2026 KW18 Report über das Portfolio des Investmentclub-Aktienfonds
Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank.
Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte.
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Was ist diese Woche (KW18/2026) an den Börsen geschehen?
Wie von den Märkten erwartet, änderten weder die US-Notenbank Fed noch die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Leitzinsen. Unterdessen bestätigte der Bankenausschuss des US-Senats denkbar knapp mit 13 zu 11 Stimmen Präsident Trumps Kandidaten Kevin Warsh für die Nachfolge des scheidenden Fed-Präsidenten Jerome Powell, der dem Fed-Vorstand aber weiter angehören will. Bei Einzelaktien sorgten Überraschungen bei den Quartalsergebnissen für stärkere Kursbewegungen: positiv u.a. bei Alphabet, Apple, Qualcomm, Caterpillar und Eli Lilly, negativ bei Meta und Amazon. Die Aktienindizes änderten sich unter Strich in der Woche nur wenig. Die überwiegend positiven Kursreaktionen bei den großen US-Tech-Aktien verhalfen dem Nasdaq-100 zu einem Wochenplus von +1,5 Prozent, was die wenigsten anderen Indizes schafften. So verzeichneten beispielsweise Euro-STOXX-50 und Nikkei-225 kleine Rückgänge.
Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?
Der ACC Alpha select Anteilswert wurde auf Basis der Schlusskurse vom Mittwoch mit 42,80 Euro berechnet. Gegenüber dem Wert auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag der Vorwoche ist das ein Rückgang um 1,10 Euro bzw. -2,5 Prozent. Im laufenden Jahr (Jahreswechsel 42,01 Euro) schrumpft das Plus damit auf +1,9 Prozent. Beim Durchschnitt der globalen Aktienfonds fällt das Minus in dieser Woche mit -1,0 Prozentpunkten aufgrund der Kursgewinne der großen Nasdaq-Aktien kleiner als bei uns aus. Deshalb ist auch über das Netto-Plus beim ACC Alpha select Anteilswert über ein Jahr mit +17,8 Prozent jetzt etwas niedriger als beim Aktienfondsdurchschnitt (+19,6 Prozent). Über drei Jahre liegt das Plus mit +39,9 Prozent weiter leicht über dem Aktienfondsdurchschnitt (+39,7 Prozent), ebenso über fünf Jahre mit +37,0 Prozent (Aktienfondsdurchschnitt +36,7 Prozent).
Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)
Die in diesem und dem folgenden Abschnitt genannten Kursveränderungen beziehen sich jeweils auf die Woche bis einschließlich Freitag, weichen also um einen Börsentag vom Zeitpunkt der Anteilswertberechnung ab (die ja auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag erfolgt).
Die am 30. April veröffentlichten Quartalsergebnisse von Aperam wurden sehr positiv aufgenommen: auf Wochensicht +9,5 Prozent (auf 45,38 Euro, Einstand 33,45 Euro). Beim Umsatz waren im Durchschnitt von drei Analysten 1,56 Milliarden Euro erwartet worden. Dies wurde mit 1,58 Mrd. Euro leicht übertroffen. Im Vorjahresviertel hatte Aperam noch 1,66 Milliarden Euro umgesetzt. Für das Gesamtjahr schätzten 10 Analysten schon vor der Bekanntgabe der Quartalsergebnisse im Schnitt von 6,70 Milliarden Euro, gegenüber 6,08 Milliarden Euro im Vorjahr. Wir haben bei unserer Bewertung bislang 6,63 Mrd. Euro angesetzt. Nachdem im ersten Quartal des Vorjahres noch ein Verlust entstanden war, rechneten Analysen jetzt mit einer Rückkehr in die schwarzen Zahlen: Die durchschnittliche Analystenschätzung war vor der Veröffentlichung von 0,10 auf 0,085 Euro Gewinn pro Aktie gesunken. Beziffert wurde der Reingewinn jetzt mit nur 0,04 Euro. Auch für das Gesamtjahr dürften die offiziellen Erwartungen nach unten revidiert werden. Wir waren ursprünglich von über 2 Euro EPS ausgegangen. Zuletzt lag die Durchschnittsprognose von 11 Analysten bei 1,93 Euro je Aktie. Auf Basis leicht angepasster Zahlen errechnet sich unser Fair Value jetzt mit 46,73 Euro, womit der Kurssprung als gerechtfertigt und für uns nicht überraschend eingestuft werden kann. Zunächst einmal hat die Aktie ihren Fair Value ungefähr erreicht. Weiteres Kurspotenzial würde sich bei einer konjunkturellen Belebung ergeben. In der Projektion sind dann Aktienkurse über 80 Euro denkbar.
