2026 KW45 Report über das Portfolio des Investmentclub-Aktienfonds
Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank.
Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte.
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Was ist diese Woche (KW45/2026) an den Börsen geschehen?
Neue Hoffnungen auf diplomatische Lösungen im Iran-Konflikt führten zu einem Rückgang des Ölpreises. Auf den Sieg der demokratischen Partei bei den Midterm-Wahlen in den USA reagierten die Aktien- und Anleihemärkte zunächst erleichtert mit Kursgewinnen. Die Demokraten gewannen in beiden Häusern des US-Kongresses die Mehrheit. Dies könnte den ausufernden Anstieg der US-Staatsverschuldung unter Präsident Trump bremsen. Allerdings droht einigen Branchen mehr gesetzliche Regulierung, insbesondere der KI-Wirtschaft. Deren Aktien, insbesondere die Aktien von Chipherstellern, erlitten starke Kursverluste. Zu den großen Kursverlierern gehörten auch die Aktien von Tesla und SpaceX. Beide Unternehmen befinden sich unter der Kontrolle von Elon Musk, der vergeblich fast eine halbe Milliarde Dollar in den Wahlkampf der Republikaner investiert hatte. Der Nasdaq-100 verlor auf Wochensicht -4,9 Prozent, während der Dow Jones nur -0,9 Prozent verlor. Der DAX erreichte im Wochenverlauf ein neues Rekordhoch, beendete die Woche aber nahezu unverändert, während der Euro-STOXX-50 sogar +0,6 Prozent zulegen konnte. Der japanische Nikkei-225-Index verlor allerdings -9,3 Prozent.
Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?
Der ACC Alpha select Anteilswert wurde auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag mit 44,26 Euro berechnet. Gegenüber dem Wert der Vorwoche ist das ein Anstieg um +1,08 Euro bzw. +2,5 Prozent, deutlich mehr als die Aktienindizes und allermeisten Aktienfonds. Im laufenden Jahr (Jahreswechsel 42,01 Euro) beträgt unser Netto-Plus damit jetzt +5,4 Prozent (wie beim DAX +5,4 Prozent seit Jahresbeginn). Das Netto-Ergebnis beim ACC Alpha select Anteilswert sprang über ein Jahr nach oben auf jetzt +15,4 Prozent (MSCI World in Euro sinkt auf +17,0 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds steigt leicht auf +13,2 Prozent, Mischfonds auf +7,9 Prozent). Über drei Jahre steigt der ACC-Nettozuwachs leicht auf +43,7 Prozent (MSCI World in Euro bricht um fast 10 Prozentpunkte ein auf +69,1 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds sinkt auf +50,4 Prozent, Mischfonds sinkt auf +32,5 Prozent) und über fünf Jahre auf +41,8 Prozent (MSCI World in Euro sinkt auf +69,0 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds sinkt deutlich auf +33,8 Prozent, Mischfonds sinkt auf +19,7 Prozent). Der Vergleich mit dem Durchschnitt global anlegender Mischfonds erfolgt wegen des ähnlichen Risikoprofils. Ein Investment im MSCI Welt (ETF) ist dagegen mit deutlich höheren Risiken verbunden.
Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)
Die in diesem und dem folgenden Abschnitt genannten Kursveränderungen beziehen sich jeweils auf die Woche bis einschließlich Freitag, weichen also vom Zeitpunkt der Anteilswertberechnung um einen Tag ab.
Angeführt wird die Gewinnerliste in dieser Woche von allen sieben unserer Edelmetall-Aktien, die vom Renditerückgang und dem dadurch ausgelösten Anstieg der Edelmetallpreise profitierten: B2Gold, die bekanntlich zuvor zu den größeren Kursverlierern gehört hatten, erholten sich jetzt entsprechend auch stärker: +19,0 Prozent (auf 7,63 CAD, Einstand 7,71 CAD), ähnlich Coeur Mining (+18,1 Prozent auf 15,47 USD, Einstand 22,73 USD).
