2026 KW16 Report über das Portfolio des Investmentclub-Aktienfonds
Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank.
Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte.
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Was ist diese Woche (KW16/2026) an den Börsen geschehen?
Nach den gescheiterten Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Pakistan stieg der Ölpreis zunächst wieder und die Aktienbörsen starteten mit negativer Tendenz in die neue Börsenwoche. Im Wochenverlauf setzte sich dann aber doch die Erwartung eines Kriegsendes durch, die am Freitag in der Erklärung des Iran gipfelte, die Straße von Hormus wieder für Handelsschiffe freizugeben. Viele Aktienindizes kletterten vor diesem Hintergrund über ihre Hochs vor Ausbruch des Krieges, darunter der MSCI Welt, der S&P-500 und der japanische Nikkei-225. Der Nasdaq-100 legte sogar +6,2 Prozent zu, verließ damit im laufenden Jahr die Verlustzone (+5,6 Prozent seit Jahresbeginn). Auch der DAX kam mit der Erholung dieser Woche um +3,8 Prozent gegenüber dem Jahresbeginn aus der Verlustzone heraus (+0,9 Prozent).
Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?
Der ACC Alpha select Anteilswert wurde auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag mit 44,32 Euro berechnet. Darin und in den nachfolgenden Performanceangaben sind die Kursgewinne vom Freitag in Höhe von über 120.000 Euro also noch nicht enthalten. Gegenüber dem Wert auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag ist das ein Anstieg um 0,18 Euro bzw. +0,4 Prozent und gegenüber dem Jahresbeginn (42,01 Euro) ein Plus von +5,5 Prozent. Der Aktienfondsdurchschnitt verbesserte sich in dieser Woche um +1,2 Prozentpunkte auf +3,6 Prozent seit Jahresbeginn. Über 12 Monate beträgt der Zuwachs beim ACC Alpha Anteilswert jetzt +24,9 Prozent (Aktienfondsdurchschnitt +24,1 Prozent), über drei Jahre +44,5 Prozent (Aktienfondsdurchschnitt +38,5 Prozent) und über fünf Jahre +41,6 Prozent (Aktienfondsdurchschnitt +35,0 Prozent). Mit der zuletzt starken Performance der großen Nasdaq-Tech-Aktien ist unser Vorsprung kleiner geworden.
Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)
Die in diesem und dem folgenden Abschnitt genannten Kursveränderungen beziehen sich jeweils auf die Woche bis einschließlich Freitag, weichen also um einen Börsentag vom Zeitpunkt der Anteilswertberechnung ab (die ja auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag erfolgt).
Die breite Kurserholung in unserem Portfolio wurde in dieser Woche von Kontron angeführt: +12,1 Prozent (auf 21,98 Euro, Einstand 19,41 Euro). Hintergrund ist die Nachricht, dass Kontron moderne Cybersecurity-Lösungen für mehrere Institutionen in Mittel- und Osteuropa (CEE) liefern wird. Das Projekt hat ein Volumen von rund 20 Millionen Euro und wird in strategischer Partnerschaft mit Darktrace, einem weltweit führenden Anbieter KI-gestützter Cyberabwehr, umgesetzt. Der Vertrag markiert einen bedeutenden Meilenstein bei der Entwicklung zum Anbieter digitaler Sicherheitslösungen. Ein Großteil der im Rahmen des Projekts implementierten Technologien und Services wird gemeinsam mit Darktrace realisiert. Der Auftrag leistet einen Beitrag zum weiteren Ausbau wiederkehrender Umsätze im Cybersecurity-Geschäft von Kontron und unterstützt die langfristige Wachstumsstrategie des Unternehmens im Bereich Software und hochwertiger IoT-Lösungen. Russland ist im Rahmen seiner hybriden Angriffe auf Westeuropa jüngst nochmals aggressiver geworden. In den meisten westeuropäischen Ländern besteht nach wie vor hohes Nachholpotenzial bei Abwehrmaßnahmen, wovon Kontron mit seiner neuen Ausrichtung profitieren dürfte. Gegenüber unserer Kalkulation Ende 2024 müssen wir unsere Umsatzschätzung von gut 2 Mrd. Euro etwas nach unten revidieren. Das Überschreiten der Marke von zwei Milliarden Euro Umsatz erwarten wir jetzt erst für 2028. Stärker ist Gewicht fällt die Revision des geglätteten Gewinnwachstums (CAGR) von fast 15 Prozent auf gut 7 Prozent. Dies hat das Absinken des Profit Value von 33 auf knapp 22 Euro zufolge. Der Bottom Value sinkt nur von knapp 26 Euro auf 24 Euro. Der aktuelle Fair Value errechnet sich jetzt mit 22,79 Euro, also nah dem aktuellen Kurs. Die verbesserte Positionierung im Bereich Verteidigung und Sicherheit öffnet aber Spielraum nach oben. In der Projektion, wo der vergleichbar gerechnete Fair Value Ende 2024 nur bei 28 Euro lag, steigt er jetzt über 47 Euro.
