2026 KW39 Report über das Portfolio des Investmentclub-Aktienfonds

Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank.

Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte.

Bei Anregungen und Feedback erreichen Sie uns gerne per email. Ihre Ansprechpartner sind:

Was ist diese Woche (KW39/2026) an den Börsen geschehen?

Nach der Verunsicherung beim Boom-Thema „Künstliche Intelligenz“ nahmen die positiven Einschätzungen bei KI-Aktien wieder zu und auch ein vorübergehend sinkender Ölpreis half den Aktienmärkten. Ab Mitte der Woche stiegen allerdings Ölpreis, Inflationserwartungen und Kapitalmarktzinsen wieder. An den Anleihemärkten stiegen die Renditen deutlich auf neue Mehr-Jahres-Hochs. Die Aktienmärkte konnten sich diesen Belastungsfaktoren aber weitgehend entziehen und verzeichneten überwiegend kleine Wochengewinne: Dow Jones +0,3 Prozent, Euro-STOXX-50 +1,1 Prozent und DAX +0,4 Prozent. Die Meta-Aktie setzte ihre Kursrallye bis in die Nähe ihrer Allzeit-Hochs fort und verhalf dem Nasdaq-100 zu einem Wochenplus von +3,3 Prozent. Edelmetalle litten dagegen unter dem Anstieg der Zinsen.

Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?

Der ACC Alpha select Anteilswert wurde auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag mit 44,09 Euro berechnet. Gegenüber dem Wert der Vorwoche ist das ein Rückgang um -1,34 Euro bzw. -2,95 Prozent. Im laufenden Jahr (Jahreswechsel 42,01 Euro) beträgt unser Netto-Plus damit jetzt +5,0 Prozent (zum Vergleich: DAX +3,7 Prozent). Das Netto-Ergebnis beim ACC Alpha select Anteilswert sinkt über ein Jahr auf jetzt +10,9 Prozent (MSCI World in Euro steigt auf +20,4 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds auf +15,1 Prozent, Mischfonds auf +10,0 Prozent). Über drei Jahre sinkt der ACC-Nettozuwachs auf +41,8 Prozent (MSCI World in Euro steigt auf +66,9 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds auf +45,7 Prozent, Mischfonds auf +30,3 Prozent) und über fünf Jahre auf +41,7 Prozent (MSCI World in Euro steigt auf +76,1 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds auf +37,5 Prozent, Mischfonds auf +22,0 Prozent).

Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)

Die in diesem und dem folgenden Abschnitt genannten Kursveränderungen beziehen sich jeweils auf die Woche bis einschließlich Freitag, weichen also vom Zeitpunkt der Anteilswertberechnung um einen Tag ab.

Angeführt wird die Liste unserer Wochengewinner von einigen deutschen Nebenwerten:

Dräger Vorzüge setzten ihren Aufwärtstrend fort: Mit einem Wochenplus von +7,5 Prozent kletterte die Aktie auf neue Rekordhöhen (122,60 Euro, Einstand 47,27 Euro). Gegenüber den Jahrestiefs im Juli ergibt sich in den vergangenen Wochen ein Anstieg um über 50 Prozent. Der Medizintechnikhersteller ist mit einem Anteil am Fondsvermögen von 3,4 Prozent unsere sechstgrößte Einzelaktienposition.

Die auf 3.000 Aktien (und 1,6 Prozent vom Fondsvermögen) aufgestockten Fuchs stiegen in dieser Woche um +4,1 Prozent (auf 36,55 Euro, Einstand 32,57 Euro). Auch das ist eine Bestätigung des intakten Aufwärtstrends mit neuen Jahreshochs.

Bei Sixt steht der Beginn eines Aufwärtstrends, der fundamental gerechtfertigt wäre, noch aus. Immerhin durchlaufen die Aktien eine Bodenbildung. Die Stammaktien konnten diese Woche um +3,5 Prozent zulegen (auf 69,20 Euro, Einstand 69,83 Euro).

Die besten Auslandsaktien dieser Woche verteilen sich gut: Japan, Frankreich und Dänemark:

Nippon Sanso +3,2 Prozent (auf 31,30 Euro bzw. 5.630 Yen, Einstand 18,31 Euro bzw. 2.681 Yen). Damit wurde eine Unterstützungszone im Bereich 5.300 bis 5.350 Yen bestätigt, oberhalb deren die Aktie seit über einem halben Jahr in einer Seitwärtsbewegung steckt. Längerfristig ist der übergeordnete Aufwärtstrend aber intakt und der Industriegashersteller im Branchenvergleich weiterhin unterbewertet.

SCOR +2,5 Prozent auf 33,16 Euro (Einstand 27,14 Euro). Auch bei der unterbewerteten französischen Versicherung ist der übergeordnete Aufwärtstrend intakt, ohne dass es jüngst neue Unternehmensnachrichten gegeben hat.

Die unlängst wieder ins Portfolio genommenen und erst in der Vorwoche aufgestockten DFDS-Aktien legten in dieser Woche +2,5 Prozent zu (auf 166,40 DKK, „verteuerter“ Einstand 154,10 DKK). Mit dem neuen Jahreshoch verstärkt sich der Eindruck eines in diesem Jahr entstandenen Aufwärtstrends. Charttechnisch hat die Aktie damit sehr viel Potenzial. Dazu müsste sich aber auch bei den fundamentalen Daten die Trendwende zum Besseren bestätigen.

Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)

Der größte Negativ-Beitrag zur Performance dieser Woche kam von unserer Position in PORR. Leider hatte die Aktie unser Kursziel von 46,80 Euro Mitte des Jahres denkbar knapp verfehlt (Spitze in Wien war 46,55 Euro). Jetzt reagierte die Aktie mit einem Wochenverlust von -11,4 Prozent auf eine Analyse der Erste Group (auf 32,00 Euro, Einstand 13,48 Euro). Die Analysten werten die Emission einer hybriden Wandelanleihe des Baukonzerns mit einem Volumen von bis zu 150 Millionen Euro kurzfristig als leicht negativ für die Aktie. Die Marktreaktion erscheint übertrieben, weil selbst bei einer vollständigen Wandlung die Aktienanzahl nur um rund 8 Prozent steigen würde. Allerdings war für uns damals eine veränderte Strategie bei der Finanzierung über Hybridanleihen Teil unseres „Investment Case“. Wir haben unsere große Position in dieser Woche halbiert (siehe unten: Transaktionen).

Die erhoffte Bodenbildung bei europäischen Automobilaktien ist leider noch nicht erkennbar: Porsche Automobil Holding verloren in dieser Woche -9,3 Prozent (auf 25,77 Euro, Einstand 27,23 Euro) und BMW -7,8 Prozent (auf 55,72 Euro, Einstand 57,50 Euro). Bekanntlich handelt es sich bei beiden um vorsichtige Anfangspositionen. Aber angesichts der intakten Abwärtstrends werden wir unser Engagement kurzfristig eher verkleinern.

Deutsche Rohstoff verloren wegen des schließlich fallenden Ölpreises -9,1 Prozent (auf 82,50 Euro, Einstand 54,20 Euro).

Nach dem steilen Kursanstieg bis in den September hinein litt die Deutz-Aktie unter Gewinnmitnahmen und der jüngst erfolgten Kapitalerhöhung (unter Ausschluss des Bezugsrechts der Altaktionäre): -8,1 Prozent (auf 11,17 Euro, Einstand 4,35 Euro). In den vergangenen Tagen wurde das Kursniveau für diverse Insiderkäufe genutzt.

Welche Transaktionen gab es diese Woche?

Die in der Vorwoche erstmals in unser Portfolio aufgenommenen Cadeler (siehe Vorwochenbericht) haben wir wie angekündigt aufgestockt, als sich die seit August wieder positive Trendindikation bestätigte: Wir haben in Oslo weitere 7.000 Cadeler-Aktien, jetzt zu 60,781 NOK gekauft. Der durchschnittliche Einstandskurs unserer jetzt 14.000 Cadeler steigt damit auf 59,625 NOK. Für die Kalkulation in Euro ergibt sich ein Anstieg unseres Einstandskurses von 5,42 Euro auf 5,516 Euro. Die Gesellschaft beabsichtigt die Verlegung ihres Firmensitzes nach Großbritannien.

Halbiert haben wir dagegen im Rahmen unserer Gewinnsicherung die Bestände in Orange und PORR. Die Aktie des französischen Telekom-Konzerns Orange hatte sich seit Anfang 2025 fast verdoppelt, aber nach dem Hoch im Mai dieses Jahres einen Abwärtstrend begonnen. Weil sich dieser in dieser Woche fortsetzte, haben wir zur Gewinnsicherung jetzt 5.000 Aktien verkauft. Mit dem Verkaufskurs 14,167 Euro haben wir gegenüber unserem Einstand zu 10,16 Euro einen Kursgewinn von 39,4 Prozent realisiert. Hinzuzurechnen ist die gute Dividendenrendite von zuletzt 4,4 Prozent p.a.

