2026 KW19 Report über das Portfolio des Investmentclub-Aktienfonds
Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank.
Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte.
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Was ist diese Woche (KW19/2026) an den Börsen geschehen?
Hoffnungen auf ein Ende des Iran-Kriegs und die Öffnung der Seestraße von Hormus führten zwischenzeitlich zu deutlichen Kursgewinnen an den Aktienmärkten. Nachdem jetzt etwa zwei Drittel der S&P-500-Konzerne ihre Bilanzen für das erste Quartal vorgelegt haben, zeichnet sich für die in diesem Index enthaltenen US-Konzerne ein hohes Gewinnwachstum von rund 25 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal ab. Getragen von den hoch gewichteten Tech-Aktien erreichten S&P-500 und Nasdaq-100 neue Rekordhöhen. Auch der japanische und der südkoreanische Aktienmarkt setzten ihre Rekordjagd fort (Nikkei-225 auf Wochensicht +5,4 Prozent, seit Jahresbeginn +24,6 Prozent). Beim DAX reichte dagegen das Mini-Wochenplus von +0,2 Prozent nicht, um gegenüber Jahresbeginn aus der Verlustzone zu kommen.
Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?
Der ACC Alpha select Anteilswert wurde auf Basis der Schlusskurse vom Mittwoch mit 43,96 Euro berechnet. Gegenüber dem Wert auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag der Vorwoche ist das ein Anstieg um 1,16 Euro bzw. +2,7 Prozent. Im laufenden Jahr (Jahreswechsel 42,01 Euro) wächst unser Plus damit wieder auf +4,6 Prozent. Das Netto-Plus beim ACC Alpha select Anteilswert über ein Jahr steigt auf +18,5 Prozent (Durchschnitt Aktienfonds +21,9 Prozent, Mischfonds +15,0 Prozent). Über drei Jahre springt das Plus auf +44,2 Prozent (Durchschnitt Aktienfonds +45,5 Prozent, Mischfonds +29,3 Prozent) und über fünf Jahre auf +38,9 Prozent (Durchschnitt Aktienfonds +41,4 Prozent, Mischfonds +23,4 Prozent).
Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)
Die in diesem und dem folgenden Abschnitt genannten Kursveränderungen beziehen sich jeweils auf die Woche bis einschließlich Freitag, weichen also um einen Börsentag vom Zeitpunkt der Anteilswertberechnung ab (die ja auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag erfolgt).
Unsere Edelmetall-Aktien profitierten in dieser Woche von den stabilisierten Preisen für Edelmetalle und den guten Quartalsergebnissen. Unsere 6 Edelmetall-Aktien zusammen haben jetzt einen Kurswert von 1,182 Mio. Euro bzw. 16,3 Prozent vom Fondsvermögen.
Zwar blieb der Umsatzsprung bei Pan American Silver unter den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten. Umso mehr überzeugte der kanadische Gold- und Silberminenbetreiber aber mit dem Gewinn, worauf die Aktie in dieser Woche um +15,0 Prozent stieg (auf 80,93 CAD, Einstand 40,97 CAD). Die Umsatzerlöse im ersten Quartal 2026 schätzten Analysten im Mittel auf 1,69 Milliarden CAD nach 1,11 Milliarden CAD im ersten Quartal 2025. Tatsächlich stieg der Umsatz der ersten drei Monate dieses Jahres „nur“ um 42 Prozent auf 1,58 Milliarden CAD. Aber der Gewinn pro Aktie (EPS) stieg um 120 Prozent (!) von 0,67 CAD auf 1,48 CAD. Damit werden die 6,60 CAD Gewinn je Aktie für das Gesamtjahr, die als Durchschnittsschätzung im Raum stehen, realistisch. Das KGV liegt damit trotz Kursverdreifachung seit 2024 nur bei 12.
Bei Newmont wirkten die guten Quartalsergebnisse nach (siehe Bericht vor zwei Wochen): diese Woche +7,3 Prozent (auf 116,51 USD, Einstand 43,84 USD).