Deutz erholten sich in dieser Woche um +10,4 Prozent (auf 10,64 Euro, Einstand 4,35 Euro). Der Kurs reagierte deutlich auf das optimistischere Szenario bezüglich der Straße von Hormus und der Weltkonjunktur. Auch Deutz hatten wir im Dezember 2024 analysiert und (damals bei einem Kurs von 4,02 Euro) eine krasse Unterbewertung mit über 100 Prozent Kurspotenzial festgestellt. Tatsächlich verdreifachte sich der Kurs bis Ende Februar dieses Jahres. Hier erfolgt im Rahmen unserer Revision der Daten jetzt eine leichte Anhebung der Zahlen: Der Buchwert steigt um gut einen Euro auf 7,22 Euro, die Umsatzerlöse fallen für die einzelnen Jahre durchweg etwas höher aus als vor anderthalb Jahren erwartet und der (Zeitpunkt bezogen vergleichbare) verdichtete EPS-Wert steigt von 0,81 auf 0,83 Euro. Das geglättete Gewinnwachstum (CAGR) errechnet sich jetzt mit 12 Prozent (statt 8,4 Prozent), womit wir das angemessene Gewinnvielfache (KGV) von 8,7 auf 10,5 und den Profit Value von 7,07 auf 8,74 Euro anheben. Der Bottom Value von jetzt 12,59 Euro ist 1,35 Euro höher als vor anderthalb Jahren. Der Fair Value liegt jetzt bei 10,50 Euro, was ziemlich genau dem aktuellen Börsenkurs entspricht. Die Projektion zeigt aber Kurspotenzial bis gut 18 Euro, womit Deutz gut haltenswert bleiben.
Aurubis, die in der Vorwoche schon um +16,8 Prozent auf neue Rekordhöhen gestiegen waren, setzten ihre Rallye in dieser Woche fort: +7,3 Prozent (auf 190,50 Euro, Einstand 82,38 Euro). Der Kupferpreis setzte seinen Anstieg auf über 13.000 Dollar pro Tonne fort. Umsatzerlöse und Nettogewinne wurden gegenüber früheren Bewertungen vor allem aufgrund des Superzyklus bei Kupfer angehoben. Von dem erreichten bzw. jetzt eingepreisten Niveau aus dürfte das Gewinnwachstum aber schwächer ausfallen, worunter der Profit Value leidet. Den Bottom Value berechnen wir aber jetzt mit 248 Euro. Und in der Projektion ergibt sich ein Fair Value von 219 Euro. Die Neubewertung von Aurubis hat zu mehr als einer Kursverdoppelung binnen eines Jahres geführt. Damit dürfte der größte Teil des Kurspotenzials aber auch erstmal ausgeschöpft sein.
Auch der Edelstahlhersteller Aperam profitierte weiter: Nach +16,7 Prozent in der Vorwoche in dieser Woche +7,3 Prozent (auf 42,48 Euro, Einstand 33,45 Euro). Damit ist der Kursrückgang infolge des Irankriegs fast aufgeholt. Unsere Fair Value Berechnung im Februar hatte 47,20 Euro ergeben.
