2026 KW42 Report über das Portfolio des Investmentclub-Aktienfonds

Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank.

Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte.

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Was ist diese Woche (KW42/2026) an den Börsen geschehen?

Ausgelöst durch Fortschritte Chinas bei Speicherchips und Kritik von Broadcom-Chef Hock Tan am KI-Hype erlebten die Aktien von Chip-Herstellern einen Kurseinbruch. Zudem stieg die US-Inflationsrate für den September mit 3,7 Prozent (gegenüber Vorjahr) stärker als erwartet. Der Nasdaq-100-Index verlor -5,5 Prozent und der japanische Nikkei-225-Index -5,4 Prozent. Europäische Aktienmärkte zeigten relative Stärke: Der Euro-STOXX-50 blieb auf Wochensicht stabil mit +0,5 Prozent und der DAX stieg sogar um +2,1 Prozent. Der Anstieg von US-Inflation drückte die Preise von Edelmetallen, während der US-Dollar aufwertete, weil eine zweite Leitzinserhöhung in den USA schon Ende des Monats als wahrscheinlicher gilt.

Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?

Der ACC Alpha select Anteilswert wurde auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag mit 43,40 Euro berechnet. Gegenüber dem Wert der Vorwoche ist das ein Anstieg um +0,41 Euro bzw. +1,0 Prozent. Im laufenden Jahr (Jahreswechsel 42,01 Euro) beträgt unser Netto-Plus damit jetzt +3,3 Prozent (DAX +4,6 Prozent). Das Netto-Ergebnis beim ACC Alpha select Anteilswert springt über ein Jahr von +7,3 auf jetzt +9,2 Prozent (MSCI World in Euro sinkt auf +20,1 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds sinkt leicht auf +13,3 Prozent, Mischfonds sinkt leicht auf +8,1 Prozent). Über drei Jahre steigt der ACC-Nettozuwachs leicht auf +40,6 Prozent (MSCI World in Euro sinkt auf +68,4 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds sinkt auf +46,7 Prozent, Mischfonds sinkt auf +31,1 Prozent) und über fünf Jahre auf +40,8 Prozent (MSCI World in Euro sinkt auf +78,1 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds sinkt auf +37,6 Prozent, Mischfonds sinkt auf +22,1 Prozent).

Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)

Die in diesem und dem folgenden Abschnitt genannten Kursveränderungen beziehen sich jeweils auf die Woche bis einschließlich Freitag, weichen also vom Zeitpunkt der Anteilswertberechnung um einen Tag ab.

Entgegen dem Trend der japanischen Börse legte Itochu um +7,9 Prozent (auf 12,95 Euro bzw. 2.185 Yen, Einstand 5,73 Euro bzw. 832 Yen). Itochu hat eine Kapital- und Geschäftsallianz mit dem Technologieunternehmen SORAMICHI angekündigt und einen 20-prozentigen Anteil an der Aspirant Group erworben. Dies wurde offenbar vom Markt positiv bewertet.

Aktien von US-Konsumgüterherstellern legten überdurchschnittlich zu. ConAgra Brands +7,3 Prozent (auf 14,47 USD, Einstand 15,325 USD) meldete einen Gewinn je Aktie (EPS) von 0,41 US-Dollar für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres 2026/27. Der Anstieg um 5,1 Prozent übertraf die Erwartungen von Analysten. Zum einen zeigten Kostensenkungen Wirkung, zum anderen erhielt ConAgra höhere Erträge aus der Beteiligung am Joint Venture Ardent Mills (+72 Prozent auf 50,4 Mio. USD). Das Gewinnplus kommt trotz eines weiterhin schwierigen Umfelds zustande, das von hoher Inflation, einem sehr schlechten Konsumentenvertrauen und der Notwendigkeit vieler US-Haushalte, zu sparen, gekennzeichnet ist. Der organische Nettoumsatz sank denn auch aufgrund von Volumenrückgänge 1,1 Prozent.

Die Aktie von Kraft Heinz legte im Kielwasser von ConAgra Brands +6,3 Prozent zu (auf 23,68 USD, Einstand 26,53 USD). Schon im August hatte das Management die Prognose für den organischen Umsatz und den freien Cashflow angehoben. Unter anderem stufte JPMorgan die Aktie hoch, nachdem sich erste Erfolge aus höheren Ausgaben für Marketing und Markenbildung abzeichneten. Das Unternehmen investiert gezielt in seine Marken (Marketing und Produktverbesserungen), um das organische Wachstum trotz rückläufiger Volumen wieder anzukurbeln.

