2026 KW36 Report über das Portfolio des Investmentclub-Aktienfonds

Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank.

Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte.

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Was ist diese Woche (KW36/2026) an den Börsen geschehen?

Neue gegenseitige Militärschläge an der Straße von Hormus zwischen den USA und dem Iran erinnerten die Märkte zum Auftakt der neuen Woche und des Septembers an die ungelösten Probleme. Öl- und Gaspreis und die Anleiherenditen stiegen deutlich. Dass sich FED-Chef Warsh in Jackson Hole zur Bekämpfung der Inflation verpflichtet hatte, bestärkte die Erwartung einer restriktiveren US-Geldpolitik. Im Verlauf dieser Woche stieg die Erwartung einer bevorstehenden FED-Leitzinserhöhung, auch weil die US-Beschäftigung stärker anstieg. Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) dürfte die zweite Zinserhöhung in diesem Jahr bevorstehen. Vielerorts stiegen die Anleiherenditen auf mehrjährige Höchststände. Zehnjährigen US-T-Bonds rentieren mit 4,8 Prozent, dem höchsten Stand seit anderthalb Jahren, vergleichbare deutsche Bundesanleihen mit 3,35 Prozent so hoch wie seit 2011 nicht mehr. Auch die Verzinsung australischer Bonds erreichte den höchsten Stand seit 2011, zehnjährige japanische Staatsanleihen sogar erstmals seit 1996 die Marke von drei Prozent! Die Nvidia-Aktie profitierte noch von ihren guten Vorwochenzahlen mit einem Wochenplus von +5,9 Prozent und die Meta-Aktie erholte sich von vorausgegangenen Kursverlusten um +6,7 Prozent, so dass der Nasdaq-100-Index zur Minderheit der Aktienindizes gehört, der die Woche noch mit einem kleinen Plus (+0,4 Prozent) beenden konnte. Insgesamt überwogen an den Aktienmärkten aber die Kursverluste: Der Dow Jones sank um -0,3 Prozent, der Euro-STOXX-50 um -1,4 Prozent, der DAX um -2,0 Prozent und der Nikkei-225 um -2,1 Prozent.

Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?

Der ACC Alpha select Anteilswert wurde auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag mit 45,52 Euro berechnet. Gegenüber dem Wert der Vorwoche ist das ein Anstieg um 8 Cent bzw. +0,2 Prozent. Im laufenden Jahr (Jahreswechsel 42,01 Euro) steigt unser Netto-Plus damit auf +8,4 Prozent (DAX nur +6,4 Prozent). Das Netto-Ergebnis beim ACC Alpha select Anteilswert steigt über ein Jahr auf jetzt +17,1 Prozent (MSCI World in Euro +21,6 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds +17,0 Prozent, Mischfonds sinkt auf +12,0 Prozent). Über drei Jahre beträgt der ACC-Nettozuwachs jetzt +46,9 Prozent (MSCI World in Euro sinkt auf +61,6 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds sinkt auf +42,2 Prozent, Mischfonds sinkt auf +28,7 Prozent) und über fünf Jahre +42,6 Prozent (MSCI World in Euro sinkt auf +72,6 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds sinkt auf +35,6 Prozent, Mischfonds sinkt auf +20,8 Prozent).

Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)

Die in diesem und dem folgenden Abschnitt genannten Kursveränderungen beziehen sich jeweils auf die Woche bis einschließlich Freitag, weichen also vom Zeitpunkt der Anteilswertberechnung um einen Tag ab.

Über die Hälfte unserer Positionen konnte sich in dieser Woche dem schwächeren Aktienmarktumfeld entziehen und sogar Kursgewinne erzielen.