Die in der Vorwoche verdoppelte Position in Sixt Vorzugsaktien (Zukauf von 800 Aktien zu 58,74 Euro) entwickelte sich ebenfalls überdurchschnittlich gut: +6,8 Prozent (auf 64,50 Euro, durchschnittlicher Einstandspreis 55,39 Euro).
Die Edelmetallpreise stiegen in der Hoffnung auf eine Befriedung der Golfregion, wovon unsere Edelmetall-Aktien profitieren, am deutlichsten in dieser Woche Valterra Platinum mit +7,7 Prozent (auf 73,85 GBP, Einstand 37,69 GBP).
Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)
Die mögliche Öffnung der Straße von Hormus führte zu einem Rückgang des Ölpreises, was wiederum den Aktienkurs der Deutschen Rohstoff belastete. Der Aktienkurs sank auf Wochensicht um -11,7 Prozent (auf 82,70 Euro, Einstand 54,20 Euro). Weil die Deutsche Rohstoff AG die hohen Kurse bei Almonty nutzte, um ihre Beteiligung an dem Wolfram-Produzenten zu verkleinern, ist die Deutsche Rohstoff weniger als diversifizierter Rohstoffwert zu verstehen sondern noch stärker als US-amerikanische Ölförderer. Wir haben deshalb noch vor dem starken Kursrückgang am Freitag hohe Kursgewinne realisiert (siehe unten: Transaktionen).
Gegen den allgemeinen Markttrend gab es auch bei Orange einen Kursverlust: -4,5 Prozent (auf 17,14 Euro, Einstand 10,16 Euro). Nach Abschluss der 2026 eingeleiteten Due-Diligence-Prüfung haben Bouygues Telecom, Free-Groupe iliad und Orange ein neues Angebot unterbreitet zur Übernahme des französischen Telekomkonzerns SFR. Die Aufnahme der konkreten Verhandlungen mit Altice France löste den Kursrückgang aus. Das von Bouygues Telecom angeführte Konsortium erhöhte sein Angebot für den zum Altice-France-Konzern des Milliardärs Patrick Drahi gehörenden zweitgrößten Mobilfunkanbieter Frankreichs aus 20,35 Milliarden Euro. Dieses Angebot umfasst die Übernahme des Großteils der Vermögenswerte von Altice France SFR, jedoch nicht die Anteile an ACS/Intelcia, XP Fibre, UltraEdge und Altice Technical Services sowie die Aktivitäten von Altice France in den französischen Überseegebieten. Vorgesehen ist laut Mitteilung, dass Bouygues rund 42 Prozent der SFR-Vermögenswerte übernimmt, Iliad 31 Prozent und Orange 27 Prozent. Bouygues Telecom, Free-Groupe iliad und Orange haben sich auf folgende Aufteilung geeinigt: Das B2B-Geschäft und der entsprechende Kundenstamm würden von Bouygues Telecom übernommen; das B2C-Geschäft und die privaten Endkunden würden zwischen Bouygues Telecom, Free-Groupe iliad und Orange aufgeteilt. Auch die übrigen Vermögenswerte und Ressourcen, insbesondere Infrastruktur und Frequenzen, würden zwischen Bouygues Telecom, Free-Groupe iliad und Orange aufgeteilt, mit Ausnahme des Mobilfunknetzes von SFR in dünn besiedelten Gebieten, das von Bouygues Telecom übernommen würde. Während das bei Orange Kursverluste auslöste, zeigten sich die Aktie von Bouygues unbeeindruckt. Das Angebot liegt um rund zwanzig Prozent über der ursprünglichen Offerte von 17 Milliarden Euro, die Altice im Oktober abgelehnt hatte. Drahi hatte eine Bewertung von mehr als 20 Milliarden Euro angestrebt. Altice France hat dem Konsortium bis zum 15. Mai Exklusivität für den Abschluss der Transaktion eingeräumt. Der Deal würde den französischen Telekommarkt deutlich konsolidieren und die Zahl der großen Anbieter von vier auf drei reduzieren. Damit dürfte es zum Testfall für die Bereitschaft der Wettbewerbsbehörden für eine weitere Konzentration in dem Sektor werden. Zudem bedarf die Transaktion der vorherigen Konsultation der zuständigen Arbeitnehmervertretungen. Anschließend sind die erforderlichen Genehmigungen der zuständigen Behörden, insbesondere im Bereich der Fusionskontrolle, erforderlich. Deshalb ist zum jetzigen Zeitpunkt unsicher, ob die Übernahme und Aufteilung zustande kommen wird.
