2026 KW12 Report über das Portfolio des Investmentclub-Aktienfonds

Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank.

Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte.

Bei Anregungen und Feedback erreichen Sie uns gerne per email. Ihre Ansprechpartner sind:

Was ist diese Woche (KW12/2026) an den Börsen geschehen?

Die zunehmende Ausweitung der Iran-Krieges auf Öl- und Gasanlagen und die hohen Risken des Schiffstransportes durch die Straße von Hormus verstärkten die Sorgen um den globalen Energiemarkt. Vor diesem Hintergrund rutschten nahezu alle Aktienmärkte im laufenden Jahr weiter in die Verlustzone. Dow Jones und Nasdaq-100 liegen mit -2,1 bzw. -2,0 Prozent Wochenminus jetzt gegenüber Jahresbeginn über 5 Prozent im Verlust. Der Euro-STOXX-50 verlor auf Wochensicht -3,8 Prozent und damit seit dem Jahreswechsel -5,0 Prozent. Noch stärker litt der DAX: -4,6 Prozent in dieser Woche und damit -8,6 Prozent seit Jahresbeginn.

Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?

Der ACC Alpha select Anteilswert wurde auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag mit 41,97 Euro berechnet. Gegenüber dem Vorwochenwert ist das ein Rückgang um 1,84 Euro bzw. -4,2 Prozent (weniger Rückgang als beim DAX). Damit hat der Anteilswert die Gewinne seit Jahresbeginn (42,01 Euro) wieder abgegeben. Über 12 Monate beträgt der Gewinn beim ACC Alpha Anteilswert +12,8 Prozent (Aktienfondsdurchschnitt nur +8,3 Prozent), über drei Jahre +40,8 Prozent (Aktienfondsdurchschnitt +35,8 Prozent) und über fünf Jahre +37,9 Prozent (Aktienfondsdurchschnitt +34,7 Prozent).

Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)

Die in diesem und dem folgenden Abschnitt genannten Kursveränderungen beziehen sich jeweils auf die Woche bis einschließlich Freitag, weichen also um einen Börsentag vom Zeitpunkt der Anteilswertberechnung ab (die ja auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag erfolgt).

Zwei unserer seit Jahren größten Aktienpositionen bewiesen in diesem Umfeld einmal mehr ihre besondere Qualität in Krisenzeiten: Fairfax Financial und Nippon Sanso. Beide Aktien waren schon in der Vorwoche gestiegen und konnten in dieser Woche weiter zulegen:

Unsere (aktuell mit 7,8 Prozent vom Fondsvermögen) seit Jahren größte Aktienposition, Fairfax Financial, stieg auf Wochensicht um +5,2 Prozent (auf 2.384 CAD, Einstand 455 CAD). Die in Toronto ansässige Holdinggesellschaft, die 1985 von Prem Watsa gegründet wurde und hauptsächlich in der Schaden- und Unfallversicherung und als Rückversicherung tätig ist, überzeugte uns vor Jahren durch eine krasse Unterbewertung und stetiges Wachstum der Substanz. Das Unternehmen wird oft als „Berkshire Hathaway Kanadas“ bezeichnet und verfolgt einen wertorientierten Investitionsansatz, ist aber nach wie vor viel attraktiver bewertet: KGV jetzt 8,5 gegenüber 23 bei Berkshire Hathaway.

Die Aktie von Nippon Sanso konnte entgegen der Richtung des japanischen Aktienmarktes weiter steigen: Während der Nikkei-225-Index in dieser Woche -0,8 Prozent verlor, stiegen Nippon Sanso um +5,1 Prozent (auf 32,76 Euro bzw. 5.989 Yen, Einstand 18,31 Euro bzw. 2.681 Yen). Nippon Sanso Holdings Corporation ist ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich Industriegase mit den vier Hauptgeschäftsbereichen Industriegase, Elektronik, Energie und Thermosgefäße. Das Kerngeschäft umfasst die Produktion und den Vertrieb von Gasen wie Sauerstoff, Stickstoff, Argon, Wasserstoff und Helium für eine Vielzahl von Branchen. Attraktiv ist das damit verwandte Geschäft für die Halbleiter-Produktion, wo Nippon Sanso Spezialgase und Ausrüstung liefert, die für die Mikrochipherstellung und andere elektronische Anwendungen benötigt werden. Nippon Sanso ist auch im Geschäft mit Flüssiggas tätig, insbesondere in Australien.