Die Liste der Wochengewinner wird angeführt von Aperam (+6,2 Prozent auf 49,42 Euro, Einstand 33,45 Euro). Neue Unternehmensnachrichten gab es nicht. Hier dürfte noch das stärkste Quartalsergebnis seit vier Jahren sowie regulatorische EU-Schutzmaßnahmen, die den Importdruck merklich dämpfen, nachwirken. Aperam hatte für das zweiten Quartal eine deutliche Erholung der Geschäfte vermeldet. Das bereinigte EBITDA kletterte sequenziell um 44 Prozent auf 130 Millionen Euro im Vergleich zu 90 Millionen Euro im ersten Quartal. Dies übertraf die durchschnittlichen Analystenschätzungen und war das operativ stärkste Quartal des Edelstahlherstellers seit vier Jahren. Aperam hat das zweite Quartal mit einem Umsatz von insgesamt 1,69 Milliarden Euro abgeschlossen. Das kommt einer Umsatzsteigerung von 2,12 Prozent im Vergleich zum Vorjahresviertel gleich, in dem 1,65 Milliarden Euro erwirtschaftet worden waren. Das Quartalsergebnis je Aktie belief sich damit auf 1,61 Euro. Die Erwartungen der Analysten hatten sich 1,08 Euro je Aktie belaufen. Im Vorjahresviertel waren 0,250 Euro je Aktie erzielt worden.

Zweitbeste Aktie nach Höhe des prozentualen Kursgewinns war in dieser Woche Fuchs mit +5,8 Prozent (auf 36,45 Euro, Einstand 32,57 Euro). Das Analysehauses Kepler Cheuvreux nahm seine Verkaufsempfehlung zurück, worauf die Aktie auf ein neues Jahreshoch stieg. Wir hatten unsere Position bekanntlich erst vor zwei Wochen aufgestockt. Unser Zukauf von 1.000 Fuchs-Aktien war noch zu 34,475 Euro erfolgt.

Drittbeste Aktie dieser Woche ist Itochu: +5,1 Prozent (auf 12,11 Euro bzw. 2.204 Yen, Einstand 5,73 Euro bzw. 832 Yen). Auch in diesem Fall liegt die Bekanntgabe der jüngsten Quartalsergebnisse schon ein paar Wochen zurück: Der Umsatz für das abgelaufene Quartal belief sich auf 24,32 Milliarden USD – das entspricht einem Minus von 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresviertel, in dem 24,62 Milliarden USD in den Büchern gestanden hatten. Der Gewinn je Aktie belief sich auf 0,26 USD gegenüber 0,280 USD im Vorjahresquartal.

Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)

Kontron verloren -4,4 Prozent (auf 21,50 Euro, Einstand 19,41 Euro). Die Aktie hatte zuvor von Aufträgen für Bahnkommunikationslösungen aus Rumänien profitiert, erlitt jetzt aber wohl Gewinnmitnahmen. Jüngst gab es Insiderkäufe des Vorstandes Hannes Niederhauser. Der Aktienkurs blieb in der seit Mai geltenden Bandbreite von 20 Euro bis 24,50 Euro.

PORR sanken in dieser Woche um -4,3 Prozent (auf 36,85 Euro, Einstand 13,48 Euro). Hier wirken die eher gemischten Halbjahresergebnisse nach. Die Umsatzerlöse für das zweite Quartal lagen mit 1,68 Mrd. Euro rund 3,5 Prozent unter dem Analystenkonsens. Marktteilnehmer zeigten sich besorgt über einen Einbruch beim Auftragseingang, was Fragen bezüglich der kurzfristigen Dynamik aufwarf. Zudem belastete ein negativer operativer Cashflow, der durch den späten Start der Bausaison und den Aufbau des Working Capitals verursacht wurde. Nachdem die Aktie im Sommer ein neues Allzeithoch bei 46 Euro markiert hatte, nutzten viele Anleger die gemischten operativen Daten als Anlass für Gewinnmitnahmen. Zudem hatte bereits im Juli der Großaktionär IGO Industries ein Vier-Prozent-Aktienpaket auf den Markt geworfen, was das Angebot an frei gehandelten Aktien (Streubesitz) kurzfristig erhöhte. Wir hatten an dieser Stelle vor einer Woche Gründe angeführt, an der recht großen Aktienposition bis auf weiteres festzuhalten. Wir halten unser Kursziel bei 46,80 Euro für grundsätzlich erreichbar und würden dort auch nur einen Teil unserer PORR-Aktien verkaufen.

Auch der Kursrückgang bei ConAgra um -3,8 Prozent (auf 15,48 USD, Einstand 15,325 USD) ist nach den Kursgewinnen seit Anfang Juni in der Spitze um 33 Prozent vor allem als Gewinnmitnahme zu werten.

Welche Transaktionen gab es diese Woche?

