itochu-Aktie gehört bereits in der Vorwoche zu unseren größten Kursgewinnern. Damit ist der übergeordnete Aufwärtstrend bestätigt. Hintergrund ist eine mögliche Aufstockung des Aktienpaketes an Itochu, das die US-Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway hält. Nachdem Berkshire-Chef Greg Abel im Gespräch mit der Wirtschaftszeitung Nikkei einen möglichen Ausbau der Beteiligungen an den fünf großen japanischen Handelshäusern in Aussicht gestellt hat, zogen deren Aktien an. Berkshire hält inzwischen mehr als zehn Prozent an den fünf großen japanischen Handelshäusern Itochu, Marubeni, Mitsubishi, Mitsui und Sumitomo, wie Abel in einem anderen Interview (mit CNBC) verriet. Damit hat Berkshire seine Beteiligungen, die beim Einstieg im Jahr 2020 zunächst bei rund fünf Prozent lagen, über die Jahre weiter ausgebaut. Ob Berkshire Hathaway die angedeuteten Zukäufe tatsächlich umsetzt, dürfte sich erst mit der nächsten Pflichtmitteilung an die japanische Finanzaufsicht zeigen, sobald eine Veränderung der Beteiligungshöhe meldepflichtig wird.
Weitere Kursgewinner sind in dem schwachen Aktienmarktumfeld unter unseren Nebenwerten zu finden:
IRCE +4,3 Prozent (auf 2,41 Euro, Einstand 2,20 Euro) und MediClin +3,6 Prozent (auf 5,70 Euro, Einstand 3,16 Euro).
Mutares +3,2 Prozent (auf 26,10 Euro, Einstand 28,13 Euro). Die Beteiligungsgesellschaft gab in den beiden ersten Septemberwochen eine Reihe von Veränderungen an ihrem Beteiligungsportfolio bekannt: Dem Duftstoff- und Aromen-Hersteller Symrise hat Mutares dessen US-Geschäft mit Terpen-Inhaltsstoffen abgekauft. Die Transaktion stärke das Chemicals & Materials-Segment, das Mutares im Zuge der Übernahme des Geschäftsbereichs Engineering Thermoplastics von Sabic aufgebaut hat, teilte die Beteiligungsgesellschaft mit. Finanzielle Details nannte Mutares nicht. Dann gab Mutares den Abschluss der Übernahme der TREPEL Airport Equipment GmbH und der MAFI Transport-Systeme GmbH von der NDW Maschinenbau Holding GmbH bekannt. Dabei handelt es sich um einen Anbieter von Bodenabfertigungsgeräten und Schwerlast-Terminalzugmaschinen mit den Marken TREPEL und MAFI. Man verfüge über ein breites Produktportfolio mit führenden Marktpositionen bei Cargo-Hochladern, Flugzeugschleppern und Terminalzugmaschinensystemen mit einer starken internationalen Präsenz mit Aktivitäten in mehr als 115 Ländern und über 50 Servicepartnern und einem Umsatzvolumen von rund 150 Mio. Euro. Dem steht auch ein Verkauf gegenüber: Der Verkauf der NEM Energy Group an Hyundai Heavy Industries Power Systems („HPS“) wurde abgeschlossen. Die NEM Energy Group ist ein weltweit führender OEM-Anbieter von Wärmeübertragungstechnologien. Mutares habe die Gruppe nach einem komplexen Carve-out in weniger als vier Jahren erfolgreich zu einer unabhängigen und profitablen Plattform entwickelt. Die NEM Energy Group sei mit einem signifikanten Auftragsbestand und einer umfangreichen Projektpipeline bestens für die nächste Wachstumsphase unter der Eigentümerschaft von HPS aufgestellt. Der Exit liefere einen bedeutenden Beitrag zur Guidance von Mutares für das laufende Geschäftsjahr.
Valterra Platinum gewann in dieser Woche +2,3 Prozent (auf 65,70 GBP, Einstand 37,69 GBP). Zwar sank angesichts steigender Realrenditen auch Platin, mit -1,5 Prozent auf Wochensicht aber weniger als Gold (-1,8 Prozent) und Silber (-2,6 Prozent). Die relative Stärke bei einem fallenden Edelmetallpreis darf als Signal der günstigen Bewertung verstanden werden.
Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)
Optisch steht in dieser Woche Aperam auf der Verliererliste oben (-9,1 Prozent auf 44,94 Euro, Einstand 33,45 Euro), was allerdings auch am jüngst erfolgten Dividendenabschlag und Gewinnmitnahmen nach dem Kurssprung in der Vorwoche liegt.
Auch bei ConAgra Brands dürften die Kursverluste noch auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen sein (-5,7 Prozent auf 14,60 USD, Einstand 15,325 USD).
Welche Transaktionen gab es diese Woche?
Nachdem wir in der Vorwoche unsere Barreserve durch eine Teilgewinnmitnahme bei Bouygues-Aktien erhöht hatten, haben wir in dieser Woche keine Änderungen an unserem Portfolio veranlasst.
Wie hoch ist die Barreserve?
Die schon im August abgeschlagene Quartalsdividende von Pan American Silver wurde abgerechnet: Der kanadische Gold- und Silberminenbetreiber zahlte 0,184 US-Dollar pro Aktie, für unsere 4.500 Aktien also 828 US-Dollar. Pan American Silver zahlt Quartalsdividenden. Dies war bereits die dritte Zahlung von 0,18 Cent pro Aktie in diesem Jahr. Bei vier Quartalsdividenden in dieser Höhe würde Pan American Silver in diesem Jahr 0,72 US-Cent ausschütten. Dies entspricht zu aktuellen Wechselkursen 1,00 kanadischen Dollar und im Verhältnis zu unserem Einstandskurs 40,97 CAD einer Dividendenrendite von 2,4 Prozent. Nach Abzug von 15 Prozent Quellensteuern wurden unserem US-Dollar-Konto jetzt 703,80 USD gutgeschrieben. Unser US-Dollar-Bankguthaben ist durch die Gutschrift der Quartalsdividende von Pan American Silver auf 12.125 USD gestiegen, umgerechnet 10.427 Euro, und unsere Fremdwährungsguthaben insgesamt auf umgerechnet 19.994 Euro, nur 0,3 Prozent vom Fondsvermögen. Das Euro-Bankguthaben beläuft sich aktuell auf 637.792 Euro, was 8,8 Prozent vom Fondsvermögen entspricht. Die Gutschriften der jüngsten Dividenden von Conagra, Aperam, OceanaGold und Valterra Platinum stehen weiterhin noch aus. Hinzu kommen seit dieser Woche noch die jüngsten Dividenden von B2Gold, Franco-Nevada, Kraft Heinz und Newmont. Sie alle werden im Fondsvermögen als Forderung geführt und in den Anteilswert eingerechnet. Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist im Wochenvergleich um 63 auf jetzt 161.401 Anteile gestiegen. Das Fondsvermögen ist gegenüber der Vorwoche durch Kursverluste leicht auf jetzt 7.257.656 Euro gesunken.
Aktuelle strategische und taktische Überlegungen
Die legendäre US-Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway baute jüngst unter ihrem neuen Chef Greg Abel die Beteiligung an Alphabet aus, zur drittgrößten Position nach Apple und American Express. Damit ist auch die künftige Entwicklung der Holding vom Höhenflug der großen US-Hyperscaler abhängig. Wir sind bekanntlich in diesen Mainstream-Aktien nicht investiert, weil die Risiken u.E. die Chancen übersteigen.
Die fünf Technologiekonzerne Alphabet, Amazon, Microsoft, Meta und Oracle haben ihre Investitionsausgaben von 98 Mrd. USD im Jahr 2020 auf 722 Mrd. USD in diesem Jahr mehr als versiebenfacht. Nächstes Jahr planen diese Unternehmen mit 900 Mrd. USD. Bevor der Wettlauf um die „Künstliche Intelligenz“ begann, schwammen diese Konzerne in einem riesigen freien Cashflow. Obwohl ihre Cashflows noch weiter eindrucksvoll gestiegen sind, reichen sie inzwischen nicht mehr, um die Ausgaben zu finanzieren. Alphabet und Amazon weisen bereits einen negativen Cashflow auf, bei Meta sank er um fast 90 Prozent. Nur Microsoft verdient noch mehr Geld als es ausgibt. Alle anderen Hyperscaler verschulden sich inzwischen. Das Volumen der jährlich begebenen Unternehmensanleihen im Investment Grade-Bereich lag lange Zeit bei rund 500 Mrd. USD. In diesem Jahr dürfte das Volumen sich auf mehr als eine Billion US-Dollar mehr als verdoppeln. Entsprechend stiegen die Zinsaufschläge bei diesen Anleihen ebenso wie die Versicherungsraten für Kreditausfälle, die sogenannten „Credit Default Swaps“. In der Liga der „KI-Giganten“ mitzuspielen kostet extrem viel Geld. Das Kreditrating von Oracle verschlechterte sich auf nur noch „BBB-“.
