2026 KW35 Report über das Portfolio des Investmentclub-Aktienfonds
Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank.
Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte.
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Was ist diese Woche (KW35/2026) an den Börsen geschehen?
Sorgen um die eskalierenden Handelskonflikte der USA blieben ohne größere Auswirkungen auf die Börsen. Nachdem trotz Kosten von über 50 Mrd. US-Dollar ein militärischer Sieg über den Iran ausblieb, verkündete die US-Regierung die „verheerendsten Wirtschaftsoperationen der Geschichte“ gegen den Iran. Im Streit der USA mit Kanada lehnte der nördliche Nachbar Forderungen ab, Kanada möge einen Großteil seiner wirtschaftlichen Souveränität an die USA abtreten. Auf neue US-Zölle von 50 Prozent auf eine Reihe kanadischer Waren reagierte Kanada mit Gegenzöllen. Wichtiger blieben für die Aktienmärkte die Unternehmensnachrichten. Mit Spannung wurden die Quartalsergebnisse von Nvidia erwartet. Der KI-Chip-Designer und große US-Softwarekonzerne übertrafen die Erwartungen. Auf Wochensicht stieg die Nvidia-Aktie aber nur um +1,3 Prozent, der Nasdaq-100 um +0,4 Prozent. Dow Jones mit +0,5 Prozent, Euro-STOXX-50 mit +0,4 Prozent und Nikkei-225 mit +0,6 Prozent konnten in dieser Woche die Vorwochenverluste nicht aufholen. Nur der DAX verringerte im laufenden Jahr mit einem Wochenplus von +1,7 Prozent seinen Rückstand etwas (jetzt +8,5 Prozent seit Jahresbeginn).
Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?
Der ACC Alpha select Anteilswert wurde auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag mit 45,44 Euro berechnet. Gegenüber dem Wert der Vorwoche ist das ein Anstieg um +0,84 Euro bzw. +1,9 Prozent. Im laufenden Jahr (Jahreswechsel 42,01 Euro) steigt unser Netto-Plus auf +8,2 Prozent. Das Netto-Ergebnis beim ACC Alpha select Anteilswert steigt über ein Jahr auf jetzt +16,9 Prozent (MSCI World in Euro sinkt auf +20,5 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds auf +16,4 Prozent, Mischfonds +12,4 Prozent). Über drei Jahre steigt der ACC-Nettozuwachs auf +48,7 Prozent (MSCI World in Euro sinkt auf +65,0 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds auf +46,4 Prozent, Mischfonds +31,3 Prozent) und über fünf Jahre auf +43,0 Prozent (MSCI World in Euro sinkt auf +73,9 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds auf +37,3 Prozent, Mischfonds auf +22,3 Prozent).
Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)
Die in diesem und dem folgenden Abschnitt genannten Kursveränderungen beziehen sich jeweils auf die Woche bis einschließlich Freitag, weichen also vom Zeitpunkt der Anteilswertberechnung um einen Tag ab.
Zwei unserer Aktien vollführten in dieser Woche Kurssprünge um jeweils fast 25 Prozent. Wochengewinner ist mit einem Anstieg um +24,7 Prozent die erst in der Vorwoche neu aufgenommene Stadler Rail, knapp gefolgt von Deutz mit +24,6 Prozent.
Bei Stadler Rail lieferte die Veröffentlichung der Halbjahresergebnisse den Anlass für den Kurssprung (um +24,7 Prozent auf 30,28 CHF; Einstand in der Vorwoche zu 24,29 CHF). Die Details zu den Halbjahreszahlen und unserer Bewertung der beiden neuen Aktien im Portfolio findet sich unten im Abschnitt „Aktuelle strategische und taktische Überlegungen“.