Unsere größte Aktienposition, die kanadische Fairfax Financial, erholte sich in dieser Woche um +6,8 Prozent (auf 2.403 CAD, Einstand 346 CAD). Der Konzern erhielt den Zuschlag für eine Mehrheitsbeteiligung an der indischen IDBI Bank, was die Börse positiv aufnahm. Die indische Regierung und die staatliche Versicherungsgesellschaft LIC haben Fairfax offiziell als „strategischen Käufer“ ausgewählt, um einen kombinierten Anteil von 60,72 Prozent an der Bank zu übernehmen. Der Deal hat ein Volumen von rund 5,6 Milliarden US-Dollar (ca. 7,9 Milliarden Kanadische Dollar) und gilt als die größte ausländische Direktinvestition im indischen Finanzsektor überhaupt. Investoren bewerten die Übernahme als starken langfristigen Wachstumstreiber. Der Gründer und CEO von Fairfax, Prem Watsa, setzt damit massiv auf die boomende indische Wirtschaft und den dortigen Bankensektor. Fairfax plant, bereits bestehende indische Beteiligungen (wie Digit Insurance und IIFL Capital) strategisch mit der IDBI Bank zu verknüpfen, was erhebliche Cross-Selling-Potenziale verspricht. Mehrere Analysehäuser reagierten optimistisch. Beispielsweise hob BMO Capital Markets das Kursziel für die Aktie nach Bekanntgabe des Deals von 2.500 CAD auf 2.700 CAD an. Wir sehen uns in der strategisch-langfristigen Einschätzung bestätigt, dass Fairfax Financial sein Beteiligungsportfolio auch weiterhin attraktiv vergrößern kann. Im Januar hatte der Aktienkurs bereits einmal kurz 2.700 CAD erreicht. Das Wachstum in Indien sollte der Aktie die Perspektive geben, mittelfristig neue Hochs zu erreichen.

Roche Holding Partizipations-/Genußscheine gehörten die zweite Woche in Folge zu den größeren Gewinnern: Nach +3,5 Prozent in der Vorwoche nun +6,0 Prozent zu (auf 379,20 CHF, Einstand 285,71 CHF), nachdem das Pharmaunternehmen anlässlich eines Kapitalmarkttages seine Finanzziele bzw. Prognosen erhöht hat. Treiber dürften weiterhin auch die guten Nachrichten bezüglich der Produktpipeline sein, über die wir schon in der Vorwoche an dieser Stelle berichtet hatten: Die Zulassung des Darmkrebsmedikaments Tecentriq (Atezolizumab) in den USA und positive Ergebnisse beim Abnehmmedikament Petrelintide.

Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)

Vorläufige Quartalszahlen lösten bei Drägerwerk einen Kursrückschlag aus, auf Wochensicht von -17,9 Prozent (auf 95,70 Euro, Einstand 47,27 Euro). Dräger hat im dritten Quartal trotz hoher Zollrückerstattungen weniger Gewinn erzielt. Einem geringeren Umsatzwachstum standen überdurchschnittlich gestiegene Kosten gegenüber. Ein Händler monierte, dass der Einmaleffekt aus der Zollrückerstattung das Ergebnis besser aussehen lasse, als es tatsächlich sei. Bereinigt um den Effekt habe das operative Ergebnis deutlich unter den Erwartungen gelegen. Der Analyst von MWB Research stellte jedoch klar, dass die Jahresziele von Drägerwerk immer noch in Reichweite seien, auch wenn das operative Ergebnis im dritten Quartal enttäuscht habe und das Unternehmen nun wohl eine strengere Kostenkontrolle brauche. Der Analyst senkte seine Gewinnschätzungen für 2026, ließ seine mittelfristigen Annahmen aber unverändert. Drägerwerk habe in der Vergangenheit bis zu 60 Prozent des jährlichen operativen Gewinns (Ebit) im Schlussquartal erwirtschaftet, betonte der Experte und zeigte sich zuversichtlich, dass das Unternehmen die bestätigten Ziele erreichen wird. Das gewinnseitig schwache dritte Quartal sieht er eher als kurzfristigen Rücksetzer und weniger als Zeichen sich fundamental verändernder mittelfristiger Perspektiven. Der Kursrückschlag ist vor dem Hintergrund der starken Kursgewinne in den Vormonaten, vor allem im Juli zu sehen. Die Aktie war von 80 Euro im Juli auf 125 Euro Ende September gestiegen, so dass eine starke Neigung zu Gewinnmitnahmen entstanden war.

