Wochenkommentar KW 32/2025
Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank. Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte. Bei Anregungen und Feedback erreichen Sie uns gerne per email. Ihre Ansprechpartner sind: – Dirk Arning (arning@acc-invest.de) – Geschäftsführung, Ansprechpartner für börsenspezifische Informationen – Klaus J. Ueker (ueker@acc-invest.de) – Geschäftsführer, Ansprechpartner für Mitgliederverwaltung – Holger Fiegl (info@acc-invest.de) – Administration, Ansprechpartner für Webpage
Report über das Portfolio des Investmentclub Aktienfonds
Was ist diese Woche (KW32/2025) an den Börsen geschehen?
Die Schwächen auf dem US-Arbeitsmarkt begründeten zunehmende Hoffnung auf eine baldige US-Leitzinssenkung. Davon und von guten Geschäftsergebnissen profitierten insbesondere Technologie-Aktien. Der Nasdaq-100 gewann auf Wochensicht +3,7 Prozent und damit +12,4 Prozent seit Jahresbeginn. Der Dow Jones stieg um +1,3 Prozent und steht damit 3,8 Prozent höher als bei Jahresanfang. Die europäischen Aktienmärkte stiegen auch in der Hoffnung auf ein Ende des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine, weil US-Präsident Trump ein Gipfeltreffen mit dem russischen Diktator Putin ankündigte, bei dem es um eine Zerlegung der Ukraine gehen dürfte. Der Euro-STOXX-50 gewann auf Wochensicht +3,5 Prozent (+9,2 Prozent seit Jahresbeginn) und der DAX +3,1 Prozent (+21,4 Prozent seit Jahresbeginn).
Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?
Der ACC Alpha select Anteilswert wurde mit den Schlusskursen vom Donnerstag mit 38,95 Euro auf einen neuem Rekordhoch ermittelt. (Mit den Kursgewinnen von diesem Freitag wird der Anteilswert über 39,00 Euro steigen.) Im Vergleich zum Rekordhoch vom Donnerstag der Vorwoche ist das ein Anstieg um 35 Cent bzw. +0,9 Prozent. Darin sind die Kursverluste vom Vorwochenfreitag, dem 1. August berücksichtigt, die Kursgewinne vom Freitag, dem 8 August aber noch nicht. Dies gilt für alle Performanceangaben in diesem Absatz. Seit Jahresbeginn beträgt der Anstieg des Anteilswertes +16,4 Prozent (Jahresende 2024: 33,45 Euro). Das Durchschnittsergebnis der globalen Aktienfonds im laufenden Jahr verschlechterte sich wieder auf jetzt knapp unter Null. Dies liegt auch an Währungsverlusten, weil die meisten globalen Fonds mit über der Hälfte ihrer Fondsvermögen in US-Dollar investieren, was in dieser Woche wieder Verluste brachte. Wir hatten unsere US-Dollar-Investment fast vollständig aufgelöst und unser Dollar-Bankguthaben in Euro getauscht. Unser Vorsprung im laufenden Jahr gegenüber dem Aktienfondsdurchschnitt wächst damit von 14,0 auf 16,5 Prozentpunkte! Mischfonds liegen gegenüber Jahresbeginn im Durchschnitt nur +1,4 Prozent im Plus. Über ein rollierendes Jahr (seit dem 7. August 2024) beträgt unser Nettoplus +21,5 Prozent, während sich der Durchschnitt der Aktienfonds nur auf +11,2 Prozent verbessert (und Mischfonds auf +7,4 Prozent). Über rollierende drei Jahre können wir unseren Vorsprung deutlich auf 7,3 Prozentpunkte vergrößern: +29,3 Prozent, während der Durchschnitt der globalen Aktienfonds von +24,8 auf +22,0 Prozent abrutscht (und flexible globale Mischfonds von +14,2 auf +12,7 Prozent). Auch über