Deutz reagierten mit +24,6 Prozent (auf 12,95 Euro, Einstand 4,35 Euro) auf die positive Einschätzung der unlängst bekanntgegebenen Übernahme der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG). Damit muss Deutz zunehmend als Profiteur der Rüstungsbemühungen bewertet werden. Angesichts neuer Drohungen aus Moskau, hybrider Angriffe und Vorbereitungen Russlands für einen Angriff auf NATO-Territorium gilt eine glaubhafte Abschreckung als unverzichtbar. Die Deutz-Aktie erreichte den höchsten Stand seit 1998.
Auch INDUS Holding kletterten diese Woche auf neue Mehr-Jahres-Hochs: +9,7 Prozent auf 37,30 Euro (Einstand 24,66 Euro). Über die positiven Analysteneinschätzungen hatten wir an dieser Stelle zuletzt vor zwei Wochen berichtet.
Die PORR-Aktie zeigte sich zwar auf Wochensicht wenig verändert: +0,7 Prozent (auf 38,50 Euro, Einstand 13,48 Euro). Die Analysten von Montega bekräftigten in dieser Woche aber ihre positive Einstufung: Nachdem PORR infolge des strengen Winters in Österreich und Deutschland zum Jahresauftakt einen leichten Rückgang im Konzernerlös hinnehmen musste, dürfte sich das Vorzeichen zum Halbjahr wieder umgekehrt haben. Konkret rechnet Montega für das zweite Quartal mit einem Topline-Wachstum von rund 3 Prozent auf 1.748,0 Mio. EUR. Auch ergebnisseitig gehe man von einer positiven Entwicklung mit weiterhin leicht überproportionalen Steigerungsraten aus, zumal das Management zuletzt wiederholt betonte, die Belastungen aus höheren Material- und Energiepreisen durch Preisgleitklauseln und aktives Hedging weitestgehend abfedern zu können. Entscheidend für das Jahresergebnis bleibt angesichts der Saisonalität im Bausektor offenkundig die Entwicklung im zweiten Halbjahr. Montega rechnet mit einer Bestätigung der Guidance („moderates Wachstum; Steigerung der EBIT-Marge“). Positiv dazu beitragen sollten nicht zuletzt die bei wichtigen Großprojekten erreichten Meilensteine. So meldete PORR bereits Ende Juni, dass beim Projekt „SuedLink ElbX“ zum Bau eines komplexen rund 5,2 km langen Tunnels unter der Elbe der Durchschlag erfolgt ist. Die Elbquerung bildet einen der Schlüsselabschnitte zum Transport von erneuerbarer Energie vom Norden in den Süden Deutschlands. Die Fertigstellung ist für Sommer 2027 avisiert. Zu Ende Juli wurde beim Bau der beiden 25,2 km langen Haupttunnelröhren für den Brenner Basistunnel an der Staatsgrenze zwischen Österreich und Italien ebenfalls der Durchschlag erreicht. Das Jahrhundertprojekt stellt mit einem Auftragsvolumen von 959 Mio. Euro den bis dato größten Einzelauftrag für PORR dar. Ebenfalls im Juli startete mit dem Tunnelbau für die zweite S-Bahn-Stammstrecke in München ein zentrales deutsches Verkehrsinfrastrukturprojekt, das für PORR ebenfalls einen Auftragsanteil im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich aufweist. Diese Größenordnung hat auch der jetzt bekanntgewordene Auftrag zur Planung und Errichtung einer Halbleiterchipfabrik für X-FAB in Erfurt mit ca. 3.500 qm Reinraumfläche. Das hochtechnologische Industriebau-Projekt läuft bis Juli 2028. Wir hatten bereits vor Jahren an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass PORR mit seiner Kompetenz beim Bau von Reinraumanlagen ein Profiteur des Chip- und KI-Booms ist. Montega sieht weiterhin eine „eklatante Bewertungslücke zur Peergroup“. So werde PORR nur mit einem EV/EBIT-Verhältnis 2026e von 7,6 bewertet, die Branche mit 11,6. Montega bestätigt sein Rating „Kaufen“ und das Kursziel von 46,00 Euro. PORR ist trotz Teilgewinnmitnahmen weiterhin unsere drittgrößte Einzelposition (4,1 Prozent vom Fondsvermögen, nach Fairfax Financial (6,7 Prozent) und Franco-Nevada (4,8 Prozent).
Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)
Die kleine italienische Aktienposition IRCE verlor in dieser Woche -5,8 Prozent (auf 2,26 Euro, Einstand 2,20 Euro). Hintergrund ist eine Analysten-Abstufung: Kürzlich hat das Analysehaus Simply Wall Street das faire Kursziel für die IRCE-Aktie von 2,90 Euro deutlich auf 2,20 Euro gesenkt. Obwohl das Unternehmen solide Gesamtgewinne vorweisen konnte, blieben Überraschungen oder Wachstumsimpulse aus. Die Erholung im Sektor für Wickeldrähte und Elektrokabel verläuft schleppender als erhofft. Zudem belasten die Volatilität der Rohstoffpreise (insbesondere Kupfer) und gestiegene Betriebskosten die operativen Margen. Der strategische Umbau des Unternehmens, darunter der vollständige Verkauf der Produktionseinheit für Netzkabel (Werk Miradolo Terme) an Patelec S.r.l., sorgt eher für Verunsicherung.
Nach Veröffentlichung der Ergebnisse des zweiten Quartals bzw. ersten Halbjahres bei der Deutschen Rohstoff, überwog bei Investoren die Verkaufsneigung, obwohl die Zahlen erwartungsgemäß sehr gut ausfielen: -5,0 Prozent (auf 87,40 Euro, Einstand 54,20 Euro). Die Ergebnisse für das 2. Quartal 2026 zeigten einen Umsatzanstieg um 52,8 Prozent auf 66,1 Mio. Euro, während das EBITDA bei 79,2 Mio. Euro lag. Die Ergebnisse profitierten von einem Anstieg des Ölvolumens um 23,5 Prozent, einem Anstieg des realisierten Ölpreises nach Absicherung um 38,9 Prozent sowie einem Gewinn aus dem Verkauf von Almonty-Aktien in Höhe von 31,3 Mio. Euro. Der Gewinn aus den Almonty-Aktien belief sich im ersten Halbjahr 2026 auf 128,5 Mio. Euro. Im dritten Quartal 2026 hat DRAG bislang einen zusätzlichen Gewinn von 33,7 Mio. Euro daraus verbucht. Ohne den Almonty-Gewinn belief sich das EBITDA im 2. Quartal 2026 auf 47,9 Mio. Euro (2. Quartal 2025: 27,3 Mio. Euro), was einer Marge von 72,4 Prozent entspricht (2. Quartal 2025: 63,0 Prozent). Das Volumenwachstum im 2. Quartal 2026 wurde durch die Produktion aus 9 neuen Bruttobohrlöchern angekurbelt, die ab Mitte Mai in Betrieb genommen wurden. DRAG plant, bis Ende dieses Jahres weitere 23 Bruttobohrlöcher in Produktion zu nehmen und damit die Produktion im zweiten Halbjahr 2026 auf 24.000 bis 26.000 boepd zu steigern. Der Mittelwert dieser Spanne von 25.000 boepd liegt 85 Prozent über der Produktionszahl des ersten Halbjahres 2026 von 13.501 boepd. Die Aktie der Deutsche Rohstoff ist somit zunehmend eine „Öl-Aktie“, deren Kursverlauf maßgeblich vom Ölpreis geprägt wird.
