2026 KW39 Report über das Portfolio des Investmentclub-Aktienfonds

Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank.

Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte.

Bei Anregungen und Feedback erreichen Sie uns gerne per email. Ihre Ansprechpartner sind:

Was ist diese Woche (KW39/2026) an den Börsen geschehen?

Nach der Verunsicherung beim Boom-Thema „Künstliche Intelligenz“ nahmen die positiven Einschätzungen bei KI-Aktien wieder zu und auch ein vorübergehend sinkender Ölpreis half den Aktienmärkten. Ab Mitte der Woche stiegen allerdings Ölpreis, Inflationserwartungen und Kapitalmarktzinsen wieder. An den Anleihemärkten stiegen die Renditen deutlich auf neue Mehr-Jahres-Hochs. Die Aktienmärkte konnten sich diesen Belastungsfaktoren aber weitgehend entziehen und verzeichneten überwiegend kleine Wochengewinne: Dow Jones +0,3 Prozent, Euro-STOXX-50 +1,1 Prozent und DAX +0,4 Prozent. Die Meta-Aktie setzte ihre Kursrallye bis in die Nähe ihrer Allzeit-Hochs fort und verhalf dem Nasdaq-100 zu einem Wochenplus von +3,3 Prozent. Edelmetalle litten dagegen unter dem Anstieg der Zinsen.

Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?

Der ACC Alpha select Anteilswert wurde auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag mit 44,09 Euro berechnet. Gegenüber dem Wert der Vorwoche ist das ein Rückgang um -1,34 Euro bzw. -2,95 Prozent. Im laufenden Jahr (Jahreswechsel 42,01 Euro) beträgt unser Netto-Plus damit jetzt +5,0 Prozent (zum Vergleich: DAX +3,7 Prozent). Das Netto-Ergebnis beim ACC Alpha select Anteilswert sinkt über ein Jahr auf jetzt +10,9 Prozent (MSCI World in Euro steigt auf +20,4 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds auf +15,1 Prozent, Mischfonds auf +10,0 Prozent). Über drei Jahre sinkt der ACC-Nettozuwachs auf +41,8 Prozent (MSCI World in Euro steigt auf +66,9 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds auf +45,7 Prozent, Mischfonds auf +30,3 Prozent) und über fünf Jahre auf +41,7 Prozent (MSCI World in Euro steigt auf +76,1 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds auf +37,5 Prozent, Mischfonds auf +22,0 Prozent).

Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)

Die in diesem und dem folgenden Abschnitt genannten Kursveränderungen beziehen sich jeweils auf die Woche bis einschließlich Freitag, weichen also vom Zeitpunkt der Anteilswertberechnung um einen Tag ab.

Angeführt wird die Liste unserer Wochengewinner von einigen deutschen Nebenwerten:

Dräger Vorzüge setzten ihren Aufwärtstrend fort: Mit einem Wochenplus von +7,5 Prozent kletterte die Aktie auf neue Rekordhöhen (122,60 Euro, Einstand 47,27 Euro). Gegenüber den Jahrestiefs im Juli ergibt sich in den vergangenen Wochen ein Anstieg um über 50 Prozent. Der Medizintechnikhersteller ist mit einem Anteil am Fondsvermögen von 3,4 Prozent unsere sechstgrößte Einzelaktienposition.

Die auf 3.000 Aktien (und 1,6 Prozent vom Fondsvermögen) aufgestockten Fuchs stiegen in dieser Woche um +4,1 Prozent (auf 36,55 Euro, Einstand 32,57 Euro). Auch das ist eine Bestätigung des intakten Aufwärtstrends mit neuen Jahreshochs.

Bei Sixt steht der Beginn eines Aufwärtstrends, der fundamental gerechtfertigt wäre, noch aus. Immerhin durchlaufen die Aktien eine Bodenbildung. Die Stammaktien konnten diese Woche um +3,5 Prozent zulegen (auf 69,20 Euro, Einstand 69,83 Euro).