Aufgrund einer zunehmend schlechten Trendindikation haben wir unsere Position im französischen Bouygues-Konzern halbiert. Der Verkauf von 1.000 Bouygues-Aktien erfolgt an der Heimatbörse (Euronext) Paris zu 43,949 Euro. Damit haben wir gegenüber unserem Einstand vor anderthalb Jahren zu 31,60 Euro einen Kursgewinn von 39,1 Prozent realisiert – zusätzlich zur Dividendenrendite von 6,6 Prozent.

Wie hoch ist die Barreserve?

Die am 26. August abgeschlagene Teildividende von ASR Nederland wurde abgerechnet: Der niederländische Versicherungskonzern zahlte 1,39 Euro pro Aktie, für unsere 1.000 Aktien also 1.390 Euro. ASR Nederland schüttet zweimal im Jahr Gewinne an seine Aktionäre aus. Die Zahlung jetzt im August / September ist die kleinere Teilzahlung. Im Mai hatten wir bereits 2,14 Euro pro Aktie Dividende erhalten. Zusammen belaufen sich die Gewinnausschüttungen im laufenden Jahr also auf 3,53 Euro. Im Verhältnis zu unserem Einstandskurs von 42,60 Euro ist das eine Dividendenrendite von 8,3 Prozent! Nach Abzug von 15 Prozent Quellensteuern wurden unserem Euro-Konto jetzt 1.181,50 Euro gutgeschrieben.

Unsere Fremdwährungsguthaben in kanadischen Dollar und Schweizer Franken reichten nicht für die Aktienkäufe, namentlich des kanadischen Goldkonzern B2Gold und der schweizerischen Stadler Rail. Beim Aktienkauf in Toronto fehlten nur rund 14.000 CAD, so dass diese Summe gegen (8.667) Euro gekauft wurde, Wechselkurs 1,61534 CAD/EUR. Für die beiden Stadler-Rail-Käufe haben wir einmal 71.000 CHF zu 0,93585 CHF/EUR (75.867 Euro) und dann 122.000 CHF zu 0,9372 CHF/EUR (130.175 Euro) gekauft, zusammen also 193.000 CHF für 206.042 Euro, was einen gewogenen Durchschnitts-Wechselkurs von 0,9367 CHF/EUR ergibt. Nach den Aktienkäufen halten wir jetzt in keiner Fremdwährung noch mehr als 10.000 Euro Bankguthaben, zusammen im Gegenwert von nur noch 18.879 Euro. Unser Euro-Bankguthaben ist dagegen durch den Teilverkauf von Bouygues-Aktien auf 644.248 Euro gestiegen, was 8,7 Prozent vom Fondsvermögen entspricht. Die Gutschriften der jüngsten Dividenden von Conagra, Aperam, OceanaGold, Valterra Platinum und Pan American Silver stehen noch aus. Sie alle werden im Fondsvermögen als Forderung geführt und in den Anteilswert eingerechnet. Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist im Wochenvergleich minimal um 2 auf jetzt 161.338 Anteile gestiegen. Das Fondsvermögen ist gegenüber der Vorwoche durch Kursgewinne leicht auf jetzt 7.369.758 Euro gestiegen.

Aktuelle strategische und taktische Überlegungen

Der Bericht vor einer Woche endete an dieser Stelle mit dem Fazit „Die wieder wachsenden Zweifel an der Stabilität des US-Staatshaushaltes und des US-Dollars sprechen für Gold und andere Edelmetalle. Der Anteil unserer jetzt 7 Edelmetall-Aktien am Fondsvermögen ist auf 18,3 Prozent gewachsen.“

Dass sich der neue FED-Präsident Warsh in Jackson Hole deutlich zur Bekämpfung der Inflation verpflichtet hatte, hatte Edelmetalle und Kryptowährungen zum Ende der Vorwoche belastet. In dieser Woche fand der Goldpreis erst bei knapp 4.300 US-Dollar pro Unze Unterstützung und Silber bei 63,28 USD. Platin fiel bis 1.713 USD und Palladium bis 1.283 USD. In dieser Woche zeigten sich die Edelmetallpreise kurzfristig eher trendlos, was angesichts der steigenden Zinsen schon positiv zu werten ist, denn zuvor hatten schon kleinere Zinsanstiege stärkeren Druck auf die Edelmetalle ausgeübt. Wichtig: Gegenüber August wurde von keinem Edelmetall ein neues Tief markiert, womit die Anfang August entstandene übergeordnete Trendindikation bis auf weiteres positiv bleibt.

