2026 KW21 Report über das Portfolio des Investmentclub-Aktienfonds
Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank.
Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte.
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Was ist diese Woche (KW21/2026) an den Börsen geschehen?
Die Aktienkurse profitierten von den hartnäckigen Hoffnungen auf eine friedliche Beendigung des Iran-Kriegs sowie der anhaltenden Euphorie mit Blick auf das Mega-Thema Künstliche Intelligenz (KI). Insbesondere starke Halbleiterwerte erwiesen sich weiterhin als Zugpferde. Der wertvollste Konzern der Welt, Chip-Designer Nvidia, zeigte bei Umsatz und Gewinn im ersten Quartal abermals hohe Zuwächse. Der Aktienkurs litt nach einem Rekordhoch in der Vorwoche allerdings unter Gewinnmitnahmen. Eher enttäuschende US-Konjunkturdaten wurden weitgehend ausgeblendet. Der Nasdaq-100 legte auf Wochensicht +1,2 Prozent zu, der Dow Jones verringerte mit +2,1 Prozent seinen Rückstand im laufenden Jahr etwas. Der Euro-STOXX-50 gewann auf Wochensicht +3,3 Prozent, der DAX sogar +3,9 Prozent.
Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?
Der ACC Alpha select Anteilswert wurde auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag mit 43,19 Euro berechnet. Gegenüber dem Wert auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag der Vorwoche ist das ein Rückgang um -1,01 Euro bzw. -2,3 Prozent. Im laufenden Jahr (Jahreswechsel 42,01 Euro) schrumpft unser Plus damit auf +2,9 Prozent (aber beim DAX erst +1,6 Prozent gegenüber Jahresbeginn). Das Netto-Plus beim ACC Alpha select Anteilswert über ein Jahr sinkt auf +14,5 Prozent (MSCI World in Euro +20,9 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds +17,4 Prozent, Mischfonds +12,4 Prozent) und über drei Jahre auf +39,3 Prozent (MSCI World in Euro +63,2 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds +41,8 Prozent, Mischfonds +27,7 Prozent). Über fünf Jahre beträgt das Plus des Anteilswertes jetzt +37,9 Prozent (MSCI World in Euro +84,0 Prozent, Durchschnitt Aktienfonds +43,6 Prozent, Mischfonds +24,0 Prozent).
Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)
Die in diesem und dem folgenden Abschnitt genannten Kursveränderungen beziehen sich jeweils auf die Woche bis einschließlich Freitag, weichen also vom Zeitpunkt der Anteilswertberechnung ab.
Die Vorzugsaktien von Drägerwerk zeigten nach vierwöchiger Kursschwäche ohne Unternehmensnachrichten eine starke Kurserholung: +13,8 Prozent (auf 92,30 Euro, Einstand 47,27 Euro).
Auch bei Medios gab es ohne Unternehmensnachrichten nach der Kursschwäche zuvor eine Kurserholung: +8,0 Prozent (auf 13,30 Euro, Einstand 15,17 Euro).
Bei der Deutschen Bank wurde der Dividendenabschlag sofort mehr als aufgeholt: +5,5 Prozent (auf 28,165 Euro, Einstand 8,54 Euro). Die Äußerungen des Vorstandes auf der Hauptversammlung wurden offenbar vom Markt positiv aufgenommen. Die Deutsche Bank hatte 2025 einem Rekordgewinn von 9,7 Milliarden Euro vor Steuern erzielt und sich höhere Ziele gesetzt. Unter anderem sollen die Erträge – die gesamten Einnahmen – von zuletzt gut 32 Milliarden bis 2028 auf 37 Milliarden Euro steigen. Die Rendite auf das materielle Eigenkapital lag bei gut 10 Prozent. Auch wegen der technologischen Entwicklung, Stichwort Künstliche Intelligenz, sei das Management überzeugt, in den kommenden Jahren mehr erreichen zu können als zuletzt angekündigt, sagte Vorstandschef Sewing. „Eine Eigenkapitalrendite von 13 Prozent ist für uns die Untergrenze – wir trauen uns deutlich mehr zu.“
Die Aktie des Anlagenbauers Dürr gewann auf Wochensicht +5,4 Prozent (auf 21,55 Euro, Einstand 22,88 Euro). Dürr gab die Nachfolge auf dem Posten des Finanzvorstandes bekannt: Alexandra Dambeck folgt auf den altersbedingt planmäßig ausscheidenden Dietmar Heinrich. Die Kurserholung dürfte signalisieren, dass der Markt wie das Dürr-Management an die Erreichbarkeit der Jahresziele glaubt, obwohl das erste Quartal schwächer als erwartet ausgefallen war. Die Aussichten auf Geschäfte mit der kriselnden Automobilindustrie seien solide, mit den Lackieranlagen bestünden vor allem in Nordamerika und Asien gute Auftragschancen.
Der Aktienkurs von Aperam kletterte auf den höchsten Stand seit Anfang 2022: +4,6 Prozent (auf 49,68 Euro, Einstand 33,45 Euro). Über die positiv aufgenommenen Ergebnisse des ersten Quartals war an dieser Stelle schon vor drei Wochen berichtet worden.
Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)
Nachdem die guten Quartalsergebnisse bei OceanaGold zunächst für relative Stärke gesorgt hatten, litt die Aktie nun unter Gewinnmitnahmen bei Goldminenbetreibern: -7,5 Prozent (auf 39,85 CAD, Einstand 36,41 CAD). Der Kursrückgang erscheint fundamental nicht begründet. Die Aktie ist trotz eines eher geringen Risikoprofils (keine Verschuldung, sondern 620 Mio. USD Cash-Reserven) mit einem unterdurchschnittlichen KGV von nur 8 bewertet.
