2026 KW41 Report über das Portfolio des Investmentclub-Aktienfonds

Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank.

Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte.

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Was ist diese Woche (KW41/2026) an den Börsen geschehen?

An den Anleihemärkten setzten sich die Kursverluste zunächst noch fort, bevor in der zweiten Wochenhälfte eine gewisse Stabilisierung zu beobachten war. Die europäischen Kapitalmärkte litten aber weiter unter Sorgen um eine mögliche Euro-Staatsschuldenkrise. An den Aktienmärkten blieb der Investitionsboom im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) ein zentrales Thema. Angesichts unerwartet niedriger Umsatzerlöse des ChatGPT-Entwicklers OpenAI wurde die Frage nach der Amortisation der hohen KI-Ausgaben lauter. Mobilfunkbetreiber litten unter dem Erwerb zahlreicher Frequenzen in den USA durch SpaceX, die einer satellitengestützten Mobilfunkkonkurrenz dienen sollen. Die meisten US-Aktienindizes beenden die Woche mit kleinen Zugewinnen (Dow Jones +0,9 Prozent, Nasdaq-100 +0,2 Prozent), während in Europa Verluste überwogen (Euro-STOXX-50 -1,0 Prozent, DAX -0,6 Prozent).

Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?

Der ACC Alpha select Anteilswert wurde auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag mit 42,99 Euro berechnet. Gegenüber dem Wert der Vorwoche ist das ein Rückgang um -0,19 Euro bzw. -0,4 Prozent. Im laufenden Jahr (Jahreswechsel 42,01 Euro) beträgt unser Netto-Plus damit jetzt +2,3 Prozent (ähnlich der DAX +2,4 Prozent). Das Netto-Ergebnis beim ACC Alpha select Anteilswert sinkt über ein Jahr auf jetzt +7,3 Prozent (MSCI World in Euro steigt auf +21,0 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds sinkt leicht auf +13,6 Prozent, Mischfonds sinkt auf +8,2 Prozent). Über drei Jahre steigt der ACC-Nettozuwachs aufgrund eines Basiseffektes leicht auf +40,3 Prozent (MSCI World in Euro steigt auf +71,8 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds auf +49,8 Prozent, Mischfonds auf +33,1 Prozent). Über fünf Jahre liegt das Nettoergebnis jetzt leicht darunter mit +39,9 Prozent (MSCI World in Euro steigt auf +81,5 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds auf +41,4 Prozent, Mischfonds auf +23,7 Prozent).

Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)

Die Fuchs-Aktie konnte sich dem schwächeren Gesamtmarktumfeld weiterhin entziehen und setzte ihren dem Frühjahr bestehenden Aufwärtstrend fort. Mit dem Anstieg um +4,4 Prozent auf 38,35 Euro (Einstand 32,57 Euro) hat die Aktie jetzt die Widerstandszone erreicht, die aus den Kurshochs der Jahre 2024 und 2025 entstanden ist. Anfang des Monats gaben die Fuchs SE und Mercedes-Benz eine Verlängerung ihrer erfolgreichen strategischen Geschäftspartnerschaft bekannt.

Nach Vorwochenverlusten erholte sich die Carrefour-Aktie in dieser Woche ohne Unternehmensnachrichten um +4,2 Prozent (auf 15,975 Euro, Einstand 14,96 Euro).

