Wochenkommentar KW 33/2025

Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank. Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte. Bei Anregungen und Feedback erreichen Sie uns gerne per email. Ihre Ansprechpartner sind: – Dirk Arning (arning@acc-invest.de) – Geschäftsführung, Ansprechpartner für börsenspezifische Informationen – Klaus J. Ueker (ueker@acc-invest.de) – Geschäftsführer, Ansprechpartner für Mitgliederverwaltung – Holger Fiegl (info@acc-invest.de) – Administration, Ansprechpartner für Webpage



Report über das Portfolio des Investmentclub Aktienfonds

Was ist diese Woche (KW33/2025) an den Börsen geschehen?

Die US-Inflation fiel mit 2,7 Prozent und einer Kernrate von 3,0 Prozent wie erwartet aus, womit die Märkte zunehmend von einer US-Leitzinssenkung im September ausgehen. Darauf nahm der US-Dollar seine Abwärtsbewegung wieder auf. Den US-Börsen mangelte es an richtungsweisenden Impulsen: Dow Jones +1,7 Prozent (+5,6 Prozent seit Jahresbeginn), Nasdaq-100 +0,4 Prozent (+12,8 Prozent seit Jahresbeginn). Europäische Märkte profitierten von Hoffnungen auf das amerikanisch-russische Gipfeltreffen. Der Euro-STOXX-50 stieg um +1,9 Prozent (+11,3 Prozent seit Jahresbeginn), der DAX um +0,8 Prozent (+22,4 Prozent seit Jahresbeginn). Japanische Aktienindizes verzeichneten überdurchschnittliche Gewinne. Japans Wirtschaft hat sich im Frühjahr stärker als erwartet entwickelt. Der Nikkei-225 kletterte mit einem Wochenplus von +3,7 Prozent erstmals in seiner Geschichte über 43.000 Zähler (+8,7 Prozent seit Jahresbeginn).

Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?

Zum Wochenauftakt wurde der ACC Alpha select Anteilswert mit den Schlusskursen vom Freitag der Vorwoche auf einem neuen Rekordhoch von 39,16 Euro ermittelt. Auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag wurde ein neues Rekordhoch mit 39,22 Euro festgestellt. Seit Jahresbeginn beträgt der Anstieg des Anteilswertes +17,25 Prozent (Jahresende 2024: 33,45 Euro).

Das Durchschnittsergebnis der globalen Aktienfonds im laufenden Jahr liegt nur bei +1,2 Prozent. Unser Vorsprung im laufenden Jahr gegenüber dem Aktienfondsdurchschnitt beträgt damit weiterhin rund 16 Prozentpunkte! Mischfonds liegen gegenüber Jahresbeginn im Durchschnitt jetzt immerhin +2,3 Prozent im Plus – fast das Doppelte von Aktienfonds. Über ein rollierendes Jahr (seit dem 14. August 2024) beträgt unser Nettoplus +21,3 Prozent, während sich der Durchschnitt der Aktienfonds auf +10,0 Prozent verschlechtert (und Mischfonds auf +7,0 Prozent). Über rollierende drei Jahre bleibt unser Vorsprung bei 7,3 Prozentpunkten: +29,2 Prozent, während der Durchschnitt der globalen Aktienfonds +21,9 Prozent erreichte (und flexible globale Mischfonds von +13,1 Prozent). Über rollierende fünf Jahre halten wir unseren ausgebauten Vorsprung: Der ACC Alpha Anteilswert liegt kumuliert über fünf Jahre jetzt +60,1 Prozent im Plus, der Aktienfondsdurchschnitt +54,0 Prozent (Mischfonds nur +23,7 Prozent) (Quelle: fondsweb).

Laut Morningstar liegt der ACC Alpha select Fonds im laufenden Jahr unter den besten zwei Prozent der vergleichbaren Fonds, d.h. er schlägt 98 Prozent der Vergleichsgruppe (Quelle: morningstar.de). Angesichts der überdurchschnittlichen Performance hatte Morningstar vor gut einer Woche die Gesamtnote für den ACC Alpha select Fonds wieder auf vier Sternen angehoben. FWW gibt dem ACC Alpha select weiterhin fünf von fünf möglichen Sternen. Dem liegt die risikoadjustierte Performance („RAP“) über drei Jahre zugrunde. Fünf Sterne erhalten nur die 20 Prozent besten Fonds eines Sektors. Unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten gehört der ACC Alpha select zu den 30 Prozent der besten Fonds in der Gruppe vergleichbarer Fonds. Unsere Strategie erhält beim ISS ESG Fund Rating 4 von 5 möglichen Sternen. Das ISS ESG Fund Rating bewertet die ökologische, soziale und governancebezogene (ESG) Performance eines Fonds.

Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)

Die in diesem und dem folgenden Abschnitt genannten Kursveränderungen beziehen sich jeweils auf die Woche bis einschließlich Freitag.

Mit einem Kursprung auf Wochensicht um +12,1 Prozent (auf 11,70 Euro, Einstand 10,83 Euro) reagierte die Douglas-Aktie auf die Vorlage der Quartalsergebnisse. Europas führender Einzelhändler für Kosmetik-Produkte ist im dritten Quartal seines Geschäftsjahres 2024/25, das dem zweiten Kalenderquartal entspricht, gewachsen und hat sein Nettoergebnis deutlich verbessert. Der Umsatz erreichte erstmals in einem Quartal von April bis Juni die Milliardenmarke. Der Konzernumsatz ist um 3,2 Prozent, bereinigt um die verkaufte Online-Apotheke Disapo um 4,0 Prozent, auf 1,0 Milliarden Euro gewachsen. Im Quartal zuvor waren die Erlöse noch um -2,0 Prozent gesunken. Davon verblieb ein EBITDA-Ergebnis von 154,6 Millionen Euro, mithin eine EBITDA-Marge von gut 15,3 Prozent. Als Free Cashflow verblieben davon 104,8 Millionen Euro, ein Plus von +3,0 Prozent. Als Nettogewinn des Quartals stehen schließlich 17,3 Millionen Euro unterm Strich, nicht viel, aber nach dem Vorjahresverlust -71,6 Millionen Euro eine Rückkehr in die Gewinnzone. Den Verschuldungsgrad zum Stichtag 30.06.2025 gab Douglas mit 2,7x an. Rechnet man die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres zusammen, steigt der Konzernumsatz gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um 2,9 Prozent (ohne Disapo 3,8 Prozent) auf 3,6 Milliarden Euro, das EBITDA um 8,5 Prozent auf 626,7 Millionen Euro (EBITDA-Marge 17,4 Prozent) und der Nettogewinn von 1,2 Mio. auf 161,3 Millionen Euro. Die Prognose für das Geschäftsjahr 2024/25, von dem das letzte Viertel jetzt läuft, wurde bestätigt: Der Konzernumsatz soll etwas mehr als 4,5 Milliarden Euro betragen (wir hatten 4,53 Mrd. Euro angesetzt), die bereinigte EBITDA-Marge rund 17 Prozent und der Nettogewinn rund 175 Millionen Euro (wir hatten 177,7 Mio. Euro angesetzt). Der CEO der DOUGLAS Group, Sander van der Laan, erklärte: „Wir sind im Großteil unserer 22 Omnichannel-Länder und damit insgesamt solide gewachsen – obwohl sich der wichtige Markt in Frankreich rückläufig entwickelt hat. Unser größter Markt Deutschland ist ebenfalls gewachsen. Unser Fokus liegt weiter darauf, die operativen Kosten gering zu halten und unsere Strategie- und Markeninitiativen voranzutreiben. Beide werden unsere künftige Entwicklung stärken. (…) Wir (…) liegen im Plan, unsere Prognose für das laufende Geschäftsjahr zu erreichen. In Frankreich geben die Kundinnen und Kunden zwar weniger aus, die gute Entwicklung in den meisten unserer 22 Omnichannel-Länder hat uns aber nach einem schwierigen zweiten Quartal wieder auf