rollierende fünf Jahre vergrößern wir unseren Vorsprung deutlich, denn der ACC Alpha Anteilswert liegt kumuliert über fünf Jahre jetzt +64,9 Prozent im Plus, der Aktienfondsdurchschnitt nur +53,3 Prozent (Mischfonds nur +22,9 Prozent) (Quelle: fondsweb). Laut Morningstar liegt der Fonds im laufenden Jahr jetzt sogar im besten Perzentil, d.h. er schlägt 99 Prozent aller vergleichbaren Fonds (Quelle: morningstar.de). Angesichts der überdurchschnittlichen Performance hebt Morningstar die Gesamtnote für den ACC Alpha select Fonds von drei wieder auf vier Sternen an! FWW gibt dem ACC Alpha select weiterhin fünf von fünf möglichen Sternen. Dem liegt die risikoadjustierte Performance („RAP“) über drei Jahre zugrunde. Fünf Sterne erhalten nur die 20 Prozent besten Fonds eines Sektors. Unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten gehört der ACC Alpha select zu den 30 Prozent der besten Fonds in der Gruppe vergleichbarer Fonds. Unsere Strategie erhält beim ISS ESG Fund Rating 4 von 5 möglichen Sternen. Das ISS ESG Fund Rating bewertet die ökologische, soziale und governancebezogene (ESG) Performance eines Fonds.
Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)
Die in diesem und dem folgenden Abschnitt genannten Kursveränderungen beziehen sich jeweils auf die Woche bis einschließlich Freitag.
Wir haben in dieser Woche bei einer Reihe unserer Aktien sehr erfreuliche Kurssprünge nach oben zu verzeichnen.
Die Aktien des Kölner Motorenbauers Deutz sprangen in Reaktion auf die Geschäftsergebnisse auf Wochensicht um +25,4 Prozent (auf 9,27 Euro, Einstand 4,35 Euro). Deutz hat im zweiten Quartal spürbar mehr erwirtschaftet. Der Umsatz kletterte um fast ein Viertel auf 518,1 Millionen Euro. Die Kölner machten auch beim um Sondereffekte bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) Fortschritte, das um 16,5 Prozent auf 26,1 Millionen Euro anzog. Die operative Marge ging um 0,3 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent zurück. Unter dem Strich stieg der Gewinn mit 17,8 Millionen Euro auf fast das Doppelte. Konzernchef Sebastian Schulte bekräftigte die Jahresprognose auch dank des gestiegenen Auftragseingangs. Dieser legte um fast ein Drittel auf 488 Millionen Euro zu. Deutz gehört mit einem Anteil von 2,8 Prozent am Fondsvermögen zu unseren Top-10-Aktienpositionen.
Die auf rund 10 Prozent vom Fondsvermögen aufgestockten Investments in den Edelmetall-Sektor haben ebenfalls überdurchschnittliche Kursgewinne gebracht: An die Spitze des Kursaufschwungs stellten sich in dieser Woche Pan American Silver mit +17,9 Prozent (auf 43,96 CAD, Einstand 40,97 CAD), gefolgt von Newmont mit +10,2 Prozent (auf 68,98 USD, Einstand 43,84 USD) und Valterra Platinum mit +8,1 Prozent (auf 36,20 GBP, Einstand 37,69 GBP). Der Aktienkurs des Gold-Royalty-Unternehmens Franco-Nevada stieg um +5,9 Prozent (auf 236,09 CAD, Einstand 176,46 CAD). Der Goldpreis bewegte sich innerhalb der seit vier Monaten gültigen Bandbreite wieder nach oben (auf 3.398 USD pro Unze). Der Silberpreis legte nach einer zweiwöchigen Korrektur, die beim Jahreshoch 39,52 USD begann, wieder zu: auf 38,32 USD pro Unze. Der Platinpreis stabilisierte sich oberhalb von 1.300 USD pro Unze.