Die Aktien des Gold-Royaltys Franco-Nevada stiegen um +14,6 Prozent (auf 360,24 CAD, Einstand 176,46 CAD). Die Aktie des Goldminen-Blue Chips Newmont stieg um +13,4 Prozent (auf 120,91 USD, Einstand 43,84 USD). Der kombinierte Gold- und Silberminenbetreiber Pan American Silver stieg immerhin um +9,8 Prozent (auf 58,19 CAD, Einstand 40,97 CAD) und der Platin-Wert Valterra Platinum um +9,1 Prozent (auf 52,70 GBP, Einstand 37,69 GBP).
OceanaGold gewannen +17,2 Prozent (auf 39,47 CAD, Einstand 36,41 CAD). Das im pazifischen Raum tätige Minenunternehmen hat seine operativen und finanziellen Ergebnisse für den Drei- und Neunmonatszeitraum bis zum 30. September 2026 vorgelegt. OceanaGold sieht sich auf dem besten Weg, den Mittelwert der Produktionsprognose für das Gesamtjahr zu erreichen; das vierte Quartal werde voraussichtlich das stärkste des Jahres sein. Die „All-in Sustaining Costs“ (AISC) bei der Produktion von 133.400 Unzen Gold beziffert das Unternehmen auf 1.874 USD pro Unze, womit es gelang, die Kosten gegenüber dem Vorquartal um 13 Prozent zu senken; für das vierte Quartal wird eine weitere Senkung erwartet. Dem steht beim Verkauf ein durchschnittlich erzielter Goldpreis von 4.249 USD pro Unze gegenüber. Daneben produzierte OceanaGold 3.400 Tonnen Kupfer. Insgesamt wurden Umsatzerlöse von 655 Mio. USD erzielt und ein Nettogewinn von 198 Mio. USD. Das Ergebnis pro Aktie (EPS) beträgt somit 0,88 USD, bereinigt 0,94 USD. Für das vierte Quartal wird eine starke Produktion am Standort Haile erwartet, begünstigt durch den Zugang zu den tiefer gelegenen Abbauabschnitten des Tagebaus Ledbetter, die ein höheres Erzgehalt aufweisen; allein im Oktober 2026 wurden in Haile 27.400 Unzen produziert. Die geplante Übernahme von Ausgold Limited, dem Eigentümer des Katanning-Goldprojekts in Westaustralien, war bereits angekündigt; der Abschluss der Transaktion wird für diesen Dezember erwartet. Die Projekte Waihi North und Palomino (Untertagebau) kommen gut voran und liegen im Zeitplan. Der Genehmigungsantrag für das Projekt „Macraes Phase 4“ („MP4“) wurde eingereicht, um die Lebensdauer der Mine Macraes bis in die späten 2030er Jahre zu verlängern; aktuelle Bohrergebnisse deuten zudem auf das Potenzial hin, die Lebensdauer der Mine bis in die 2040er Jahre auszudehnen. In Wharekirauponga wurden hochgradige Bohrergebnisse erzielt, die erneut den außergewöhnlichen Erzgehalt und die Kontinuität der Lagerstätte unterstreichen.