Welche Transaktionen gab es diese Woche?
Wir haben in dieser Woche mehrere Veränderungen an unserem Aktienportfolio veranlasst: eine Teilgewinnmitnahme, mehrere Zukäufe, aber auch mehrere Neuaufnahmen.
Nachdem wir unsere Position in Sixt Vorzügen bereits in der Vorwoche vergrößert hatten, haben wir nun auch unsere kleine Position in Sixt Stammaktien verdoppelt: Der Zukauf von 500 Stammaktien erfolgte zu 74,21 Euro. Dadurch ist diese Position auf 1.000 Aktien zu einem Einstand von durchschnittlich 69,83 Euro gewachsen. Wir halten die Kursschwäche bei Sixt seit Mitte vergangenen Jahres für übertrieben. Die Stammaktie hat eine starke Unterstützung bei rund 60 Euro erlebt und hat von dort einen noch jungen Aufwärtstrend begonnen.
Ebenfalls aufgrund eines Kaufsignals haben wir unsere Position in SCOR vergrößert. Die Aktie des französischen Versicherungskonzerns stieg auf neue Mehr-Jahres-Hochs, womit sich im besten Fall der Beginn einer u.E. überfälligen Neubewertung abzeichnet. Wir haben 1.000 SCOR in Paris zu 32,78 Euro zugekauft und damit den durchschnittlichen Einstandskurs unserer jetzt 5.000 SCOR-Aktien leicht auf 27,14 Euro erhöht.
Aufgestockt haben wir auch unsere Position in Medios: Wir haben 3.000 Aktien zu 13,135 Euro zugekauft und damit unsere Position auf 10.000 Stück vergrößert. Den Kursrückgang halten wir für übertrieben. Der Geschäftsbericht 2025 wurde negativ aufgenommen. Eher zurückhaltende Töne darin dürften sich relativieren, weil hier ein neuer Vorstand über ein Geschäftsjahr berichtet hat, dass er noch nicht zu verantworten hatte. Das neue Vorstandsteam kann in den kommenden Monaten die Kapitalmarktkommunikation professioneller gestalten und damit einen Grund für die Kursschwäche beseitigen. 2025 stieg der Konzernumsatz von Medios um 10,4 Prozent auf 2,1 Mrd. Euro. Das bereinigte EBITDA (pre) erhöhte sich überproportional um 17,8 Prozent auf 93,1 Mio. Euro. Die EBITDA-pre-Marge verbesserte sich von 4,2 Prozent auf 4,5 Prozent. Das um Working-Capital-Effekte bereinigte Brutto-Cashflow-Wachstum lag bei +26 Prozent. Es gibt einen bemerkenswerten Unterschied zwischen dem berichteten und bereinigten Ergebnis je Aktie (EPS): Das berichtete EPS lag bei 0,61 Euro, das bereinigte EPS bei 1,94 Euro. Das berichtete EPS wurde durch nicht-operative Sondereffekte verzerrt, unter anderem durch eine IFRS-bedingte Aufwertung von Put-Optionsverbindlichkeiten im Zusammenhang mit der Ceban-Beteiligung um 9,1 Mio. Euro. Der Effekt daraus wird erst 2027 cash-wirksam und ist im Kern sogar Ausdruck eines stärker als erwarteten Geschäftsverlaufs bei Ceban. Das bereinigte EPS schließt insbesondere PPA-Abschreibungen aus, die sich nach IFRS ausschließlich infolge von vergangenen Zukäufen ergeben. Da ihnen kein Cash-Abfluss gegenübersteht und es ein rein buchhalterischer Effekt ist, kann man die Bereinigung als sachgerecht betrachten. PPA-Abschreibungen („Purchase