Wachstumskurs gebracht. Auch unser größter Markt Deutschland hat wieder Fahrt aufgenommen und ist gewachsen. Unabhängig davon machen wir weiter unsere Hausaufgaben: Wir behalten die operativen Kosten konsequent im Auge und treiben strategische Initiativen wie die Stärkung unserer Marke oder den Ausbau unserer Lieferkette und IT-Kompetenzen voran, damit wir für die Zukunft noch besser und widerstandsfähiger aufgestellt sind. Premium-Beauty bleibt ein Wachstumsmarkt – und wir sehen uns in einer guten Ausgangslage, um daran zu partizipieren.“ Der Umsatz im dritten Quartal wurde durch das spätere Ostergeschäft, welches sich zuvor negativ auf den Q2-Umsatz ausgewirkt hatte, positiv beeinflusst. Zentralosteuropa bleibt die am schnellsten wachsende Region der DOUGLAS Group und steigerte den Umsatz zweistellig um +10,5 Prozent. Im Online-Segment Parfumdreams / Niche Beauty stieg der Umsatz ebenfalls kräftig um 19,2 Prozent – getrieben durch eine effektivere Geschäftsstrategie von Parfumdreams und die anhaltend starke Entwicklung von Niche Beauty vor allem aufgrund stetiger Sortimentsverbesserungen. Zudem wurde die Performance im Vorjahreszeitraum durch vorübergehende Lieferkettenstörungen im Zusammenhang mit der Logistik-Integration von Parfumdreams in das Omnichannel-Lager in Hamm beeinflusst. Das Online-Geschäft nahm wieder Fahrt auf: Die Online-Umsätze wuchsen in allen Segmenten außer Südeuropa stärker als das Filialgeschäft – gruppenweit um 5,4 Prozent (bzw. 8,2 Prozent ohne Disapo). Auffällig war die Entwicklung erneut in Zentralosteuropa, wo die Umsätze um 20,9 Prozent zulegten. Dank eines straffen Kostenmanagements mit geringeren Vertriebs- und Verwaltungskosten konnte die DOUGLAS Group ihre Profitabilität im dritten Quartal stabilisieren. Auch im dritten Quartal wurden bei Ausbau und Modernisierung des Filialnetzes große Fortschritte erzielt. Man sieht sich auf einem guten Weg zum Ziel, bis zum Ende des Kalenderjahres 2026 rund 200 neue Filialen zu eröffnen und rund 400 bestehende Filialen zu modernisieren. Zwischen April und Juni 2025 wurden 22 neue eigene Filialen eröffnet, darunter ein Flagship-Store in Antwerpen, Belgien, sowie ein NOCIBÉ Flagship-Store mit 300 qm Verkaufsfläche im größten Einkaufszentrum Europas, Paris La Défense. 39 bestehende eigene Filialen wurden modernisiert (einschließlich Umzüge). In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres hat die DOUGLAS Group netto 40 neue Filialen (netto) eröffnet. Wir werten die Quartalszahlen als Bestätigung unserer bisherigen Annahmen, die eine hohe Unterbewertung der Aktie bedeuten. Wenn der Markt diese Einschätzung teilt und den jungen Aufwärtstrend der Aktie bestätigen sollte, werden wir unsere Stückzahl verdoppeln.

