Wochenkommentar KW 35/2025
Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank. Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte. Bei Anregungen und Feedback erreichen Sie uns gerne per email. Ihre Ansprechpartner sind: – Dirk Arning (arning@acc-invest.de) – Geschäftsführung, Ansprechpartner für börsenspezifische Informationen – Klaus J. Ueker (ueker@acc-invest.de) – Geschäftsführer, Ansprechpartner für Mitgliederverwaltung – Holger Fiegl (info@acc-invest.de) – Administration, Ansprechpartner für Webpage
Report über das Portfolio des Investmentclub Aktienfonds
Was ist diese Woche (KW35/2025) an den Börsen geschehen?
Neue Drohungen von US-Präsident Trump gegen China, den Handel zwischen den zwei weltgrößten Volkswirtschaften praktisch mit Zöllen von 200 Prozent zum Erliegen zu bringen, brachten die Sorgen um Handelskonflikte zurück. In Europa löste vor allem eine neue Regierungskrise im hochverschuldeten Frankreich Kursverluste aus. Und in den USA schürte die Entlassung der Notenbank-Gouverneurin Lisa Cook durch Trump wegen des Vorwurfs von Falschangaben in einem Kreditantrag Sorgen um die Unabhängigkeit der Notenbank. Ironie der Geschichte: Trump selber ist ein wegen fortgesetzter und vielfacher Falschangaben bei Krediten rechtskräftig verurteilter Betrüger. Zudem verlor das Boom-Thema „Künstliche Intelligenz“ (KI) an Zugkraft. Hohe Umsatz- und Gewinnzuwächse beim KI-Chiphersteller Nvidia lösten statt Kursgewinnen Gewinnmitnahmen aus. Beim Dow Jones entstand ein kleiner Wochenverlust von -0,2 Prozent (+7,1 Prozent seit Jahresbeginn). Der Nasdaq-100 verlor doppelt so viel: -0,4 Prozent (+11,4 Prozent seit Jahresbeginn). In Europa fielen die Verluste höher aus: Euro-STOXX-50 -2,5 Prozent (+9,3 Prozent seit Jahresbeginn), DAX -1,9 Prozent (+20,1 Prozent seit Jahresbeginn).
Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?
Im Wochenverlauf erreichte der ACC Alpha select Anteilswert ein neues Rekordhoch bei 39,40 Euro. Auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag wurde der Anteilswert mit 38,95 Euro berechnet. Dies ist gegenüber der Vorwoche ein Rückgang um 31 Cent bzw. -0,8 Prozent. Seit Jahresbeginn beträgt der Anstieg des Anteilswertes +16,44 Prozent (Jahresende 2024: 33,45 Euro). Das Durchschnittsergebnis der globalen Aktienfonds im laufenden Jahr liegt bei nur +1,8 Prozent. Unser Vorsprung im laufenden Jahr gegenüber dem Aktienfondsdurchschnitt beträgt damit jetzt 14,6 Prozentpunkte. Mischfonds liegen gegenüber Jahresbeginn im Durchschnitt jetzt +2,8 Prozent im Plus. Über ein rollierendes Jahr (seit dem 28. August 2024) beträgt unser Nettoplus +17,2 Prozent, während sich der Durchschnitt der Aktienfonds von +7,4 auf +8,2 Prozent verbessert (und Mischfonds von +5,5 auf +5,9 Prozent). Über rollierende drei Jahre liegt unser Plus bei +30,0 Prozent, während der Durchschnitt der globalen Aktienfonds +24,4 Prozent erreicht (und flexible globale Mischfonds +14,3 Prozent). Über rollierende fünf Jahre bauen wir unseren Vorsprung weiter aus: Der ACC Alpha Anteilswert liegt kumuliert über fünf Jahre jetzt +60,75 Prozent im Plus, der Aktienfondsdurchschnitt +52,2 Prozent (Mischfonds nur +23,2 Prozent) (Quelle: fondsweb).