Price Allocation“) entstehen, um beim Kauf von anderen Unternehmen aufgedeckte stille Reserven und immaterielle Vermögenswerte (z.B. Marken, Kundenlisten) wieder abzuschreiben, nachdem diese beim Kauf eines Unternehmens aktiviert wurden. PPA-Abschreibungen reduzieren den Konzernjahresüberschuss, haben aber meist keinen Einfluss auf den operativen Cashflow. Mit dem bereinigten EPS liegt das KGV für 2025 bei lediglich 6,6. Für das laufende Jahr prognostiziert Medios Umsatzerlöse von 2,0 bis 2,12 Mrd. Euro und ein EBITDA pre von 94 bis 102 Mio. Euro. Auf Basis der Prognosemitte ergäbe sich eine weitere Margenverbesserung auf 4,8 Prozent und ein mittleres einstelliges organisches EBITDA-pre-Wachstum. Würde Medios nicht mehr wachsen und den gesamten Free Cashflow in Aktienrückkäufe investieren, wären rechnerisch (bei unverändertem Aktienkurs) in weniger als sechs Jahren sämtliche Aktien zurückgekauft. Vergleichbare Unternehmen im Ausland werden deutlich höher bewertet. Würde sich die Bewertung von Medios auf dieses Niveau anpassen, ergäbe sich ein Aktienkurs von rund 30 Euro – mehr als das Doppelte des heutigen Kurses. Der neue CEO Thomas Meier ist von der ebenfalls börsennotierten schweizerischen Bachem Holding an die Spitze von Medios gewechselt. Dort gelang während seiner CEO-Tätigkeit von Anfang 2020 bis Ende 2025 eine starke Steigerung des Gewinns je Aktie. In dieser Woche startete zudem Stefan Bauerreis als neuer CFO bei Medios. Er bringt langjährige Erfahrung als CFO von Stabilus sowie aus leitenden Finanzfunktionen bei der Schaeffler-Gruppe mit. Zusammen mit den bestehenden beiden Vorständen, Christoph Prusseit und Constantijn van Rietschoten, sollte das neue Team gut aufgestellt sein. Ein weiteres Aktienrückkaufprogramm erscheint angesichts der robusten Bilanz gut möglich und sinnvoll.
Wieder in unser Portfolio aufgenommen haben wir die Aktien von DFDS, dem größten integrierten Transport- und Logistikunternehmen in Nordeuropa mit starkem Angebot an Fährverbindungen. DFDS ist im Kern eine dänische Reederei, gegründet 1866, mit Hauptsitz in Kopenhagen. Das Unternehmen betreibt ein umfangreiches Netzwerk an Fährverbindungen für Fracht und Passagiere in Europa (Nordsee, Ostsee, Ärmelkanal, Mittelmeer) sowie integrierte Logistiklösungen. DFDS betreibt eine der weltweit größten Flotten. Das Segment Fähren bietet Transportdienste für Fracht und Passagiere, maßgeschneiderte Branchenlösungen und Hafenterminal-Services. In der Logistik-Sparte werden auch Transportlösungen für Komplett- und Teilladungen sowohl in klimatisierten als auch in temperaturgeführten Trailern angeboten. Weitere Leistungen sind Lager- und Cross-Docking-Dienste, Frachtmanagementverträge und Just-in-Time-/Sequenzlieferungen. Als DFDS in dieser Woche seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2026 nach den besser als erwarteten Ergebnissen im ersten Quartal angehoben hat, sprang