Valterra Platinum profitierte (leicht gehebelt) vom steigenden Platinpreis: Die Aktie gewann auf Wochensicht +6,2 Prozent (auf 65,25 GBP, Einstand 37,69 GBP).
Der Quartalsbericht von OceanaGold wurde mit einem Wochenplus von +6,0 Prozent (auf 43,65 CAD, Einstand 36,41 CAD) noch vergleichsweise konservativ aufgenommen. Die Förderung erreichte planmäßig 130.100 Unzen Gold und 3.200 Tonnen Kupfer. Die „All-In Sustaining Costs“ (AISC) lagen pro Unze Gold bei 2.094 US-Dollar. Dem stand ein realisierter Goldpreis von durchschnittlich 4.894 US-Dollar gegenüber. Das bedeutet eine Brutto-Marge von 134 Prozent! Das Unternehmen bezifferte seine EBITDA-Marge mit 58 Prozent. Die Umsatzerlöse erreichten mit 715 Millionen US-Dollar einen Rekordwert in der Unternehmensgeschichte von OceanaGold. Auch der operativer Cashflow markierte mit 382 Millionen US-Dollar einen neuen Rekord, wovon ein starker freier Cashflow von 255 Millionen US-Dollar resultierte und schließlich ein Nettogewinn von 228 Millionen US-Dollar verblieb, was pro Aktie einen Gewinn (EPS) von 1,01 US-Dollar bedeutet. Der Kassenbestand stieg um 30 Prozent auf 620 Millionen US-Dollar. Der Goldminenbetreiber hat keine Verschuldung; könnte aber notfalls auf eine revolvierende Kreditlinie zurückgreifen. Im Einklang mit dem für 2026 vorgesehenen Rückkaufprogramm im Umfang von 350 Millionen US-Dollar wurden im ersten Quartal Aktienrückkäufe im Wert von 77 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Es wurden auch aktuelle „technische“ Berichte für die Minenprojekte Haile, Macraes und Didipio veröffentlicht. Diese belegen an allen Standorten ein stabiles Produktionsprofil sowie eine verlängerte Minenlebensdauer. Für Wharekirauponga konnte die Ausdehnung der neu definierten, hochgradigen Zone im südlichen Bereich bestätigt werden. Die Erschließung dieses Vorkommens über eine Förderrampe hat begonnen. Wir halten Oceana Gold als einen schuldenfreien, diversifizierten Gold- und Kupferproduzenten bei attraktivem Chance / Risiko – Profil mit einem KGV von 8 für weiterhin klar unterbewertet.
Bei Dürr wirkt offenbar die angekündigte Dividendenerhöhung nach: diese Woche +9,0 Prozent (auf 23,00 Euro, Einstand 22,88 Euro).
Beim Motorenhersteller Deutz zahlt sich der Konzernumbau weiter aus. Im traditionell eher schwachen ersten Quartal konnte der Konzern ein deutliches Auftragsplus verzeichnen. Der Aktienkurs stieg im Wochenvergleich um +9,0 Prozent (auf 10,82 Euro, Einstand 4,35 Euro). Vorstandschef Sebastian Schulte zeigte sich selbst auf der Pressekonferenz insbesondere von dem Anstieg der Buchungen im Motorenbereich positiv überrascht. „Das gute Momentum, das wir haben, stützt ganz klar unsere Jahresziele“, sagte er. Dabei schloss er auch eine Einengung der Prognosebandbreite nicht aus, sollte die Dynamik im Jahresverlauf weiter anhalten.
Nachdem die Lagerbestände von Wolframcarbid beim Hartmetallwerkzeughersteller BETEK zu einer Umsatz- und Gewinnprognoseanhebung bei INDUS Holding geführt hatten, erhielt die Aktie der Holding in dieser Woche Unterstützung durch eine Kaufempfehlung durch NuWays mit einer Anhebung des Kursziels von 34,50 auf 37,00 Euro. Auch Wochensicht stieg die INDUS-Aktie um +7,4 Prozent (auf 32,10 Euro, Einstand 24,66 Euro).
