2026 KW44 Report über das Portfolio des Investmentclub-Aktienfonds
Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank.
Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte.
Bei Anregungen und Feedback erreichen Sie uns gerne per email. Ihre Ansprechpartner sind:
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Was ist diese Woche (KW44/2026) an den Börsen geschehen?
Der Verzicht der US-Notenbank auf eine zweite Zinserhöhung war mehrheitlich erwartet worden und blieb ohne nennenswerte Auswirkungen auf die Märkte. Dann enttäuschte aber Alphabet mit einem negativen Cashflow in Milliardenhöhe wegen hoher KI-Investitionen. Auch die Quartalsergebnisse und Geschäftsaussagen von Amazon und Intel wurden negativ aufgenommen. Der Nasdaq-100 verzeichnete auf Wochensicht einen Verlust von -2,0 Prozent, der Dow Jones von -0,9 Prozent. Außerhalb der USA überwogen dagegen Kursgewinne: Nikkei-225 +1,0 Prozent wie auch der Euro-STOXX-50 +1,0 Prozent. Der DAX erholte sich sogar um +2,5 Prozent.
Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?
Der ACC Alpha select Anteilswert wurde auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag mit 43,38 Euro berechnet. Gegenüber dem Wert der Vorwoche ist das ein Anstieg um +0,20 Euro bzw. +0,5 Prozent. Im laufenden Jahr (Jahreswechsel 42,01 Euro) beträgt unser Netto-Plus damit jetzt +3,3 Prozent (DAX +5,4 Prozent seit Jahresbeginn). Das Netto-Ergebnis beim ACC Alpha select Anteilswert steigt über ein Jahr weiter auf jetzt +11,7 Prozent (MSCI World in Euro sinkt auf +18,0 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds sinkt auf +12,9 Prozent, Mischfonds sinkt auf +7,5 Prozent). Über drei Jahre steigt der ACC-Nettozuwachs auf +43,6 Prozent (MSCI World in Euro steigt auf +78,4 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds auf +55,9 Prozent, Mischfonds auf +34,8 Prozent), während er über fünf Jahre leicht auf +40,2 Prozent sinkt (MSCI World in Euro sinkt auf +74,4 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds wenig verändert bei +37,2 Prozent, Mischfonds sinkt auf +21,3 Prozent). Der Vergleich mit dem Durchschnitt global anlegender Mischfonds erfolgt wegen des ähnlichen Risikoprofils. Ein Investment im MSCI Welt (ETF) ist dagegen mit deutlich höheren Risiken verbunden.
Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)
Die in diesem und dem folgenden Abschnitt genannten Kursveränderungen beziehen sich jeweils auf die Woche bis einschließlich Freitag, weichen also vom Zeitpunkt der Anteilswertberechnung um einen Tag ab.
Auf der Gewinnerliste finden sich in dieser Woche vor allem Aktien, die wir erst in den zurückliegenden Wochen und Monaten gekauft haben: Cadeler, DFDS, Stadler Rail, Sixt und Porsche Holding.
Nach einer Kurserholung um +13,7 Prozent in der Vorwoche setzte sich der Kursanstieg bei Cadeler in dieser Woche fort: +9,0 Prozent (auf 64,70 NOK, Einstand 59,625 NOK). Das für die Sitzverlegung nach Großbritannien notwendige freiwillige Aktientausch-Angebot in Aktien der neuen Cadeler plc erreichte eine vorläufige Annahmequote von gut 92 Prozent und überschritt damit die Mindestbedingung von 90 Prozent. Dies hat Rechtssicherheit für Investoren geschaffen. Nach der Übernahme des Spezialisten Menck im August hatte Cadeler im September seine Finanzprognose für das Gesamtjahr angehoben. Der erwartete Jahresumsatz soll nun 910 Millionen bis 1,00 Milliarde Euro erreichen (vorher 854 bis 944 Mio. Euro) und die EBITDA-Prognose kletterte auf 435 bis 525 Millionen Euro. Bereits im ersten Halbjahr konnte Cadeler seinen Umsatz auf 408 Millionen Euro mehr als verdoppeln (Vorjahreszeitraum nur 188 Mio. EUR). Der bereinigte Gewinn kletterte dank einer größeren Flotte und besserer Schiffsauslastung um 54 Prozent auf 88 Millionen Euro.