der Kurs nach oben und erzeigte damit das von uns erwartete Kaufsignal. Wir haben darauf 2.200 DFDS-Aktien in Kopenhagen zu 148 DKK gekauft. Das Unternehmen erwartet nun für 2026 ein EBIT zwischen 1.000 Mio. DKK und 1.400 Mio. DKK, gegenüber der vorherigen Spanne von 800 bis 1.100 Mio. DKK. Die Anhebung spiegelt die positiven Fortschritte bei fünf der sechs wichtigsten operativen Wendepunkte wider, wobei das Mittelmeer-Fährnetz den größten positiven Beitrag leistete. Die verbesserte Prognose wird durch die anhaltend positive Entwicklung des Verkehrsaufkommens im März gestützt. Das gesamte Frachtvolumen erreichte 3,919 Millionen Lademeter, ein Anstieg von 4,2 Prozent gegenüber März 2025 (bzw. um 3,0 Prozent, wenn man Routenänderungen berücksichtigt). Besonders deutlich war das Wachstum auf den Routen zwischen dem Kontinent und Großbritannien, der Straße von Dover, der Ostsee und der Straße von Gibraltar. Die Passagierzahlen stiegen ebenfalls deutlich an: Im März wurden 269.000 Passagiere befördert – ein bereinigter Anstieg von 11,3 Prozent, der hauptsächlich auf das höhere Passagieraufkommen in der Straße von Dover zurückzuführen ist. Im März wirkten sich die stark gestiegenen Ölpreise und die Preisdifferenz zwischen schwefelarmem und schwefelreichem Treibstoff vorübergehend negativ auf das Ergebnis aus. DFDS geht jedoch davon aus, dass sich dies im zweiten Quartal in einen positiven Effekt umkehren wird. Der verbesserte Ausblick signalisiert Vertrauen in die strategischen Initiativen des Konzerns und wurde von der Börse sehr positiv aufgenommen. DFDS wird seinen vollständigen Zwischenbericht für das erste Quartal 2026 am 5. Mai 2026 veröffentlichen.
Erstmals in unser Portfolio aufgenommen haben wir Fuchs, zuvor Fuchs Petrolub. Fuchs gehört zu den Weltmarktführern bei den unabhängigen Produzenten und Lieferanten von Schmierstoffen und verwandten Spezialprodukten. Das Angebotsspektrum umfasst mehrere tausend Produkte für alle Lebensbereiche und Industrien. Das Kundenportfolio ist entsprechend breit und reicht vom Bergbau, der Stahlindustrie und der Landwirtschaft über die Fahrzeugindustrie, das Verkehrswesen, dem Maschinenbau und der Pharmaindustrie bis hin zum Haushaltsbereich und dem Handel für Motorenöle. Die Holding steuert mehrere Dutzend operativ tätige Gesellschaften auf allen Kontinenten. Die wichtigsten Absatzregionen sind Europa, Asien und Nordamerika. Das Unternehmen zeichnet sich durch seine Fähigkeit aus, seine Dividendenzahlungen an Aktionäre stetig zu erhöhen. Mit einer Kursrallye zwischen 2010 und 2014 wurde die Aktie damals recht teuer. Rechnerisch besteht zwar auch jetzt keine Unterbewertung. Nach dem Kursrückgang auf das tiefste Niveau seit 2022 im März und einer darauf begonnenen Kurserholung dürfte ein Investment in Fuchs-Aktien aber ein attraktives Chance/Risiko-Verhältnis bieten. Wir haben 2.000 Aktien zu 31,6245 Euro erworben.
