Wochenkommentar KW 34/2025
Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank. Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte. Bei Anregungen und Feedback erreichen Sie uns gerne per email. Ihre Ansprechpartner sind: – Dirk Arning (arning@acc-invest.de) – Geschäftsführung, Ansprechpartner für börsenspezifische Informationen – Klaus J. Ueker (ueker@acc-invest.de) – Geschäftsführer, Ansprechpartner für Mitgliederverwaltung – Holger Fiegl (info@acc-invest.de) – Administration, Ansprechpartner für Webpage
Report über das Portfolio des Investmentclub Aktienfonds
Was ist diese Woche (KW34/2025) an den Börsen geschehen?
Nachdem Trump den russischen Diktator Putin in Alaska hofiert hatte, waren die unmittelbar zuvor angekündigten US-Sanktionen gegen den Kreml und ein Waffenstillstand bis auf weiteres vom Tisch. An den Kapitalmärkten wandte sich die Aufmerksamkeit dem bevorstehenden Notenbanken-Treffen in Jackson Hole zu. Fed-Präsident Powell erklärte dort, weil die gegenwärtige Geldpolitik restriktiv wirke, ziehe man eine Änderung in Erwägung. Mit der Aussicht auf sinkende Leitzinsen verlor der US-Dollar schlagartig weiter an Wert, umgekehrt sprangen die Kurse realer Vermögenswerte wie Aktien und Edelmetalle nach oben. Beim Dow Jones entstand dank dieses Kurssprungs ein Wochenplus von +1,5 Prozent (+7,3 Prozent seit Jahresbeginn). Beim Nasdaq-100 verblieb allerdings ein Verlust von -0,9 Prozent (+11,8 Prozent seit Jahresbeginn). Der Euro-STOXX-50 stieg um +0,7 Prozent (+12,1 Prozent seit Jahresbeginn); der DAX beendete die Woche nahezu unverändert (+22,4 Prozent seit Jahresbeginn).
Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?
Im Wochenverlauf wurde der ACC Alpha select Anteilswert mit einem neuen Rekordhoch bei 39,33 Euro ermittelt. Auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag wurde der Anteilswert mit 39,26 Euro berechnet. Dies ist gegenüber der Vorwoche ein Anstieg um 4 Cent bzw. +0,1 Prozent. Seit Jahresbeginn beträgt der Anstieg des Anteilswertes +17,4 Prozent (Jahresende 2024: 33,45 Euro). Das Durchschnittsergebnis der globalen Aktienfonds im laufenden Jahr sank in dieser Woche auf nur +0,8 Prozent. Unser Vorsprung im laufenden Jahr gegenüber dem Aktienfondsdurchschnitt wächst damit weiter auf jetzt 16,6 Prozentpunkte! Mischfonds liegen gegenüber Jahresbeginn im Durchschnitt jetzt +2,2 Prozent im Plus. Über ein rollierendes Jahr (seit dem 21. August 2024) beträgt unser Nettoplus +19,4 Prozent, während sich der Durchschnitt der Aktienfonds von +10,0 auf +7,4 Prozent verschlechtert (und Mischfonds von +7,0 auf +5,5 Prozent). Über rollierende drei Jahre wächst unser Vorsprung von 7,3 auf 8,6 Prozentpunkte: +29,3 Prozent, während der Durchschnitt der globalen Aktienfonds von +21,9 auf +20,7 Prozent abrutscht (und flexible globale Mischfonds von +13,1 auf +12,7 Prozent). Auch über rollierende fünf Jahre bauen wir unseren Vorsprung weiter aus: Der ACC Alpha Anteilswert liegt kumuliert über fünf Jahre jetzt +64,2 Prozent im Plus, der Aktienfondsdurchschnitt +53,0 Prozent (Mischfonds nur +23,6 Prozent) (Quelle: fondsweb).
Laut Morningstar liegt der ACC Alpha select Fonds im laufenden Jahr mit dem Plus von +17,4 Prozent wieder unter dem besten Prozent der vergleichbaren Fonds, d.h. er schlägt 99 Prozent der Vergleichsgruppe (Quelle: morningstar.de). Angesichts der überdurchschnittlichen Performance hatte Morningstar vor zwei Wochen die Gesamtnote für den ACC Alpha select Fonds wieder auf vier Sternen angehoben. FWW gibt dem ACC Alpha select weiterhin fünf von fünf möglichen Sternen. Dem liegt die risikoadjustierte Performance („RAP“) über drei Jahre zugrunde. Fünf Sterne erhalten nur die 20 Prozent besten Fonds eines Sektors. Unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten gehört der ACC Alpha select zu den 30 Prozent der besten Fonds in der Gruppe vergleichbarer Fonds. Unsere Strategie erhält beim ISS ESG Fund Rating 4 von 5 möglichen Sternen. Das ISS ESG Fund Rating bewertet die ökologische, soziale und governancebezogene (ESG) Performance eines Fonds.
Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)
Die in diesem und dem folgenden Abschnitt genannten Kursveränderungen beziehen sich jeweils auf die Woche bis einschließlich Freitag.
Der Aktienkurs der Deutschen Pfandbriefbank (pbb) stieg in dieser Woche um +5,8 Prozent (auf 5,72 Euro, Einstand 6,11 Euro). Die Bank gab Insider-Käufe einer Reihe von Vorstandsmitgliedern bekannt. Zuvor hatte das Analysehaus Kepler Cheuvreux seine bislang negative Empfehlung aufgegeben und die Aktie von „Reduzieren“ auf „Halten“ hochgestuft. Im Gesamtjahr sei zwar ein Nettoverlust wegen des US-Rückzugs wahrscheinlich, betonte der Analyst. Nach dem jüngsten Rutsch sei der Kurs aber auf einem Niveau angekommen, auf dem Chancen und Risiken ausgewogen seien. Auch wir hatten wegen des Rückzugs aus dem problematischen US-Markt von einer Aufstockung der kleinen Aktienposition vorerst abgesehen.
Von der positiven Entwicklung bei den Edelmetallpreisen profitierten unsere Edelmetall-Aktien, allen voran unsere beiden kanadischen Aktien: Franco-Nevada +4,5 Prozent (neues Rekordhoch, Wochenschluss 255,86 CAD, Einstand 176,46 CAD) und Pan American Silver +3,0 Prozent (auf 45,15 CAD, Einstand 40,97 CAD). Der Aktienkurs des US-Minenbetreibers Newmont stieg um +2,1 Prozent (auf 70,77 USD, Einstand 43,84 USD). Der Anteil unserer vier Edelmetall-Aktien in Summe stieg auf 10,6 Prozent vom Fondsvermögen.
Zu den größten Kursgewinnern zählten auch die erst vor wenigen Wochen aufgenommenen Douglas (+4,1 Prozent auf 12,18 Euro, Einstand 10,83 Euro) und Sixt Vorzugsaktien (+3,6 Prozent auf 88,90 Euro, Einstand 65,45 Euro). Bei Douglas erscheint ein Turnaround zunehmend wahrscheinlicher. Wir würden unsere Position verdoppeln.
Fresenius stiegen nach dem Vorwochenplus von +5,2 Prozent um weitere +3,7 Prozent (auf 47,69 Euro, Einstand 27,76 Euro). Hier wirken offenbar die positiv aufgenommenen Quartalsergebnisse nach (siehe Vorwochenbericht).
Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)
Bei Kontron setzen sich die Gewinnmitnahmen fort: -3,9 Prozent (auf 24,16 Euro, Einstand 19,41 Euro). Der Kursrückgang seit Anfang August erscheint zunehmend übertrieben, denn der Technologiekonzern hatte sein Gewinnziel für das laufende Jahr sogar angehoben. Die Anhebung des Ausblicks war aber wohl mehrheitlich erwartet worden.
Der Aktienkurs von Nippon Sanso verlor in Euro auf Wochensicht -3,8 Prozent (auf 32,12 Euro bzw. 5.483 Yen, Einstand 18,31 Euro bzw. 2.681 Yen). Damit blieb der Kurs in der seit Mitte dieses Jahres gültigen Bandbreite von 5.400 bis 5.750 Yen. Anfang August waren die Quartalszahlen zum 30.06.2025 veröffentlicht worden. Dabei wurde eine Umsatzabschwächung um 4,4 Prozent auf 314,76 Milliarden JPY ausgewiesen. Der Gewinn pro Aktie (EPS) wurde mit 65,60 JPY je Aktie angegeben. Ein Jahr zuvor war der Quartalsgewinn pro Aktie mit 67,19 JPY beziffert worden. Nippon Sanso bleibt als drittgrößter Industriegashersteller ein strategisches Investment mit KGV knapp unter 20, Linde dagegen KGV 32 und Air Liquide mit KGV 29. Unsere Japan-Investments machen zusammen 11,1 Prozent vom Fondsvermögen aus.
Welche Transaktionen gab es diese Woche?