Der zweite wichtige Beitrag zu unserer Outperformance in dieser Woche kam von unserer größten Aktienposition (8,5 Prozent vom Fondsvermögen): Die Aktie der kanadischen Fairfax Financial Holding stieg in dieser Woche um +6,9 Prozent auf 2.673 CAD (Einstand 346 CAD) und damit neue Allzeit-Rekordhöhen. Wir hatten an dieser Stelle mehrfach darauf hingewiesen, dass Fairfax Financial tendenziell vom Markt unterschätzt wird und wir nach einer Seitwärtskonsolidierung mit neuen Rekorden beim Aktienkurs rechnen. Auch der größere Einstieg in den indischen Bankenmarkt ist ein Beitrag dazu, dass Fairfax Financial auch in den kommenden Jahren überdurchschnittlich wachsen kann. Den Anlass für den zweiten Kurssprung innerhalb von nur vier Wochen lieferten jetzt die Geschäftsergebnisse des dritten Quartals: Das internationale Geschäft und das operative Versicherungs- sowie Rückversicherungssegment entwickelten sich stark, mit einem Anstieg der gebuchten Bruttobeiträge in der Schaden- und Unfallversicherung um 9,3 Prozent auf 8,94 Milliarden US-Dollar. Der Quartalsumsatz lag damit 8,2 Prozent besser als im Analystendurchschnitt erwartet. Der Reingewinn erreichte 930 Millionen US-Dollar. Das Ergebnis je Aktie lag damit 31 Prozent über den durchschnittlichen Analystenschätzungen. Der Buchwert je Aktie kletterte nach Angaben des Unternehmens auf 1.349,15 US-Dollar. Beim aktuellen Wechselkurs zwischen US-amerikanischen und kanadischen Dollar von 1,413 CAD/USD entspricht das einem Buchwert von 1.906 CAD. Somit wird der aktuelle Börsenwert von Fairfax Financial zu 71 Prozent durch Eigenkapital gedeckt. Dieses Kurs/Buchwert-Verhältnis (KBV 1,4) bedeutet immer noch eine sehr günstige Bewertung, denn kanadische Aktien werden im Durchschnitt ungefähr mit einem doppelt so hohen KBV bewertet, nämlich mit 2,8. US-Aktien werden sogar über alle Qualitäten hinweg mit einem KBV von 5,7 bewertet.
Nippon Sanso zeigte sich einmal mehr negativ korreliert zum japanischen Gesamtmarkt: Während japanische Aktien mehrheitlich verloren, gewann die Aktie von Nippon Sanso in dieser Woche +5,1 Prozent (auf 32,00 Euro bzw. 5.581 Yen, Einstand 18,31 Euro bzw. 2.681 Yen).
ConAgra Brands setzten die Kurserholung nach den Kursverlusten im September fort: diese Woche +4,6 Prozent (auf 15,24 USD, Einstand 15,325 USD). Obwohl die letzten Quartalszahlen bereits Ende September gemeldet worden waren, setzte sich in den letzten Wochen am Markt zunehmend die Erkenntnis durch, dass der operative Tiefpunkt durchschritten sein könnte. Conagra hatte beim bereinigten Gewinn je Aktie (EPS) mit 0,41 USD die Analystenschätzungen (0,28 USD) deutlich übertroffen. Dass das Management die Jahresprognose trotz anhaltend schwacher Volumina bestätigen konnte, signalisiert dem Markt eine Stabilisierung der Margen. Conagra Brands schüttet am 3. Dezember eine vierteljährliche Dividende von 0,175 USD pro Aktie aus. Der Stichtag (Ex-Dividenden-Tag) war der 5. November. Im Vorfeld dieses Datums griffen viele renditeorientierte Anleger zu, um sich für die Ausschüttung zu qualifizieren, weil die Dividendenrendite bei fast 6 Prozent liegt und bei einem KGV von nur 10 die Abwärtsrisiken überschaubar erschienen. Ein wesentlicher Treiber war die positive Stimmung im US-Lebensmittelsektor. Der Branchenkonkurrent General Mills verzeichnete starke Zugewinne und der Riese Kraft Heinz (auf Wochensicht +1,1 Prozent auf 24,61 USD, Einstand 26,53 USD) kündigte mögliche Preiserhöhungen für das kommende Jahr an. Dies hat das Vertrauen der Anleger in die Preismacht von Herstellern von Basiskonsumgütern („Consumer Defensives“) gestärkt und die gesamte Branche – einschließlich Conagra – mit nach oben gezogen.
Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)
Der Aktienkurs unserer kleinen Restposition Deutsche Rohstoff litt unter dem rückläufigen Ölpreis: -15,9 Prozent (auf 76,70 Euro, Einstand 54,20 Euro).