Der Silberpreis fiel erstmals seit Anfang August wieder deutlicher unter die 60-USD-Marke. Deshalb gehörten die Aktien von Silberminenbetreibern zu den Verlierer: Coeur Mining verloren -9,7 Prozent (auf 15,47 USD, Einstand 22,73 USD) und Pan American Silver -5,3 Prozent (auf 62,56 CAD, Einstand 40,97 CAD).

Welche Transaktionen gab es diese Woche?

Während wir eine Position erstmals in unser Portfolio aufgenommen haben, trennten wir uns in dieser Woche von drei Aktienpositionen, die wir mit unterschiedlichem Erfolg und unterschiedlich lang gehalten hatten:

Neu aufgenommen haben wir ProCredit Holding: Wir haben 8.000 Aktien zu 8,89687 Euro gekauft. ProCredit bezeichnet sich als eine Gruppe von entwicklungsorientierten Geschäftsbanken, die in Südost- und Osteuropa und Südamerika sowie in Deutschland als Bank tätig sind. Eigenen Angaben zufolge ist die Obergesellschaft des Konzerns, die ProCredit Holding, u.a. verantwortlich für das strategische Management, die Kapitalausstattung, das Berichtswesen und das Risikomanagement, außerdem fungiert sie aus regulatorischer Sicht als übergeordnetes Unternehmen. Die Gruppe konzentriert sich auf kleine und mittlere Unternehmen in den Bereichen Landwirtschaft und Produktion mit einem jährlichen Umsatzvolumen von 50.000 bis über 2,0 Mio. Euro. Diesen Kunden bietet die Gruppe eine vollständige Palette von Firmenkrediten (in der Regel zwischen 30.000 und 3,0 Mio. Euro) und Einlagenprodukten an. Ergänzende Finanzdienstleistungen betreffen E-Banking, Card Services, das Liquiditätsmanagement, Dienstleistungen im Bereich Lohnabrechnung, das Dokumentengeschäft sowie Dienstleistungen auf dem Gebiet Personal Banking. Zur Bewertung siehe unten: „Aktuelle strategische und taktische Überlegungen“.

Dagegen haben wir unseren Bestand in Deutsche Bank vollständig verkauft: Der Verkauf der 3.000 Aktien erfolgte zu 29,46 Euro. Damit haben wir gegenüber unserem Einstand zu 8,54 Euro aus dem Oktober 2022 einen Kursgewinn von 245 Prozent realisiert. Zwei Jahre zuvor hatte die Aktie mit knapp 5 Euro ein historisches Tief durchlaufen. Wir begannen erst nach einer Stabilisierung des Wertes mit dem Positionsaufbau. Schon in den ersten Monaten nach dem Abschluss unserer Käufe im Oktober 2022 stieg der Aktienkurs um rund 50 Prozent. Dennoch war es richtig in der damals erkennbar krass unterbewerteten Aktie investiert zu bleiben. 2024 und 2025 erfolgte eine Verdreifachung des Wertes und erst im September dieses Jahres kletterte die Aktie auf ein neues Zehn-Jahres-Hoch. Vor allem die Sorgen um eine neue Euro-Staatsschuldenkrise verschlechterten in den vergangenen Wochen den charttechnischen Eindruck so stark, dass wir auf ein Take-Profit-Signal nun verkauft haben.

Außerdem haben wir zwei kleine Restpositionen verkauft, die sich in Abwärtstrends befinden: Der Verkauf der verbliebenen 2.000 Villeroy & Boch erfolgte zu 12,4642 Euro. Wir hatten bereits bei Beginn des Abwärtstrends die erste Hälfte unseres Bestandes zu 14,28 Euro verkauft, so dass unser durchschnittlicher Verkaufskurs 13,37 Euro beträgt. Gegenüber unserem Einstand zu 18,79 Euro haben wir damit einen Kursverlust von 28,8 Prozent realisiert.

