Wochenkommentar KW 10/2024

Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank. Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte. Bei Anregungen und Feedback erreichen Sie uns gerne per email. Ihre Ansprechpartner sind: – Dirk Arning (arning@acc-invest.de) – Geschäftsführung, Ansprechpartner für börsenspezifische Informationen – Klaus J. Ueker (ueker@acc-invest.de) – Geschäftsführer, Ansprechpartner für Mitgliederverwaltung – Holger Fiegl (info@acc-invest.de) – Administration, Ansprechpartner für Webpage



Report über das Portfolio des Investmentclub Aktienfonds

Was ist diese Woche (KW10/2024) an den Börsen geschehen?

Signale der Federal Reserve („Fed“) und der Europäischen Zentralbank (EZB), ihre Leitzinsen im Juni erstmals seit langem wieder senken zu können, führten an den Börsen zu weiteren Kursgewinnen. Nachdem im Wochenverlauf die wichtigsten US-Aktienindizes neue Rekordhöhen erreicht hatten, gab es allerdings stärkere Gewinnmitnahmen. Während die Nvidia-Aktie ihren Aufwärtstrend fortsetzte, fiel die Tesla-Aktie auf den tiefsten Wert seit Mai vergangenen Jahres. Auf der Verliererseite blieben auch die Indexschwergewichte Microsoft und Apple. Der Nasdaq-100-Index beendete die Woche mit einem Minus von -1,6 Prozent; seit Jahresbeginn aber noch +7,1 Prozent. Weniger volatil zeigt sich weiterhin der Dow Jones mit einem Wochenverlust von -0,9 Prozent. Der Zuwachs im laufenden Jahr verringert sich damit auf nur +2,7 Prozent. Der Euro-STOXX-50 gewann dagegen auf Wochensicht +1,4 Prozent und damit seit Jahresbeginn +9,7 Prozent. Der DAX zeigt sich nahe seiner Rekordhochs kraftlos: Wochenplus nur +0,4 Prozent, seit Jahresbeginn +6,3 Prozent.

Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?

Auch der ACC Alpha select Anteilswert erreichte wieder neue Rekordhöhen, auf Basis der Kurse vom Donnerstag 34,06 Euro. Im Wochenvergleich ist das ein Gewinn von 0,81 Euro bzw. +2,4 Prozent, deutlich mehr als bei den meisten Aktienfonds und Aktienindizes. Seit Jahresbeginn (31,74 Euro) beträgt der Gewinn jetzt +7,3 Prozent. Damit haben wir den Durchschnitt der globalen Aktienfonds klar überholt (+6,1 Prozent). Der Durchschnitt der globalen flexiblen Mischfonds, die wie wir den Großteil ihres Fondsvermögens in Aktien investieren können und die ein ähnliches Risikoprofil zeigen wie der ACC Alpha select Fonds, steht seit Jahresbeginn nur +2,5 Prozent im Plus. Über drei Jahre, also seit dem 7. März 2021, ist unser Anteilswert um +15,4 Prozent gestiegen, was noch hinter dem Durchschnitt global anlegender Aktienfonds liegt (+19,9 Prozent). Vor Morningstar wird der ACC Alpha select Fonds weiterhin mit „Mischfonds EUR aggressiv Global“ verglichen. Der Wertzuwachs liegt über drei Jahre nahe dem Durchschnitt dieser Vergleichsgruppe, bei einem unterdurchschnittlichen Risiko: 3 Sterne. Die Gesamtnote liegt weiterhin noch bei zwei Sternen. Seit dem Start der Anteilswertberechnung des Investmentclubs zum Jahreswechsel 1996/1997 (von D-Mark umgerechnet bei 6,17 Euro) hat sich der Anteilswert mehr als verfünfeinhalbfacht (+452 Prozent). (Alle Performanceangaben jeweils nach Kosten und nach Quellensteuerabzug).

Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)

Wie bereits vor wenigen Wochen an dieser Stelle festgestellt, übernehmen andere große Aktienpositionen jetzt die Funktion des Haupttreibers unseres Anteilswertes, nachdem dies monatelang immer wieder unsere größte Aktienposition, Fairfax Financial, geleistet hatte. Fairfax Financial erreichte im Wochenverlauf aber neue Allzeit-Rekordhochs und beendete die Woche mit einem Plus von +1,1 Prozent (auf 1.465 CAD, Einstand 454,83 CAD). Der intakte Aufwärtstrend ist damit abermals bestätigt. Dass es seit über einem Jahr trotz immer neuer Rekordkurse stets neue Nachfrage nach dieser Aktie gibt, zeigt wohl, dass die Einstufung als „kanadische Berkshire Hathaway“ gut vorankommt. Bei einer vergleichbaren Bewertung wie bei der auch bei Fondsmanagern beliebten US-Aktie Berkshire Hathaway müsste sich der Aktienkurs von Fairfax Financial nochmals verdoppeln.

Der größte Performancebeitrag kam die zweite Woche in Folge von unserer zweitgrößten Einzelaktienposition: Die TRATON-Aktie sprang nach der schon guten Vorwochen-Performance (von +9,7 Prozent) in dieser Woche um +20,9 Prozent (auf 31,44 Euro, Einstand 19,12 Euro). Sie hat damit ihren Anteil am Fondsvermögen von 4,2 auf 5,2 Prozent vergrößert. Die VW-Nutzfahrzeugtochter geht nach einem starken Jahresendgeschäft mit angehobenen Zielen in das neue Jahr, wovon der Markt offenbar positiv überrascht wurde. Vorstandschef Christian Levin sieht den noch immer hohen Auftragsbestand als Grundlage, zudem rechnet sich der Manager weitere Effizienzgewinne durch das Zusammenwachsen der Marken des Konzerns aus. Bekanntlich hatte auch Erzrivale Daimler Truck in der vorausgegangenen Woche mit einer selbstbewussten Prognose die Anleger überzeugt und damit angesichts der trüben konjunkturellen Aussichten überrascht. Der zuständige Analyst bei JPMorgan-Analyst attestierte TRATON ein starkes Abschneiden und sah auch den Ausblick positiv, verwies allerdings auch auf den vom Unternehmen prognostizierten scharfen Anstieg der Sachinvestitionen im neuen Jahr. Auch die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sollen zulegen, wenn auch nur moderat. Der Volkswagen-Gesamtkonzern hatte vor dem Wochenende bereits angekündigt, dieses Jahr viel Geld in Entwicklung und Anlagen zu stecken. Das TRATON-Management peilt bei Absatz und Umsatz eine Bandbreite von minus 5 bis plus 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr an. Die um Sondereffekte bereinigte operative Gewinnmarge erwartet der Vorstand zwischen 8,0 und 9,0 Prozent. Bei beiden Werten hatten Analysten bisher mit Werten am unteren Ende der Spanne gerechnet. TRATON peilt im Fahrzeuggeschäft allein – also ohne Finanzdienstleistungen gerechnet – mit 9,0 bis 10,0 Prozent eine Umsatzrendite in ähnlicher Höhe an wie Daimler Truck (9,0 bis 10,5 Prozent). Im vergangenen Jahr übertraf TRATON mit den Marken Scania, MAN, Navistar und der südamerikanischen Volkswagen Truck & Bus die Erwartungen. Der Umsatz stieg um 16 Prozent auf 46,9 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis verdoppelte sich nahezu auf 4,03 Milliarden Euro, die entsprechende Marge zog um 3,5 Prozentpunkte auf 8,6 Prozent an. Neben einem höheren Absatz und einer besseren Verkaufspreisdurchsetzung trieb die bessere Auslastung der Werke die Profitabilität hoch. Im Vorjahr hatte der Teilemangel insbesondere bei Elektronikchips die Produktion vielfach noch deutlich eingeschränkt. Die Ertragsperle Scania erzielte erneut eine prozentual zweistellige Marge und beim einstigen Sorgenkind MAN fruchtet inzwischen das Sparprogramm. Die US-Marke Navistar wurde ebenfalls profitabler. In Südamerika fiel die Marge zwar, weil es wegen verschärfter Abgasrichtlinien im wichtigen Markt Brasilien Vorzieheffekte Ende 2022 gegeben hatte. Allerdings erwirtschaftete die kleinste Konzernsparte Volkswagen Truck & Bus nach wie vor eine höhere Rendite als MAN und Navistar. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn lag mit 2,45 Milliarden Euro mehr als doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor mit 1,14 Milliarden Euro. Die Dividende soll dementsprechend von 70 Cent auf 1,50 Euro je Papier erhöht werden. Rund 90 Prozent der TRATON-Aktien gehören dem Volkswagen-Konzern.