Fresenius stiegen um +5,2 Prozent (auf 46,01 Euro, Einstand 27,76 Euro). Der Krankenhausbetreiber und Arzneimittelkonzern hat sich im zweiten Quartal dank guter Geschäfte in seinen beiden Sparten erfolgreich gegen das schwierige Umfeld gestemmt, wir an dieser Stelle vor einer Woche schon kurz berichtet. Vorstandschef Michael Sen hob bei Vorlage der Quartalsergebnisse schon in der Vorwoche seine Jahresprognose für das Wachstum aus eigener Kraft an. Die Gewinnprognose wurde bestätigt: Fresenius verdiente auch dank weiterer Einsparungen deutlich mehr als zuvor vom Markt erwartet – trotz des Wegfalls der staatlichen Energiehilfen für seine Kliniken und anderer Belastungen. Der zuständige JPMorgan-Analyst sprach von einem starken Quartal. Treiber der guten Kursentwicklung war vor allem das bisher sehr erfolgreiche Sparprogramm von Konzernchef Sen, durch das Fresenius nach schwierigen Pandemiezeiten wieder Fahrt aufnahm. Laut der neuen Prognose soll der Umsatz nun in diesem Jahr organisch, also Währungs- und Portfolioeffekte herausgerechnet, um fünf bis sieben Prozent anziehen – statt wie zuvor angepeilt um vier bis sechs Prozent. Aktuelle geopolitische Risiken und auch Zölle, soweit bekannt, seien in der Prognose berücksichtigt. „Es gibt aber noch viele offene Fragen“, sagte Sen mit Blick auf den zuletzt ausgehandelten Zoll-Deal zwischen den USA und der Europäischen Union (EU). Noch seien etwa die genauen Regelungen für pharmazeutische Produkte wie etwa Generika und Medizintechnik unbekannt, und ab wann diese gelten sollen. Für eine genauere Einschätzung der konkreten Auswirkungen auf Fresenius sei es deshalb zu früh. Auch deshalb, da in den USA auch noch Untersuchungen zum Thema Medikamentenpreise liefen. Generell sei Fresenius mit seinem hohen Anteil an lokalen Produktionen in den USA zwar „resilienter als andere“, betonte der Manager, „aber auch nicht immun gegen Handelsbeschränkungen“. Fresenius macht derzeit rund zehn Prozent seines Gesamtumsatzes in den USA, 70 Prozent der dort verkauften Produkte werden lokal hergestellt. Im vergangenen Quartal erlöste Fresenius mit 5,57 Milliarden Euro drei Prozent mehr als vor einem Jahr. Das organische Umsatzplus lag bei fünf Prozent, wozu beide Sparten beitrugen. Während die Generika- und Medizintechniktochter Kabi vor allem von einem starken Wachstum im Pharmageschäft profitierte, gaben eine gute Auslastung und günstige Preiseffekte den deutschen Kliniken Schub. In den Krankenhäusern in Spanien machte sich dagegen der Ostertermin negativ bemerkbar, zu dem generell weniger behandelt wird; auch war das Vorjahr dort stark ausgefallen. Konzernweit sank das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (bereinigtes Ebit) um ein Prozent auf 654 Millionen Euro, weil unter anderem die im Vorjahr noch gezahlten staatlichen Energiehilfen für die Kliniken weggefallen waren. Zudem belastete Kabi der weggefallene Beitrag eines klinischen Ernährungsprodukts in China. Währungsbereinigt blieb der operative Gewinn des Konzerns aber nahezu stabil. Fresenius-Chef Sen bestätigte denn auch seine Jahresprognose, die für den operativen Gewinn einen währungsbereinigten Zuwachs von drei bis sieben Prozent vorsieht. Unter dem Strich verdiente Fresenius im fortgeführten Geschäft im vergangenen Quartal sogar mehr als vor einem Jahr, das bereinigte Konzernergebnis stieg von zuvor 388 auf 412 Millionen Euro. Dabei profitierte der Konzern den eigenen Angaben zufolge auch von geringeren Zinsaufwendungen. Der Konzern feilte unterdessen im vergangenen Jahresviertel weiter an seiner Kostenbasis – laut Sen beliefen sich die gesamten Einsparungen auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Zudem läuft aktuell bei der Klinikgesellschaft Helios ein Sparprogramm, das aber vor allem in der zweiten Jahreshälfte Früchte tragen soll. Abseits von Kostensenkungen und Effizienzmaßnahmen hat Michael Sen, der Fresenius seit Oktober 2022 führt, den gesamten Konzern auch in seiner Struktur kräftig umgebaut. Fresenius konzentrieren sich mittlerweile nur noch auf die beiden Säulen Kabi und das Klinikgeschäft, nachdem sie sich von Randgeschäften und der Dienstleistungstochter Vamed getrennt haben. Die frühere Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC) wird nur noch als Beteiligung geführt. Aktuell hält Fresenius 28,6 Prozent an FMC. Um diesen Anteil stabil zu halten, will Fresenius im Zuge des von FMC geplanten Aktienrückkaufs weitere eigene Aktien verkaufen. Fresenius bekräftigte aber, perspektivisch aktiver Aktionär mit einem FMC-Anteil von mindestens 25 Prozent plus einer Aktie bleiben zu wollen. Der Aktienkurs näherte sich dem 2021er Hoch von gut 47,50 Euro. Weil die Aktie kurzfristig etwas überkauft ist, dürfte es dort zunächst einen Widerstand geben. Zudem notiert die Aktie inzwischen nahe dem von uns berechneten Fair Value. In der Projektion ergibt sich allerdings weiteres Kurspotenzial bis über 60 Euro. 2017 hatte die Aktie im Allzeithoch 80 Euro erreicht.