Die zweite Woche in Folge sank der Aktienkurs der Société Générale, in dieser Woche um 5,0 Prozent (auf 72,35 Euro, Einstand 24,73 Euro). Das Analysehaus KBW hat seine Einstufung von „Market Perform“ auf „Underperform“ gesenkt. Das Kursziel von 81 Euro liegt allerdings über dem aktuellen Kurs. Französische Bankaktien reagieren bekanntlich sensibel auf Konjunktursorgen und politische Unsicherheiten. Pläne zum Stellenabbau (wie der angekündigte Wegfall von rund 1.800 Stellen in Frankreich bis 2027) spiegeln den anhaltenden Sparkurs und Kostendruck wider, was von Gewerkschaften kritisch begleitet wird. Anders als IRCE (nur 0,2 Prozent vom Fondsvermögen) und Deutsche Rohstoff (nur 0,6 Prozent) handelt es sich bei SocGen um eine relativ große Aktienposition (2,9 Prozent).
Welche Transaktionen gab es diese Woche?
Wie angekündigt, haben wir mit B2Gold eine siebte Edelmetall-Aktie in unser Portfolio aufgenommen. Wir haben an der Heimatbörse Toronto 10.000 Aktien der kanadischen Gesellschaft zu 7,71 CAD gekauft. B2Gold ist ein Goldbergbauunternehmen mit Sitz in Vancouver. Das Unternehmen fördert und produziert Gold, betreibt Minenprojekte weltweit und deckt dabei die gesamte Kette von der Exploration über den Bau bis zum eigentlichen Betrieb der Goldminen und dem Verkauf des Metalls ab. Die Fekola-Mine im Südwesten Malis ist der mit Abstand wichtigste und ertragreichste Betrieb des Konzerns. Neben dem Tagebau startete dort im Sommer 2025 der untertägige Abbau. Das Projektgebiet wird durch den Ausbau von „Fekola Regional“ (Projekte „Menankoto“ und „Dandoko“) kontinuierlich erweitert. Auf der philippinischen Insel Masbate betreibt B2Gold eine der größten Goldminen des Landes, die sich durch eine verlässliche und konstante Produktion auszeichnet. Die Otjikoto-Goldmine liegt im Norden Namibias. Sie wird als kombinierter Tagebau und Untertagebetrieb geführt. Im Heimatland Kanada betreibt B2Gold die Goose-Mine. Sie liegt im Back River Gold District im Territorium Nunavut im Norden Kanadas. Nachdem sie sich länger in der Bauphase befand, erreichte sie im Oktober 2025 die kommerzielle Produktion und gehört nun zu den aktiven Förderstätten. Explorationsprojekte betreibt B2Gold u.a. in Finnland und Usbekistan.
Die erst in der Vorwoche (zu nur 24,29 CHF) neu in unser Portfolio aufgenommene Stadler Rail lieferte bereits Gründe, die Anfangsposition auf die Zielgröße aufzustocken: Die Veröffentlichung des Halbjahresergebnisses wurde sehr positiv aufgenommen, so dass charttechnisch die Trendwende bestätigt wurde. Wir haben in dieser Woche in Zürich 4.000 Stadler Rail Aktien noch zu 30,442 CHF kaufen können. Damit wächst unsere Position auf die Zielgröße von 7.000 Stück. Unser durchschnittlicher Einstandskurs steigt auf 27,806 CHF. Die Details zu den Halbjahreszahlen und unserer Bewertung der beiden neuen Aktien im Portfolio findet sich unten im Abschnitt „Aktuelle strategische und taktische Überlegungen“.
Wie hoch ist die Barreserve?
Soweit es möglich war, haben wir die jüngsten Aktienkäufe mit Fremdwährungsguthaben durchgeführt. Allerdings reichte weder unser Bankguthaben in kanadischen Dollar noch in Schweizer Franken zum Kauf aller B2Gold- und Stadler Rail-Aktien, so dass de facto auch unser Euro-Guthaben verwendet wurde. Insgesamt belaufen sich die Bankguthaben jetzt auf 616.688 Euro, was 8,4 Prozent vom Fondsvermögen entspricht. Die Gutschriften der jüngsten Dividenden von Conagra, Aperam, OceanaGold und Valterra Platinum stehen noch aus. Hinzu kommen in dieser Woche die Dividendenabschläge bei Pan American Silver und ASR Nederland. Sie alle werden im Fondsvermögen als Forderung geführt und in den Anteilswert eingerechnet. Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist im Wochenvergleich leicht um 55 gesunken auf jetzt 161.336 Anteile. Das Fondsvermögen ist gegenüber der Vorwoche durch Kursgewinne um rund 135.000 Euro auf jetzt 7.353.462 Euro gestiegen.