Die Aktie des österreichischen Bau-Konzerns PORR hatte seit 2025 die Neubewertung erlebt, auf die wir schon lange zuvor gesetzt hatten. Nach Rekordkursen zur Jahresmitte hat sich die Trendindikation in den vergangenen Wochen verschlechtert. Zur Gewinnsicherung haben wir jetzt 4.000 Aktien verkauft. Mit dem Verkaufskurs 32,3525 Euro haben wir gegenüber unserem durchschnittlichen Einstand zu 13,48 Euro einen Kursgewinn von 140,0 Prozent realisiert. Hinzuzurechnen ist die hohe Dividendenrendite von 7,8 Prozent.

Wie hoch ist die Barreserve?

Um den Zukauf von Cadeler in Oslo zu bezahlen, haben wir 427.000 norwegische Kronen für 39.502 Euro getauscht, also zum Wechselkurs 10,81 NOK/EUR. Das NOK-Konto wurde anschließend wieder glattgestellt und geschlossen.

Die jüngste Quartalsdividende von Valterra Platinum wurde abgerechnet: Der südafrikanische Platinminenbetreiber erhöhte die Gewinnausschüttung deutlich auf 2,560992 GBP pro Aktie, zusammen für unsere 3.000 Aktien also 7.682,98 GBP. Dies allein entspricht im Verhältnis zu unserem Einstandskurs 37,69 GBP einer Ausschüttung von 6,8 Prozent. Die Gewinnausschüttungen bezogen auf einen 12-Monats-Zeitraum summieren sich aber jetzt schon auf rund 4,55 GBP. Damit steigt unsere Dividendenrendite auf gut 12 Prozent! Nach Abzug der Quellensteuer wurden unserem GBP-Konto jetzt 6.146,38 GBP gutgeschrieben. Das Guthaben auf unserem Pfund-Konto ist dadurch auf 11.798 GBP gestiegen – umgerechnet 13.711 Euro und damit unser zurzeit höchstes Fremdwährungsguthaben.

Auch die jüngste Quartalsdividende von OceanaGold wurde abgerechnet: Der Goldminenbetreiber zahlte wieder 0,09 US-Dollar pro Aktie, zusammen für unsere 4.000 Aktien also 360 USD. Nach Abzug der Quellensteuer wurden unserem US-Dollar-Konto 306 USD gutgeschrieben. Bei vier Quartalsdividenden in der jetzigen Höhe werden in diesem Jahr 0,36 US-Dollar Dividende pro Aktie erreicht; was rund 0,51 kanadischen Dollar entspricht. Im Verhältnis zu unserem Einstandskurs 36,41 CAD ergibt sich mithin eine Dividendenrendite von 1,4 Prozent. Das Guthaben auf unserem US-Dollar-Konto ist dadurch auf 12.600 USD gestiegen – umgerechnet 11.079 Euro und damit unser zurzeit zweithöchstes Fremdwährungsguthaben.

Auch unsere neuste (und kleinste) Goldminen-Position, B2Gold, zahlte Quartalsdividende: 0,02 US-Dollar pro Aktie, für unsere 10.000 Aktien also 200 USD. Nach Abzug der Quellensteuer wurden unserem US-Dollar-Konto 170 USD gutgeschrieben. Bei vier Quartalsdividenden in der jetzigen Höhe werden in diesem Jahr 0,08 US-Dollar Dividende pro Aktie erreicht; was rund 0,113 kanadischen Dollar entspricht. Im Verhältnis zu unserem Einstandskurs 7,71 CAD ergibt sich mithin eine Dividendenrendite von 1,5 Prozent.

Die noch nicht abgerechneten, aber abgeschlagenen Quartalsdividenden der 3 US-Aktien Franco-Nevada, Kraft Heinz und Newmont werden weiterhin im Fondsvermögen als Forderung geführt (netto 1.856 USD) und in den Anteilswert eingerechnet (mit 1.632 Euro). Das Euro-Bankguthaben des Fonds ist durch die Netto-Aktienverkäufe auf 728.067 Euro erhöht wurden, 10,4 Prozent vom Fondsvermögen. Einschließlich Fremdwährungsguthaben im Gegenwert von 27.576 Euro beläuft sich die Barreserve auf 765.643 Euro bzw. 10,7 Prozent des Fondsvermögens. Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist im Wochenvergleich um 285 auf jetzt 161.123 Anteile gesunken. Das Fondsvermögen ist gegenüber der Vorwoche durch Kursverluste auf jetzt 7.127.159 Euro gesunken.

Aktuelle strategische und taktische Überlegungen

US-Präsident Trump hatte gedroht, die Handelsbeziehungen zu allen Ländern vollständig abzubrechen, mit denen die USA ein Handelsdefizit hätten, wenn die US-Notenbank ihre Leitzinsen erhöhen würde. Die tat es trotzdem – und zwar einstimmig. Dass außer seinen Wählern keiner mehr auf diese Bluffs hereinfällt, spricht Bände. Schon eine Verknüpfung dieser beiden Themen herzustellen, hatte Kopfschütteln ausgelöst. Die offensichtliche Beeinflussungsversuch mag sogar zur Einstimmigkeit beigetragen haben. Denn wenn die US-Notenbank den Eindruck erwecken würde, den Weisungen des Weißen Hauses Folge zu leisten, würde das die US-Volkswirtschaft und ihre Währung noch schneller demontieren als die Trump-Administration das ohnehin schon tut.

Auch Trumps Finanzminister Scott Bessent hatte den Mund zu voll genommen, als er sich gegen den drohenden Zinsanstieg an den Kapitalmärkten stellte: Auf einer Veranstaltung in Texas hatte Bessent erklärt, er sei nun „das Haus“ („I am the house now.“). Mit dieser Casino-Metapher stellte er einen Vergleich zum Glücksspiel her und warnte die Marktteilnehmer davor, gegen ihn zu wetten. „Wenn Sie gegen mich wetten wollen, können Sie das gerne tun.“ Das US-Finanzministerium verdreifachte die Rückkäufe von US-Staatsanleihen mit langer Laufzeit gegenüber dem ursprünglichen Plan: statt zwei Milliarden wurden Papiere im Wert von sechs Milliarden Dollar zurückgekauft. Doch seine Wette hat Bessent krachend verloren: Statt der erhofften Beruhigung der Anleihemärkte kam es zu einem regelrechten Ausverkauf bei US-Staatsanleihen. Die Kurse der Anleihen fielen deutlich, so dass ihre Renditen nicht an der Fünf-Prozent-Marke nach unten abprallten wie noch 2023. Stattdessen beschleunigten sich die Kursverluste jüngst und die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte erstmals seit 2007 spürbar über 5,0 Prozent.

Das schwindende Vertrauen der Investoren in US-Staatsanleihen ist ein Szenario, das eigentlich gegen den US-Dollar und für Edelmetalle spricht: Weil private und institutionelle Anleger weltweit viele US-Staatsanleihen in ihren Depots halten, müssten deren Verkäufe nicht nur die Anleihen selber unter Druck bringen, sondern auch die US-Währung. Gleichzeitig sollte Gold als „Reservewährung“ gewinnen. Dem wirken allerdings zunächst einmal die steigenden US-Zinsen entgegen: Die höheren Zinsen machen den US-Dollar attraktiver, während Gold umso mehr unter seiner Zinslosigkeit leidet.

2026 KW38 Report über das Portfolio des Investmentclub-Aktienfonds

Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank.

Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte.

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Was ist diese Woche (KW38/2026) an den Börsen geschehen?

Warnungen aus der KI-Branche vor einer zu schnellen Entwicklung der KI-Technologie und damit einhergehenden Sicherheitsbedenken sorgten phasenweise für Verunsicherung. OpenAI sagte seinen für dieses Jahr erwarteten Börsengang ab, was bei einigen Aktien starke Kursschwankungen auslöste. Dass auch die US-Notenbank ihre Leitzinsen um 25 Basispunkte erhöhte, entsprach zwar den vorherrschenden Erwartungen; dass der Offen-Markt-Ausschuss dies aber einstimmig beschloss, wurde als Signal der Entschlossenheit gewertet. Der US-Dollar gewann darauf an Wert. Im Ausblick signalisierten die Währungshüter, dass eine weitere Zinserhöhung vor Jahresende denkbar ist. Trump hatte gedroht, er werde im Fall von Zinserhöhungen den Handel der USA mit vielen Ländern vollständig beenden. Die zehnjährige US-Staatsanleiherendite blieb nahe der Fünf-Prozent-Marke und damit dem höchsten Stand seit 2007. An den Aktienmärkten überwogen die dritte Woche in Folge die Kursverluste: Der Dow Jones sank um -1,7 Prozent, der Euro-STOXX-50 um -1,4 Prozent und der DAX um -1,0 Prozent.

Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?

Der ACC Alpha select Anteilswert wurde auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag mit 45,43 Euro berechnet. Gegenüber dem Wert der Vorwoche ist das ein Anstieg um 0,58 Euro bzw. +1,3 Prozent. Im laufenden Jahr (Jahreswechsel 42,01 Euro) beträgt unser Netto-Plus damit jetzt +8,1 Prozent (zum Vergleich: DAX +3,3 Prozent). Das Netto-Ergebnis beim ACC Alpha select Anteilswert steigt über ein Jahr auf jetzt +15,5 Prozent (MSCI World in Euro sinkt auf +18,4 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds steigt auf +14,6 Prozent, Mischfonds sinkt auf +9,8 Prozent). Über drei Jahre steigt der ACC-Nettozuwachs auf +45,3 Prozent (MSCI World in Euro sinkt auf +58,7 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds sinkt auf +38,9 Prozent, Mischfonds sinkt auf +27,5 Prozent) und über fünf Jahre auf +44,5 Prozent (MSCI World in Euro sinkt auf +71,8 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds steigt auf +35,6 Prozent, Mischfonds sinkt leicht auf +20,8 Prozent).

Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)

Die in diesem und dem folgenden Abschnitt genannten Kursveränderungen beziehen sich jeweils auf die Woche bis einschließlich Freitag, weichen also vom Zeitpunkt der Anteilswertberechnung um einen Tag ab.

Entgegen der schwächeren Tendenz an den Aktienmärkten konnten 17 Aktien in unserem Portfolio diese Woche mit Kursgewinnen beenden. Der höchste prozentuale Kursanstieg ist der von Roche: +3,7 Prozent (auf 356,80 CHF, Einstand 285,71 CHF). Ähnlich fallen die Kursgewinne bei ConAgra Brands (+3,6 Prozent auf 15,13 USD, Einstand 15,325 USD), AXA (+3,6 Prozent auf 44,73 Euro, Einstand 19,61 Euro) und DFDS A/S aus (+3,4 Prozent auf 162,40 DKK, Einstand unserer Anfangsposition: 148 DKK). Die Aktie der dänischen Fährreederei hat damit den Eindruck einer übergeordneten unteren Trendwende bestätigt, worauf wir diese Position aufgestockt haben (siehe unten: Transaktionen)

Beste deutsche Aktie in unserem Portfolio in dieser Woche ist INDUS Holding: +2,8 Prozent (auf 39,05 Euro, Einstand 24,66 Euro). Die INDUS Holding AG hat ihr ISS ESG Corporate Rating auf „B-“ erhöht. Damit zählt INDUS in der Vergleichsgruppe der Multi-Sector Holdings zu den besten 10 Prozent der 94 bewerteten Unternehmen. Das Transparenzlevel der Gesellschaft wird mit „Very High“ bewertet. Wir hatten INDUS Holding seit Jahren einen Bonus in der Kategorie „Corporate Governance und Investor Relations“ gegeben, was damit bestätigt wird. Das sehr gute Abschneiden in der Vergleichsgruppe begründet jetzt einen zweiten Bonus beim qualitativen Rating, namentlich bei „Nachhaltigkeit relativ zur Branche“.

Die erst am 24. August gekauften B2Gold-Aktien legten in dieser Woche +2,6 Prozent zu (auf 7,65 CAD, Einstand 7,71 CAD vor Dividendenabschlag).

Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)

Prozentual größter Kursverlierer in unserem Portfolio in dieser Woche ist Deutz: -5,2 Prozent (auf 12,15 Euro, Einstand 4,35). Der Motorenbauer hat sich mit einer Kapitalerhöhung frisches Geld besorgt. Die Ausgabe von gut 15,26 Millionen neuen Aktien ergab einen Bruttoemissionserlös von rund 179 Millionen Euro, wie der Konzern mitteilte. Das Vorhaben hatte Deutz überraschend verkündet. Die Konzernführung will das eingenommene Geld zur Optimierung der Kapitalstruktur verwenden und so die finanzielle Flexibilität des Motorenbauers mit Blick auf künftige Wachstumschancen stärken. Wir erhöhen in unserem Bewertungsmodell die Anzahl der Deutz-Aktienanzahl entsprechend auf jetzt 167,9 Mio. Stück.

Deutsche Bank verloren -5,1 Prozent (auf 33,05 Euro, Einstand 8,54 Euro). Kurz zuvor hatte der Aktienkurs den höchsten Stand seit 2011 erreicht.

Automobilaktien litten unter dem schlechten Umfeld und der Krise bei Volkswagen. BMW verloren auf Wochensicht -4,1 Prozent (auf 60,40 Euro, Einstand 57,50 Euro), Porsche Automobil Holding nur -2,2 Prozent (auf 28,42 Euro, Einstand 27,23 Euro).

Welche Transaktionen gab es diese Woche?

Zwei bestehende kleine Positionen haben wir entsprechend unserer Strategie in der Größe prozyklisch angepasst: Villeroy & Boch verkleinert und DFDS aufgestockt.

Aufgrund der anhaltend schlechten Trendindikation haben wir unsere ohnehin nicht große Position in Villeroy & Boch halbiert: Der Verkauf der 2.000 Aktien erfolgte zu 14,28 Euro. Gegenüber unserem Einstand zu 18,79 Euro haben wir somit einen Kursverlust von 24 Prozent realisiert.

DFDS A/S haben wir dagegen um 1.800 Aktien auf jetzt 4.000 Stück aufgestockt. Die Aktie der dänischen Fährreederei stieg auf ein neues Zwei-Jahres-Hoch und überwand damit eine seit April dieses Jahres bestehende Widerstandszone. Die Marke von 160 DKK hatte sich seit August als hartnäckiger Widerstand erwiesen, so dass der Kursanstieg darüber die seit Dezember des vergangenen Jahres laufende Trendwende nach oben jetzt bestätigte. Der Zukauf erfolgte in Kopenhagen zu 161,57 DKK. Der durchschnittliche Einstandskurs unserer jetzt 4.000 Stück steigt damit auf 154,10 DKK.

Erstmals in unser Portfolio aufgenommen haben wir Aktien eines zweiten dänischen Unternehmens: Cadeler zählt zu den weltweit führenden Dienstleistern im Bereich der Offshore-Windenergie – als Spezialist für den Transport, die Installation sowie die Wartung und Stilllegung („Decommissioning“) von Offshore-Windkraftanlagen und deren Fundamenten. Als sogenannter Pure-Play-Anbieter konzentriert sich Cadeler im Gegensatz zu Turbinenherstellern ausschließlich auf maritime Logistik- und Konstruktionsdienstleistungen auf offener See, hat also weder mit der Herstellung der Windkraftanlagen selbst noch mit der Stromerzeugung zu tun. Über spezialisierte Service-Plattformen wie Nexra übernimmt Cadeler zwar die laufende Instandhaltung und den Austausch schwerer Komponenten an bereits bestehenden Offshore-Strukturen (Sparte Betrieb und Wartung „O&M“), der wichtigste Geschäftsbereich ist bislang aber der Transport und die Installation („T&I“): Cadeler transportiert dabei auch sehr große Windkraftkomponenten, XXL-Monopile-Fundamente sowie Umspannwerke („Substations“) von den Häfen zu den Windparks auf See und installiert diese vor Ort. Umgekehrt sorgt das Unternehmen am Ende der Lebensdauer von Windparks für den fachgerechten Abbau der Anlagen auf See: den Rückbau („Decommissioning“). Das wichtigste Asset für dieses Geschäftsmodell sind die spezialisierten Schiffe: Cadeler ist Eigentümer einer Flotte von Errichterschiffen (sogenannten „Jack-up Vessels“ oder „Wind Turbine Installation Vessels“). Diese Spezialschiffe können sich mithilfe massiver Stelzen auf dem Meeresboden aufbocken, um auch bei starkem Wellengang als stabile Kranplattformen zu agieren. Durch den Zusammenschluss mit der Reederei Eneti sowie massive Investitionen in Neubauten besitzt Cadeler eine der größten und vielseitigsten Flotten der Branche weltweit. Die Kunden von Cadeler sind große Energiekonzerne, Windparkentwickler und Turbinenhersteller wie beispielsweise Vestas oder Ørsted, die schwere maritime Logistikkapazitäten für ihre Megaprojekte benötigen. Das Unternehmen operiert global mit starken Schwerpunkten in Europa (vor allem der Nordsee), aber auch in Asien (Taiwan) und den USA. Obwohl es rechtlich gesehen ein dänisches Unternehmen ist, werden die Aktien nicht in Kopenhagen gehandelt. Vielmehr muss man als Heimatbörse Oslo in Norwegen ansehen. Weil die Aktie dort in norwegischen Kronen (NOK) gehandelt wird, Geschäftsergebnisse aber mal in dänischen Kronen (DKK), in Euro oder auch in US-Dollar veröffentlicht werden, haben wir unsere Bewertung in Euro vorgenommen und Angaben in anderen Währungen dazu in Euro umgerechnet. Bei rund 388 Mio. Cadeler-Aktien entfällt auf jeden Anteilsschein ein Eigenkapital (Buchwert) von rund 4,75 Euro. Die Umsatzerlöse dürften in diesem Jahr knapp unter und ab 2027 über der Marke von einer Milliarde Euro liegen, mithin bei rund 2,60 Euro pro Aktie. Davon bleiben im Mittel fast 40 Prozent als Nettogewinn (wir rechnen mit einem verdichteten EPS von 0,97 Euro), wobei der Gewinn pro Aktie (EPS) unter Schwankungen im Zeitraum von 2023 bis 2027 stark wächst. Wir errechnen mit unserem Modell ein Gewinnwachstum (CAGR) von rund 28 Prozent p.a., das sich aber nicht durchhalten lässt. Schon mit einem angemessenen Gewinn-Multiplikator von 11 ergibt sich ein Profit Value von fast 11 Euro, ungefähr dem Doppelten des aktuellen Kurses. Und auch der Bottom Value von 6,30 Euro würde für sich allein eine Rückkehr zu den Spitzenkursen rechtfertigen, die Cadeler schon 2024 und dann wieder im Mai dieses Jahres erreicht hatte. Längerfristig sehen wir das fundamentale Kursziel eher im kleinen zweistelligen Euro-Bereich. Wir haben jetzt zunächst 7.000 Cadeler-Aktien zu 58,47 NOK an der Nasdaq Copenhagen gekauft, was beim aktuellen Wechselkurs rund 5,42 Euro entspricht. Bei einer Bestätigung der seit August wieder positiven Trendindikation würden wir diese Anfangsposition verdoppeln.