Die besten Auslandsaktien dieser Woche verteilen sich gut: Japan, Frankreich und Dänemark:

Nippon Sanso +3,2 Prozent (auf 31,30 Euro bzw. 5.630 Yen, Einstand 18,31 Euro bzw. 2.681 Yen). Damit wurde eine Unterstützungszone im Bereich 5.300 bis 5.350 Yen bestätigt, oberhalb deren die Aktie seit über einem halben Jahr in einer Seitwärtsbewegung steckt. Längerfristig ist der übergeordnete Aufwärtstrend aber intakt und der Industriegashersteller im Branchenvergleich weiterhin unterbewertet.

SCOR +2,5 Prozent auf 33,16 Euro (Einstand 27,14 Euro). Auch bei der unterbewerteten französischen Versicherung ist der übergeordnete Aufwärtstrend intakt, ohne dass es jüngst neue Unternehmensnachrichten gegeben hat.

Die unlängst wieder ins Portfolio genommenen und erst in der Vorwoche aufgestockten DFDS-Aktien legten in dieser Woche +2,5 Prozent zu (auf 166,40 DKK, „verteuerter“ Einstand 154,10 DKK). Mit dem neuen Jahreshoch verstärkt sich der Eindruck eines in diesem Jahr entstandenen Aufwärtstrends. Charttechnisch hat die Aktie damit sehr viel Potenzial. Dazu müsste sich aber auch bei den fundamentalen Daten die Trendwende zum Besseren bestätigen.

Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)

Der größte Negativ-Beitrag zur Performance dieser Woche kam von unserer Position in PORR. Leider hatte die Aktie unser Kursziel von 46,80 Euro Mitte des Jahres denkbar knapp verfehlt (Spitze in Wien war 46,55 Euro). Jetzt reagierte die Aktie mit einem Wochenverlust von -11,4 Prozent auf eine Analyse der Erste Group (auf 32,00 Euro, Einstand 13,48 Euro). Die Analysten werten die Emission einer hybriden Wandelanleihe des Baukonzerns mit einem Volumen von bis zu 150 Millionen Euro kurzfristig als leicht negativ für die Aktie. Die Marktreaktion erscheint übertrieben, weil selbst bei einer vollständigen Wandlung die Aktienanzahl nur um rund 8 Prozent steigen würde. Allerdings war für uns damals eine veränderte Strategie bei der Finanzierung über Hybridanleihen Teil unseres „Investment Case“. Wir haben unsere große Position in dieser Woche halbiert (siehe unten: Transaktionen).

Die erhoffte Bodenbildung bei europäischen Automobilaktien ist leider noch nicht erkennbar: Porsche Automobil Holding verloren in dieser Woche -9,3 Prozent (auf 25,77 Euro, Einstand 27,23 Euro) und BMW -7,8 Prozent (auf 55,72 Euro, Einstand 57,50 Euro). Bekanntlich handelt es sich bei beiden um vorsichtige Anfangspositionen. Aber angesichts der intakten Abwärtstrends werden wir unser Engagement kurzfristig eher verkleinern.

Deutsche Rohstoff verloren wegen des schließlich fallenden Ölpreises -9,1 Prozent (auf 82,50 Euro, Einstand 54,20 Euro).

Nach dem steilen Kursanstieg bis in den September hinein litt die Deutz-Aktie unter Gewinnmitnahmen und der jüngst erfolgten Kapitalerhöhung (unter Ausschluss des Bezugsrechts der Altaktionäre): -8,1 Prozent (auf 11,17 Euro, Einstand 4,35 Euro). In den vergangenen Tagen wurde das Kursniveau für diverse Insiderkäufe genutzt.

Welche Transaktionen gab es diese Woche?

Die in der Vorwoche erstmals in unser Portfolio aufgenommenen Cadeler (siehe Vorwochenbericht) haben wir wie angekündigt aufgestockt, als sich die seit August wieder positive Trendindikation bestätigte: Wir haben in Oslo weitere 7.000 Cadeler-Aktien, jetzt zu 60,781 NOK gekauft. Der durchschnittliche Einstandskurs unserer jetzt 14.000 Cadeler steigt damit auf 59,625 NOK. Für die Kalkulation in Euro ergibt sich ein Anstieg unseres Einstandskurses von 5,42 Euro auf 5,516 Euro. Die Gesellschaft beabsichtigt die Verlegung ihres Firmensitzes nach Großbritannien.