Aktuelle strategische und taktische Überlegungen
Mit B2Gold und Stadler Rail haben wir zwei Aktien neu in unser Portfolio aufgenommen. Die Geschäftsmodelle beider Unternehmen hatten wir weiter oben bzw. im Bericht zur Vorwoche bereits vorgestellt. Nachfolgend unsere Bewertung beider Aktien.
Stadler Rail ist aufgrund der guten Halbjahreszahlen in dieser Woche zu einer größeren Aktienposition (3,2 Prozent vom Fondsvermögen und damit in unseren „Top Ten“) aufgestockt worden. Das Unternehmen konnte die positive Entwicklung des Geschäftsjahres 2025 im abgeschlossenen ersten Halbjahr 2026 weiter bestätigen. Die Kennzahlen entwickeln sich sehr positiv. Der Umsatz stieg deutlich um 40 Prozent auf 2,0 Milliarden Franken – gegenüber 1,4 Milliarden Franken im ersten Halbjahr 2025. Die EBIT-Marge konnte von 2,6 Prozent im Halbjahr 2025 um 1,4 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent gesteigert werden. Mit 2,7 Milliarden Franken war der Auftragseingang ebenfalls sehr hoch. Der Auftragsbestand erreicht einen neuen Höchststand von 33,3 Milliarden Franken. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der branchenüblich höheren Anzahl an Fahrzeugauslieferungen in der zweiten Jahreshälfte bestätigte Stadler den Ausblick. Stadler erwartet für das Geschäftsjahr 2026 einen Umsatz von deutlich über 5 Milliarden Franken und eine EBIT-Marge von über 5 Prozent. Den Auftragseingang in den ersten sechs Monaten bezifferte Stadler mit 2,7 Milliarden CHF.
Warum war der Stadler Rail-Aktienkurs von fast 50 CHF Ende 2019 auf weniger als 20 CHF im Frühjahr dieses Jahres gefallen? Nach dem Börsengang 2019 wurde Stadler wiederholt von externen Ereignissen schwer getroffen. Schwerwiegend waren die Folgen der Corona-Pandemie und der Krieg in der Ukraine. In Folge des Kriegs musste Stadler sein Werk in Minsk praktisch stilllegen. Zudem unterbrach die Flutkatastrophe im Umland der spanischen Stadt Valencia im Oktober 2024 wichtige Zulieferungen. Stadler konnte mit einem umgehend umgesetzten Aufholprogramm die Lieferketten inzwischen weitgehend stabilisieren, Produktionsprozesse anpassen und neue Zulieferer gewinnen. Die im Zuge der massiven Überschwemmung entstandenen Folgen auf die Kosten und Rückstände bei der Auslieferung von Fahrzeugen werden jedoch noch bis ins Jahr 2027 spürbar bleiben. Auch „das schwierige wirtschaftliche Umfeld in Deutschland“ habe sich negativ ausgewirkt.