Wie hoch ist die Barreserve?

Die jüngste Quartalsdividende von Aperam wurde abgerechnet: Der Edelstahlhersteller zahlte wieder 0,50 Euro pro Aktie, für unsere 2.000 Aktien also 1.000 Euro. Nach Abzug der Quellensteuer wurden unserem Konto 850 Euro gutgeschrieben. Unterstellt man weiterhin gleichbleibende Quartalsdividenden, ergibt sich für 12 Monate eine Ausschüttung von 2,00 Euro pro Aktie. Im Verhältnis zu unserem Einstandskurs von 33,45 Euro ist das eine Dividendenrendite von 3,0 Prozent. Von 2021 bis 2024 beliefen sich die jährlichen Dividendenzahlungen bekanntlich auf 1,70 Euro, davor auf 1,49 Euro. Obwohl das Geschäft stark konjunkturellen Schwankungen ausgesetzt ist, hat Aperam seine Gewinnausschüttungen nie gesenkt. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass Aperam seine Dividenden in den kommenden Jahren weiter erhöhen kann.

Die in dieser Woche erfolgten Käufe dänischer Aktien erfolgten in Kopenhagen und Oslo in dänischen und norwegischen Kronen. In Ermangelung ausreichender Fremdwährungsguthaben erfolgt die Verrechnung letztendlich gegen unser Euro-Guthaben. Dieses ist vor allem durch den Teilverkauf von Villeroy & Boch auf 667.440 Euro gestiegen, was 9,1 Prozent vom Fondsvermögen entspricht. Die noch nicht abgerechneten, aber abgeschlagenen Quartalsdividenden werden weiterhin im Fondsvermögen als Forderung geführt und in den Anteilswert eingerechnet. Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist im Wochenvergleich um 7 auf jetzt 161.408 Anteile gestiegen. Das Fondsvermögen ist gegenüber der Vorwoche durch Kursgewinne um rund 100.000 Euro auf jetzt 7.352.694 Euro gesunken.

Aktuelle strategische und taktische Überlegungen

Erstmals seit rund anderthalb Jahren setzen wir wieder derivative Instrumente zur Verringerung der Marktrisiken ein. Hintergrund sind verschlechterte Rahmenbedingungen für die Aktienmärkte, insbesondere die begründeten Sorgen um die Entwicklung der Inflation und Zinsen. An den Anleihemärkten gab es in den vergangenen Wochen starke Kursverluste. Gleichzeitig wurde die Gewinnmaschine der US-KI-Kreislaufwirtschaft mit der Absage des Börsengangs (IPO) von OpenAI in Frage gestellt. Zwar haben der Zinsanstieg und die OpenAI-IPO-Absage einzelne Aktien stärker belastet, die Auswirkungen auf den Gesamtmarkt blieben aber eher gering. Es ist durchaus möglich und wünschenswert, dass das auch so bleibt. Aber die Börse ist kein Wunschkonzert. Wir haben uns deshalb auf das Szenario eines weitereichenden Abwärtstrends an den Aktienmärkten vorbereitet, auch wenn das nicht unser Basisszenario ist. Dazu haben wir Stop-Sell-Limit-Order an der Terminbörse EUREX platziert, um gegebenenfalls Short-Positionen in den Futures auf den DAX und den Euro-STOXX-50 zu öffnen. Sollten sich diese Aktienindizes weiterhin als robust erweisen, gehen wir keine Hedging-Positionen ein und es entstehen auch keinerlei Transaktionskosten. Diese wären auch im Fall von Short-Positionen niedrig, erfordern dann aber Antworten auf die Frage, wann die Positionen wieder glattgestellt werden sollen. Weil sich die exakt richtigen Zeitpunkte immer erst in der Rückschau benennen lassen, gehen wir auch diesmal wieder gestaffelt vor. Dies gilt auch schon für die Eröffnung der Positionen: Beim DAX müsste es einen Kursrückgang mindestens 2,95 Prozent geben. Beim Euro-STOXX-50 würden wir eine kleinere Short-Position schon bei einem weiteren Abrutschen um rund ein weiteres Prozent eingehen, die wir aber erst vergrößern würden, wenn der Future um mindestens 4,4 Prozent fällt (Angaben auf Basis der EUREX-Future-Wochenschlusskurse). Auch im Fall der vollständigen Umsetzung dieser Short-Positionen würde nur ein Marktrisiko in Höhe rund 1,2 Mio. Euro neutralisiert – vergleichbar in der Wirkung einer Erhöhung der Barreserve um 16 Prozentpunkte. Ziel dieser Strategie ist also nicht eine vollständige Absicherung des Gesamtmarktrisikos, sondern nur ein effizientes Abfedern stärkerer Kursverluste.

2026 KW37 Report über das Portfolio des Investmentclub-Aktienfonds

Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank.

Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte.

Bei Anregungen und Feedback erreichen Sie uns gerne per email. Ihre Ansprechpartner sind:

Was ist diese Woche (KW37/2026) an den Börsen geschehen?

Die neuerliche Eskalation des Krieges zwischen den USA und dem Iran trieb der Ölpreis auf rund 100 Dollar pro Barrel. Damit dürften Inflation und Zinsen weiter steigen. US-Finanzminister Scott Bessent scheiterte mit dem Versuch, mit erhöhten Anleiherückkäufen den Renditeanstieg aufzuhalten: Die zehnjährige US-Staatsanleiherendite stieg mit 4,95 Prozent auf den höchsten Stand seit dem 16-Jahres-Hoch im November 2023. Die Europäische Zentralbank (EZB) erhöhte wie erwartet zum zweiten Mal in diesem Jahr ihre Leitzinsen um je 25 Basispunkte, die Einlagefazilität auf 2,5 Prozent. Damit überwogen an den Aktienmärkten die zweite Woche in Folge die Kursverluste: Der Dow Jones sank um -1,6 Prozent, der Euro-STOXX-50 um -1,1 Prozent, der DAX um -1,8 Prozent und der Nikkei-225 um -1,6 Prozent.

Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?

Der ACC Alpha select Anteilswert wurde auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag mit 44,85 Euro berechnet. Gegenüber dem Wert der Vorwoche ist das ein Rückgang um 0,67 Euro bzw. -1,5 Prozent. Im laufenden Jahr (Jahreswechsel 42,01 Euro) beträgt unser Netto-Plus damit jetzt +6,8 Prozent (zum Vergleich: DAX +4,4 Prozent). Das Netto-Ergebnis beim ACC Alpha select Anteilswert sinkt über ein Jahr auf jetzt +13,9 Prozent (MSCI World in Euro sinkt auf +19,7 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds sinkt auf +14,2 Prozent, Mischfonds sinkt auf +10,6 Prozent). Über drei Jahre beträgt der ACC-Nettozuwachs jetzt +45,1 Prozent (MSCI World in Euro sinkt auf +60,5 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds sinkt auf +40,6 Prozent, Mischfonds bleibt bei +28,7 Prozent) und über fünf Jahre +42,1 Prozent (MSCI World in Euro bleibt bei +72,6 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds sinkt auf +34,8 Prozent, Mischfonds steigt leicht auf +20,9 Prozent).

Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)

Die in diesem und dem folgenden Abschnitt genannten Kursveränderungen beziehen sich jeweils auf die Woche bis einschließlich Freitag, weichen also vom Zeitpunkt der Anteilswertberechnung um einen Tag ab.

Beste Aktie in unserem Portfolio ist Itochu: Die japanische Aktie stieg um +4,9 Prozent (auf 12,70 Euro bzw. 2.294 Yen, Einstand 5,73 Euro bzw. 832 Yen) und erreichte damit neue Rekordhochs über den bisherigen Kursspitzen vom Februar. Die Itochu-Aktie gehört bereits in der Vorwoche zu unseren größten Kursgewinnern. Damit ist der übergeordnete Aufwärtstrend bestätigt. Hintergrund ist eine mögliche Aufstockung des Aktienpaketes an Itochu, das die US-Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway hält. Nachdem Berkshire-Chef Greg Abel im Gespräch mit der Wirtschaftszeitung Nikkei einen möglichen Ausbau der Beteiligungen an den fünf großen japanischen Handelshäusern in Aussicht gestellt hat, zogen deren Aktien an. Berkshire hält inzwischen mehr als zehn Prozent an den fünf großen japanischen Handelshäusern Itochu, Marubeni, Mitsubishi, Mitsui und Sumitomo, wie Abel in einem anderen Interview (mit CNBC) verriet. Damit hat Berkshire seine Beteiligungen, die beim Einstieg im Jahr 2020 zunächst bei rund fünf Prozent lagen, über die Jahre weiter ausgebaut. Ob Berkshire Hathaway die angedeuteten Zukäufe tatsächlich umsetzt, dürfte sich erst mit der nächsten Pflichtmitteilung an die japanische Finanzaufsicht zeigen, sobald eine Veränderung der Beteiligungshöhe meldepflichtig wird.

Weitere Kursgewinner sind in dem schwachen Aktienmarktumfeld unter unseren Nebenwerten zu finden:

IRCE +4,3 Prozent (auf 2,41 Euro, Einstand 2,20 Euro) und MediClin +3,6 Prozent (auf 5,70 Euro, Einstand 3,16 Euro).

Mutares +3,2 Prozent (auf 26,10 Euro, Einstand 28,13 Euro). Die Beteiligungsgesellschaft gab in den beiden ersten Septemberwochen eine Reihe von Veränderungen an ihrem Beteiligungsportfolio bekannt: Dem Duftstoff- und Aromen-Hersteller Symrise hat Mutares dessen US-Geschäft mit Terpen-Inhaltsstoffen abgekauft. Die Transaktion stärke das Chemicals & Materials-Segment, das Mutares im Zuge der Übernahme des Geschäftsbereichs Engineering Thermoplastics von Sabic aufgebaut hat, teilte die Beteiligungsgesellschaft mit. Finanzielle Details nannte Mutares nicht. Dann gab Mutares den Abschluss der Übernahme der TREPEL Airport Equipment GmbH und der MAFI Transport-Systeme GmbH von der NDW Maschinenbau Holding GmbH bekannt. Dabei handelt es sich um einen Anbieter von Bodenabfertigungsgeräten und Schwerlast-Terminalzugmaschinen mit den Marken TREPEL und MAFI. Man verfüge über ein breites Produktportfolio mit führenden Marktpositionen bei Cargo-Hochladern, Flugzeugschleppern und Terminalzugmaschinensystemen mit einer starken internationalen Präsenz mit Aktivitäten in mehr als 115 Ländern und über 50 Servicepartnern und einem Umsatzvolumen von rund 150 Mio. Euro. Dem steht auch ein Verkauf gegenüber: Der Verkauf der NEM Energy Group an Hyundai Heavy Industries Power Systems („HPS“) wurde abgeschlossen. Die NEM Energy Group ist ein weltweit führender OEM-Anbieter von Wärmeübertragungstechnologien. Mutares habe die Gruppe nach einem komplexen Carve-out in weniger als vier Jahren erfolgreich zu einer unabhängigen und profitablen Plattform entwickelt. Die NEM Energy Group sei mit einem signifikanten Auftragsbestand und einer umfangreichen Projektpipeline bestens für die nächste Wachstumsphase unter der Eigentümerschaft von HPS aufgestellt. Der Exit liefere einen bedeutenden Beitrag zur Guidance von Mutares für das laufende Geschäftsjahr.

Valterra Platinum gewann in dieser Woche +2,3 Prozent (auf 65,70 GBP, Einstand 37,69 GBP). Zwar sank angesichts steigender Realrenditen auch Platin, mit -1,5 Prozent auf Wochensicht aber weniger als Gold (-1,8 Prozent) und Silber (-2,6 Prozent). Die relative Stärke bei einem fallenden Edelmetallpreis darf als Signal der günstigen Bewertung verstanden werden.

Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)

Optisch steht in dieser Woche Aperam auf der Verliererliste oben (-9,1 Prozent auf 44,94 Euro, Einstand 33,45 Euro), was allerdings auch am jüngst erfolgten Dividendenabschlag und Gewinnmitnahmen nach dem Kurssprung in der Vorwoche liegt.

Auch bei ConAgra Brands dürften die Kursverluste noch auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen sein (-5,7 Prozent auf 14,60 USD, Einstand 15,325 USD).

Welche Transaktionen gab es diese Woche?

Nachdem wir in der Vorwoche unsere Barreserve durch eine Teilgewinnmitnahme bei Bouygues-Aktien erhöht hatten, haben wir in dieser Woche keine Änderungen an unserem Portfolio veranlasst.

Wie hoch ist die Barreserve?

Die schon im August abgeschlagene Quartalsdividende von Pan American Silver wurde abgerechnet: Der kanadische Gold- und Silberminenbetreiber zahlte 0,184 US-Dollar pro Aktie, für unsere 4.500 Aktien also 828 US-Dollar. Pan American Silver zahlt Quartalsdividenden. Dies war bereits die dritte Zahlung von 0,18 Cent pro Aktie in diesem Jahr. Bei vier Quartalsdividenden in dieser Höhe würde Pan American Silver in diesem Jahr 0,72 US-Cent ausschütten. Dies entspricht zu aktuellen Wechselkursen 1,00 kanadischen Dollar und im Verhältnis zu unserem Einstandskurs 40,97 CAD einer Dividendenrendite von 2,4 Prozent. Nach Abzug von 15 Prozent Quellensteuern wurden unserem US-Dollar-Konto jetzt 703,80 USD gutgeschrieben. Unser US-Dollar-Bankguthaben ist durch die Gutschrift der Quartalsdividende von Pan American Silver auf 12.125 USD gestiegen, umgerechnet 10.427 Euro, und unsere Fremdwährungsguthaben insgesamt auf umgerechnet 19.994 Euro, nur 0,3 Prozent vom Fondsvermögen. Das Euro-Bankguthaben beläuft sich aktuell auf 637.792 Euro, was 8,8 Prozent vom Fondsvermögen entspricht. Die Gutschriften der jüngsten Dividenden von Conagra, Aperam, OceanaGold und Valterra Platinum stehen weiterhin noch aus. Hinzu kommen seit dieser Woche noch die jüngsten Dividenden von B2Gold, Franco-Nevada, Kraft Heinz und Newmont. Sie alle werden im Fondsvermögen als Forderung geführt und in den Anteilswert eingerechnet. Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist im Wochenvergleich um 63 auf jetzt 161.401 Anteile gestiegen. Das Fondsvermögen ist gegenüber der Vorwoche durch Kursverluste leicht auf jetzt 7.257.656 Euro gesunken.

Aktuelle strategische und taktische Überlegungen

Die legendäre US-Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway baute jüngst unter ihrem neuen Chef Greg Abel die Beteiligung an Alphabet aus, zur drittgrößten Position nach Apple und American Express. Damit ist auch die künftige Entwicklung der Holding vom Höhenflug der großen US-Hyperscaler abhängig. Wir sind bekanntlich in diesen Mainstream-Aktien nicht investiert, weil die Risiken u.E. die Chancen übersteigen.