Die Aktie des französischen Versicherungskonzerns AXA erreichte ein neues Allzeit-Rekordhoch: +4,9 Prozent auf 43,40 Euro (Einstand 19,61 Euro). Noch Anfang des Monats hatte die Börse die jüngsten Quartals- bzw. Halbjahresergebnisse mit Enttäuschung aufgenommen. Wegen ungünstiger Währungskurse sank der Überschuss um zwei Prozent auf 3,9 Milliarden Euro und verfehlte damit die Erwartungen. Zeitgleich mit den Zahlen hatte AXA die Übernahme des Direktversicherers Prima in Italien bekanntgegeben. In den vergangenen zwei Wochen erholte sich der Kurs rasant von dem Rückschlag und erreichte zuletzt neue Rekorde. Auch auf dem erreichten Kursniveau erscheint die Aktie immer noch attraktiv bewertet: KGV unter 10, Dividendenrendite über 5 Prozent.

Auch der Kurs der Roche Genußschein-Vorzugsaktien erholte sich in dieser Woche nach vorausgegangener Kursschwäche: +3,9 Prozent auf 256,00 CHF (Einstand 256,81 CHF). Roche waren Anfang des Monats von der US-Bank Morgan Stanley von „Equalweight“ auf „Underweight“ abgestuft worden. Die Wachstumsqualität sei schlechter als beim Konkurrenten Novartis. (Zu den Investments im Healthcare-Sektor siehe auch unten „Aktuelle strategische und taktische Überlegungen“).

Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)

Die Börse reagierte mit Kursverlusten auf die Quartalsergebnisse von Sixt: Stammaktien -5,4 Prozent (auf 87,65 Euro, Einstand 65,45 Euro) und Vorzugsaktien -4,4 Prozent (auf 60,60 Euro, Einstand 64,22 Euro). Der Umsatz wuchs insgesamt um gut sieben Prozent auf 1,08 Milliarden Euro. Die durchschnittliche Flottengröße wuchs in den drei Monaten bis Ende Juni im Jahresvergleich um knapp sechs Prozent. Die Prognose für das Gesamtjahr bestätigte das Management. Sixt will den Umsatz um 5 bis 10 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von rund 4 Milliarden Euro steigern. Die Vorsteuermarge soll weiter rund 10 Prozent erreichen. Das Vorsteuerergebnis zog um knapp 71 Prozent auf 107,3 Millionen Euro an. Sixt konnte den Anteil teurerer Mietwagen steigern und zudem die Flottenkosten senken. Ein Jahr zuvor hatte ein Restwertverfall unter anderem bei Elektroautos die Geschäfte belastet. Unter dem Strich stand im zweiten Quartal ein Nettogewinn von 78,4 Millionen Euro, ein Plus von mehr als 62 Prozent. Die Kursreaktion erscheint uns deshalb etwas übertrieben. Die Erwartungen des Aktienmarktes lagen aber offenbar noch etwas höher, insbesondere beim Gewinn. Finanzchef Franz Weinberger sprach hinsichtlich der Umsatzerlöse von einem Rekordquartal. Die Flotte sei dagegen nur moderat vergrößert worden; der Anteil teurer Mietwagen sei hoch gewesen. „Insgesamt sind wir bei zunehmender makroökonomischer Unsicherheit und abnehmender Visibilität auf einem guten Weg, die Jahresziele zu erreichen“, sagte der Sixt-Manager. Vor einem Jahr hatte Sixt unter den schwachen Gebrauchtwagenpreisen gelitten, durch die das Unternehmen beim Weiterverkauf seiner Mietwagen weniger einnahm. Inzwischen ist dieses Problem weitgehend gelöst. Im ersten Quartal seien die letzten betroffenen Fahrzeuge angefallen, sagte Weinberger. Hilfreich sind auch wieder besser gewordene Einkaufskonditionen. Nach der Knappheit auf dem Fahrzeugmarkt sei die Lage hier wieder besser, sagte Weinberger. Die aktuelle Weltlage spürt auch Sixt, allerdings ohne größere Blessuren. Man habe angesichts der hohen Unsicherheit im Markt die Flotte in den USA lieber etwas knapper geplant, sagte der Finanzchef. Grundsätzlich sei das Geschäft dort stabil, was auch daran liege, dass man rund zwei Drittel direkt mit Amerikanern mache. Zwar lag das Umsatzwachstum in den USA im zweiten Quartal unter dem in Europa, dazu trugen aber auch Wechselkurseffekte durch den schwachen Dollar bei. Grundsätzlich bleiben die USA als größter Autovermietmarkt der Welt für Sixt aber ein strategischer Wachstumsmarkt, wie Weinberger betont. Für Metzler-Analyst Stephan Bauer fiel das Vorsteuerergebnis etwas schwächer aus als von ihm und vom Markt geschätzt. Europa sei der Haupttreiber des Wachstums gewesen mit robusten Preisen. Insbesondere in Italien und Spanien habe Sixt von guter Nachfrage und den Investitionen ins Stationsnetzwerk profitiert.