Der österreichische Technologiekonzern Kontron steht möglicherweise vor der Übernahme durch seinen größten Aktionär Ennoconn. Zugleich baut der Konzern 500 Arbeitsplätze in seiner Sparte Greentec ab, um die Kosten zu senken. Im ersten Quartal verzeichnete Kontron eine gedämpfte Umsatzentwicklung, und die Kosten des Stellenabbaus ließen den Gewinn sinken. Für die Aktie der Gesellschaft ging es angesichts des erwarteten Übernahmeangebots allerdings aufwärts: +6,5 Prozent (auf 22,70 Euro, Einstand 19,41 Euro).
Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)
Nachdem die Quartalsergebnisse von Fuchs zunächst positiv aufgenommen worden waren (siehe Vorwochenbericht), gab die Aktie den Vorwochengewinn von +5,8 Prozent in dieser Woche wieder ab: -5,7 Prozent (auf 30,80 Euro, Einstand 31,62 Euro).
Die Quartalsergebnisse bei Douglas fielen nicht gut aus. Schon am Donnerstagabend vor dem verlängerten Feiertags-Wochenende hatte Douglas seine vorläufigen Quartalszahlen bekannt gegeben: Der Umsatz und das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) im zweiten Geschäftsquartal verfehlten die Erwartungen. Die Geschäfte der Parfümeriekette litten unter der gesteigerten Preissensibilität der Konsumenten. Beim Konzernumsatz im laufenden Geschäftsjahr sei nur noch das untere Ende der anvisierten Bandbreite zu erreichen. Das Ziel für die operative Marge wurde leicht gesenkt. Gleichzeitig erwartet Douglas den Nettoverschuldungsgrad am oberen Ende der bisher genannten Spanne. Der Aktienkurs verlor in dieser Woche -5,5 Prozent (auf 9,62 Euro, Einstand 11,61 Euro). Wir beobachten die Aktie im Rahmen unseres Risikomanagements weiterhin genau.
Die Aktien der Deutschen Rohstoff reagierten mit Kursverlusten auf den im Wochenverlauf gefallenen Ölpreis: -3,4 Prozent (auf 93,80 Euro, Einstand 54,20 Euro). Wir hatten das hohe Kursniveau bekanntlich genutzt, um unsere Position zu halbieren.
Welche Transaktionen gab es diese Woche?
Im Rahmen unseres Risikomanagements haben wir unsere Restposition Fresenius verkauft. Der Verkauf der verbliebenen 1.500 Aktien erfolgte zu 39,36 Euro. Damit haben wir gegenüber unserem durchschnittlichen Einstand zu 27,76 Euro einen Kursgewinn von 41,8 Prozent realisiert.
Wir haben den Positionsaufbau in Emak fortgesetzt auf jetzt insgesamt 16.531 Aktien zu durchschnittlich 0,898 Euro. Bei IRCE war in dieser Woche keine Aufstockung der kleinen Position möglich, weil der Aktienkurs auf ein neues Jahreshoch kletterte und wir mit unseren Käufen nicht selbst den Kurs treiben wollen.
Bei Mutares wurde die Kapitalerhöhung abgeschlossen. Wir hatten die 2.000 uns zugeteilten Bezugsrechte zum Kauf von 400 Aktien zu 24,50 Euro genutzt. Dadurch ist unser Bestand auf 2.400 Aktien angewachsen und unser durchschnittlicher Einstandspreis auf 28,13 Euro gesunken. Die jungen Aktien sind sofort vollumfänglich dividendenberechtigt und stiegen zum Wochenschluss auf 26,10 Euro.
Wie hoch ist die Barreserve?
Das Euro-Kontoguthaben ist durch den Fresenius-Verkauf und Dividendeneinnahmen weiter gestiegen – in dieser Woche um gut 27.000 Euro auf 843.476 Euro, der Anteil am Fondsvermögen leicht von 11,5 auf 11,7 Prozent.