Roche Holding Partizipations-/Genußscheine legen in dieser Woche +3,5 Prozent zu (auf 357,80 CHF, Einstand 285,71 CHF). Die Roche-Immuntherapie Tecentriq (Atezolizumab) hat in den USA eine Zulassung für die Behandlung einer bestimmten Form von Dickdarmkrebs erhalten. Das Mittel darf nun in Kombination mit einer Chemotherapie zur Behandlung von Kolonkarzinomen im Stadium III mit sogenanntem Mismatch-Repair-Defekt angewandt werden, wie es in einer Mitteilung der US-Gesundheitsbehörde FDA hieß. Der Basler Pharmakonzern hatte im Juni den Priority-Review-Status durch die Behörde für diese Indikation erhalten. Grundlage war die Phase-III-Studie „Atomic“, in der Tecentriq plus Chemotherapie das Rückfall- oder Sterberisiko im Vergleich zur Chemotherapie allein um 50 Prozent senkte. Zudem gab es Nachrichten zum Einstieg in den großen Markt der Abnehm-Medikamente: Roche-Partner Zealand Pharma hat positive Ergebnisse mit Petrelintide bei Menschen mit Übergewicht erzielt. Die Phase-2-Studie „Zupreme-2“ habe ihren primären Endpunkt erreicht. Einmal wöchentliche subkutane Injektionen von Petrelintide führten nach 28 Wochen in allen drei Behandlungsgruppen im Vergleich zu Placebo zu einem statistisch signifikanten und klinisch relevanten Rückgang des Körpergewichts, teilte das dänische Biotechunternehmen mit, mit dem Roche dabei kooperiert.

Vom anhaltend hohen Ölpreis profitiert die Deutsche Rohstoff AG, die bekanntlich über ihre Tochterunternehmen vor allem in der Öl- und Gasförderung in den USA tätig ist: +2,8 Prozent (auf 85,20 Euro, Einstand 54,20 Euro).

Henkel Stammaktien legten auf Wochensicht +2,6 Prozent (auf 68,10 Euro, Einstand 66,34 Euro). Goldman stufte im Sektor Beiersdorf auf „Verkaufen“ herunter und nahm gleichzeitig die bisherige Verkaufsempfehlung für Henkel zugunsten eines neutralen Votums zurück.

Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)

Nach einer mehrwöchigen Kursrallye auf neue Mehr-Jahres-Hochs gab es in dieser Woche Gewinnmitnahmen bei INDUS Holding: -7,9 Prozent (auf 37,80 Euro, Einstand 24,66 Euro) – weiterhin ohne neue Unternehmensnachrichten.

Negativ aufgenommen wurden der Ausblick auf das laufende dritte Quartal bei Aperam: Die Aktie verlor auf Wochensicht -7,2 Prozent (auf 38,94 Euro, Einstand 33,45 Euro). Das bereinigte EBITDA wird im dritten Quartal 2026 gegenüber dem Vorquartal wohl sinken und über dem Ergebnis des ersten Quartals von 90 Mio. Euro, aber unter dem des zweiten Quartals von 130 Mio. Euro liegen. Die Durchschnittsschätzung für das bereinigte EBITDA für das dritte Quartal 2026 liegt jetzt bei 113 Mio. Euro. In Brasilien verzeichne Aperam weiterhin eine saisonal starke Aktivität, was die saisonale schwächere Nachfrage in Europa in den Bereichen Edelstahl, Recycling und Services und Lösungen teilweise ausgleichen könne. Aperam rechnet damit, dass die Nettofinanzverschuldung zum Quartalsende unverändert bleibe. Man sieht sich aber auf dem richtigen Weg, um die Nettoverschuldung zum Jahresende unter dem Niveau von 2025 zu halten. Wir haben unseren Bestand in Aperam sicherheitshalber verringert (siehe unten: Transaktionen).

Der Platinpreis sackte im Wochenverlauf bis auf 1.615 US-Dollar pro Unze ab, womit die Preissteigerungen seit Anfang August wieder verloren gingen. Im Bereich 1.530 bis 1.600 USD hatte im Juni und Juli eine Bodenbildung stattgefunden. Diese Unterstützung dürfte jetzt getestet werden. Anleger trennten sich offenbar vorsorglich schon mal von Valterra Platinum, die auf Wochensicht -6,1 Prozent verlor (auf 55,25 GBP, Einstand 37,69 GBP). Nach unserer Einschätzung bliebe das Unternehmen aber auch bei einem niedrigeren Platinpreis noch lange in den schwarzen Zahlen. Das KGV ist jetzt unter 10 gerutscht und die voraussichtliche Dividendenrendite auf dem jetzige Kursniveau über 7 Prozent gestiegen (für uns aufgrund unseres günstigen Einstiegs über 12 Prozent laufende Dividendenrendite).