Auch Nippon Sanso, eine weitere hoch gewichtete Aktienposition (4,1 Prozent vom Fondsvermögen) legte die zweite Woche in Folge stark zu: Nach +8,6 Prozent in der Vorwoche jetzt +11,3 Prozent (auf 4.997 Yen bzw. 30,86 Euro, Einstand 2.681 Yen bzw. 18,31 Euro).

Bis auf die in dieser Woche von Gewinnmitnahmen gebremsten Toyota waren auch alle anderen unserer Japan-Investments in dieser Woche auf der Gewinnerseite. Der Japan-Anteil am Fondsvermögen stieg aufgrund der guten Kursentwicklung, vor allem bei Nippon Sanso, in dieser Woche weiter leicht von 13,2 auf 13,5 Prozent.

Bei einer Reihe unserer kleineren deutschen Aktienpositionen löste die Bekanntgabe der Geschäftsergebnisse 2023 in dieser Woche Kurssprünge aus, weil sie zeigen, dass der Markt diese Aktien viel zu pessimistisch bewertet: In dieser Woche fielen in dieser Hinsicht NFON, Drägerwerk und ProSiebenSat.1 Media positiv auf.

NFON gewannen auf Wochensicht +10,8 Prozent (auf 5,94, Einstand 11,11 Euro). NFON hat seine Profitabilitätsziele für 2023 übertroffen und sieht Fortsetzung „des profitablen Wachstumskurses im Transformationsjahr 2024“. Im Geschäftsjahr 2023 wurde das bereinigte EBITDA-Ergebnis auf Basis vorläufiger, ungeprüfter Zahlen gegenüber dem Vorjahr um mehr als 9 Mio. Euro verbessert. Erstmals seit Börsennotierung weist NFON einen positiven Free Cashflow aus – immerhin 1,0 Mio. Euro. Im Geschäftsjahr 2023 gelang es NFON, den Umsatz zu steigern, indem neue Kunden akquiriert, zusätzliche Nebenstellen („Seats“) aktiviert und bestehenden Kunden erweiterte Produkte („Premium Solutions“) angeboten wurden. Die für NFON zentralen wiederkehrenden Umsätze verzeichneten in der Folge einen Zuwachs von 4,8 Prozent auf 77,1 Mio. Euro. Der Gesamtumsatz erhöhte sich moderat um 1,9 Prozent auf 82,3 Mio. Euro. In der Folge stieg der Anteil der margenstarken wiederkehrenden Umsätze am Gesamtumsatz auf 93,7 Prozent im Geschäftsjahr 2023. Der hohe Anteil wiederkehrender Umsätze unterstreiche die Loyalität der NFON-Kunden und bilde eine belastbare Basis für die weitere Unternehmensplanung, erklärte das Unternehmen. Vor dem Hintergrund der Fokussierung auf Profitabilität und damit einhergehender Effizienzsteigerungen zeigte sich die Ergebnisentwicklung 2023 positiv. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbesserte sich von einem Verlust in Höhe von -1,0 Mio. EUR im Vorjahr auf 8,4 Mio. Euro im Berichtszeitraum 2023. Damit wurde die im Jahresverlauf zwei Mal angehobene Ergebnisprognose übertroffen. Vor Bereinigungen in Höhe von 1,5 Mio. Euro ergab sich für das Berichtsjahr ein EBITDA von 6,8 Mio. Euro. Mit einem Seat-Wachstum von 3,4 Prozent konnte im Geschäftsjahr 2023 die Anzahl der bei Kunden installierten Seats gesteigert werden auf insgesamt 655.967 (2022: 634.288). Für das Geschäftsjahr 2024 plant NFON mit einem Wachstum der wiederkehrenden Umsätze im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich. Darauf aufbauend geht der Vorstand von einem Anteil der wiederkehrenden Umsätze am Gesamtumsatz von über 90 Prozent aus. 2023 waren es 93,7 Prozent. Das bereinigte EBITDA wird zwischen 10 Mio. und 12 Mio. EUR erwartet (2023: 8,4 Mio. EUR). Vom auf deutsche Nebenwerte spezialisierten Research-Haus NuWays gab es tags darauf eine Kaufempfehlung mit Kursziel 11,70 Euro auf Sicht der nächsten 12 Monate.