Unsere Erwartung eines steigenden Kupferpreises haben wir bekanntlich mit einem Investment in Aurubis umgesetzt. Der Aktienkurs des Kupferhüttenbetreibers stieg in dieser Woche um +10,6 Prozent (auf 95,70 Euro, Einstand 82,38 Euro). Der Kupferkonzern konkretisierte nach dem dritten Geschäftsquartal seinen Gewinnausblick für das Gesamtjahr. Unternehmenschef Toralf Haag rechnet laut einer Mitteilung des Unternehmens mit einem operativen Vorsteuergewinn von 330 bis 370 Millionen Euro, nachdem bisher von der „Mitte von 300 bis 400 Millionen“ geredet worden war. Überraschend kommt der Schritt also nicht. Der zuständige Analyst der Baader Bank bewertete die Ergebnisse des dritten Quartals aber als positiv.
Die Kursrallye bei der Deutschen Bank setzte sich fort: +10,5 Prozent (auf 31,05 Euro, Einstand 8,54 Euro). Die US-Bank JP Morgan rechnet für September mit der Aufnahme der Deutschen Bank in den Euro-STOXX-50. Wichtig sind Index-Änderungen vor allem für Fonds, die Indizes nachbilden (etwa ETFs). Dort muss dann entsprechend umgeschichtet werden, was Einfluss auf die Aktienkurse haben kann.
Von den Hoffnungen auf ein Kriegsende in der Ukraine profitierte der Baustoff-Hersteller Heidelberg Materials: +9,8 Prozent (auf 211,30 Euro, Einstand 53,60 Euro).
Der Krankenhausbetreiber und Arzneimittelkonzern Fresenius hat sich im zweiten Quartal dank guter Geschäfte in seinen beiden Sparten erfolgreich gegen das schwierige Umfeld gestemmt. Dir Aktie stieg in dieser Woche +6,5 Prozent (auf 43,74 Euro, Einstand 27,76 Euro). Vorstandschef Michael Sen hob seine Jahresprognose für das Wachstum aus eigener Kraft an. Die Gewinnprognose bestätigte der Manager, denn der Dax-Konzern verdiente auch dank weiterer Einsparungen deutlich mehr als von Analysten erwartet – trotz des Wegfalls der staatlichen Energiehilfen für Kliniken und anderer Belastungen.
Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)
Prozentual der größte Kursverlierer ist natürlich der DAX-Put: Nachdem dessen Kurs in der Vorwoche um +87,9 Prozent gestiegen war, ging es in dieser Woche -59,0 Prozent abwärts (auf 168,50 Euro, durchschnittlicher Einstand 405,55 Euro). Bekanntlich handelt es sich um eine sehr kleine Position: 0,3 Prozent vom Fondsvermögen.
Trotz einer höheren Gewinnprognose von Kontron für das laufende Jahr ist der Aktienkurs des Technologiekonzerns gegen den Trend abgesackt: -5,6 Prozent (auf 25,84 Euro, Einstand 19,41 Euro). Die Erhöhung der Gewinnprognose lieferte wohl eher einen Anlass für Gewinnmitnahmen. Angekündigt worden war sie schon bei der Bekanntgabe eines Spartenverkaufs. Die Höhe sei nun im Rahmen der Erwartungen ausgefallen, hieß es. Zudem zeigten sich manche Investoren von Details der vorgelegten Quartalsbilanz verunsichert. So habe es einige Einmal- und Sondereffekte gegeben, die zunächst nicht genauer erläutert wurden, monierte der zuständige Analyst bei Warburg Research.
Aus dem Aktienkurs von ProSiebenSat.1 entwich etwas Hoffnung auf einen Biederwettstreit: -1,1 Prozent (auf 7,90 Euro, Einstand 7,572 Euro). Eine Übernahme durch den italienischen Berlusconi-Konzern MFE könnte einen Schritt näher gerückt sein. Zumindest empfahl das Management des deutschen Medienunternehmens seinen Aktionären, das nachgebesserte Übernahmeangebot von MFE anzunehmen. Man erachte das geänderte Angebot von MFE als „angemessen“.
Welche Transaktionen gab es diese Woche?