Laut Morningstar liegt der ACC Alpha select Fonds im laufenden Jahr mit dem Plus von +16,4 Prozent weiterhin unter dem besten Prozent der vergleichbaren Fonds, d.h. er schlägt 99 Prozent der Vergleichsgruppe (Quelle: morningstar.de). Angesichts der überdurchschnittlichen Performance hatte Morningstar vor drei Wochen die Gesamtnote für den ACC Alpha select Fonds wieder auf vier Sternen angehoben. FWW gibt dem ACC Alpha select weiterhin fünf von fünf möglichen Sternen. Dem liegt die risikoadjustierte Performance („RAP“) über drei Jahre zugrunde. Fünf Sterne erhalten nur die 20 Prozent besten Fonds eines Sektors. Unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten gehört der ACC Alpha select zu den 30 Prozent der besten Fonds in der Gruppe vergleichbarer Fonds. Unsere Strategie erhält beim ISS ESG Fund Rating 4 von 5 möglichen Sternen. Das ISS ESG Fund Rating bewertet die ökologische, soziale und governancebezogene (ESG) Performance eines Fonds.
Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)
Die in diesem und dem folgenden Abschnitt genannten Kursveränderungen beziehen sich jeweils auf die Woche bis einschließlich Freitag.
Die ProSiebenSat.1 Media-Aktien stiegen im Handelsverlauf auf den höchsten Stand seit zwei Jahren und verbuchten auf Wochensicht ein Plus von +5,2 Prozent (auf 8,425 Euro, Einstand 7,57 Euro). Die beiden Bieter für den unterbewerteten deutschen TV-Konzern, MFE und PPF, einigten sich: Der Finanzinvestor PPF verkauft seinen Anteil, soweit bekannt 15,44 Prozent, an die italienische Medien-Gesellschaft Media for Europe (MFE). Damit kommt MFE in den Besitz von mehr als 50 Prozent und somit der Mehrheit am deutschen Medienkonzern. Die MFE-Aktie reagierte darauf mit einem Freudensprung (+13,6 Prozent auf Wochensicht). Die durch ein Übernahmeangebot an den MFE-Aktienkurs gekoppelte ProSieben-Aktie legte deshalb ebenfalls zu, wobei die hohe Barkomponente des Angebots den prozentualen Anstieg gegenüber dem MFE-Aktienkurs bremst.
Die positive Entwicklung bei den Edelmetallpreisen setzte sich fort: Der Goldpreis stieg an den oberen Rand der seit April gültigen Bandbreite bei 3.450 US-Dollar pro Unze, was unseren Gold-Aktien zu weiteren Kursgewinnen verhalf, allen voran Newmont (+5,1 Prozent auf 74,40 USD, Einstand 43,84 USD) gefolgt von Pan American Silver (+3,2 Prozent auf 46,59 CAD, Einstand 40,97 CAD). Die Chancen dafür, dass der Goldpreis trotz des historisch hohen Niveaus seinen mittelfristigen Aufwärtstrend fortsetzt, sind groß. Denn fundamental dürfte die Wirkung der Trumpschen Politik geopolitische und finanzielle Risiken weiterhin erhöhen. Und markt- und charttechnisch macht die nun gut viermonatige Seitwärtsbewegung zunehmend den Eindruck einer erfolgreichen Konsolidierung und weniger einer Trendermüdung. So verringerte sich der zuvor durch die Goldpreisrallye in den ersten vier Monaten dieses Jahres stark überdehnte Abstand zur 200-Tage-Durchschnittslinie erstmals wieder auf weniger als 10 Prozent – bei weiterhin klar steigender 200-Tage-Linie. Der Anteil unserer vier Edelmetall-Aktien in Summe stieg in dieser Woche von 10,6 auf 10,8 Prozent vom Fondsvermögen.