Im Gegensatz zu Fuchs zeichnen sich einige italienische Nebenwerte durch eine klare fundamentale Unterbewertung aus. Leider sind die gehandelten Stückzahlen sogar an der Heimatbörse Mailand gering. Wir haben mit dem Aufbau einer Position in IRCE begonnen. IRCE SpA ist ein in Italien ansässiger Kabelhersteller. Die Aktivitäten des Unternehmens gliedern sich in zwei Segmente, Wickeldrähte und Kabel. Zu den Produkten der Sparte „Winding Wires“ gehören Wickeldrähte, die bei der Herstellung von Elektromotoren, Generatoren, Transformatoren, Relais und Solenoiden verwendet werden. Das Segment Kabel umfasst Energie- und Datenkabel für den Bausektor und für elektrische Geräte. Das Unternehmen betreibt Fabriken in Italien, in den Gemeinden Imola, Guglionesi, Umbertide und Miradolo Terme, in den Niederlanden, in Großbritannien, Brasilien, Indien und Deutschland. Über seine Tochtergesellschaften ist das Unternehmen auch im Vertrieb seiner Produkte tätig. Zu den Tochtergesellschaften des Unternehmens gehören Isomet AG, Smit Draad Nijmegen BV, FD Sims Ltd, Isolveco Srl, DMG GmbH, IRCE SL, IRCE Ltda, ISODRA Gmbh, Stable Magnet Wire P Ltd und IRCE Kablo Ve Tel Ltd. Der kleine Konzern kommt auf knapp 400 Mio. Euro Jahresumsatzerlöse, davon gut 300 Mio. Euro mit „Winding Wires“, wird an der Börse aber nur mit 62,5 Mio. Euro bewertet. Wir konnten erst 1.616 Aktien in Mailand zu 2,20 Euro kaufen, beabsichtigen aber, diese Position auszubauen.
Wir haben die hohen und schnellen Kursgewinne bei der Deutschen Rohstoff AG genutzt, um einen Großteil des Gewinns zu realisieren: Wir haben 500 Aktien noch zu 93,09 Euro verkauft, was gegenüber unserem Einstand zu 54,20 Euro aus dem Oktober vergangenen Jahres einen realisierten Kursgewinn von 71,7 Prozent bedeutet. Eine kleine Position von 500 Deutschen Rohstoff halten wir noch.
Wie hoch ist die Barreserve?
Das Euro-Kontoguthaben wurde in dieser Woche für zahlreiche Aktienkäufe genutzt (siehe oben), die dem Konto erst teilweise belastet wurden. Zwischenstand: 663.617 Euro, Anteil am Fondsvermögen 9,4 Prozent. Unsere Fremdwährungsguthaben sind in dieser Woche gesunken, weil wir das Guthaben in dänischen Kronen genutzt haben, um die Aktien der dänischen Reederei DFDS zu kaufen. Größter Posten auf den Fremdwährungsguthaben sind jetzt 65.734 kanadische Dollar, die aktuell 40.725 Euro wert sind. Zusammen mit Restpositionen vor allem in US-Dollar und Schweizer Franken kommen die Fremdwährungsguthaben auf 48.176 Euro bzw. 0,7 Prozent vom Fondsvermögen. Zusammen mit dem Euro-Konto belaufen sich die Bankguthaben jetzt auf 711.803 Euro bzw. 10,05 Prozent des Fondsvermögens (Barreserve). Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist in dieser Woche durch einen Nettomittelabfluss um 390 Anteile auf jetzt 159.430 Anteile gesunken. Das Fondsvermögen ist durch die Kursgewinne in dieser Woche aber leicht gewachsen auf 7.079.960 Euro.
Aktuelle strategische und taktische Überlegungen
Eskalation oder Befriedung im Nahen und Mittleren Osten? Ist die Straße von Hormus offen oder blockiert? Solange Trump im Weißen Haus sitzt, bleibt es wohl unmöglich, seine Anlagestrategie an der geopolitischen Situation auszurichten. Es sei denn, man wüsste vorher, was Trump postet. An einer Reihe von Börsen wurden auffällige Marktbewegungen festgestellt. Verdacht auf Insiderhandel. Auch wenn die Spuren in das Weiße Haus führen, kennt man weder die Täter noch das Ausmaß der Bereicherung. Ermittlungen und Strafverfolgung machen auch keinen Sinn, wenn Trump sich selbst und andere Insider begnadigen darf. Aber es gibt auch belastbare Daten: Laut einer Analyse des Editorial Boards der New York Times hat Trump seit seiner Wiederwahl mindestens 1,4 Milliarden US-Dollar durch sein Amt eingenommen – basierend auf öffentlich zugänglichen Informationen. Den Löw