Die Dividenden der französischen Aktien wurden brutto wie netto ohne Quellensteuerabzug ausgezahlt: Bouygues schüttete 2,10 Euro pro Aktie aus, für unsere 2.000 Aktien zusammen also 4.200 Euro. Im Verhältnis zu unserem Einstandskurs von 31,60 Euro ist das eine Dividendenrendite von 6,6 Prozent. SCOR schüttete 1,90 Euro pro Aktie aus, für unsere 5.000 Aktien zusammen also 9.500 Euro. Im Verhältnis zu unserem Einstandskurs von 27,14 Euro ist das eine Dividendenrendite von 7,0 Prozent.
Die Fremdwährungsguthaben haben sich im Wochenvergleich kaum verändert: Zusammen umgerechnet 55.392 Euro, was weiterhin 0,8 Prozent vom Fondsvermögen ausmacht. Zusammen mit dem Euro-Konto belaufen sich die Bankguthaben jetzt auf 898.868 Euro bzw. 12,4 Prozent des Fondsvermögens (Barreserve). Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist in dieser Woche durch einen kleinen Nettomittelabfluss um 837 Anteile auf jetzt 164.057 Anteile gesunken. Das Fondsvermögen ist durch die Kursgewinne gestiegen auf 7.233.576 Euro.
Aktuelle strategische und taktische Überlegungen
Die Dividendenrendite ist schnell erklärt. Darunter versteht man das Verhältnis von Dividende zu Aktienkurs. Berechnet wird sie also, indem die Dividende (als Zähler des Bruchs) durch den Aktienkurs (als Nenner des Bruchs) dividiert wird. Eine Verhältniszahl also und leicht zu interpretieren: je höher, desto besser und vergleichbar mit Zinssätzen. Aber der Teufel steckt wie immer im Detail: Welche Dividende stellt man in den Zähler? Die zuletzt gezahlte Gewinnausschüttung ist eine eindeutig feststehende Zahl. Wenn mehrfach im Jahr Dividenden gezahlt werden (im Ausland sind oft Quartalsdividenden üblich), sollte man die Ausschüttungen eines ganzen Jahres zusammenzählen, um ein besser vergleichbares Ergebnis zu erhalten. Aber anders als Zinskupons bei festverzinslichen Wertpapieren ändern sich Dividenden. Spätestens wenn ein Unternehmen eine bestimmte Dividendenhöhe vorschlägt, sollte man mit dieser Zahl rechnen. Bei Dividendenprognosen ist die übliche Vorsicht geboten: Sie werden unsicherer, je weiter sie in die Zukunft reichen. Aber auch die Zahl im Nenner, der Aktienkurs oder Kapitaleinsatz, ist eine Überlegung wert: Verwendet man dabei stets den aktuellen Aktienkurs, ist die so berechnete Dividendenrendite eine Bewertungskennzahl und nicht die eigene Rendite. Dazu ein Beispiel: Wer eine Aktie einst zum Kurs von 10 Euro gekauft hat, als sie damals 50 Cent Dividende zahlte, kommt auf eine Dividendenrendite von 5 Prozent. Angenommen, die Geschäfte laufen gut, die Dividende ist mittlerweile auf 1 Euro pro Aktie erhöht worden und der Aktienkurs steht bei 20 Euro. Die Dividendenrendite wird weiterhin mit 5 Prozent berechnet. Für den Anleger, der die Aktie schon bei 10 Euro gekauft hat, beträgt die Rendite allein aus der Dividende aber schon 10 Prozent pro Jahr. In der Praxis unseres Fonds bedeutet das: Die Dividendenrendite auf Basis der jetzt erreichten Aktienkurse beträgt im Durchschnitt 2,8 Prozent. Im Verhältnis zu unserem Kapitaleinsatz „verzinst“ sich unser Geld allein durch die Dividenden aber mit über fünf Prozent pro Jahr.
Für die Auswahl unserer Aktien ist die Dividendenrendite aber nicht entscheidend: Ein wachstumsstarkes Unternehmen kann einbehaltene Gewinn gut gebrauchen, um das Wachstum zu finanzieren. Wer die Dividendenrendite zu einem entscheidenden Auswahlkriterium macht, wird im Ergebnis eher wachstumsschwächere Aktien ansammeln. Wir verzichten deshalb bei der Berechnung des Fair Values komplett auf die Betrachtung der Dividenden.