Weiter schwach zeigte sich die PORR-Aktie: -5,1 Prozent auf 30,05 Euro (Einstand 13,48 Euro). Unsere kürzlich erfolgte Halbierung der Position noch zu 32,3525 Euro zur Gewinnsicherung erweist sich damit als bislang richtig (realisierter Kursgewinn von 140,0 Prozent zuzüglich 7,8 Prozent Dividendenrendite).

Welche Transaktionen gab es diese Woche?

Wir haben das Unterschreiten potenzieller Unterstützungslinien bei drei Aktien zum Anlass genommen, unsere Bestände zu reduzieren und somit unsere Barreserve weiter aufzustocken.

Vollständig verkauft haben wir die 8.000 Aktien des Finanzdienstleisters Wüstenrot & Württembergische (W&W): Der Verkauf erfolgte zu 13,3675 Euro. Gegenüber unserem Einstand zu 14,93 Euro haben wir damit einen Kursverlust von 10,5 Prozent realisiert, was allerdings ungefähr dem seit dem Kauf erhaltenen Dividenden entspricht (Dividendenrendite von 4,4 Prozent). Bis März dieses Jahres sah es so aus, als würde der Markt eine erfolgreiche Modernisierung des Konzerns und Trendwende im defizitären Baufinanzierungsgeschäft würdigen können. Höhe und Stabilität der Dividende, das hohe Eigenkapital von ca. 5 Mrd. Euro und der damit gegebene massive Abschlag zum Buchwert (KBV: 0,3; Peers: 2,9) sprachen für die Aktie. Wenig Verständnis haben wir jetzt allerdings für die Entscheidung von W&W, seine Aktien aus dem regulierten Börsenhandel zu nehmen und somit in den Freiverkehr zu wechseln. Dadurch erfüllt das Unternehmen nicht mehr die Mindestanforderungen für das Listing im Kleinwerteindex SDAX, aus dem die Aktie somit ausscheidet, was maßgeblich zum Rückzug von Fonds beitragen dürfte.

Halbiert haben wir unseren Bestand in Aperam: Wir haben 1.000 Aktien zu 37,50 Euro verkauft. Gegenüber unserem Einstand zu 33,45 Euro haben wir damit einen Kursgewinn von 12,1 Prozent realisiert (zuzüglich der guten Dividendenrendite von 6,0 Prozent). 1.000 Aktien des Metalllegierungs-Spezialisten halten wir weiter.

Die Aktie des italienischen Herstellers von Garten- und Landwirtschaftsmaschinen Emak setzte ihren im August begonnenen Abwärtstrend fort, so dass wir begonnen haben, die Position abzubauen. In zwei Tranchen haben wir 16.576 Aktien zu durchschnittlich 0,78415 Euro verkaufen können und damit gegenüber unserem Einstand zu 0,88 Euro einen Kursverlust von 10,9 Prozent realisiert. Wir halten aktuell noch 40.000 Emak-Aktien, aber prüfen weitere Verkäufe.

Wie hoch ist die Barreserve?

Die französische Großbank Société Générale zahlte jetzt 0,75 Euro Zwischendividende pro Aktie, für unsere 3.000 Aktien zusammen also 2.250 Euro. Dieser Betrag wurde dem Euro-Konto des Fonds gutgeschrieben. Im Juni war die Hauptdividende für das Vorjahr von 1,00 Euro pro Aktie gezahlt worden. Im Verhältnis zu unserem Einstandskurs 24,73 Euro ergeben Haupt- und Zwischendividende zusammen (1,75 Euro) eine Dividendenrendite von 7,1 Prozent.

Die zum Ende des Kalenderquartals abgeschlagenen Dividenden der japanischen Konzerne Itochu und Nippon Sanso von zusammen fast 600.000 Yen, umgerechnet gut 3.300 Euro, sind noch nicht ausgezahlt und werden im Fondsvermögen deshalb als Forderung geführt und in den Anteilswert eingerechnet. Das Euro-Bankguthaben des Fonds ist auf knapp 900.000 Euro erhöht worden, von 10,7 auf 13,0 Prozent des Fondsvermögens. Unsere Fremdwährungsguthaben sind leicht gewachsen auf 29.679 Euro. Unsere Barreserve ist auf 927.648 Euro bzw. auf 13,45 Prozent des Fondsvermögens erhöht worden (Vorwoche 11,1 Prozent). Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist im Wochenvergleich um 108 auf jetzt 159.981 Anteile gestiegen. Das Fondsvermögen ist gegenüber der Vorwoche durch Kursverluste leicht gesunken auf jetzt 6.896.343 Euro.