In der Vorwoche hatten wir mit dem Abbau der italienischen Emak begonnen (16.576 Aktien zu durchschnittlich 0,784 Euro). In dieser Woche erfolgte der Verkauf der noch 40.000 Aktien umfassenden Position in zwei Tranchen zu durchschnittlich 0,775 Euro. Insgesamt haben wir somit zu durchschnittlich 0,7774 Euro verkauft und gegenüber unserem Einstand zu 0,88 Euro einen Kursverlust von 11,7 Prozent realisiert.

Wie hoch ist die Barreserve?

Die zum Ende des Kalenderquartals abgeschlagenen Dividenden der japanische Konzerne Itochu und Nippon Sanso von zusammen knapp 600.000 Yen, umgerechnet gut 3.300 Euro, sind noch nicht ausgezahlt und werden im Fondsvermögen deshalb weiterhin als Forderung geführt und in den Anteilswert eingerechnet. Das Euro-Bankguthaben des Fonds ist bei knapp 900.000 Euro durch die Transaktionen noch wenig, weil noch nicht alle Transaktionen dieser Woche verbucht sind. Der Anteil am Fondsvermögen liegt bei 12,6 Prozent des Fondsvermögens. Unsere Fremdwährungsguthaben sind durch Währungsgewinne leicht gewachsen auf 29.737 Euro. Unsere Barreserve beträgt wenig verändert 908.748 Euro bzw. auf 13,0 Prozent des Fondsvermögens (Vorwoche 13,45 Prozent). Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist im Wochenvergleich um 328 auf jetzt 160.309 Anteile gestiegen. Das Fondsvermögen ist gegenüber der Vorwoche durch Kursverluste gestiegen auf jetzt 6.978.028 Euro.

Aktuelle strategische und taktische Überlegungen

Während bei europäischen Großbanken die Sorgen um eine möglicherweise von Frankreich ausgehende Euro-Staatsschuldenkrise die Kurse belasteten, sind steigende Zinsen für das Kerngeschäft von Kreditinstituten eigentlich positiv, den durch Fristentransformation steigt dabei in der Regel die Zinsmarge. Allerdings kann dieser positive Effekt durch negative Wirkungen überlagert werden, beispielsweise drohende Ausfälle von Anleihen. Eine Bank, die stärker von einer steigenden Zinsspanne profitieren sollte, ist die ProCredit Holding. Die Zinsmarge liegt dort bei mehr als drei Prozent, im ersten Halbjahr 2026 bei 3,3 Prozent.

Die aktuelle Marktkapitalisierung der ProCredit Holding von 512 Millionen ist fast vollständig durch Eigenkapital gedeckt: Der Buchwert der 58,9 Anteilsscheine liegt bei 8,65 Euro pro Aktie. Zwar dürfte der Gewinn pro Aktie (EPS) in diesem Jahr auf rund 1,25 Euro sinken, u.a. aufgrund des bevorstehenden Verkaufs des Ecuador-Geschäftes und höherer Steuern in der Ukraine, aber für 2027 stellt der Vorstand ein wachsendes Kreditgeschäft bei höherer Rentabilität in Aussicht. Das arithmetische Mittel der uns vorliegenden Gewinnschätzungen liegt bei 1,79 Euro. In den Jahren danach sollten EPS-Wert von über 2 Euro möglich sein. Wir kalkulieren zunächst aber sehr konservativ mit einem verdichteten EPS-Wert von 1,60 Euro ohne die Schätzungen für 2028 und später. Auch setzten wir noch nicht das dann voraussichtlich stark positive Gewinnwachstum an, was ein KGV von mehr als 10 rechtfertigen würde. Multipliziert man den Gewinn pro Aktie von 1,60 Euro dagegen nur mit einem KGV von 7,5 liegt der so berechnete Profit Value schon jetzt bei 12 Euro. Der Bottom Value errechnet sich jetzt schon mit 13,30 Euro, so dass unsere Fair Value Berechnung ein Ziel von 12,62 Euro ergibt, mithin ein Kurspotenzial von über 40 Prozent. Der Graham Dodd Fair Value errechnet sich sogar mit 13,65 Euro etwas höher. Und in der Projektion ergeben sich nochmals deutlich höhere Werte. Die Aktie bietet auf dem aktuellen Niveau eine Dividendenrendite von fast 5 Prozent – mit guten Chancen auf Dividendenerhöhungen in den kommenden Jahren.

Wir haben ProCredit Holding in unser Portfolio aufgenommen und würden die Position bei einer verbesserten Trendindikation vergrößern.