Eine Verlautbarung des dänischen Reederei- und Logistik-Konzerns DFDS A/S am Freitag wurde sehr negativ aufgenommen. Die Aktie verlor auf Wochensicht -18,5 Prozent (auf 97,85 DKK, Einstand 118,83 DKK). Die Quartalszahlen für das am 30.06.2025 abgelaufene Quartal sollen wie geplant am 20. August veröffentlicht werden. Offenbar zur Vorbereitung der Märkte auf die Quartalszahlen in der nächsten Woche gab DFDS bekannt, dass die Fortschritte im Mittelmeer-Geschäft hinter den Erwartungen zurückblieben. Die Volumina seien weitgehend intakt, aber die Auswirkungen der Preisinitiativen blieben hinter den Erwartungen zurück. Es seien weitere Maßnahmen eingeleitet worden, um die Effektivität im weiteren Jahresverlauf zu verbessern. Der Turnaround in der Türkei und Südeuropa sei im zweiten Quartal 2025 hinsichtlich der Anpassung des Netzwerks gut verlaufen, das Erreichen des Break-Even-Ziels im Jahr 2025 könne sich aber verzögern. Der Ausblick für den Gewinn (EBIT) im Jahr 2025 wurde von zuvor rund 1,0 Mrd. DKK auf 0,8 bis 1,0 Mrd. DKK gesenkt. Die Cashflow-Generierung sei im zweiten Quartal planmäßig verlaufen, und der Verschuldungsgrad dürfte sich im zweiten Halbjahr verbessern. Der Ausblick für den bereinigten freien Cashflow für 2025 bleibe unverändert bei 1,0 Mrd. DKK. Wie bereits zu Beginn des Jahres angekündigt, sei 2025 für DFDS ein Übergangsjahr, in dem der Grundstein für eine Verbesserung der finanziellen Leistung nach den Ereignissen des Jahres 2024 gelegt werde. Die wichtigsten Ertragsherausforderung im Jahr 2025 lägen in der Lösung von drei spezifischen Schwerpunktbereichen: Der Anpassung des Mittelmeer-Fährbetriebs an das veränderte Wettbewerbsumfeld, der Umsetzung der Gewinnschwelle für den Geschäftsbereich „Logistics‘ Türkiye & Europe South“ bis Ende 2025 und der Umsetzung der 2024 initiierten Turnaround-Projekte im Rahmen des „Logistics Boost-Programms“. Letzteres liege im Plan und entspreche den Anfang des Jahres festgelegten Erwartungen für 2025. Wir hatten in Erwartung eines Turnarounds erst im Juli wieder eine kleine Anfangsposition ins Portfolio aufgenommen, die aufgestockt werden sollte, wenn sich die Spekulation auf eine Verbesserung des Fährgeschäfts bestätigen sollte. Dies ist jetzt nicht der Fall, so dass wir die kleine DFDS-Position zu Beginn der kommenden Woche verkaufen werden.

Prozentual blieb der DAX-Out die zweite Woche in Folge der größte Kursverlierer: -40,0 Prozent (auf 101,10 Euro, durchschnittlicher Einstand 405,55 Euro). Bekanntlich handelt es sich um eine sehr kleine Position: 0,2 Prozent vom Fondsvermögen.

Welche Transaktionen gab es diese Woche?