Halbiert haben wir dagegen im Rahmen unserer Gewinnsicherung die Bestände in Orange und PORR. Die Aktie des französischen Telekom-Konzerns Orange hatte sich seit Anfang 2025 fast verdoppelt, aber nach dem Hoch im Mai dieses Jahres einen Abwärtstrend begonnen. Weil sich dieser in dieser Woche fortsetzte, haben wir zur Gewinnsicherung jetzt 5.000 Aktien verkauft. Mit dem Verkaufskurs 14,167 Euro haben wir gegenüber unserem Einstand zu 10,16 Euro einen Kursgewinn von 39,4 Prozent realisiert. Hinzuzurechnen ist die gute Dividendenrendite von zuletzt 4,4 Prozent p.a.

Die Aktie des österreichischen Bau-Konzerns PORR hatte seit 2025 die Neubewertung erlebt, auf die wir schon lange zuvor gesetzt hatten. Nach Rekordkursen zur Jahresmitte hat sich die Trendindikation in den vergangenen Wochen verschlechtert. Zur Gewinnsicherung haben wir jetzt 4.000 Aktien verkauft. Mit dem Verkaufskurs 32,3525 Euro haben wir gegenüber unserem durchschnittlichen Einstand zu 13,48 Euro einen Kursgewinn von 140,0 Prozent realisiert. Hinzuzurechnen ist die hohe Dividendenrendite von 7,8 Prozent.

Wie hoch ist die Barreserve?

Um den Zukauf von Cadeler in Oslo zu bezahlen, haben wir 427.000 norwegische Kronen für 39.502 Euro getauscht, also zum Wechselkurs 10,81 NOK/EUR. Das NOK-Konto wurde anschließend wieder glattgestellt und geschlossen.

Die jüngste Quartalsdividende von Valterra Platinum wurde abgerechnet: Der südafrikanische Platinminenbetreiber erhöhte die Gewinnausschüttung deutlich auf 2,560992 GBP pro Aktie, zusammen für unsere 3.000 Aktien also 7.682,98 GBP. Dies allein entspricht im Verhältnis zu unserem Einstandskurs 37,69 GBP einer Ausschüttung von 6,8 Prozent. Die Gewinnausschüttungen bezogen auf einen 12-Monats-Zeitraum summieren sich aber jetzt schon auf rund 4,55 GBP. Damit steigt unsere Dividendenrendite auf gut 12 Prozent! Nach Abzug der Quellensteuer wurden unserem GBP-Konto jetzt 6.146,38 GBP gutgeschrieben. Das Guthaben auf unserem Pfund-Konto ist dadurch auf 11.798 GBP gestiegen – umgerechnet 13.711 Euro und damit unser zurzeit höchstes Fremdwährungsguthaben.

Auch die jüngste Quartalsdividende von OceanaGold wurde abgerechnet: Der Goldminenbetreiber zahlte wieder 0,09 US-Dollar pro Aktie, zusammen für unsere 4.000 Aktien also 360 USD. Nach Abzug der Quellensteuer wurden unserem US-Dollar-Konto 306 USD gutgeschrieben. Bei vier Quartalsdividenden in der jetzigen Höhe werden in diesem Jahr 0,36 US-Dollar Dividende pro Aktie erreicht; was rund 0,51 kanadischen Dollar entspricht. Im Verhältnis zu unserem Einstandskurs 36,41 CAD ergibt sich mithin eine Dividendenrendite von 1,4 Prozent. Das Guthaben auf unserem US-Dollar-Konto ist dadurch auf 12.600 USD gestiegen – umgerechnet 11.079 Euro und damit unser zurzeit zweithöchstes Fremdwährungsguthaben.

Auch unsere neuste (und kleinste) Goldminen-Position, B2Gold, zahlte Quartalsdividende: 0,02 US-Dollar pro Aktie, für unsere 10.000 Aktien also 200 USD. Nach Abzug der Quellensteuer wurden unserem US-Dollar-Konto 170 USD gutgeschrieben. Bei vier Quartalsdividenden in der jetzigen Höhe werden in diesem Jahr 0,08 US-Dollar Dividende pro Aktie erreicht; was rund 0,113 kanadischen Dollar entspricht. Im Verhältnis zu unserem Einstandskurs 7,71 CAD ergibt sich mithin eine Dividendenrendite von 1,5 Prozent.