Der Aktienkurs des japanischen Itochu-Konzerns kletterte in Yen an der Heimatbörse Tokio auf ein neues Rekordhoch (auf 8.397 Yen, Einstand 4.157 Yen). In Euro hat sich der Kurs damit seinem Rekordhoch aus dem vergangenen Jahr genähert: +1,7 Prozent auf 48,55 Euro (Einstand 28,64 Euro). Das Zahlenwerk zum jüngsten Quartal war schon Anfang August veröffentlicht worden. Die Umsatzerlöse schwächten sich leicht ab, um 1,1 Prozent auf 3.558,93 Milliarden Yen. Der Nettogewinn stieg aber deutlich: im Vergleich zum Vorjahresquartal um +39,6 Prozent, bezogen auf eine Aktie von (EPS) 143,59 Yen auf 200,50 Yen. Der Aktienkurs hatte auf die Handelsvereinbarung mit den USA erleichtert reagiert. Japan hat mit den USA gegenseitige Zölle von 15 Prozent vereinbart. Der Anteil unserer Japan-Investments stieg in dieser Woche von 11,1 auf 11,2 Prozent vom Fondsvermögen.
Die in der Vorwoche beim Rollen vom September- auf den Dezember-Verfallstermin aufgestockte und angepasste DAX-Put-Position erwies sich in dem schwächeren Umfeld als Beitrag zur Stabilisierung des Anteilswertes. Der Kurs der Put-Optionen stieg in dieser Woche um +26,2 Prozent (auf 761,90 Euro, Einstand 650,00 Euro). Die Verkaufsoptionen, die wir leicht „aus dem Geld“ gekauft haben, sind durch den Rückgang des DAX unter 24.000 jetzt leicht „im Geld“.
Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)
Die Budget- und Regierungskrise in Frankreich belastete vor allem französische Aktien und Finanzwerte. Im Streit um den anstehenden Sparhaushalt will Premier François Bayrou die Vertrauensfrage stellen. Das Parlament soll darüber am 8. September abstimmen. Bank-Ökonomen fürchten wirtschaftlichen Schaden, sollte die Regierung in Frankreich stürzen. Als französische Großbank litt besonders die Société Générale, deren Kurs sich seit Jahresbeginn verdoppelt hat, was zu Gewinnmitnahmen einlädt: -8,9 Prozent (auf 52,72 Euro, Einstand 24,73 Euro). AXA verlieren -6,6 Prozent (auf 39,70 Euro, Einstand 19,61 Euro).
Schwächster deutscher Titel in unserem Portfolio war in dieser Woche die kleine Position Deutsche Pfandbriefbank (pbb): -7,6 Prozent auf 5,285 Euro (Einstand 6,11 Euro).
Welche Transaktionen gab es diese Woche?
Wie angekündigt, haben wir aufgrund eines Kaufsignals unsere Aktienposition in Douglas durch den Zukauf von 5.000 Aktien zu 12,39 Euro verdoppelt. Der durchschnittliche Einstandspreis der jetzt 10.000 Stück steigt durch den Zukauf auf 11,61 Euro.
Wie hoch ist die Barreserve?
