Wochenkommentar KW 49/2025
Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank. Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte. Bei Anregungen und Feedback erreichen Sie uns gerne per email. Ihre Ansprechpartner sind: – Dirk Arning (arning@acc-invest.de) – Geschäftsführung, Ansprechpartner für börsenspezifische Informationen – Klaus J. Ueker (ueker@acc-invest.de) – Geschäftsführer, Ansprechpartner für Mitgliederverwaltung – Holger Fiegl (info@acc-invest.de) – Administration, Ansprechpartner für Webpage
Report über das Portfolio des Investmentclub Aktienfonds
Was ist diese Woche (KW49/2025) an den Börsen geschehen?
In Japan löste eine Rede des Präsidenten der japanischen Notenbank, Kazuo Ueda, die Erwartung aus, die Bank of Japan könne ihre Leitzinsen noch in diesem Jahr erhöhen, was zu Wochenbeginn an den Aktienmärkten wieder „Risk Off“-Umschichtungen auslöste. Dann erwies sich aber im Wochenverlauf die Erwartung einer Leitzinssenkung durch die US-Notenbank Mitte Dezember als wichtiger, was die Aktienmärkte stabilisierte. Dow Jones und Nikkei-225 beendeten die Woche so doch noch mit einem kleinen Plus von +0,5 Prozent, Nasdaq-100 und Euro-STOXX-50 sogar jeweils mit einem Zuwachs von +1,0 Prozent. Der DAX erreichte mit einem Wochenplus von +0,8 Prozent die 24.000-Punkte-Marke wieder. Damit stieg zwar keiner dieser Indizes auf neue Rekorde; sie stehen aber kurz vor dem Jahresende auch nicht weit darunter.
Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?
Der ACC Alpha select Anteilswert erreichte mit 40,28 Euro einen neuen Rekordstand und wurde auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag mit 40,21 Euro berechnet. Das ist gegenüber der Vorwoche ein Anstieg um 24 Cent bzw. +0,6 Prozent. Seit Jahresbeginn beträgt der Anstieg des Anteilswertes jetzt +20,2 Prozent (Jahresende 2024: 33,45 Euro). Das Durchschnittsergebnis der globalen Aktienfonds im laufenden Jahr verbessert sich in dieser Woche auf +5,4 Prozentpunkte, womit unser Vorsprung im laufenden Jahr weiterwächst, nämlich von 13,8 auf jetzt 14,8 Prozentpunkte. Mischfonds kommen im Durchschnitt seit Jahresbeginn auf +6,5 Prozent. Über ein rollierendes Jahr (seit dem 4. Dezember 2024) beträgt unser Nettoplus jetzt +18,0 Prozent, während sich der Durchschnitt der Aktienfonds von +4,3 auf nur +2,4 Prozent verschlechtert (und Mischfonds von +5,9 auf +4,9 Prozent). Über rollierende drei Jahre steigt unser Plus von +30,3 Prozent auf +31,0 Prozent und liegt damit etwa gleichauf mit dem Aktienfonds-Durchschnitt, der von +32,3 auf +31,4 Prozent sinkt. Flexible globale Mischfonds, deren Risikoprofil näher an unserem liegt als bei reinrassigen Aktienfonds, verschlechtern sich über drei Jahre im Durchschnitt von +22,2 auf +21,4 Prozent. Bei vergleichbarem Risiko schneiden sie mithin deutlich schlechter ab als die ACC Alpha select Strategie. Unser gutes Rendite / Risiko – Ergebnis über drei Jahre zeigt sich darin, das wir jetzt wieder die Bestnote von 5 Sternen bei FWW erhalten (siehe unten). Über rollierende fünf Jahre bleibt die Performance der ACC Alpha select Strategie bei +50,9 Prozent. Der Aktienfondsdurchschnitt verbessert sich über diesen Zeitraum leicht von +46,2 auf jetzt +46,5 Prozent, und bei Mischfonds im Durchschnitt von +24,5 auf +24,6 Prozent. Damit beträgt unser Vorsprung gegenüber Aktienfonds jetzt 4,4 Prozentpunkte und gegenüber Mischfonds 25,5 Prozentpunkte (Quelle: fondsweb).