Aufgrund des beschleunigten Zeitwertverlustes haben wir unsere Position in den DAX-Put-Optionen mit Laufzeit September verkauft und gleichzeitig eine neue Position mit Laufzeit Dezember gekauft. Der Verkauf der 20 DAX-Puts September, Basis 23.000, erfolgte zu 92,00 Euro. Gegenüber unserem durchschnittlichen Einstand zu 405,55 Euro haben wir einen Verlust von -77,3 Prozent realisiert, gleichsam die von uns gezahlte Versicherungsprämie gegen einen DAX-Rückschlag im Sommer. Insbesondere vor dem Hintergrund der in diesem Zeitraum ausgelaufenen Frist für eine Einigung im Zollstreit mit den USA hatten wir eine gewisse Absicherungsposition. Die neue Marktrisiko-Hedging-Position besteht aus nur 15 DAX-Put-Optionen mit Laufzeit Dezember und einem um 1.000 auf 24.000 DAX-Punkte erhöhtem Basispreis. Der Einstandskurs dieser neuen Puts liegt bei 650,00 Euro.
Wie hoch ist die Barreserve?
Unser Fremdwährungsguthaben ist im Wochenvergleich durch den DFDS-Verkauf auf 142.539 Euro gestiegen, 2,4 Prozent vom Fondsvermögen. Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist in dieser Woche wieder leicht (um 497 Anteile) auf 151.782 gesunken. Das Euro-Bankguthaben reduzierte sich durch die Rücknahme der Anteile und den Kauf der neuen DAX-Puts um knapp 60.000 Euro auf 190.559 Euro. Der Anteil am Fondsvermögen sank von 4,2 auf 3,2 Prozent. Der Kurs der im April gekauften kurzlaufenden deutschen Bundesanleihe im Nennwert von 500.000 Euro ist im Wochenvergleich weiter leicht gestiegen von 99,33 auf 99,37 Prozent. Einschließlich der 78 Euro Stückzinsen pro Woche liegt der Wert jetzt bei 498.113 Euro (8,3 Prozent vom Fondsvermögen). Unsere Barreserve aus Bankguthaben und Kurzläufer zusammen ist im Wochenvergleich letztendlich um rund 20.000 Euro auf 831.211 Euro gesunken, der Anteil am Fondsvermögen von 14,2 auf 13,9 Prozent.
Aktuelle strategische und taktische Überlegungen
Gewinnmitnahmen bei Aktieninvestments? Jedes Mal, wenn unser Anteilswert neue Rekorde erreicht, erleben wir Anteilsrückgaben; so auch in den vergangenen drei Wochen. „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand arm geworden.“, lautet ein altes Börsensprichwort. Allerdings sollte man unterscheiden, ob man sich mit guten Kursgewinnen aus einzelnen Aktien, einem stark gelaufenen Index-ETF verabschiedet oder, wie unserem Fall, aus einem aktiv gemanagten Portfolio. Denn dieses Portfolio wird fortlaufend überwacht und Marktgegebenheiten und Bewertungen angepasst. Aus dem starken Anstieg des Anteilswertes darauf zu schließen, unser Aktienportfolio sei nun „rückschlaggefährdet“, „teuer“ oder gar „überbewertet“ ist falsch: Unser durchschnittliches Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) liebt bei nur 11,8. Beim Durchschnitt der Fonds ist es mit 19,5 sage und schreibe 65 Prozent höher! Noch krasser bleibt unser Bewertungsvorsprung mit Blick auf das Kurs/Buchwert-Verhältnis, wo unsere Aktien im Durchschnitt mit 1,16 kaum mehr höher als zum ausgewiesenen Eigenkapital notieren, während der Fondsdurchschnitt bei 3,11 liegt. Mit einer durchschnittlichen Dividendenrendite von 2,85 Prozent sind die laufenden Erträge aus unserem Aktienportfolio zudem deutlich höher als beim Fondsdurchschnitt (2,0 Prozent) oder Index (2,35 Prozent). Das langfristige Wachstum der Erträge wird bei uns auf 12,5 Prozent geschätzt, gegenüber nur gut 9 Prozent im Markt. Allerdings berechnen sich diese Kennzahlen nur aus dem investierten Teil des Portfolios. Die (verzinste) Barreserve von rund 14 Prozent des Fondsvermögens geht in die Berechnungen von Durchschnitts-Aktien-KGV etc. natürlich nicht ein. So gesehen, profitieren alle verbleibenden Anteilsinhaber davon, wenn sich andere auszahlen lassen: Unser prozentualer Anteil am Fonds wird größer. „Mehr Rendite für uns“, sozusagen.
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