Wie angekündigt, haben wir zum Wochenauftakt unsere kleine Position von 200 Charter Communications an der Nasdaq verkauft. Wir erhielten 265,34 USD pro Aktie. Gegenüber unserem Einstand zu 317,655 USD haben wir damit einen Kursrückgang um 16,5 Prozent realisiert. Der Abwärtstrend setzte sich im Wochenverlauf nach unserem Ausstieg fort (auf zuletzt 256,57 USD).
Wie hoch ist die Barreserve?
Unser Fremdwährungsguthaben ist durch den Verkauf der kleinen Aktienposition Charter Communications gestiegen. Das US-Dollar-Bankguthaben stieg auf 56.185 USD mit einem aktuellen Gegenwert von 48.339 Euro. In ähnlicher Größenordnung liegt unser Guthaben in Schweizer Franken (43.067 CHF, Gegenwert 45.850 Euro). Zusammen mit den kleineren Bankguthaben in (12.384) kanadischen Dollar, (585) britischen Pfund, (22.153) dänischen Kronen und (2.384) schwedischen Kronen beträgt der aktuelle Gegenwert unserer Fremdwährungsguthaben zusammen jetzt 105.788 Euro bzw. 1,8 Prozent vom Fondsvermögen.
Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist in dieser Woche leicht (um 107 Anteile) auf 152.378 gesunken. Der Kauf der Anteile erfolgte natürlich gegen Euro, so dass das Euro-Bankguthaben leicht auf 261.334 Euro gesunken ist, der Anteil am Fondsvermögen von 4,5 auf 4,4 Prozent. Der Kurs der im April gekauften kurzlaufenden deutschen Bundesanleihe im Nennwert von 500.000 Euro ist im Wochenvergleich weiter leicht gestiegen von 99,29 auf 99,31 Prozent. Einschließlich der 78 Euro Stückzinsen pro Woche liegt der Wert jetzt bei 497.747 Euro (8,4 Prozent vom Fondsvermögen). Unsere Barreserve aus Bankguthaben und Kurzläufer zusammen ist im Wochenvergleich um rund 40.000 Euro auf 864.868 Euro gestiegen, der Anteil am Fondsvermögen von 14,0 auf 14,5 Prozent.
Aktuelle strategische und taktische Überlegungen
Unser Einstieg in Edelmetall-Aktien, den wir seit dem vergangenen Jahr vollzogen und in den zurückliegenden Wochen ausgebaut haben, wurde von einer vorsichtigen Skepsis begleitet. Denn bei kaum einer zweiten Branche ist der Erfolg so vom Timing abhängig. Die Aktien von Minenbetreibern waren jahrelang kein gutes Buy-and-hold-Investment. Die stark steigenden Kosten haben die Ergebnisse der Minenbetreiber belastet. Trotzdem stiegen die Metallpreise nicht – oder zumindest nicht so stark, dass der Kostenanstieg damit kompensiert worden wäre. Diese Erfahrung steckt offenbar vielen Anlegern noch in den Knochen. Denn der Aufwärtstrend zunächst bei Gold, dann bei Silber und jüngst auch bei Platin, hat sich bislang erst in unterdurchschnittlichen Kursgewinnen bei den Aktien der Minengesellschaften niedergeschlagen. Die Marge zwischen den Edelmetallpreisen und den durchschnittlichen Förderkosten ist deutlich gestiegen. Während der Goldpreis bei fast 3.400 USD pro Unze notiert, liegen die Förderkosten der 50 größten Goldminen nur bei 1.533 USD. Entweder muss sich der Goldpreis halbieren, oder die Gewinne der Minen werden entsprechend steigen. Wir halten einen stark fallenden Goldpreis für unwahrscheinlich und rechnen zumindest bei Silber und Platin mittelfristig mit weiter steigenden Preisen. Hinzu kommt die Absicht von Trump, in den USA für niedrigere Zinsen zu sorgen und den Wechselkurs des Dollars zu drücken. Das Chance / Risiko – Verhältnis unserer Edelmetall-Investments bleibt also ausgesprochen gut.
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