Die Fährreederei DFDS bleibt ein dänisches Unternehmen. Der Aktienkurs stieg in dieser Woche um +4,8 Prozent (auf 160,40 DKK, durchschnittlicher Einstand 154,10 DKK). Im August hatte DFDS seine Prognose für das Gesamtjahr 2026 gestützt auf sehr gute operative Ergebnisse deutlich angehoben. Zudem expandiert DFDS im strategisch wichtigen Mittelmeerraum, etwa durch die Genehmigung und Fertigstellung von Kapazitätserweiterungen auf der Route zwischen dem spanischen Algeciras und dem marokkanischen Mittelmeer-Hafen Tanger Med, dem größten Seehafen Afrikas und des Mittelmeerraumes mit hohem Containerumschlag und eigener Zollfreihandelszone.
Der Aktienkurs von Stadler Rail stieg in dieser Woche um +4,2 Prozent (auf 32,34 CHF, durchschnittlicher Einstand 27,806 CHF) und erreichte damit den höchsten Wert seit 2023! Wir sehen einen bestätigten Aufwärtstrend, der sich auf gute Unternehmensnachrichten stützen kann: starke Halbjahreszahlen im August, bestätigter Ausblick mit Umsatzsprung über 5 Mrd. CHF, neue Großaufträge und Markterfolge.
Die Aktien des französischen Versicherungskonzerns SCOR stiegen um +4,2 Prozent (auf 34,56 Euro, Einstand 27,14 Euro). Die Quartalsergebnisse übertrafen die Markterwartungen: Trotz eines ereignisreichen Quartals mit hohen Belastungen durch Naturkatastrophen (wie dem Erdbeben in Kolumbien) lag die Naturkatastrophenquote im Sach- und Haftpflichtgeschäft („P&C“) im dritten Quartal bei 9,1 Prozent und über die ersten neun Monate bei 5,4 Prozent. Damit blieb SCOR klar innerhalb seines jährlichen Budgets von 10 Prozent. Im Rahmen der laufenden Strategie „Forward 2026“ erzielte SCOR in den ersten neun Monaten ein Wachstum des wirtschaftlichen Werts um 11,9 Prozent sowie eine Schaden-Kosten-Quote („Combined Ratio“) von 81,3 Prozent im P&C-Bereich. Beide Werte schnitten besser ab als die selbst gesteckten Planziele. Die geschätzte Solvabilitätsquote stieg per Ende September auf starke 221 Prozent an – ein Plus von sechs Prozentpunkten im Vergleich zum Jahresende 2025. Dies stärkte das Vertrauen der Anleger in die finanzielle Stabilität des Konzerns erheblich. Obwohl der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahr leicht um 4,8 Prozent auf 206 Millionen Euro sank, schlug SCOR den vom Unternehmen zusammengestellten Analystenkonsens von ca. 176 Millionen Euro deutlich. Der Aktienkurs näherte sich in einer ersten Reaktion dem bisherigen Jahreshoch, sollte u.E. aber fundamental jetzt die Kraft haben, höher steigen zu können. Auch die Analysten der kanadischen RBC attestierten dem französischen Rückversicherer ein weiteres starkes Quartal.
Beste deutsche Aktien in unserem Portfolio in dieser Woche sind Sixt Stämme (+3,9 Prozent auf 74,60 Euro, Einstand 69,83 Euro) und Porsche Automobil Holding (+3,6 Prozent auf 2560 Euro, Einstand 27,23 Euro).
Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)
Nach dem Kurssprung in der Vorwoche um +17,0 Prozent gab es bei Mutares in dieser Woche Gewinnmitnahmen: -8,1 Prozent (auf 26,20 Euro, Einstand 28,13 Euro).
Bei Carrefour hielt der Rückzug von Investoren nach Senkung der Jahresprognose an: -5,7 Prozent (auf 13,05 Euro, Einstand 14,96 Euro). Wir hatten schon in der Vorwoche umfangreich an dieser Stelle die Gründe dargelegt.
Angesichts des bestätigten Abwärtstrends bei Gold, Silber und Platin gehören die Minenaktien wieder zu den Verlierern, vor allem die zweite Woche in Folge Pan American Silver -5,7 Prozent (auf 52,99 CAD, Einstand 40,97 CAD), Valterra Platinum -5,0 Prozent (auf 48,30 GBP, Einstand 37,69 GBP) und B2Gold -4,2 Prozent (auf 6,41 CAD, Einstand 7,71 CAD). Der Anteil aller 6 Edelmetall-Aktien am Fondsvermögen liegt aktuell bei 16,1 Prozent, wird aber angesichts des Abwärtstrends zeitnah aktiv verkleinert.