Prozentual fällt der Kursanstieg bei Heidelberg Materials in dieser Woche positiv auf: +6,4 Prozent (auf 171,30 Euro, Einstand 53,60 Euro). Die Aktie erholte sich wegen Spekulationen über eine nur milde Anpassung des europäischen Emissionshandelssystem ETS. Nach dem Gipfeltreffen der EU-Staats- und Regierungschefs wies die Citigroup darauf hin, dass sich eher eine Feinabstimmung als eine grundlegende Systemänderung abzeichne. Damit würde ein Preisrisiko für Zement beseitigt. Zuvor hatte die Aktie schwer unter der Sorge gelitten, dass der Emissionshandel deutlich abgeschwächt werden könnte, um Unternehmen im internationalen Wettbewerb von den Abgaben dafür zu entlasten. Der Konzern hatte vorher als Profiteur der stärkeren Klimaschutzmaßnahmen gegolten, da er eine branchenführende Position bei der Dekarbonisierung und Abscheidung von CO2-Emissionen im Produktionsprozess innehat.

Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)

Aufgrund des fortgesetzten Preisrückgangs bei Edelmetallen (Silber auf Wochensicht -16 Prozent, Gold -10,5 Prozent) gehörten entsprechende Minenaktien weiterhin zu den größeren Kursverlierern:

Die Aktie des kanadischen Silber-Gold-Produzenten Pan American Silver sank um -16,4 Prozent (auf 64,39 CAD, Einstand 40,97 CAD). Das KGV ist damit unter 15 gesunken. Die Umsatzerlöse entfallen zu rund 70 Prozent auf Gold und etwa 20 Prozent auf Silber. Rund 10 Prozent entfällt auf die Nebenprodukte Zink, Blei und Kupfer.

Die Aktie des kanadischen Gold- und Kupfer-Produzenten OceanaGold sank um -14,3 Prozent (auf 40,60 CAD, Einstand 36,41 CAD). Das KGV ist damit auf rund 7 gefallen! OceanaGold betreibt derzeit hauptsächlich vier Bergbaubetriebe: Die Didipio Mine auf den Philippinen ist eine bedeutende Gold-Kupfer-Mine (Tagebau und Untertage) auf der Insel Luzon. Die Haile Gold Mine gilt als das Vorzeigebergwerk des Unternehmens in South Carolina, USA. Auf Neuseeland liegt die Macraes Operation, ein großer Tagebau- und Untertagebergbaubetrieb auf der Südinsel und die Waihi Operation, ein Goldbergwerk auf der Nordinsel, das den Martha-Untertagebetrieb umfasst.

Der Anteil der 6 Edelmetall-Aktien zusammen in unserem Portfolio ist aufgrund der Kursverluste auf 16,5 Prozent gesunken.

Welche Transaktionen gab es diese Woche?

Vor dem Wochenende haben wir im Rahmen unseres Risikomanagements unsere Aktienposition Fresenius halbiert. Der Verkauf von 1.500 Aktien erfolgte zu 44,513 Euro (Wochenendstand -1,85 Prozent tiefer bei 43,69 Euro). Gegenüber unserem durchschnittlichen Einstand von nur 27,76 Euro haben wir damit jetzt einen Kursgewinn von 60,4 Prozent realisiert.

Wie hoch ist die Barreserve?

Das Euro-Kontoguthaben ist weiter gestiegen und beträgt noch vor der Gutschrift aus dem Fresenius-Teilverkauf 677.591 Euro. Damit wurde es in den drei vergangenen Wochen von 6,9 auf 10,0 Prozent erhöht. Unter anderem ist dem Konto die Quartalsdividende von Aperam zugeflossen: 0,50 Euro für jede unserer 2.000 Aperam-Aktien, nach 15 Prozent Quellensteuer noch 850 Euro. Bei vier Quartalsdividenden in dieser Höhe beträgt die Dividendenrendite (auch im Verhältnis zu unserem Einstandskurs 33,45 Euro) 6,0 Prozent. Mehrheitlich wird von Analysten ein weiterer Anstieg der Aperam-Dividenden erwartet.