Die auf den ersten Blick sichtbaren Schulden in den Bilanzen der fünf großen Konzerne stiegen auf 725 Mrd. USD – sind jedoch nur die halbe Wahrheit: Die versteckten außerbilanziellen „Schattenschulden“ dürften sich auf mehr als das Doppelte belaufen, mindestens 1,5 Billionen US-Dollar. Diese Schuldensumme hat sich in den letzten vier Jahren verachtfacht und besteht zu einem großen Teil aus langfristigen Rechenzentrums-Leasingverträgen mit Laufzeiten von über 15 Jahren sowie festen Abnahmeverpflichtungen für KI-Chips. Neben den langfristigen Leasingverträgen sind viele KI-Unternehmen auch über Beteiligungen, Bürgschaften und Vorabfinanzierungen miteinander verbunden. Die Erträge aus Unternehmensbeteiligungen lagen bei Alphabet, Amazon, Microsoft und Meta zuletzt bei 200 Mrd. USD als unrealisierte Buchgewinne. Dies entspricht fast der Hälfte der aggregierten Nettogewinne von 380 Mrd. USD. Dass der Kursanstieg des einen bei anderen als Gewinn ausgewiesen wird, entspricht der Rechnungslegung nach US-GAAP. Beteiligungen von unter 20 Prozent an anderen Unternehmen müssen zum aktuellen Aktienkurs am Bilanzstichtag berücksichtigt werden. Die Alphabet-Aktie beispielsweise kommt so auf ein optisch attraktives Kurs-Gewinn-Verhältnis von 19. Ohne die Kursgewinne mit Aktien anderer Tech-Konzerne läge es bei 35.
Damit nimmt die Gefahr einer Abwärtsspirale auf verschiedenen Ebenen weiter zu: Wenn die Aktienkurse von Unternehmen wie SpaceX, Open AI und Anthropic, die weit von der Gewinnschwelle entfernt sind, fallen, bedeutet das Verluste in den Bilanzen der Hyperscaler.
Und ausgerechnet die rasante Entwicklung im Bereich von KI-Chips ist das Hauptrisiko: Wenn neue Generationen von KI-Chips die Leistungsfähigkeit der jetzigen Chips übertreffen, könnten zukünftige Wettbewerber mit einem Bruchteil der Investitionen auskommen. Die teuren Speicherchips werden in der Regel über 5 bis 7 Jahre abgeschrieben. Die vier großen Hyperscaler tätigten im 1. Halbjahr 2026 Abschreibungen in Höhe von gerade mal 42 Mrd. USD. Der größte Teil der Billionen-Investition steht also für Jahre als Vermögenswert auf der Aktivseite der Bilanzen, aber eben auch als Schulden auf der Passivseite. Reicht die Zeit, um die gewaltigen Investitionen jemals zu „monetarisieren“?
Mit den schnell steigenden Schulden bei gleichzeitig steigenden Kapitalmarktzinsen dürften die Konzerne verstärkt ihre Aktionäre zur Kasse bitten: Alphabet nahm bereits im Juni eine Rekord-Kapitalerhöhung in Höhe von 85 Mrd. USD vor.
Entscheidend bleibt jedoch die Frage, ob es den großen Technologiekonzernen gelingen wird, ihre Investitionen dauerhaft in entsprechend hohe Einnahmen zu verwandeln. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass die frühen Marktführer einer neuen Technologie (Computer, Internet, Mobilfunk – Burroughs, AOL, Nokia) oft ihren Vorsprung verlieren.
Im vergangenen Jahr hat die ACC Alpha select Strategie mit einem Plus von gut 25 Prozent die Performance von Berkshire Hathaway (+10,9 Prozent) erstmals deutlich übertroffen. Sollte die Erfolgsstory von Apple und Alphabet ins Stottern geraten, wird uns das wieder gelingen.