Welche Transaktionen gab es diese Woche?
Wir haben in dieser Woche keine Veränderungen an unserem Portfolio veranlasst.
Wie hoch ist die Barreserve?
Die zum Ende des Kalenderquartals abgeschlagenen Dividenden der japanische Konzerne Itochu und Nippon Sanso von zusammen knapp 600.000 Yen, umgerechnet gut 3.300 Euro, sind noch nicht ausgezahlt und werden im Fondsvermögen deshalb weiterhin als Forderung geführt und in den Anteilswert eingerechnet. Das Euro-Bankguthaben des Fonds ist durch die inzwischen abrechneten Netto-Verkäufe der Vorwoche (Aurubis-Teilverkauf stand noch aus) auf 1.036.174 Euro bzw. 14,4 Prozent gestiegen. Unsere Fremdwährungsguthaben sind durch Währungsgewinne weiter leicht gewachsen auf 29.992 Euro. Unsere Barreserve insgesamt ist auf 1.036.174 Euro bzw. auf 14,85 Prozent des Fondsvermögens gestiegen. Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist im Wochenvergleich ganz leicht um 14 auf jetzt 160.304 Anteile gesunken. Das Fondsvermögen ist gegenüber der Vorwoche durch Kursgewinne leicht gestiegen auf jetzt 6.979.279 Euro.
Aktuelle strategische und taktische Überlegungen
Die großen US-Tech-Aktien bieten inzwischen ein schlechtes Chance / Risiko – Verhältnis. Das hat diese Woche eindrucksvoll gezeigt: Die Aktie von Alphabet („Google“) verlor -12,6 Prozent. Ausgerechnet der Google-Mutterkonzern galt vielen Anlegern als vergleichsweise stabil. Mit dem Kursrutsch dieser Woche liegt die Aktie aber sogar gegenüber Jahresbeginn prozentual zweistellig im Minus (-10,6 Prozent). Der Umsatz im Kerngeschäft des Internet-Riesen wuchs langsamer. Obwohl das Cloud-Geschäft mit einer Umsatzverdopplung auf 30,7 Milliarden US-Dollar vordergründig sehr gut abschnitt, zeigten sich die Anleger zutiefst besorgt über die Rentabilität. Alphabet investiert massiv in den Ausbau der Infrastruktur (Rechenzentren, Server und Chips). Allein im dritten Quartal 2026 betrugen die Sachinvestitionen („CapEx“) gigantische 51,4 Milliarden US-Dollar. Weil die immensen Kosten das operative Ergebnis überstiegen, rutschte der freie Cashflow (Free Cashflow) drastisch auf minus 9,1 Milliarden US-Dollar ab. Das Management prognostizierte für das Gesamtjahr Investitionen von bis zu 205 Milliarden Dollar und kündigte an, dass die Ausgaben 2027 noch einmal „deutlich steigen“ sollen. Das traditionelle Google-Werbegeschäft ist nach wie vor der wichtigste Gewinnbringer. Hier zeigte sich jedoch eine spürbare Verlangsamung des Wachstums. Während die Werbeerlöse in der Google-Suche im ersten Quartal noch um 19 Prozent zulegten, wuchsen sie im letzten Quartal nur noch um 12 Prozent auf 63,35 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit rund 65 Milliarden gerechnet. Wenn die Erwartungen auch nur knapp verfehlt werden, liefert das Anlegern einen Grund für einen Rückzug. Der Börsenwert des Unternehmens sackte um knapp 13 Prozent oder um fast 500 Milliarden Dollar auf rund 3,5 Billionen Dollar ab. Das ist der höchste Verlust, den die Alphabet-Aktionäre an einem Tag hinnehmen mussten und wird nur vom Nvidia-Kursrutsch am 27. Januar 2025 übertroffen, als der Wert des KI-Chipherstellers an einem Tag um fast 600 Milliarden absackte. Durchaus möglich, dass sich die Alphabet-Aktie wie damals Nvidia von dem Rückschlag erholt. Wenn auf positive Nachrichten aber achselzuckend kaum noch Reaktionen erfolgen, negative Meldungen aber zu prozentual zweistelligen Rückschlägen führen, hat sich das Chance / Risiko – Verhältnis verschlechtert. Wir sind bekanntlich hier nicht investiert.