Die fünf Technologiekonzerne Alphabet, Amazon, Microsoft, Meta und Oracle haben ihre Investitionsausgaben von 98 Mrd. USD im Jahr 2020 auf 722 Mrd. USD in diesem Jahr mehr als versiebenfacht. Nächstes Jahr planen diese Unternehmen mit 900 Mrd. USD. Bevor der Wettlauf um die „Künstliche Intelligenz“ begann, schwammen diese Konzerne in einem riesigen freien Cashflow. Obwohl ihre Cashflows noch weiter eindrucksvoll gestiegen sind, reichen sie inzwischen nicht mehr, um die Ausgaben zu finanzieren. Alphabet und Amazon weisen bereits einen negativen Cashflow auf, bei Meta sank er um fast 90 Prozent. Nur Microsoft verdient noch mehr Geld als es ausgibt. Alle anderen Hyperscaler verschulden sich inzwischen. Das Volumen der jährlich begebenen Unternehmensanleihen im Investment Grade-Bereich lag lange Zeit bei rund 500 Mrd. USD. In diesem Jahr dürfte das Volumen sich auf mehr als eine Billion US-Dollar mehr als verdoppeln. Entsprechend stiegen die Zinsaufschläge bei diesen Anleihen ebenso wie die Versicherungsraten für Kreditausfälle, die sogenannten „Credit Default Swaps“. In der Liga der „KI-Giganten“ mitzuspielen kostet extrem viel Geld. Das Kreditrating von Oracle verschlechterte sich auf nur noch „BBB-“.

Die auf den ersten Blick sichtbaren Schulden in den Bilanzen der fünf großen Konzerne stiegen auf 725 Mrd. USD – sind jedoch nur die halbe Wahrheit: Die versteckten außerbilanziellen „Schattenschulden“ dürften sich auf mehr als das Doppelte belaufen, mindestens 1,5 Billionen US-Dollar. Diese Schuldensumme hat sich in den letzten vier Jahren verachtfacht und besteht zu einem großen Teil aus langfristigen Rechenzentrums-Leasingverträgen mit Laufzeiten von über 15 Jahren sowie festen Abnahmeverpflichtungen für KI-Chips. Neben den langfristigen Leasingverträgen sind viele KI-Unternehmen auch über Beteiligungen, Bürgschaften und Vorabfinanzierungen miteinander verbunden. Die Erträge aus Unternehmensbeteiligungen lagen bei Alphabet, Amazon, Microsoft und Meta zuletzt bei 200 Mrd. USD als unrealisierte Buchgewinne. Dies entspricht fast der Hälfte der aggregierten Nettogewinne von 380 Mrd. USD. Dass der Kursanstieg des einen bei anderen als Gewinn ausgewiesen wird, entspricht der Rechnungslegung nach US-GAAP. Beteiligungen von unter 20 Prozent an anderen Unternehmen müssen zum aktuellen Aktienkurs am Bilanzstichtag berücksichtigt werden. Die Alphabet-Aktie beispielsweise kommt so auf ein optisch attraktives Kurs-Gewinn-Verhältnis von 19. Ohne die Kursgewinne mit Aktien anderer Tech-Konzerne läge es bei 35.

Damit nimmt die Gefahr einer Abwärtsspirale auf verschiedenen Ebenen weiter zu: Wenn die Aktienkurse von Unternehmen wie SpaceX, Open AI und Anthropic, die weit von der Gewinnschwelle entfernt sind, fallen, bedeutet das Verluste in den Bilanzen der Hyperscaler.

Und ausgerechnet die rasante Entwicklung im Bereich von KI-Chips ist das Hauptrisiko: Wenn neue Generationen von KI-Chips die Leistungsfähigkeit der jetzigen Chips übertreffen, könnten zukünftige Wettbewerber mit einem Bruchteil der Investitionen auskommen. Die teuren Speicherchips werden in der Regel über 5 bis 7 Jahre abgeschrieben. Die vier großen Hyperscaler tätigten im 1. Halbjahr 2026 Abschreibungen in Höhe von gerade mal 42 Mrd. USD. Der größte Teil der Billionen-Investition steht also für Jahre als Vermögenswert auf der Aktivseite der Bilanzen, aber eben auch als Schulden auf der Passivseite. Reicht die Zeit, um die gewaltigen Investitionen jemals zu „monetarisieren“?

Mit den schnell steigenden Schulden bei gleichzeitig steigenden Kapitalmarktzinsen dürften die Konzerne verstärkt ihre Aktionäre zur Kasse bitten: Alphabet nahm bereits im Juni eine Rekord-Kapitalerhöhung in Höhe von 85 Mrd. USD vor.

Entscheidend bleibt jedoch die Frage, ob es den großen Technologiekonzernen gelingen wird, ihre Investitionen dauerhaft in entsprechend hohe Einnahmen zu verwandeln. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass die frühen Marktführer einer neuen Technologie (Computer, Internet, Mobilfunk – Burroughs, AOL, Nokia) oft ihren Vorsprung verlieren.

Im vergangenen Jahr hat die ACC Alpha select Strategie mit einem Plus von gut 25 Prozent die Performance von Berkshire Hathaway (+10,9 Prozent) erstmals deutlich übertroffen. Sollte die Erfolgsstory von Apple und Alphabet ins Stottern geraten, wird uns das wieder gelingen.

2026 KW36 Report über das Portfolio des Investmentclub-Aktienfonds

Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank.

Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte.

Bei Anregungen und Feedback erreichen Sie uns gerne per email. Ihre Ansprechpartner sind:

Was ist diese Woche (KW36/2026) an den Börsen geschehen?

Neue gegenseitige Militärschläge an der Straße von Hormus zwischen den USA und dem Iran erinnerten die Märkte zum Auftakt der neuen Woche und des Septembers an die ungelösten Probleme. Öl- und Gaspreis und die Anleiherenditen stiegen deutlich. Dass sich FED-Chef Warsh in Jackson Hole zur Bekämpfung der Inflation verpflichtet hatte, bestärkte die Erwartung einer restriktiveren US-Geldpolitik. Im Verlauf dieser Woche stieg die Erwartung einer bevorstehenden FED-Leitzinserhöhung, auch weil die US-Beschäftigung stärker anstieg. Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) dürfte die zweite Zinserhöhung in diesem Jahr bevorstehen. Vielerorts stiegen die Anleiherenditen auf mehrjährige Höchststände. Zehnjährigen US-T-Bonds rentieren mit 4,8 Prozent, dem höchsten Stand seit anderthalb Jahren, vergleichbare deutsche Bundesanleihen mit 3,35 Prozent so hoch wie seit 2011 nicht mehr. Auch die Verzinsung australischer Bonds erreichte den höchsten Stand seit 2011, zehnjährige japanische Staatsanleihen sogar erstmals seit 1996 die Marke von drei Prozent! Die Nvidia-Aktie profitierte noch von ihren guten Vorwochenzahlen mit einem Wochenplus von +5,9 Prozent und die Meta-Aktie erholte sich von vorausgegangenen Kursverlusten um +6,7 Prozent, so dass der Nasdaq-100-Index zur Minderheit der Aktienindizes gehört, der die Woche noch mit einem kleinen Plus (+0,4 Prozent) beenden konnte. Insgesamt überwogen an den Aktienmärkten aber die Kursverluste: Der Dow Jones sank um -0,3 Prozent, der Euro-STOXX-50 um -1,4 Prozent, der DAX um -2,0 Prozent und der Nikkei-225 um -2,1 Prozent.

Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?

Der ACC Alpha select Anteilswert wurde auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag mit 45,52 Euro berechnet. Gegenüber dem Wert der Vorwoche ist das ein Anstieg um 8 Cent bzw. +0,2 Prozent. Im laufenden Jahr (Jahreswechsel 42,01 Euro) steigt unser Netto-Plus damit auf +8,4 Prozent (DAX nur +6,4 Prozent). Das Netto-Ergebnis beim ACC Alpha select Anteilswert steigt über ein Jahr auf jetzt +17,1 Prozent (MSCI World in Euro +21,6 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds +17,0 Prozent, Mischfonds sinkt auf +12,0 Prozent). Über drei Jahre beträgt der ACC-Nettozuwachs jetzt +46,9 Prozent (MSCI World in Euro sinkt auf +61,6 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds sinkt auf +42,2 Prozent, Mischfonds sinkt auf +28,7 Prozent) und über fünf Jahre +42,6 Prozent (MSCI World in Euro sinkt auf +72,6 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds sinkt auf +35,6 Prozent, Mischfonds sinkt auf +20,8 Prozent).

Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)

Die in diesem und dem folgenden Abschnitt genannten Kursveränderungen beziehen sich jeweils auf die Woche bis einschließlich Freitag, weichen also vom Zeitpunkt der Anteilswertberechnung um einen Tag ab.

Über die Hälfte unserer Positionen konnte sich in dieser Woche dem schwächeren Aktienmarktumfeld entziehen und sogar Kursgewinne erzielen.