Aktuelle strategische und taktische Überlegungen

Natürlich kann man darauf spekulieren, dass die Rechnung der US-Mega-Large-Caps mit ihren KI-Billionen-Investitionen aufgeht. Vordergründig wachsen die Gewinne dieser Unternehmen ja weiter. Die meisten Fonds investieren in diese Aktien, die Welt-ETFs ohnehin. Die eher bescheidenen Geschäftsergebnisse von OpenAI, die in dieser Woche bekannt wurden, mahnen aber zur Vorsicht. Wenig beachtet wird bislang, dass es schon jetzt preiswertere Alternativen zu den bekannten US-Hyperscalern gibt. So haben sich bereits mehrere US-Konzerne dafür entschieden, lieber Open-Source-KI-Modelle einzusetzen und diese auf eigener Rechnerkapazität laufen zu lassen. Die Begründung ist interessant: Dies sei (jetzt schon) billiger als die KI-Angebote der Hyperscaler. Dass die Open-Source-KI-Modelle dabei größtenteils in China programmiert wurden, zeigt, von wo das angestrebte KI-US-Oligopol bedroht wird. Chinesische KI-Modelle sind der Konkurrenz aus den USA kaum noch unterlegen – und kosten dabei einen Bruchteil. Schon jetzt sind US-Unternehmen daher zu einer KI aus Fernost gewechselt. Dabei muss man keine Daten nach China übertragen und auch keine Blackbox nutzen – im Gegenteil: ein KI-Modell, dessen Programmierung öffentlich bekannt ist und das man sogar selber an eigene Bedürfnisse anpassen kann, das auf eigenen (in den USA stehenden) Rechnern läuft, schützt KI-Anwender vor einer möglichen Kostenfalle der Hyperscaler. Laut der Plattform OpenRouter (via CNBC) sind chinesische Modelle in der Regel 60 bis 90 Prozent günstiger als die marktführenden Modelle von OpenAI und Anthropic. Unterstützt wird diese Behauptung vom Marktforschungsunternehmen Juniper Research, das ebenfalls auf Ersparnisse von bis zu 90 Prozent kommt. Der zeitliche Rückstand in der Leistungsfähigkeit der KI-Modelle wird in manchen Quellen mit ein paar Monaten, in anderen Quellen mit nur wenigen Wochen angegeben, aber immer mit weniger als einem Jahr.

Konkret: Airbnb nutzt das Open-Source-Modell Qwen von Alibaba für seinen Kundenservice-Chatbot. Shopify setzt ebenfalls auf Alibabas Qwen-Modelle (u.a. für Datenextraktion und Händler-Assistenten), um die Betriebskosten deutlich zu senken. Coinbase nutzt laut Unternehmensangaben offene Modelle wie GLM (von Zhipu AI) und Kimi (von Moonshot AI). Der Entwickler des KI-Coding-Tools Cursor Anysphere baut das Modell Composer 2 auf Basis von Moonshot / Kimi auf. Das KI-Startup Lindy aus San Francisco ist für seinen Assistenten von Claude (Anthropic) zu DeepSeek gewechselt. Und sogar Microsoft testet laut Berichten chinesische Modelle (wie DeepSeek) im Zusammenhang mit günstigeren Stufen seines KI-Angebots „Copilot“. Rechenzentren wird man brauchen, aber wohl nicht so schnell alle, die geplant wurden. Und die Wahrscheinlichkeit, dass dabei OpenAI und Anthropic nicht zu KI-Oligopolisten werden, ist groß. Aber genau darauf scheinen Konzerne wie Oracle und Nvidia zu wetten. Wir nicht.