Beim südkoreanischen Telekom-Wert KT Corp wurden die Mitte Mai veröffentlichten Quartalsergebnisse negativ aufgenommen. Diese Woche setzte sich der Kursrückgang fort (-6,4 Prozent auf 18,32 USD; Einstand 10,786 USD). Der Umsatzrückgang von 4,72 Milliarden USD im ersten Quartal 2025 auf jetzt 4,63 Milliarden USD lag im Rahmen der Erwartungen (durchschnittliche Analystenprognose 4,61 Mrd. USD). Schwerer wog der Gewinnrückgang: Nach einem Gewinn pro Aktie (EPS) von 0,76 USD im Vorjahresquartal sank der Netto-Gewinn stärker als (mit durchschnittlich 0,52 USD) erwartet auf nur 0,48 USD pro Aktie.
Ohne neuen Unternehmensnachrichten verlor PORR auf Wochensicht -5,1 Prozent (auf 34,35 Euro, Einstand 13,48 Euro). Damit gingen die hohen Kursgewinne von Anfang April wieder verloren; der übergeordnete Aufwärtstrend ist aber intakt.
Welche Transaktionen gab es diese Woche?
Beim italienischen Nebenwert Emak gelang zum Wochenauftakt der Kauf von 31.113 Aktien zu durchschnittlich 0,86822 Euro. Damit ist unsere Position auf 56.576 Stück zu durchschnittlich 0,88 Euro angewachsen. Trotzdem gehört Emak mit einem Anteil von knapp 0,7 Prozent vom Fondsvermögen weiterhin zu den kleinsten Aktienpositionen des Fonds. Weitere Käufe haben wir bei dieser Aktie und beim zweiten italienischen Nebenwert, IRCE (7.216 Aktien zu 2,20 Euro), trotzdem bis auf weiteres eingestellt.
Wie hoch ist die Barreserve?
Das Euro-Kontoguthaben beläuft sich nach der Verbuchung des Douglas-Verkaufs und des Emak-Zukaufs auf 867.249 Euro; der Anteil am Fondsvermögen ist leicht von 11,5 auf 12,3 Prozent gestiegen.
Der deutsche Finanzdienstleister Wüstenrot & Württembergische hat 0,65 Euro Dividende pro Aktie gezahlt, für unsere 8.000 Aktien zusammen also 5.200 Euro. Im Verhältnis zu unserem Einstandskurs von 14,93 Euro ist das eine Dividendenrendite von 4,4 Prozent.
Der Motorenbauer Deutz hat 0,18 Euro pro Aktie ausgeschüttet, für unsere 10.000 Aktien zusammen also 1.800 Euro. Im Verhältnis zu unserem Einstandskurs von 4,35 Euro ist das eine Dividendenrendite von 4,1 Prozent.
Heidelberg Materials haben 3,60 Euro pro Aktie Dividende gezahlt, für unsere 300 Aktien zusammen also 1.080 Euro. Im Verhältnis zu unserem Einstandskurs von 53,60 Euro ist das eine Dividendenrendite von 6,7 Prozent.
Bei einer Reihe von Auslandsaktien wurden die jüngsten Dividendenzahlungen zwar schon abgeschlagen, aber noch nicht verbucht. In diesen Fällen (OceanaGold, Pan American Silver, Itochu, Nippon Sanso und Aperam) fließt die Dividende als Forderung in die Berechnung des Anteilswertes ein (bei den beiden japanischen Aktien zusammen gut 3.000 Euro).
Die Fremdwährungsguthaben sind auch ohne diese noch nicht verbuchten Dividendenzahlungen leicht in Euro leicht gestiegen und zwar auf umgerechnet zusammen 55.655 Euro, was weiterhin 0,8 Prozent vom Fondsvermögen ausmacht. Zusammen mit dem Euro-Konto belaufen sich die Bankguthaben jetzt auf 922.893 Euro bzw. 13,1 Prozent des Fondsvermögens (Barreserve). Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist in dieser Woche durch einen Nettomittelabfluss um 717 Anteile auf jetzt 163.059 Anteile gesunken. Das Fondsvermögen steht bei 7.060.034 Euro.
Aktuelle strategische und taktische Überlegungen
Die Aktienmärkte preisen eine bevorstehende Beilegung des amerikanisch-iranischen Krieges ein. An den Anleihemärkten kam es dagegen in den vergangenen Wochen zu hohen Kursverlusten wegen des Konflikts. Zehnjährige deutsche Bundesanleihen erreichten mit knapp 3,2 Prozent das höchste Niveau seit 15 Jahren, britische Papiere knackten die 5,1-Prozent-Marke aus Zeiten der Finanzkrise 2008, und in den USA stiegen 30-jährige Anleihen wieder über fünf Prozent – das höchste Niveau seit 2007. Damit reagieren die Rentenmärkte auf die Rückkehr der Inflation. Das dürfte eigentlich auch den Aktienmärkten nicht gefallen. Doch dort setzt man das Thema „Künstliche Intelligenz“ dagegen. KI hat das Potenzial, hohe Steigerungen der Produktivität zu ermöglichen. Profiteure davon gibt es in vielen Branchen. Gerade Finanzwerte wie Banken und Versicherungen werden viele Vorgänge beschleunigen und dabei den Personalaufwand massiv reduzieren können. Das wurde in dieser Woche u.a. bei der Hauptversammlung der Deutschen Bank deutlich. Wer beim Thema KI nur an Nvidia denkt, handelt sich ein schlechtes Chance / Risiko – Verhältnis ein. Auch das zeigte diese Woche.