Die noch nicht abgerechneten, aber abgeschlagenen Quartalsdividenden der 3 US-Aktien Franco-Nevada, Kraft Heinz und Newmont werden weiterhin im Fondsvermögen als Forderung geführt (netto 1.856 USD) und in den Anteilswert eingerechnet (mit 1.632 Euro). Das Euro-Bankguthaben des Fonds ist durch die Netto-Aktienverkäufe auf 728.067 Euro erhöht wurden, 10,4 Prozent vom Fondsvermögen. Einschließlich Fremdwährungsguthaben im Gegenwert von 27.576 Euro beläuft sich die Barreserve auf 765.643 Euro bzw. 10,7 Prozent des Fondsvermögens. Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist im Wochenvergleich um 285 auf jetzt 161.123 Anteile gesunken. Das Fondsvermögen ist gegenüber der Vorwoche durch Kursverluste auf jetzt 7.127.159 Euro gesunken.

Aktuelle strategische und taktische Überlegungen

US-Präsident Trump hatte gedroht, die Handelsbeziehungen zu allen Ländern vollständig abzubrechen, mit denen die USA ein Handelsdefizit hätten, wenn die US-Notenbank ihre Leitzinsen erhöhen würde. Die tat es trotzdem – und zwar einstimmig. Dass außer seinen Wählern keiner mehr auf diese Bluffs hereinfällt, spricht Bände. Schon eine Verknüpfung dieser beiden Themen herzustellen, hatte Kopfschütteln ausgelöst. Die offensichtliche Beeinflussungsversuch mag sogar zur Einstimmigkeit beigetragen haben. Denn wenn die US-Notenbank den Eindruck erwecken würde, den Weisungen des Weißen Hauses Folge zu leisten, würde das die US-Volkswirtschaft und ihre Währung noch schneller demontieren als die Trump-Administration das ohnehin schon tut.

Auch Trumps Finanzminister Scott Bessent hatte den Mund zu voll genommen, als er sich gegen den drohenden Zinsanstieg an den Kapitalmärkten stellte: Auf einer Veranstaltung in Texas hatte Bessent erklärt, er sei nun „das Haus“ („I am the house now.“). Mit dieser Casino-Metapher stellte er einen Vergleich zum Glücksspiel her und warnte die Marktteilnehmer davor, gegen ihn zu wetten. „Wenn Sie gegen mich wetten wollen, können Sie das gerne tun.“ Das US-Finanzministerium verdreifachte die Rückkäufe von US-Staatsanleihen mit langer Laufzeit gegenüber dem ursprünglichen Plan: statt zwei Milliarden wurden Papiere im Wert von sechs Milliarden Dollar zurückgekauft. Doch seine Wette hat Bessent krachend verloren: Statt der erhofften Beruhigung der Anleihemärkte kam es zu einem regelrechten Ausverkauf bei US-Staatsanleihen. Die Kurse der Anleihen fielen deutlich, so dass ihre Renditen nicht an der Fünf-Prozent-Marke nach unten abprallten wie noch 2023. Stattdessen beschleunigten sich die Kursverluste jüngst und die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte erstmals seit 2007 spürbar über 5,0 Prozent.

Das schwindende Vertrauen der Investoren in US-Staatsanleihen ist ein Szenario, das eigentlich gegen den US-Dollar und für Edelmetalle spricht: Weil private und institutionelle Anleger weltweit viele US-Staatsanleihen in ihren Depots halten, müssten deren Verkäufe nicht nur die Anleihen selber unter Druck bringen, sondern auch die US-Währung. Gleichzeitig sollte Gold als „Reservewährung“ gewinnen. Dem wirken allerdings zunächst einmal die steigenden US-Zinsen entgegen: Die höheren Zinsen machen den US-Dollar attraktiver, während Gold umso mehr unter seiner Zinslosigkeit leidet.