Bei Kontron wurden die Quartalsergebnisse negativ aufgenommen: -7,1 Prozent (auf 18,73 Euro, Einstand 19,41 Euro). In den ersten neun Monaten 2026 verzeichnete Kontron einen leichten Umsatzrückgang auf rund 1,1 Milliarden Euro. Die anhaltende Speicherchipkrise hat zu einem Bestand an noch nicht ausgelieferten Produkten im Wert von 68,6 Millionen Euro geführt. Während das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) stieg, brach der Konzerngewinn wegen Sonderkosten (u. a. für Personalabbau) deutlich ein. Analysten (wie von Jefferies) stuften das bestätigte EBITDA-Jahresziel von 200 Millionen Euro als sehr ambitioniert ein – unter anderem, weil aus einem Volkswagen-Auftrag keine nennenswerte Entschädigung für nicht abgenommene Wallbox-Mengen in Aussicht steht und eine Wertminderung von 25 Millionen Euro im Raum steht.
DFDS-Aktien gaben den Vorwochengewinn von +4,8 Prozent in dieser Woche fast vollständig wieder ab: -4,7 Prozent (auf 152,90 DKK, durchschnittlicher Einstand 154,10 DKK). DFDS wird am 11. November 2026 seinen Quartalsbericht für das 3. Vierteljahr vorlegen. Da die Aktie im Jahresverlauf ein starkes Plus von rund 60 Prozent vorweisen kann, dürften einige Marktteilnehmer im Vorfeld des Berichts Gewinne mitgenommen haben.
Welche Transaktionen gab es diese Woche?
Im Rahmen unseres Risikomanagements haben wir unsere Gewichtung von Edelmetall-Aktien leicht reduziert: Weil der Aktienkurs des US-amerikanischen Gold- und Silberminenbetreibers Coeur Mining seinen Abwärtstrend bestätigte, haben wir diese Position halbiert: Der Verkauf der 3.000 Aktien erfolgte an der NYSE zu je 13,6579 USD. Damit haben wir gegenüber unserem Einstand zu 22,73 USD einen Kursverlust von -39,9 Prozent realisiert. Der prozentuale Verlust ist hoch, aber Coeur Mining war schon vor dem jetzt erfolgten Teilverkauf neben B2Gold die kleinste unserer Edelmetall-Aktienpositionen.
Wie hoch ist die Barreserve?
Der Teilverkauf von Coeur Mining erhöhte das Guthaben auf dem US-Dollar-Konto des Fonds um knapp 41.000 US-Dollar auf 54.738 USD. In Euro sind das zum aktuellen Wechselkurs 48.752 Euro – und mit 0,7 Prozent vom Fondsvermögen schon unser größtes Bankguthaben in einer Fremdwährung. Zusammen mit einem kleinen Guthaben in (11.857) britischen Pfund und noch kleineren Restguthaben in Kanada-Dollar, Schweizer Franken und schwedischen Kronen haben unsere Fremdwährungsguthaben einen aktuellen Wert von 66.084 Euro bzw. 0,9 Prozent vom Fondsvermögen. Zu den am Ende des Kalenderquartals abgeschlagenen Dividenden der japanischen Konzerne Itochu und Nippon Sanso von zusammen knapp 600.000 Yen, umgerechnet gut 3.300 Euro, hat sich die jüngste Quartalsdividende von ConAgra Brands gesellt. Auch sie ist noch nicht ausgezahlt und wird im Fondsvermögen deshalb als Forderung geführt und in den Anteilswert eingerechnet. Das Euro-Bankguthaben des Fonds beläuft sich aktuell auf 985.550 Euro bzw. 13,9 Prozent vom Fondsvermögen. Unsere Barreserve insgesamt ist auf 1.051.886 Euro gestiegen, was wenig verändert gegenüber der Vorwoche jetzt 14,8 Prozent des Fondsvermögens ausmacht. Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist im Wochenvergleich um 512 auf jetzt 159.806 Anteile gesunken. Das Fondsvermögen ist gegenüber der Vorwoche durch Kursgewinne gestiegen auf jetzt 7.099.896 Euro.