Drägerwerk Vorzüge stiegen um +5,9 Prozent (auf 49,90 Euro, Einstand 49,09 Euro). Angesichts der guten Geschäftsentwicklung kündigte der Medizin- und Sicherheitstechnikkonzern an, seine Dividende deutlich zu erhöhen. Die Gewinnbeteiligung für die im SDAX notierten Vorzugsaktien soll von 19 Cent für 2022 auf 1,80 Euro für das vergangene Jahr erhöht werden, teilte das Unternehmen mit. Experten hatten zwar mit einer Anhebung der Ausschüttung gerechnet, aber nicht in dieser Höhe. Für die Stammaktie, die überwiegend der Familie Dräger gehören, soll die Ausschüttung auf 1,74 Euro nach 13 Cent für 2022 steigen. Die Drägerwerk AG & Co. KGaA hat ihren Umsatz im Geschäftsjahr 2023 währungsbereinigt um 13,1 Prozent auf 3.373,5 Mio. Euro gesteigert und ihre Profitabilität kräftig verbessert: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag mit 166,4 Mio. Euro wieder klar im Plus nach einem Verlust in 2022. Die EBIT-Marge stieg um 7,8 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent. Ursprünglich hatte Dräger einen währungsbereinigten Umsatzanstieg von 7,0 bis 11,0 Prozent und eine EBIT-Marge von 0 bis 3 Prozent in Aussicht gestellt.

ProSiebenSat.1 Media gewannen nach einem zweiten Blick auf die Geschäftsergebnisse +5,5 Prozent (auf 6,752 Euro, Einstand 5,86 Euro). Zunächst reagierte der Kurs mit Verlusten auf die Zahlen. Bei genauerer Analyse zeigt sich aber, dass das Ergebnis nicht so schlecht und die Aussicht besser ist. Der Verlust 2023 beträgt zwar 134 Millionen Euro, nach einem Minus von 49 Millionen im Vorjahr. Und das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) fiel um 15 Prozent auf 578 Millionen Euro. Der höhere Verlust ergab sich unterm Strich aber durch hohe negative Sondereffekte – unter anderem dadurch, dass der Wert des vorhandenen Programmvermögens im vierten Quartal deutlich abgeschrieben wurde. Außerdem wurde eine Rückstellung für Verträge über den Erwerb künftiger Programme von Hollywood-Studios gebildet. So soll an der kleinen Dividende von 5 Cent je Anteil trotz des Verlustes festgehalten werden. Die Unsicherheit bei den Verbrauchern und Verbraucherinnen und die damit verbundene Zurückhaltung der Werbeindustrie hätten vor allem das erste Halbjahr 2023 geprägt, erklärte ProSiebenSat.1. Im Schlussquartal seien die Umsätze gestiegen. Im Gesamtjahr sank der Konzernumsatz jedoch um 7 Prozent auf 3,85 Milliarden Euro. Neben rückläufigen TV-Werbeerlösen trugen auch der Verkauf des US-Produktionsgeschäfts der Red Arrow Studios und der Umsatzrückgang bei den Dating-Plattformen der Parship-Gruppe dazu bei. Gewachsen seien die Umsätze im digitalen Werbegeschäft, das auch die Streaming-Plattform Joyn umfasst, und das Geschäft der Vergleichsplattform Verivox und der Online-Parfümerie Flaconi. Die vor einem Jahr vorgestellte Strategie mit Joyn im Zentrum beginne, sich auszuzahlen. Das zeige die positive Entwicklung, vor allem im vierten Quartal, sagte Vorstandschef Bert Habets. Mit 6,3 Millionen monatlichen Nutzern im Schlussquartal habe Joyn einen Rekord markiert. Ziel sei es, die Nutzung mit zweistelligen Wachstumsraten pro Jahr zu steigern. Dabei setzt ProSiebenSat.1 auf ein kostenfreies Angebot und mehr lokale und Live-Inhalte, zulasten von Filmen und Serien aus Hollywood. Für das laufende Jahr erwartet er ein leichtes Umsatzwachstum und ein bereinigtes Ebitda auf gleichem Niveau wie im vergangenen Jahr. Mit dem Kursanstieg auf das höchste Niveau seit September vergangenen Jahres hat sich das Chartbild deutlich verbessert: Der Anstieg über den noch fallende 200-Tage-Durchschnitt könnte bevorstehen, eine untere Umkehr damit abgeschlossen werden.

Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)

Auf der Verliererseite steht diesmal Knaus Tabbert oben: -8,3 Prozent (auf 38,65 Euro, Einstand 44,87 Euro). Es gibt keine Unternehmensnachrichten, die dies begründen würden, so dass der Verkaufsdruck bei dem Nebenwert wohl von Investoren kommt, die die positive Einstufung durch verschiedene Analysten vor drei Wochen zum Ausstieg nutzen wollen.

Bei der Porsche Automobil Holding mangelte es nach dem Kaufsignal an Anschlusskäufen. Die Aktie verlor in dieser Woche -5,2 Prozent (auf 46,52 Euro, Einstand 49,49 Euro). Hintergrund ist der Kursrückgang der VW-Aktien. Dies wiederum könnte an dem schwachen Elektro-Auto-Geschäft liegen. Die bisher geplante Überlaufproduktion des Elektromodells ID.3 ab dem Sommer auch im Stammwerk Wolfsburg wurde in dieser Woche abgesagt.

Nach dem mit Enttäuschung aufgenommenen Quartalsgewinn versucht sich die Aktie der kanadischen Martinrea International oberhalb der Unterstützung bei gut 11 CAD zu stabilisieren. Auf Wochensicht entstand ein Kursrückgang um -3,6 Prozent (auf 11,76 CAD, Einstand 14,20 CAD). Sollte auch die Marke von 10,30 CAD nicht halten, würden wir uns von der kleinen Position trennen.

Welche Transaktionen gab es diese Woche?

Wir haben über die Woche verteilt an drei Handelstagen mit Limit 23,00 Euro eine Anfangsposition in Salzgitter aufgebaut. Jedes Mal wenn die Aktie auf diesen Kurs abrutschte, haben wir (über das Xetra-Handelssystem) gekauft, bis wir 3.000 Aktien „eingesammelt“ hatten: Am Dienstag 1.039 Stück, am Mittwoch nur 37 Aktien, aber am Donnerstag 1.924 Aktien. Die Salzgitter-Aktie beendete die Woche bei 23,36 Euro immerhin schon mal 1,6 Prozent über unserem Kaufkurs. Die Begründung für unserenm Wiedereinstieg bei Salzgitter findet sich unter „Aktuelle strategische und taktische Überlegungen“ unten.

Wie hoch ist die Barreserve?

Zum Monatsbeginn März haben wir die Zinsen auf unsere Bankguthaben für Februar erhalten. Der Guthabenzins für unser Euro-Bankguthaben ist weiter leicht gestiegen auf 3,708 Prozent p.a., was für den Februar eine Zinseinnahme von 1.353,94 Euro brachte. Bei einem Zinssatz von unverändert 4,96 Prozent p.a. für unser US-Dollar-Guthaben haben wir 376,92 USD Zinsen erhalten, wodurch das Guthaben auf unserem US-Dollar-Konto auf 118.68 USD gestiegen ist. (Der Anstieg zuvor um rund 34.600 USD war auf den Teilverkauf unserer Kraft-Heinz-Aktien zurückzuführen.) Bei einem jetzt von 4,47 auf 4,51 Prozent p.a. gestiegenen Zinssatz für unser Kanada-Dollar-Guthaben haben wir für Februar 9,99 CAD Zinsen erhalten, wodurch das Guthaben auf unserem Kanada-Dollar-Konto auf 2.759 CAD gestiegen ist. Bei einem von 4,75 auf 4,85 Prozent p.a. weiter gestiegenen Zins für unser Guthaben in britischen Pfund haben wir für Februar 129,32 GBP Zinsen erhalten, wodurch unser Guthaben auf 33.231 GBP gestiegen ist. Auf unser Bankguthaben in Schweizer Franken erhalten wir zurzeit 1,15 Prozent Habenzinsen p.a., 39,92 CHF für Februar, wodurch das Guthaben auf unserm Franken-Konto auf 52.778 CHF gestiegen ist. (Für den Anstieg um knapp 47.000 CHF war unser Verkauf der Roche Genußscheine verantwortlich.) Auf unser Konto für schwedische Kronen erhalten wir zurzeit 3,50 Prozent Zinsen p.a., 1.688 SEK für Februar. Der gesamte Gegenwert unserer Fremdwährungsguthaben beträgt jetzt 257.850 Euro, was 4,35 Prozent vom Fondsvermögen ausmacht. Unser Euro-Bankguthaben ist durch den Salzgitter-Wiedereinstieg um rund 69.000 Euro auf 514.514 Euro reduziert worden, was jetzt 8,7 Prozent vom Fondsvermögen ausmacht. Unsere Barreserve aus Bankguthaben in verschiedenen Währungen beträgt einschließlich dem Euro-Guthaben zusammen 772.364 Euro. Der Anteil am Fondsvermögen ist damit von 14,6 auf 13,0 Prozent gesenkt worden.