Auf jeden ADR für die südkoreanischen KT-Corp-Aktien wurden 0,216369 US-Dollar Quartalsdividende ausgeschüttet, für unsere 10.000 ADRs also 2.163,69 USD. Wie erwartet, stieg hier die Gewinnausschüttung von Quartal zu Quartal. Nach Abzug der Quellensteuer wurden unserem Dollar-Konto 1.687,68 USD gutgeschrieben, wodurch unser Guthaben dort auf 57.872 USD anstieg. Unterstellt man vier unveränderte Quartalsdividenden in dieser Höhe, würde sich eine jährliche Dividende in Höhe von 0,865 USD pro ADR ergeben. Im Verhältnis zu unserem Einstandskurs von 10,786 USD ist das eine stattliche Dividendenrendite von 8,0 Prozent! Vor einem halben Jahr hieß es an dieser Stelle „Es wird mit einem Anstieg der Gewinnausschüttungen auf über 80 Cent pro ADR (und Jahr) gerechnet, womit unsere Dividendenrendite mindestens 7,5 Prozent erreichen würde.“
Unser Fremdwährungsguthaben ist im Wochenvergleich durch die KT Corp-Dividende leicht auf 143.911 Euro gestiegen, weiterhin 2,4 Prozent vom Fondsvermögen. Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist in dieser Woche weiter leicht (netto um 50 Anteile) auf 151.732 gesunken. Das Euro-Bankguthaben reduzierte sich durch den Douglas-Zukauf auf 126.540 Euro. Der Anteil am Fondsvermögen sank von 3,2 auf 2,1 Prozent. Der Kurs der im April gekauften kurzlaufenden deutschen Bundesanleihe im Nennwert von 500.000 Euro ist im Wochenvergleich weiter leicht gestiegen von 99,37 auf 99,39 Prozent. Einschließlich der 78 Euro Stückzinsen pro Woche liegt der Wert jetzt bei 498.296 Euro (8,4 Prozent vom Fondsvermögen). Unsere Barreserve aus Bankguthaben und Kurzläufer zusammen ist im Wochenvergleich letztendlich um gut 62.000 Euro auf 768.747 Euro gesunken, der Anteil am Fondsvermögen von 13,9 auf 13,0 Prozent.
Aktuelle strategische und taktische Überlegungen
Dass die meisten globalen Aktienfonds noch nicht die Kursverluste aus der ersten Aprilwoche aufgeholt haben, ist ein Armutszeugnis. Mit unserem Plus von aktuell 16,44 Prozent schlagen wir im laufenden Jahr fast alle vergleichbaren Fonds, 99 Prozent, um genauer zu sein, denn laut Morningstar gehören wir zum obersten einen Prozent.
Was haben wir also in den ersten acht Monaten dieses Jahres richtig gemacht? Top-Down lässt sich unsere Performance mit richtigen Allokations-Entscheidungen erklären: So gut wie keine US-Aktie, keine teuren Wachstumsaktien, bei denen schon ein Haar in der Suppe ausreichen kann, um eine scharfe Korrektur auszulösen. Schwerpunkt dagegen europäische Value-Aktien und ein Ausbau unserer Edelmetall-Aktien.
Bottom-Up, also bei der Einzeltitelauswahl, ist es nicht eine einzelne Wette, die aufgegangen wäre, sondern die große Zahl an richtigen Entscheidungen: Deutz, seit 2023 im Portfolio, ist im laufenden Jahr um +120,2 Prozent gestiegen. Der Newmont-Aktienkurs hat sich seit Jahresbeginn verdoppelt (+99,9 Prozent). Und unsere seit einigen Jahren mit Abstand größte Aktienposition, Fairfax Financial aus Kanada, blieb trotz vorausgegangener Kursvervielfachung eine Stütze für die Performance: Mit +18,2 Prozent hat sie stärker zugelegt als der Anteilswert.
Dafür, dass unbeirrte Aktienauswahl mittels unseres Bewertungsmodells zielführend ist, sind die europäischen Bankaktien ein Beleg: Die Deutsche Bank – Aktie haben wir 2022 für 8,54 Euro kaufen können, seitdem ist sie um 250 Prozent gestiegen, allein 80 Prozent in diesem Jahr. Eine Société Générale war noch im vergangenen September krass unterbewertet und wurde von uns für weniger als 25 Euro ins Portfolio aufgenommen. In weniger als einem Jahr hat sich der Kurs mehr als verdoppelt.
Es spricht viel dafür, dass die Jahre, in den wenige hochkapitalisierte „Wachstums-Storys“ die Aktienmärkte getrieben haben, vorbei sind. Die Reaktion auf die Nvidia-Geschäftsergebnisse in dieser Woche ist ein weiterer Beleg dafür. Umso mehr wird die aktive Selektion von Aktien nach Value-Kriterien in den nächsten Jahren ihre Stärken ausspielen.
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