Worauf begründet sich jetzt die Trendwende nach oben? Stadler setzt seit Anfang 2025 am Standort Berlin ein Effizienzsteigerungsprogramm um. Die eingeleiteten Verbesserungsmaßnahmen zeigen nach Angaben des Unternehmens Wirkung, die operativen Zwischenziele seien erreicht worden. Der Zuschlag für die S-Bahn Berlin im Juli 2026 sorge für eine langfristige Auslastung des Stadler-Werks in Berlin-Pankow. Der Großauftrag, den Stadler im Konsortium mit Siemens und der Deutschen Bahn umsetzt, umfasst für Stadler die Lieferung von 350 neuen vierteiligen S-Bahn-Zügen sowie die Wartung über 30 Jahre. Stadler baut die Züge in seinem Werk in Berlin. Sehr erfreulich ist zudem, dass die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ebenfalls im Juli 166 zusätzliche Wagen für das Großprofilnetz der Berliner U-Bahn bestellt haben. Damit werden alle neuen S-Bahn- und U-Bahn-Fahrzeuge von Stadler gebaut. „Aus Berlin für Berlin.“, schreiben die Schweizer. Im ersten Halbjahr 2026 konnte Stadler erneut bedeutende Aufträge gewinnen: Ende Mai unterzeichneten Stadler und die montenegrinische Bahngesellschaft ŽPCG einen Vertrag über die Lieferung von drei FLIRT-Zügen. Damit liefert Stadler weltweit Züge in 50 Länder in Europa, Nordamerika, Asien, Ozeanien und Afrika. Zum ersten Mal baut Stadler Züge für Irland. Die Bahngesellschaften Iarnród Éireann und Translink bestellten Anfang Mai acht FLIRT-Intercity-Züge inklusive 15-jährigem Wartungsvertrag. Die Fahrzeuge werden ab 2030 auf der symbolträchtigen Strecke Dublin – Belfast verkehren, die Reisezeit verkürzen und den Komfort deutlich steigern. Gemeinsam mit Siemens liefert Stadler 226 vollautomatisierte S-Bahn-Züge für Kopenhagen. Das 3-Milliarden-Euro-Projekt schafft das weltweit größte Bahnsystem mit fahrerlosem Betrieb und soll künftig bis zu zehn Millionen zusätzliche Fahrten pro Jahr ermöglichen. Stadler liefert die Wagenkästen und die Innenausstattung, übernimmt die Endmontage und stärkt seine Position in Nordeuropa. Ferner liefert Stadler 35 moderne EURO4001-Lokomotiven an die türkische TCDD Taşımacılık. Die Fahrzeuge kombinieren hohe Leistungsfähigkeit mit deutlich reduzierten Emissionen. Die Türkei wird immer mehr zu einer internationalen Logistikdrehscheibe für den Schienengüterverkehr zwischen Europa, Asien und dem Nahen Osten. Dank der vielen gewonnenen Aufträge ist der Auftragseingang im Segment „Service & Components“ stark gestiegen. Dieser belief sich im ersten Halbjahr 2026 auf insgesamt 515,1 Millionen CHF. Er liegt damit 95 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Auftragsbestand stieg im Service-Geschäft um 3 Prozent auf 9,7 Milliarden CHF. Der rekordhohe Auftragseingang der vergangenen Jahre führt zu einem markanten Anstieg von Produktionsleistung und Umsatz. Dies führt allerdings zu einer temporären Belastung des Free Cashflows, des Net Working Capitals und der Net Cash Position. Der Free Cashflow ist im ersten Halbjahr 2026 mit -54,4 Millionen CHF leicht negativ ausgefallen. Das Net Working Capital bleibt mit -324,2 Millionen CHF weiterhin negativ. Damit ist die Höhe der geleisteten Zahlungen durch die Kunden insgesamt höher als die aufgelaufenen Kosten für die Produktion der Aufträge in Abwicklung. Die Net Cash Position beträgt per 30. Juni 2026 -424,0 Millionen CHF. Der Free Cashflow und die Net Cash Position sind in der Regel durch den saisonalen