Auch die Quartalsergebnisse der erst vor zwei Wochen neu in unser Portfolio aufgenommen Fuchs wurden sehr positive aufgenommen: +5,8 Prozent (auf 32,65 Euro; Einstand 31,62 Euro). Der Schmierstoffhersteller ist mit zum Teil deutlichen Zuwächsen in das Jahr gestartet. „Zu dieser positiven Entwicklung trugen neben dem Geschäftsausbau und einem disziplinierten Kostenmanagement insbesondere eine zusätzliche Nachfrage im März sowie die erfolgreiche Veräußerung eines Grundstücks in Australien bei“, erklärte Konzernchef Stefan Fuchs. Während das Unternehmen wegen der Inflation das Umsatzziel für das laufende Jahr anhob, senkte es die Prognose für den freien Barmittelzufluss vor Zukäufen aufgrund stark gestiegener Rohstoffkosten und Verkaufspreise.
Mit der anhaltenden Blockade der Straße von Hormus und dem hohen Ölpreis verbesserte sich der Aktienkurs der Deutschen Rohstoff die zweite Woche in Folge: Nach +16,4 Prozent in der Vorwoche in dieser Woche +5,7 Prozent (auf 97,10 Euro, Einstand 54,20 Euro). Nicht zuletzt die allerdings inzwischen verkleinerte Beteiligung am größten Wolfram-Minenbetreiber der westlichen Hemisphäre sorgt für Phantasie bei der Deutschen Rohstoff.
Als Profiteur der angespannten Versorgungslage bei Wolfram erweist sich zumindest kurzfristig mit Blick auf die Lagerbestände von Wolframcarbid auch die Beteiligungsfirma INDUS Holding: Nachdem China Exportrestriktionen für den Werkstoff verhängt hat, habe der Mangel seit Jahresanfang zu einer Verdreifachung des Preises geführt – und das nach einer Verdreifachung im Jahresverlauf 2025. Durch den starken Preisanstieg rechnet das Indus-Management für 2026 nun mit einem Anstieg der Umsatzerlöse von 1,80 bis 1,95 auf 1,85 bis 2,05 Mrd. Euro. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte (Ebita) dürfte von 150 bis 170 Mio. auf 160 bis 190 Millionen Euro steigen. Die positiven Effekte ergeben sich jetzt aus den vorhandenen Lagerbeständen. Weil mit dem starken Preisanstieg aber auch der Vorfinanzierungsbedarf steige, werde für 2026 nur noch ein mindestens ausgeglichener freier Finanzmittelfluss erwartet. Bisher hatte Indus einen Free Cashflow von mehr als 70 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Die Börse reagierte auf diese Meldung positiv: INDUS auf Wochensicht +3,5 Prozent (auf 29,90 Euro, Einstand 24,66 Euro).
Erfreulich auch der Wochengewinn von +3,3 Prozent (auf 13,70 Euro, durchschnittlicher Einstand 15,17 Euro) bei Medios. Wir hatten die vorausgegangene Kursschwäche erst vor zwei Wochen zu einer Aufstockung unserer Position genutzt und 3.000 Aktien zu 13,135 Euro zugekauft (Kursgewinn seit Zukauf +4,3 Prozent).
Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)
Neben den rückläufigen Aktienkursen bei den Edelmetall-Aktien lastete vor allem der Kursrückgang bei unserer größten Einzelaktienposition auf der Anteilswertentwicklung: Fairfax Financial Holding verloren auf Wochensicht in Reaktion auf die Quartalszahlen -10,5 Prozent (auf 2.170 CAD, Einstand 455 CAD). Obwohl das Unternehmen mit 8,81 Mrd. CAD die Umsatzprognosen übertraf, verfehlte es mit einem Gewinn pro Aktie (EPS) von 31,11 CAD die durchschnittlichen Erwartungen von 34,28 CAD. Dies führte zu dem heftigen Kursrückgang der Aktie. Wir halten die Kursreaktion für übertrieben. Beim operativen Ergebnis und dem versicherungstechnischen Gewinn zeigte die Holding starkes Wachstum. Dass das Quartalsergebnis unter den Erwartungen lag, ist vor allem auf Kursverluste bei Anleihen zurückzuführen. Davon abgesehen verzeichnete Fairfax Financial Holdings einen robusten Start in das Jahr 2026 mit einem deutlichen Wachstum des operativen Ergebnisses in den Segmenten Versicherungen und Rückversicherungen. Das Unternehmen meldete einen Anstieg des operativen Ergebnisses um 74,9 Prozent (!) auf 1,2 Mrd. CAD im Vergleich zum Vorjahr. Nettoverluste aus Kapitalanlagen, vor allem bei Anleihen, machten diese Zuwächse jedoch zunichte. Die Umsatzerlöse lagen mit 8,81 Mrd. CAD über der Marktprognose von 8,62 Mrd. CAD. Der versicherungstechnische Gewinn erreichte 382 Mio. CAD, was ein deutlicher Anstieg gegenüber 97 Mio. CAD im ersten Quartal 2025 ist. Unterm Strich steht ein Nettogewinn von 696 Mio. CAD für das erste Quartal 2026. Für die Zukunft prognostiziert Fairfax Financial für die kommenden Quartale ein Wachstum bei Umsatz und Gewinn pro Aktie und erwartet Verbesserungen bei den Kapitalerträgen sowie eine fortgesetzte Expansion in den internationalen Märkten. Das Unternehmen konzentriert sich weiterhin auf die Verbesserung seiner versicherungstechnischen Leistung und das Management der Finanzverschuldung. Der CEO von Fairfax Financial erklärte: „Obwohl wir Herausforderungen in unserem Anlageportfolio hatten, liefert unser Kerngeschäft im Bereich Versicherungen weiterhin starke Ergebnisse. Wir sind bestrebt, unseren Kapitaleinsatz zu optimieren, um zukünftiges Wachstum zu fördern.“ Während des Earnings Call stellten Analysten Fragen zur Strategie von Fairfax Financial zur Minderung von Anlageverlusten und zu den Plänen für die Kapitalallokation. Das Unternehmen betonte seinen Fokus auf die Stärkung des Kerngeschäfts und die Prüfung strategischer Wachstumsmöglichkeiten.
Welche Transaktionen gab es diese Woche?
Wir haben den Positionsaufbau in den italienischen Nebenwerten IRCE und Emak fortgesetzt:
Nachdem wir in der Vorwoche 1.027 Emak-Aktien zu 0,894 Euro kaufen konnten, haben wir nun 2.013 Aktien zu 0,900 Euro gekauft, zusammen also bislang 3.040 Stück zu durchschnittlich 0,898 Euro.
In den beiden Vorwochen hatten wir 3.752 IRCE-Aktien zu durchschnittlich 2,198 Euro eingesammelt. In dieser Woche konnten wir unseren Bestand fast verdoppeln auf 7.216 Aktien. Dazu haben wir 3.464 Aktien gekauft, 1.972 Stück zu 2,1895 Euro und 1.492 Stück zu 2,200 Euro. Unser durchschnittlicher Einstand errechnet sich daraus mit 2,196 Euro.