Die Liste der Wochengewinner wird angeführt von Aperam (+6,2 Prozent auf 49,42 Euro, Einstand 33,45 Euro). Neue Unternehmensnachrichten gab es nicht. Hier dürfte noch das stärkste Quartalsergebnis seit vier Jahren sowie regulatorische EU-Schutzmaßnahmen, die den Importdruck merklich dämpfen, nachwirken. Aperam hatte für das zweiten Quartal eine deutliche Erholung der Geschäfte vermeldet. Das bereinigte EBITDA kletterte sequenziell um 44 Prozent auf 130 Millionen Euro im Vergleich zu 90 Millionen Euro im ersten Quartal. Dies übertraf die durchschnittlichen Analystenschätzungen und war das operativ stärkste Quartal des Edelstahlherstellers seit vier Jahren. Aperam hat das zweite Quartal mit einem Umsatz von insgesamt 1,69 Milliarden Euro abgeschlossen. Das kommt einer Umsatzsteigerung von 2,12 Prozent im Vergleich zum Vorjahresviertel gleich, in dem 1,65 Milliarden Euro erwirtschaftet worden waren. Das Quartalsergebnis je Aktie belief sich damit auf 1,61 Euro. Die Erwartungen der Analysten hatten sich 1,08 Euro je Aktie belaufen. Im Vorjahresviertel waren 0,250 Euro je Aktie erzielt worden.

Zweitbeste Aktie nach Höhe des prozentualen Kursgewinns war in dieser Woche Fuchs mit +5,8 Prozent (auf 36,45 Euro, Einstand 32,57 Euro). Das Analysehauses Kepler Cheuvreux nahm seine Verkaufsempfehlung zurück, worauf die Aktie auf ein neues Jahreshoch stieg. Wir hatten unsere Position bekanntlich erst vor zwei Wochen aufgestockt. Unser Zukauf von 1.000 Fuchs-Aktien war noch zu 34,475 Euro erfolgt.

Drittbeste Aktie dieser Woche ist Itochu: +5,1 Prozent (auf 12,11 Euro bzw. 2.204 Yen, Einstand 5,73 Euro bzw. 832 Yen). Auch in diesem Fall liegt die Bekanntgabe der jüngsten Quartalsergebnisse schon ein paar Wochen zurück: Der Umsatz für das abgelaufene Quartal belief sich auf 24,32 Milliarden USD – das entspricht einem Minus von 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresviertel, in dem 24,62 Milliarden USD in den Büchern gestanden hatten. Der Gewinn je Aktie belief sich auf 0,26 USD gegenüber 0,280 USD im Vorjahresquartal.

Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)

Kontron verloren -4,4 Prozent (auf 21,50 Euro, Einstand 19,41 Euro). Die Aktie hatte zuvor von Aufträgen für Bahnkommunikationslösungen aus Rumänien profitiert, erlitt jetzt aber wohl Gewinnmitnahmen. Jüngst gab es Insiderkäufe des Vorstandes Hannes Niederhauser. Der Aktienkurs blieb in der seit Mai geltenden Bandbreite von 20 Euro bis 24,50 Euro.

PORR sanken in dieser Woche um -4,3 Prozent (auf 36,85 Euro, Einstand 13,48 Euro). Hier wirken die eher gemischten Halbjahresergebnisse nach. Die Umsatzerlöse für das zweite Quartal lagen mit 1,68 Mrd. Euro rund 3,5 Prozent unter dem Analystenkonsens. Marktteilnehmer zeigten sich besorgt über einen Einbruch beim Auftragseingang, was Fragen bezüglich der kurzfristigen Dynamik aufwarf. Zudem belastete ein negativer operativer Cashflow, der durch den späten Start der Bausaison und den Aufbau des Working Capitals verursacht wurde. Nachdem die Aktie im Sommer ein neues Allzeithoch bei 46 Euro markiert hatte, nutzten viele Anleger die gemischten operativen Daten als Anlass für Gewinnmitnahmen. Zudem hatte bereits im Juli der Großaktionär IGO Industries ein Vier-Prozent-Aktienpaket auf den Markt geworfen, was das Angebot an frei gehandelten Aktien (Streubesitz) kurzfristig erhöhte. Wir hatten an dieser Stelle vor einer Woche Gründe angeführt, an der recht großen Aktienposition bis auf weiteres festzuhalten. Wir halten unser Kursziel bei 46,80 Euro für grundsätzlich erreichbar und würden dort auch nur einen Teil unserer PORR-Aktien verkaufen.

Auch der Kursrückgang bei ConAgra um -3,8 Prozent (auf 15,48 USD, Einstand 15,325 USD) ist nach den Kursgewinnen seit Anfang Juni in der Spitze um 33 Prozent vor allem als Gewinnmitnahme zu werten.

Welche Transaktionen gab es diese Woche?

Aufgrund einer zunehmend schlechten Trendindikation haben wir unsere Position im französischen Bouygues-Konzern halbiert. Der Verkauf von 1.000 Bouygues-Aktien erfolgt an der Heimatbörse (Euronext) Paris zu 43,949 Euro. Damit haben wir gegenüber unserem Einstand vor anderthalb Jahren zu 31,60 Euro einen Kursgewinn von 39,1 Prozent realisiert – zusätzlich zur Dividendenrendite von 6,6 Prozent.

Wie hoch ist die Barreserve?

Die am 26. August abgeschlagene Teildividende von ASR Nederland wurde abgerechnet: Der niederländische Versicherungskonzern zahlte 1,39 Euro pro Aktie, für unsere 1.000 Aktien also 1.390 Euro. ASR Nederland schüttet zweimal im Jahr Gewinne an seine Aktionäre aus. Die Zahlung jetzt im August / September ist die kleinere Teilzahlung. Im Mai hatten wir bereits 2,14 Euro pro Aktie Dividende erhalten. Zusammen belaufen sich die Gewinnausschüttungen im laufenden Jahr also auf 3,53 Euro. Im Verhältnis zu unserem Einstandskurs von 42,60 Euro ist das eine Dividendenrendite von 8,3 Prozent! Nach Abzug von 15 Prozent Quellensteuern wurden unserem Euro-Konto jetzt 1.181,50 Euro gutgeschrieben.

Unsere Fremdwährungsguthaben in kanadischen Dollar und Schweizer Franken reichten nicht für die Aktienkäufe, namentlich des kanadischen Goldkonzern B2Gold und der schweizerischen Stadler Rail. Beim Aktienkauf in Toronto fehlten nur rund 14.000 CAD, so dass diese Summe gegen (8.667) Euro gekauft wurde, Wechselkurs 1,61534 CAD/EUR. Für die beiden Stadler-Rail-Käufe haben wir einmal 71.000 CHF zu 0,93585 CHF/EUR (75.867 Euro) und dann 122.000 CHF zu 0,9372 CHF/EUR (130.175 Euro) gekauft, zusammen also 193.000 CHF für 206.042 Euro, was einen gewogenen Durchschnitts-Wechselkurs von 0,9367 CHF/EUR ergibt. Nach den Aktienkäufen halten wir jetzt in keiner Fremdwährung noch mehr als 10.000 Euro Bankguthaben, zusammen im Gegenwert von nur noch 18.879 Euro. Unser Euro-Bankguthaben ist dagegen durch den Teilverkauf von Bouygues-Aktien auf 644.248 Euro gestiegen, was 8,7 Prozent vom Fondsvermögen entspricht. Die Gutschriften der jüngsten Dividenden von Conagra, Aperam, OceanaGold, Valterra Platinum und Pan American Silver stehen noch aus. Sie alle werden im Fondsvermögen als Forderung geführt und in den Anteilswert eingerechnet. Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist im Wochenvergleich minimal um 2 auf jetzt 161.338 Anteile gestiegen. Das Fondsvermögen ist gegenüber der Vorwoche durch Kursgewinne leicht auf jetzt 7.369.758 Euro gestiegen.

Aktuelle strategische und taktische Überlegungen

Der Bericht vor einer Woche endete an dieser Stelle mit dem Fazit „Die wieder wachsenden Zweifel an der Stabilität des US-Staatshaushaltes und des US-Dollars sprechen für Gold und andere Edelmetalle. Der Anteil unserer jetzt 7 Edelmetall-Aktien am Fondsvermögen ist auf 18,3 Prozent gewachsen.“

Dass sich der neue FED-Präsident Warsh in Jackson Hole deutlich zur Bekämpfung der Inflation verpflichtet hatte, hatte Edelmetalle und Kryptowährungen zum Ende der Vorwoche belastet. In dieser Woche fand der Goldpreis erst bei knapp 4.300 US-Dollar pro Unze Unterstützung und Silber bei 63,28 USD. Platin fiel bis 1.713 USD und Palladium bis 1.283 USD. In dieser Woche zeigten sich die Edelmetallpreise kurzfristig eher trendlos, was angesichts der steigenden Zinsen schon positiv zu werten ist, denn zuvor hatten schon kleinere Zinsanstiege stärkeren Druck auf die Edelmetalle ausgeübt. Wichtig: Gegenüber August wurde von keinem Edelmetall ein neues Tief markiert, womit die Anfang August entstandene übergeordnete Trendindikation bis auf weiteres positiv bleibt.