Geschäftsverlauf geprägt, da Auslieferungen und die damit verbundenen Schlusszahlungen zu einem großen Teil in der zweiten Jahreshälfte anfallen. Aufgrund der starken Marktposition und der positiven Geschäftsentwicklung bestätigt Stadler seinen zum Jahresabschluss Mitte März 2026 kommunizierten Ausblick: Für das Geschäftsjahr 2026 und die folgenden Jahre erwartet Stadler einen Umsatz von deutlich über 5 Milliarden CHF. Dank dem guten Auftragseingang und Auftragsbestand mit qualitativ hochwertigen Aufträgen, dem erhöhten Produktionsoutput und dem in Deutschland eingeleiteten Effizienzsteigerungsprogramm wird für 2026 eine EBIT-Marge von über 5 Prozent erwartet. Der Auftragseingang soll im Bereich des 1- bis 1.5-fachen Jahresumsatzes liegen. Dies bildet die Basis für eine nachhaltige Auslastung und weiteres Wachstum. Zudem rechnet Stadler 2026 mit Gesamtinvestitionen von rund 250 Millionen CHF. Sollten die Lieferketten jetzt halten, erwartet Stadler, die EBIT-Marge mittelfristig auf 6 bis 8 Prozent steigern zu können, bei einem konstanten Umsatz von über 5 Milliarden CHF pro Jahr. Dem steht eine aktuelle Marktkapitalisierung von 3 Milliarden CHF gegenüber. Wir rechnen zeitnah mit einem Ergebnis pro Aktie (EPS) von 1,80 CHF und perspektivisch mit 2,34 CHF. Das Gewinnwachstum (CAGR) ist jetzt von der Erholung des Geschäfts gekennzeichnet, rechnerisch bei 24 Prozent, wird sich aber in der Projektion deutlich abschwächen. Damit ist der aktuelle Profit Value mit 36 CHF höher als in der Projektion mit knapp 29 CHF. Der Bottom Value wird vom geringen Buchwert, also der hohen Verschuldung, auf 28 CHF gedrückt, womit unser Fair Value von 31,67 CHF mit dem Kurssprung erreicht wurde. In der Projektion steigt dieser aber auf rund 40 CHF.
B2Gold ist als ergänzendes Investment zu unseren bestehenden Gold-Aktien zu verstehen. Trotz seiner breiten geografischen Diversifizierung ist B2Gold als riskantere Gold-Aktie einzustufen, zumindest gegenüber dem „Goldminen-Blue Chip“ Newmont und dem Gold-Royalty Franco-Nevada. Trotzdem empfiehlt eine Mehrheit (rund drei Viertel der sich dazu äußernden Analysten) die B2Gold-Aktie zum Kauf, die übrigen nehmen eine abwartende Haltung ein. Fundamentale Analysen stufen das Papier oft als moderat beziehungsweise leicht unterbewertet ein. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis wird im Branchenvergleich als günstig eingestuft. Wichtige operative Treiber sind Fortschritte bei neuen Minenprojekten (wie dem Goose-Projekt in Kanada), die den langfristigen Wachstumskurs stützen sollen. Nachdem 2025 durch Sondereffekte noch ein Verlust entstanden war, sollte die Rückkehr in die Gewinnzone jetzt umso dynamischer ausfallen. Wir berechnen ein Gewinnwachstum von gut 20 Prozent und bei einem mittleren EPS von 0,73 CAD einen Profit Value von rund 12,50 CAD. Weil sich das Gewinnwachstum in dieser Höhe nicht durchhalten lässt, bleibt zu beobachten, inwieweit der steigende Gewinn pro Aktie den Rückgang des angemessenen KGVs abfangen kann. Unsere gegenwärtige Fair Value Kalkulation liegt mit 7,76 CAD ziemlich nah am aktuellen Kurs, hat aber in der Projektion weiteres Kurspotenzial.
Die wieder wachsenden Zweifel an der Stabilität des US-Staatshaushaltes und des US-Dollars sprechen für Gold und andere Edelmetalle. Der Anteil unserer jetzt 7 Edelmetall-Aktien am Fondsvermögen ist auf 18,3 Prozent gewachsen.