Mit einem Anteil von jetzt 18 Prozent am Fondsvermögen, das auf Edelmetall-Aktien entfällt, ist der Einfluss auf die Anteilswertentwicklung recht hoch. Wahrscheinlich ist das Argument, dass es sich dabei auch um eine Art „Versicherung“ gegen Krisen handelt, die die klassischen Aktienmärkte unter Druck setzt, nicht falsch. Wie bei jeder Versicherung sollte man aber immer wieder überprüfen, ob die Versicherungsprämie nicht zu hoch ist. Bei der Anlage in physischen Edelmetallen und entsprechender Wertpapiere („Exchange Traded Commodities“, „ETCs“) besteht die Prämie, die man zahlt, vor allem aus Opportunitätskosten: Welche Erträge hätte das investierte Kapital bei einer alternativen Anlage gebracht? Gerade die zins- und dividendenlose Edelmetallanlage muss sich daran messen lassen. Edelmetall-Aktien schneiden auf Dauer besser ab, wenn es sich um profitable Unternehmen handelt, die Dividenden zahlen und ihre Aktien zurückkaufen. Es ist allerdings NICHT Teil unserer Strategie, auf Dauer und zu jedem Zeitpunkt in Gold(aktien) investiert zu sein. Es sei daran erinnert, dass auch die Blue-Chip-Aktien der großen Goldminenbetreiber Timing-Entscheidungen erfordern. Die Aktienkurse der Schwergewichte Newmont, Barrick und Gold Fields brachen im Goldabschwung von 2013 bis 2015 um 58, 77 und 76 Prozent ein. Wir waren bekanntlich damals nicht davon betroffen. Danach stabilisierten sich Goldminenaktien wieder, auch, weil sie wieder eine Bewertungsprämie aufbauten. Die Dividendenrendite lag im Durchschnitt nur knapp über Null und die Kurs/Gewinn-Verhältnisse lagen über 20, nicht selten sogar über 30. Dieser Bewertungsaufschlag war gleichsam eine Optionsprämie, die Anleger bereits waren zu zahlen für die Hebelwirkung im Falle eines Edelmetallpreisanstiegs. 2024 schrumpfte diese Bewertungsprämie, womit sich das Chance / Risiko – Verhältnis deutlich verbesserte. Erst in dieser Phase haben wir bekanntlich wieder Edelmetall-Aktien gekauft. Nachdem die Edelmetallpreise dann vor allem zwischen Herbst 2024 und Januar 2026 stark gestiegen sind, hat sich die Bewertung von Edelmetallminen-Aktien gegenüber früher deutlich verändert: Trotz des starken Kursanstiegs der Minenaktien sind ihre Dividendenrenditen heute im Schnitt höher und ihre Kurs/Gewinn-Verhältnisse niedriger als zuvor. Sie enthalten also (noch) keine Bewertungsprämie, was für das aktuell hohe Gewicht in unserem Portfolio spricht.

Über einem Kamm scheren lassen sich Minenaktien aber nicht: Wir halten mit Valterra Platinum bewusst eine große Position im führenden Platin- und Palladium-Förderer. Und bei unseren nordamerikanischen Minenaktien haben wir auf einen höheren Anteil von Silber geachtet. Bei Platin, Palladium und Silber spricht die Angebots/Nachfrage-Struktur für einen mittelfristig weiter steigenden Preis, denn die Minen können ihr Angebot nur langsam ausweiten, während die Nachfrage zu einem großen Teil industriell begründet ist – anders als bei Gold: Es gibt viele Goldminen und nicht wenige davon reagieren auf den Preisanstieg mit einer Ausweitung ihrer Fördermengen. Gleichzeitig kommt die Nachfrage überwiegend von Notenbanken und Investoren, nicht von industriellen Verbrauchern. Notenbanken und Investoren verbrauchen das Gold nicht, sie horten es. Damit kann dieses Gold irgendwann auch wieder als Angebot auf den Markt kommen.