Wir haben in dieser Woche keine Veränderung an unserem Portfolio veranlasst.

Wie hoch ist die Barreserve?

Unser Fremdwährungsguthaben ist im Wochenvergleich durch den leichten Euro-Anstieg um 0,26 Prozent auf 105.517 Euro gesunken, 1,76 Prozent vom Fondsvermögen.

Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist in dieser Woche wieder leicht (um 99 Anteile) auf 152.279 gesunken, das Euro-Bankguthaben entsprechend ebenfalls leicht auf 249.702 Euro gesunken ist. Der Rückgang des Anteils am Fondsvermögen von 4,4 auf 4,2 Prozent liegt auch am gestiegenen Kurswert unserer Aktieninvestments. Der Kurs der im April gekauften kurzlaufenden deutschen Bundesanleihe im Nennwert von 500.000 Euro ist im Wochenvergleich weiter leicht gestiegen von 99,31 auf 99,33 Prozent. Einschließlich der 78 Euro Stückzinsen pro Woche liegt der Wert jetzt bei 497.890 Euro (8,3 Prozent vom Fondsvermögen). Unsere Barreserve aus Bankguthaben und Kurzläufer zusammen ist im Wochenvergleich letztendlich um knapp 12.000 Euro auf 853.108 Euro gesunken, der Anteil am Fondsvermögen von 14,5 auf 14,2 Prozent.

Aktuelle strategische und taktische Überlegungen

Im laufenden Jahr fällt eine Branche global durch ihre schwache Kursentwicklung auf, die viele Anleger sehr enttäuscht hat: Aktienindizes für die Gesundheits- („Healthcare“-) Branche weisen für das laufende Jahr einen Verlust aus. Dabei galten sie vielen Anlegern doch als konjunkturunempfindliche Wachstumsaktien, die von den demografischen Entwicklungen massiv profitieren müssten. Uns ist es indes gelungen, ein weiteres Mal mit Fresenius gute Kursgewinne zu erzielen. Wie vor vielen Jahren ist dabei aber der günstige Einstieg entscheidend gewesen: Seit unserem Kauf 2022 ist der Aktienkurs um 66 Prozent gestiegen. Ist Fresenius eine gute Aktie? Zumindest haben wir sie gut gekauft!

Und Pharma-Hersteller? Wir sind in Pharma-Aktien traditionell untergewichtet, weil unser fundamentales Bewertungsmodell „ProBot-Value“ die klassische Argumentation stets als allzu oberflächlich entlarvt hat: Im Branchendurchschnitt gab es kein stabiles Gewinnwachstum, das die Bewertungsaufschläge gerechtfertigt hätte. Und an die Stelle von konjunkturellen Risiken trat bei Pharma-Aktien schon immer das Risiko staatlicher Markteingriffe. Und genau dieses Risiko hat in den vergangenen Monaten zugeschlagen: US-Präsident Trump will die Preise für Medikamente drücken, gleichzeitig aber die Arzneimittelproduktion wieder stärker in die USA verlagern. Zwischen Preisdruck und drohenden Zöllen ist „Big Pharma“ gar nicht mehr so stabil und risikolos.

Unsere einzige Position im Pharma-Bereich ist Roche. Nur unserem günstigen Einstieg im Sommer vor einem Jahr ist zu verdanken, dass wir hier einen (kleinen) Buchgewinn vorweisen können. Von der spektakulären Talfahrt der Aktie von Novo Nordisk, die gemeinhin als „gute Aktie“ galt und die im Sommer vergangenen Jahres mit Kursen von über 1.000 DKK noch zu den wertvollsten Konzernen Europas gehört hatte, sind wir nicht betroffen. Unlängst kostete die Aktie kaum noch 300 DKK.

Nachdem viele Anleger viel Geld mit Pharma-Aktien verloren haben, sind die Aktien jetzt für uns eine Überlegung wert. Einmal mehr hat sich eindrucksvoll gezeigt, dass die Disziplin belohnt wird, nicht „Storys“ zu kaufen, sondern Bewertungen. Wie sagt einer der erfahrensten Fondsmanager Deutschlands, Peter E. Huber: „Es kommt nicht darauf an, gute Aktien zu kaufen, sondern Aktien gut zu kaufen.“

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