Morningstar stuft den Fonds ACC Alpha select in einer Vergleichsgruppe mit Mischfonds ein (nicht mit Aktienfonds). Dies führt über 5 und 10 Jahren zu Risikoeinstufung „überdurchschnittlich“ (im Vergleich zu Mischfonds) und einer Bewertung mit drei Sternen. Über drei Jahre bescheinigt Morningstar dem Fonds ein (sogar gegenüber der Mischfonds-Vergleichsgruppe) „unterdurchschnittliches“ Risiko bei einer durchschnittlichen Rendite. Im laufenden Jahr liegt der Fonds weiterhin im drittbesten Hundertstel (Perzentil) der vergleichbaren Fonds, d.h. er schlägt 97 Prozent der Vergleichsgruppe (Quelle: morningstar.de).
FWW gibt dem ACC Alpha select jetzt wieder 5 von 5 möglichen Sternen. Dem liegt die risikoadjustierte Performance („RAP“) über drei Jahre zugrunde. Auch beim ISS ESG Fund Rating erhält unsere Strategie 4 von 5 möglichen Sternen und gehört damit weiterhin zu den besten 30 Prozent. Das ISS ESG Fund Rating bewertet die ökologische, soziale und governancebezogene (ESG) Performance eines Fonds.
Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)
Die in diesem und dem folgenden Abschnitt genannten Kursveränderungen beziehen sich jeweils auf die Woche bis einschließlich Freitag, weichen also um einen Börsentag vom Zeitpunkt der Anteilswertberechnung ab (die ja auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag erfolgt).
Die Aktie des Klinikbetreibers MediClin hatte im November die starken Kursgewinne aus dem Oktober konsolidiert. Jetzt, in der ersten Dezemberwoche, wurden der Kursrückgang aus dem November wieder ausgeglichen: +9,9 Prozent (auf 3,78 Euro, Einstand 3,16 Euro).
Die Aktie des österreichischen Baukonzerns PORR setzte die im November begonnenen Aufwärtsbewegung fort: +6,3 Prozent (auf 32,25 Euro, Einstand 13,48 Euro). Neben guten Fundamentaldaten dürfte dabei die Erwartung von Großaufträgen für die Ukraine im Fall einer Friedenslösung eine Rolle spielen. Allerdings ist nicht erkennbar, dass der Kreml von seinen Zielen einer Zerlegung der Ukraine und ihrer vertraglich festgelegten Schutzlosigkeit für die Zukunft abweicht. Die Erwartung eines bevorstehenden Wiederaufbaus erscheint deshalb zu optimistisch. Wir nutzen das höchste Kursniveau der PORR-Aktie seit Jahren für Teilgewinnmitnahmen (siehe unten: Transaktionen).
Obwohl der Platinpreis auf Wochensicht um knapp 2 Prozent sank, stieg der Aktienkurs von Valterra Platinum um +3,8 Prozent (auf 54,60 GBP, Einstand 37,69 GBP). Dies ist ein ganz realer Beleg dafür, dass die Aktienkurse von Minenaktien sogar steigen können, wenn die zugrundeliegenden Rohstoffpreise fallen. Die Gründe dafür, dass Edelmetall-Aktien wie Valterra auch in Zukunft besser performen dürften als die Edelmetallpreise, waren mehrfach in diesen Berichten genannt worden (jüngst unter „Aktuelle strategische und taktische Überlegungen“ im Vorwochenbericht).
Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)
Die Aktie von Kontron sank in dieser Woche um -7,0 Prozent (auf 22,44 Euro, Einstand 19,45 Euro). Aus den Beteiligungsmeldungen der jüngeren Vergangenheit geht hervor, dass Morgan Stanley seine Beteiligung Kontron jüngst aufgestockt hat. Wir hatten unsere Position im Rahmen unseres Risikomanagements schon vor fünf Wochen halbiert.
Die Aktie des französischen Versicherungskonzerns SCOR verlor -5,0 Prozent (auf 26,40 Euro, Einstand 25,73 Euro). Neue Unternehmensnachrichten gab es nicht. Ende Oktober war die schlechte Solvabilitätsquote bei SCOR sehr negativ aufgenommen worden, was aber übertrieben erscheint. Die Aktie ist rechnerisch klar unterbewertet
Welche Transaktionen gab es diese Woche?