Global betrachtet ist China ein zentraler „Player“ auf dem Goldmarkt, weshalb wir dessen Verhalten im Auge behalten. In einem Ende August veröffentlichten Report kommt Standard&Poors Global zu dem Schluss, dass Peking seine Goldstrategie langfristig und umfassend weiterverfolgt. China baue Gold von einer reinen Finanzanlage zum „strategischen Sicherheitsanker“ aus. Die Analysten trauen den staatlich gelenkten chinesischen Minenkonzernen ein beschleunigtes Wachstum zu. Damit beginne sich die Rangordnung der größten Goldproduzenten zu verschieben. Den Anstoß habe der 2025 vorgelegte Aktionsplan für eine hochwertige Entwicklung der Goldindustrie gegeben, den neun Ministerien und Behörden gemeinsam trugen. Er stuft Gold als strategisches Mineral und als Fundament der finanziellen und industriellen Sicherheit ein. Hinter dem Kurswechsel steht laut S&P Global ein wachsendes Misstrauen in die globale Ordnung. Bei einem Treffen im April beschrieb Staatschef Xi Jinping diese Ordnung sinngemäß als zunehmend zerfallend. Ökonomisch zielt Peking darauf, die Widerstandsfähigkeit der eigenen Wirtschaft zu erhöhen, die Abhängigkeit vom US-Dollar zu senken und die eigene Währung, den Renminbi, international breiter zu verankern. So dominant China bei Förderung und Nachfrage ist, so vergleichsweise gering ist der Goldanteil noch an seinen offiziellen Währungsreserven. Seit 2007 ist das Land der größte Goldproduzent, seit 2013 auch der größte Goldnachfrager, doch bei den offiziellen Reserven rangiert es nur auf Rang sechs. Nach Zahlen des Internationalen Währungsfonds lagen Chinas Goldreserven Ende 2025 bei 324 Milliarden US-Dollar, weniger als ein Drittel des US-Bestands von 1,14 Billionen und hinter Deutschland, Italien, Frankreich und Russland. Gemessen an den gesamten Währungsreserven macht Gold in China nur 6,7 Prozent aus. In den Notenbanken Afrikas liegt dieser Anteil im Mittel bei 17,5 Prozent, in den Industrieländern bei 16,6 Prozent. Diese vergleichsweise geringe Gewichtung könnte weitere Goldkäufe begünstigen. Die Notenbank stockte ihre Bestände in der ersten Jahreshälfte um mehr als 40 Tonnen auf, gut doppelt so viel wie die 19 Tonnen des Vorjahreszeitraums. Der Zeitraum fiel mit dem Beginn des Iran-Kriegs und einem Ausschlag des Goldpreises von fast 30 Prozent zwischen Hoch und Tief zusammen. S&P sieht einen Zusammenhang mit dem seit 2022 verstärkten Goldaufbau vieler Schwellenländer. Der zweite Hebel sei die 2019 gestartete und seit 2022 mit neuem Nachdruck verfolgte „Gold Road“. Sie soll den Goldhandel in Renminbi über die Grenzen Chinas hinaustragen, vor allem in den BRICS-Staaten und entlang der neuen Seidenstraße. 2025 eröffnete in der chinesischen Sonderwirtschaftszone Hongkong der erste Goldtresor außerhalb der Volksrepublik mit einer Anfangskapazität von 150 Tonnen. Hongkong will die Lagerkapazität binnen drei Jahren auf über 2.000 Tonnen ausbauen. Ein zugehöriges zentrales Abwicklungssystem ging im Juli in den Testbetrieb. Ziel ist ein Netz von Tresoren, über das sich Gold in Renminbi handeln und lagern lässt und das eine Abwicklung außerhalb des US-Dollar-Systems ermöglicht. Chinesische Goldminen stehen häufig teilweise oder mehrheitlich in staatlichem Besitz und berücksichtigen daher auch politische Vorgaben. Sie können sich auf außergewöhnlich große Neufunde im eigenen Land stützen. Die einfach zugänglichen, hochgradigen Vorkommen sind allerdings weitgehend erschöpft. Insgesamt werten wir die Ausrichtung der chinesischen Gold-Strategie als stützend für den Preis des Edelmetalls, was uns in unserer Strategie bestärkt. In deren Rahmen haben wir jüngst mit dem Kauf von B2Gold einen weiteren taktischen Schritt vollzogen.