Wie hoch ist die Barreserve?
Das Euro-Kontoguthaben ist durch einen höheren Mittelzufluss trotz fortgesetzter kleinerer Aktienkäufe um gut 210.000 Euro gestiegen auf 816.062 Euro, der Anteil am Fondsvermögen von 8,6 auf 11,5 Prozent.
Die Fremdwährungsguthaben sind durch Währungsgewinne leicht auf 55.424 Euro gestiegen, was weiterhin 0,8 Prozent vom Fondsvermögen ausmacht. Zusammen mit dem Euro-Konto belaufen sich die Bankguthaben jetzt auf 871.486 Euro bzw. 12,3 Prozent des Fondsvermögens (Barreserve). Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist in dieser Woche durch einen höheren Nettomittelzufluss um 5.276 Anteile auf jetzt 164.894 Anteile gestiegen. Das Fondsvermögen ist dadurch gestiegen auf 7.075.753 Euro.
Aktuelle strategische und taktische Überlegungen
Was bedeutet Aktivität beim Managen eines Aktienportfolios? Man kann einige Kriterien für Aktivität benennen: zunächst den Spielraum für diskretionäre Anlageentscheidungen, der wirklich besteht und auch genutzt wird – und dann verschiedene Kennzahlen, die objektiv zeigen, ob das Management „aktiv“ war.
Dabei gilt der „Active Share“ als die aussagekräftigste Kennzahl, die sich auf einen Zeitpunkt und nicht auf einen festzulegenden Zeitraum bezieht. Der Active Share ist ein Maß dafür, wie groß die Überschneidungen zwischen der üblichen Benchmark, bei globalen Aktienfonds meist dem MSCI Welt, und dem Portfolio sind. Berechnet wird der Active Share, indem man für jede im Fonds und/oder in der Benchmark enthaltene Einzeltitelpositionen die Differenz zwischen der Gewichtung im Fonds und in der Benchmark berechnet. Die absoluten Werte dieser Differenzen (d.h. ohne Vorzeichen) werden addiert. Diese Summe wird schließlich durch 2 dividiert. Das Ergebnis liegt zwischen Null und 100 Prozent.
Schon ab einem Active Share von über 50 Prozent gilt ein Fonds als „wirklich aktiv“, weil sich das Management traut, wirklich anders als die Benchmark zu investieren. Active Shares von über 80 Prozent sind selten. Wir liegen deutlich über 90 Prozent! Was heißt das? Es gibt kaum eine Schnittmenge zwischen dem MSCI Welt und unserem ACC Alpha select Portfolio. Das kostet zwischenzeitlich Performance, so in den vergangenen zwei Wochen: Im MSCI Welt ist Nvidia die Top-Position mit 5,3 Prozent, gefolgt von Apple mit 4,7 Prozent und Alphabet mit 3,8 Prozent. Dann folgen Microsoft (3,3 Prozent), Amazon (2,5 Prozent), Broadcom (1,7 Prozent), Meta (1,5 Prozent) und Tesla (1,3 Prozent). 71 Prozent entfallen auf US-Aktien und rund 26 Prozent auf Technologie. Diese Aktien im Portfolio zu haben, ist also kein Zeichen wirklich aktiver Aktienauswahl. Es ist Mainstream. Teuer bezahlter Mainstream übrigens, denn alle klassischen Bewertungs-Kennzahlen sind schlechter als in unserem Portfolio. So kommt der MSCI Welt auf ein Durchschnitts-KGV von 19 (ACC nur 11), ein Kurs/Buchwert-Verhältnis bei 3,5 (ACC nur 1,2) bei einer recht mickrigen Dividendenrendite von 1,7 Prozent (ACC 2,7 Prozent). Das wäre ja vielleicht noch vertretbar, wenn das langfristige Ertragswachstum deutlich höher wäre, ist es aber nicht: Es wird für den MSCI Welt mit 10,4 Prozent angegeben, für unser Portfolio mit 11,7 Prozent.