Mit einem Anteil von jetzt 18 Prozent am Fondsvermögen, das auf Edelmetall-Aktien entfällt, ist der Einfluss auf die Anteilswertentwicklung recht hoch. Wahrscheinlich ist das Argument, dass es sich dabei auch um eine Art „Versicherung“ gegen Krisen handelt, die die klassischen Aktienmärkte unter Druck setzt, nicht falsch. Wie bei jeder Versicherung sollte man aber immer wieder überprüfen, ob die Versicherungsprämie nicht zu hoch ist. Bei der Anlage in physischen Edelmetallen und entsprechender Wertpapiere („Exchange Traded Commodities“, „ETCs“) besteht die Prämie, die man zahlt, vor allem aus Opportunitätskosten: Welche Erträge hätte das investierte Kapital bei einer alternativen Anlage gebracht? Gerade die zins- und dividendenlose Edelmetallanlage muss sich daran messen lassen. Edelmetall-Aktien schneiden auf Dauer besser ab, wenn es sich um profitable Unternehmen handelt, die Dividenden zahlen und ihre Aktien zurückkaufen. Es ist allerdings NICHT Teil unserer Strategie, auf Dauer und zu jedem Zeitpunkt in Gold(aktien) investiert zu sein. Es sei daran erinnert, dass auch die Blue-Chip-Aktien der großen Goldminenbetreiber Timing-Entscheidungen erfordern. Die Aktienkurse der Schwergewichte Newmont, Barrick und Gold Fields brachen im Goldabschwung von 2013 bis 2015 um 58, 77 und 76 Prozent ein. Wir waren bekanntlich damals nicht davon betroffen. Danach stabilisierten sich Goldminenaktien wieder, auch, weil sie wieder eine Bewertungsprämie aufbauten. Die Dividendenrendite lag im Durchschnitt nur knapp über Null und die Kurs/Gewinn-Verhältnisse lagen über 20, nicht selten sogar über 30. Dieser Bewertungsaufschlag war gleichsam eine Optionsprämie, die Anleger bereits waren zu zahlen für die Hebelwirkung im Falle eines Edelmetallpreisanstiegs. 2024 schrumpfte diese Bewertungsprämie, womit sich das Chance / Risiko – Verhältnis deutlich verbesserte. Erst in dieser Phase haben wir bekanntlich wieder Edelmetall-Aktien gekauft. Nachdem die Edelmetallpreise dann vor allem zwischen Herbst 2024 und Januar 2026 stark gestiegen sind, hat sich die Bewertung von Edelmetallminen-Aktien gegenüber früher deutlich verändert: Trotz des starken Kursanstiegs der Minenaktien sind ihre Dividendenrenditen heute im Schnitt höher und ihre Kurs/Gewinn-Verhältnisse niedriger als zuvor. Sie enthalten also (noch) keine Bewertungsprämie, was für das aktuell hohe Gewicht in unserem Portfolio spricht.

Über einem Kamm scheren lassen sich Minenaktien aber nicht: Wir halten mit Valterra Platinum bewusst eine große Position im führenden Platin- und Palladium-Förderer. Und bei unseren nordamerikanischen Minenaktien haben wir auf einen höheren Anteil von Silber geachtet. Bei Platin, Palladium und Silber spricht die Angebots/Nachfrage-Struktur für einen mittelfristig weiter steigenden Preis, denn die Minen können ihr Angebot nur langsam ausweiten, während die Nachfrage zu einem großen Teil industriell begründet ist – anders als bei Gold: Es gibt viele Goldminen und nicht wenige davon reagieren auf den Preisanstieg mit einer Ausweitung ihrer Fördermengen. Gleichzeitig kommt die Nachfrage überwiegend von Notenbanken und Investoren, nicht von industriellen Verbrauchern. Notenbanken und Investoren verbrauchen das Gold nicht, sie horten es. Damit kann dieses Gold irgendwann auch wieder als Angebot auf den Markt kommen.

Global betrachtet ist China ein zentraler „Player“ auf dem Goldmarkt, weshalb wir dessen Verhalten im Auge behalten. In einem Ende August veröffentlichten Report kommt Standard&Poors Global zu dem Schluss, dass Peking seine Goldstrategie langfristig und umfassend weiterverfolgt. China baue Gold von einer reinen Finanzanlage zum „strategischen Sicherheitsanker“ aus. Die Analysten trauen den staatlich gelenkten chinesischen Minenkonzernen ein beschleunigtes Wachstum zu. Damit beginne sich die Rangordnung der größten Goldproduzenten zu verschieben. Den Anstoß habe der 2025 vorgelegte Aktionsplan für eine hochwertige Entwicklung der Goldindustrie gegeben, den neun Ministerien und Behörden gemeinsam trugen. Er stuft Gold als strategisches Mineral und als Fundament der finanziellen und industriellen Sicherheit ein. Hinter dem Kurswechsel steht laut S&P Global ein wachsendes Misstrauen in die globale Ordnung. Bei einem Treffen im April beschrieb Staatschef Xi Jinping diese Ordnung sinngemäß als zunehmend zerfallend. Ökonomisch zielt Peking darauf, die Widerstandsfähigkeit der eigenen Wirtschaft zu erhöhen, die Abhängigkeit vom US-Dollar zu senken und die eigene Währung, den Renminbi, international breiter zu verankern. So dominant China bei Förderung und Nachfrage ist, so vergleichsweise gering ist der Goldanteil noch an seinen offiziellen Währungsreserven. Seit 2007 ist das Land der größte Goldproduzent, seit 2013 auch der größte Goldnachfrager, doch bei den offiziellen Reserven rangiert es nur auf Rang sechs. Nach Zahlen des Internationalen Währungsfonds lagen Chinas Goldreserven Ende 2025 bei 324 Milliarden US-Dollar, weniger als ein Drittel des US-Bestands von 1,14 Billionen und hinter Deutschland, Italien, Frankreich und Russland. Gemessen an den gesamten Währungsreserven macht Gold in China nur 6,7 Prozent aus. In den Notenbanken Afrikas liegt dieser Anteil im Mittel bei 17,5 Prozent, in den Industrieländern bei 16,6 Prozent. Diese vergleichsweise geringe Gewichtung könnte weitere Goldkäufe begünstigen. Die Notenbank stockte ihre Bestände in der ersten Jahreshälfte um mehr als 40 Tonnen auf, gut doppelt so viel wie die 19 Tonnen des Vorjahreszeitraums. Der Zeitraum fiel mit dem Beginn des Iran-Kriegs und einem Ausschlag des Goldpreises von fast 30 Prozent zwischen Hoch und Tief zusammen. S&P sieht einen Zusammenhang mit dem seit 2022 verstärkten Goldaufbau vieler Schwellenländer. Der zweite Hebel sei die 2019 gestartete und seit 2022 mit neuem Nachdruck verfolgte „Gold Road“. Sie soll den Goldhandel in Renminbi über die Grenzen Chinas hinaustragen, vor allem in den BRICS-Staaten und entlang der neuen Seidenstraße. 2025 eröffnete in der chinesischen Sonderwirtschaftszone Hongkong der erste Goldtresor außerhalb der Volksrepublik mit einer Anfangskapazität von 150 Tonnen. Hongkong will die Lagerkapazität binnen drei Jahren auf über 2.000 Tonnen ausbauen. Ein zugehöriges zentrales Abwicklungssystem ging im Juli in den Testbetrieb. Ziel ist ein Netz von Tresoren, über das sich Gold in Renminbi handeln und lagern lässt und das eine Abwicklung außerhalb des US-Dollar-Systems ermöglicht. Chinesische Goldminen stehen häufig teilweise oder mehrheitlich in staatlichem Besitz und berücksichtigen daher auch politische Vorgaben. Sie können sich auf außergewöhnlich große Neufunde im eigenen Land stützen. Die einfach zugänglichen, hochgradigen Vorkommen sind allerdings weitgehend erschöpft. Insgesamt werten wir die Ausrichtung der chinesischen Gold-Strategie als stützend für den Preis des Edelmetalls, was uns in unserer Strategie bestärkt. In deren Rahmen haben wir jüngst mit dem Kauf von B2Gold einen weiteren taktischen Schritt vollzogen.