Auch unsere Fremdwährungsguthaben sind weiter gestiegen, wozu die Dividenden von Pan American Silver und Roche beigetragen haben: Pan American Silver schüttete 0,18 US-Dollar Quartalsdividende für jede Aktie aus, für unsere 4.500 Aktien brutto also 810 USD (auf die 121,50 USD Quellensteuer einbehalten wurden). In kanadischen Dollar entspricht das aktuell einer Dividende von knapp 0,25 CAD und im Verhältnis zu unserem Einstandskurs 40,97 CAD einer Dividendenrendite von 2,4 Prozent. Roche hat 9,80 CHF pro Inhaber-Genußschein ausgeschüttet, für unsere 400 Stück brutto also 3.920 CHF (auf die 1.372 CHF Quellensteuer einbehalten wurden). Die Inhaber-Genußscheine wurden jetzt 1:1 in Partizipationsscheine umgetauscht. In Euro umgerechnet stiegen unsere Fremdwährungsguthaben auf jetzt 87.654 Euro (Anteil am Fondsvermögens 1,3 Prozent).

Zusammen belaufen sich die Kontoguthaben noch ohne den Erlös aus dem Fresenius-Teilverkauf auf 765.245 Euro. Damit haben wir die Barreserve auf gut 11,3 Prozent erhöht, mit dem Fresenius-Verkaufserlös auf mehr als 12 Prozent. Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist in dieser Woche weiter durch Nettomittelzuflüsse gestiegen, nämlich um 356 Anteile auf jetzt 160.432 Anteile. Das Fondsvermögen ist aber durch die Kursverluste in dieser Woche auf jetzt 6.747.919 Euro gesunken.

Aktuelle strategische und taktische Überlegungen

Rein oder raus? An den Aktienmärkten ist eine Risk-Off-Bewegung zu beobachten. Während die Märkte das Szenario einer durch eine Energiekrise gestörten Weltwirtschaft einpreisen, werten Optimisten die Kursverluste schon als Kaufgelegenheit. Entsprechend stark haben die Börsenumsätze zugenommen. Wir beteiligen uns nicht an diesem hektischen Spiel. Wir haben in den drei Wochen seit dem israelisch-amerikanischen Angriff auf den Iran unsere ohnehin recht hohe Barreserve durch je einen Teilverkauf eines DAX-Wertes pro Woche nochmals erhöht – auf über 830.000 Euro bzw. gut 12 Prozent des Fondsvermögens. Mit den Teilverkäufen haben wir jeweils hohe Buchgewinne realisiert und unser Marktrisiko („Beta“) das traditionell beim DAX überdurchschnittlich hoch ist, verringert. Tatsächlich würde sich unser Portfolio als vergleichsweise robust erweisen, wenn nicht ausgerechnet die Edelmetall-Investments stärker unter Druck geraten wären. Sollte man nicht annehmen, das Gold und Silber in Kriegszeiten besonders gefragt sind, wenn ein weltweiter Inflationsschub erwartet wird? Im vierten Quartal waren viele Investoren „auf den Gold- und Silber-Zug aufgesprungen“. Sie verabschieden sich jetzt schon wieder. Zudem wird spekuliert, dass es kriegsbedingt größere Gold- uns Silberverkäufe aus den unmittelbar vom Krieg betroffenen Ländern am Persischen Golf geben könnte, wo traditionell größere Vermögensanteile in Edelmetallen gehalten werden. Dass dagegen der Energiepreisanstieg so stark auf die Förderkosten durchschlägt, dass dies die Kursverluste bei Minenaktien begründen könnte, hält einer rechnerischen Überprüfung nicht stand. Mittel- bis längerfristig werden also auch hier wieder die Optimisten Recht behalten und wir wieder steigende Kurse sehen. Wir greifen bekanntlich nicht in fallende Messer. Aber wir beobachten die Entwicklung sehr genau und sind bereit, unserer „trockenes Pulver“ einzusetzen, wenn die entsprechenden Signale kommen. Trump könnte ja auch jederzeit erklären, den Iran-Krieg siegreich zu beenden. Dann dürften viele Anleger an den Aktienmärkten wieder auf die Käuferseite wechseln.