Aktuelle strategische und taktische Überlegungen

Die Salzgitter AG gehört zu den führenden Stahl-Konzernen in Europa. Die Kernkompetenzen liegen in der Produktion von Walzstahl- und Röhrenerzeugnissen, also Flachstahl, Profile, Grobbleche, Spundwände, Bauelemente, Tailored Blanks, sowie deren Weiterverarbeitung und Vertrieb. In den Bereichen Profil- und Flachstahl gehört die Salzgitter AG zu den führenden Anbietern in Europa. Ein weiteres wichtiges Segment ist der Sondermaschinen- und Anlagenbau vorrangig zum Abfüllen und Verpacken von Getränken aber auch für die Produktion von Schuhen. Zu den Marken des Konzerns zählen Marken Peiner Träger, Mannesmann und KHS. Weltweit gehören über 150 Tochter- und Beteiligungsgesellschaften zum Salzgitter-Konzern. Als Management-Holding steuert die Salzgitter AG die fünf Unternehmensbereiche Stahl, Handel, Technologie, Dienstleistungen und Röhren. Die Salzgitter-Gruppe umfasst weit mehr als 200 nationale und internationale Tochter- und Beteiligungsgesellschaften, die insgesamt eine Rohstahlkapazität von rund 9 Millionen Tonnen haben. Außerdem hält Salzgitter 29,99 Prozent der Aurubis-Aktien und ist damit der größte Aktionär der Kupferhütte. Aurubis wird aktuell mit einer Marktkapitalisierung von nur 2,64 Milliarden Euro (für 17 Milliarden Euro Umsatzerlöse pro Jahr) bewertet. Der Anteil, den Salzgitter an Aurubis hält, hat also trotz des gedrückten Kursniveaus einen aktuellen Börsenwert von 792 Mio. Euro. Salzgitter selbst wird beim aktuellen Kurs nur mit 1,26 Milliarden Euro bewertet. Davon sind also 63 Prozent, fast zwei Drittel, allein durch das Aurubis-Aktienpaket gedeckt. Die Salzgitter-Geschäfte im Umfang von über 10 Milliarden Euro Umsatzerlöse pro Jahr kann man also theoretisch für weniger als eine halbe Milliarde Euro kaufen! Die Salzgitter-Aktie kostet gerade mal ein Viertel ihres Buchwertes! Bei 200 Euro Umsatzerlösen pro Aktie errechnet sich ein Bottom Value von 135 Euro! Demnach werden von der Börse hohe Verluste im laufenden Geschäft eingepreist. Dem ist aber nicht so. Schon 2021 konnte Salzgitter mehr Gewinn machen, also in den beiden Jahren zuvor zusammen als Verlust entstanden war. Beim Stahlmangel der Nach-Corona-Erholung verdiente Salzgitter dann 2022 sogar nach Steuern über 18 Euro pro Aktie! Seit 2023 hat sich die Gewinnentwicklung normalisiert: in der Größenordnung von 5 Euro pro Aktie. Daraus errechnen wir einen Profit Value von 43 bis 48 Euro. Tatsächlich hat der Aktienkurs erst 2022 in der Spitze 48 Euro erreicht, im vergangenen Jahr 41 Euro. Langfristig erscheinen sogar höhere Kurse denkbar: Der Fair Value liegt bei rund 80 Euro. 2007 kostete ein Salzgitter-Aktie tatsächlich in der Spitze über 150 Euro. Im Bereich 22 bis 23 Euro hat der Aktienkurs eine charttechnische Unterstützung, so dass wir gute Chancen sehen, dass der übergeordnete Abwärtstrend hier endet.

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