Aktuelle strategische und taktische Überlegungen
Auf den Wahlausgang in den USA reagierten Edelmetalle mit einem Preisanstieg. Dahinter steht die Hoffnung der Märkte, dass der Anstieg der unter Trump ausufernden US-Staatsverschuldung durch die Pattsituation gebremst werden kann. Nachdem der Goldpreis in der Vorwoche auf ein neues Jahrestief bei 3.870 US-Dollar pro Unze gefallen war, erholte er sich auf 4.065 USD/Unze. Die weltweite Goldnachfrage lag im dritten Quartal mit 1.369 Tonnen ein Prozent unter dem Vorjahreswert. Das World Gold Council berechnet in seinem Bericht „Gold Demand Trends“ über das dritte Quartal die Nachfrage mit 188 Mrd. US-Dollar, was im Vorjahresvergleich einen Anstieg um 22 Prozent bedeutet. Dem liegt ein durchschnittlicher Goldpreis von 4.262 US-Dollar je Feinunze zugrunde. Zentralbanken und andere offizielle Institutionen erhöhten ihre Reserven im dritten Quartal um netto 321 Tonnen. Dies entspricht einem Anstieg von 42 Prozent im Vorjahresvergleich und dem höchsten Quartalswert seit dem vierten Quartal 2024. Portfoliodiversifikation und Risikomanagement blieben die wichtigsten Nachfragetreiber. Seit Jahresbeginn summieren sich die Käufe auf 675 Tonnen und liegen damit sechs Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Physisch goldgedeckte ETFs verzeichneten im dritten Quartal wieder Zuflüsse – eine deutliche Trendwende gegenüber dem zweiten Quartal. Mit 211 Tonnen lagen diese nur sechs Prozent unter den starken Zuflüssen des dritten Quartals 2025. Die Bestände stiegen auf einen Rekordwert von 4.256 Tonnen. Die Nachfrage im OTC-Markt und in der Kategorie „Sonstige“ erreichte 143 Tonnen, gegenüber 101 Tonnen im Vorjahresquartal. Sie blieb jedoch unter den hohen Werten der vorangegangenen Quartale dieses Jahres. Die Nachfrage nach Barren und Münzen sank im Vorjahresvergleich um 19 Prozent auf 268 Tonnen. Privatanleger hielten sich zurück, da eine klare Richtung beim Goldpreis fehlte. China bildete eine deutliche Ausnahme: Dort stieg die Nachfrage gegenüber dem Vorjahr um sieben Prozent. Die hohen Preise belasteten weiterhin die Schmucknachfrage. Sie fiel im Vorjahresvergleich um 17 Prozent auf 313 Tonnen – den niedrigsten Wert für ein drittes Quartal seit langem. Konsumentinnen und Konsumenten setzten weiterhin auf leichtere Schmuckstücke mit geringerem Feingehalt. Wertmäßig legte die weltweite Schmucknachfrage hingegen leicht auf 43 Mrd. US-Dollar zu. Die Goldnachfrage im Technologiesektor stieg im Vorjahresvergleich um drei Prozent auf 85 Tonnen und erreichte damit den höchsten Quartalswert seit dem vierten Quartal 2021. In der Elektronikindustrie nahm die Nachfrage um fünf Prozent auf 72 Tonnen zu, unterstützt durch die Produktion im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz. Das gesamte Goldangebot sank im Vorjahresvergleich um ein Prozent auf 1.369 Tonnen. Die Minenproduktion stieg um drei Prozent auf 1.071 Tonnen – ein Rekordwert für ein drittes Quartal. Gleichzeitig ging das Recycling trotz höherer Preise um acht Prozent auf 314 Tonnen zurück und erreichte damit den tiefsten Stand seit dem vierten Quartal 2023. Die Zahlen bestätigen unsere Annahme, die einerseits von einem weiterhin vor allem durch Notenbankkäufe gut unterstützten Goldpreis ausgeht, andererseits durch die schon beginnende Ausweitung der Minenproduktion keine echte Verknappungs-Rallye erwarten lässt (wie dies eher bei Silber und insbesondere bei Platin-Metallen der Fall sein könnte, weil deren Förderung nicht so rasch ausgeweitet werden dürfte, dazu mehr im nächsten Wochenbericht).