Wir haben unsere großen Aktienpositionen PORR und Heidelberg Materials verkleinert: Wir haben 4.000 unserer 12.000 PORR-Aktien an der Börse Wien zu 32,605 Euro verkauft und damit gegenüber unserem Einstand zu 13,48 Euro einen Kursgewinn von 142 Prozent realisiert! Mit dem Verkauf von 400 unserer 1.000 Heidelberg Materials zu 219,324 Euro haben wir sogar einen Kursgewinn von 309 Prozent realisiert, denn unser Einstand liegt bei nur 53,60 Euro.
Im Gegenzug haben wir drei Aktien neu aufgenommen: Wir haben 800 Sixt Vorzugsaktien zu 52,05 Euro gekauft, ferner 2.000 Gerresheimer zu 25,764 Euro. Mit OceanaGold haben wir zudem einen weiteren kanadischen Minenbetreiber in unser Portfolio aufgenommen. Wir haben in Toronto 2.000 OceanaGold Corp-Aktien zu 36,00 CAD gekauft.
Wie hoch ist die Barreserve?
Weil die jüngsten Transaktionen noch nicht gebucht sind, entsprechen die Zahlen noch weitgehend den Vorwochenwerten: Unser Euro-Kontohaben ist leicht gestiegen auf 345.176 Euro, was 5,5 Prozent vom Fondvermögen ausmacht. Unsere Fremdwährungsguthaben ist durch die Verwendung unseres (negativ verzinsten) Guthabens in Schweizer Franken zum Kauf von Roche gesunken. Gegenwert 101.300 Euro.
Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist in dieser Woche durch leichte Nettomittelzuflüsse um 12 auf jetzt 155.056 Anteile gestiegen. Das Fondsvermögen ist in dieser Woche um gut 40.000 Euro auf 6.253.320 Euro gewachsen.
Der Kurs der im April zum Kurs 98,882 Prozent gekauften kurzlaufenden deutschen Bundesanleihe im Nennwert von 500.000 Euro ist im Wochenvergleich um fünf Basisstelle gestiegen auf 99,76 Prozent. Zusammen mit den rund 80 Euro Stückzinsen pro Woche stieg der Wert unserer Position in dieser Woche auf jetzt 500.807 Euro (8,0 Prozent vom Fondsvermögen). Unsere Barreserve aus Bankguthaben und Kurzläufer zusammen beträgt vor den jüngsten Transaktionen 947.283 Euro, der Anteil am Fondsvermögen weiterhin 15,2 Prozent.
Aktuelle strategische und taktische Überlegungen
Teil unserer Strategie ist es, Aktienpositionen, die „gegen uns laufen“, also fallen, über eine Stoploss-Absicherung zu verkleinern oder sogar vollständig zu verkaufen. Umgekehrt kaufen wir Aktien häufig erst dann, wenn sogenannte „Kaufsignale“ entstehen, also steigende Kurse einen Aufwärtstrend signalisieren. Unser Timing ist also prozyklisch: Fallende Kurse lösen Verkäufe aus und steigende Kurse lösen Käufe aus. Trotzdem ist unsere Aktien-Strategie insgesamt antizyklisch. Wie passt das zusammen?
Stoploss-Verkäufe sind Teil unseres Risikomanagements. Sie greifen, wenn Aktienkurse entgegen unserer Erwartung in Abwärtstrends zu geraten drohen. StopBuy-Käufe (auf Kaufsignale hin) sind ein Instrument zum Timing. Sie sorgen dafür, dass das Kapital möglichst dort eingesetzt wird, wo das Momentum „für uns arbeitet“, also in beginnenden oder bestätigten Aufwärtstrends.
Während unser Timing also prozyklisch erfolgt, sind unsere Selektionsentscheidungen antizyklisch: Wir verkaufen Aktien, deren Bewertung nicht mehr so günstig ist und kaufen Aktien, die fundamentalanalytisch unterbewertet erscheinen. Das zeigt sich an den in dieser Woche veranlassten Umschichtungen:
Wir haben die jüngsten Kursgewinne bei PORR und Heidelberg Materials für einen Teilverkauf dieser Positionen genutzt. In beiden Fällen hatten wir unsere Positionen vor Jahren aufgebaut, als diese Aktien krass unterbewertet waren. Inzwischen hat sich der Börsenwert der Unternehmen mehr als verdoppelt, im Fall von Heidelberg Materials sogar mehr als vervierfacht. Zuletzt sorgte die Hoffnung auf Großaufträge zum Wiederaufbau der Ukraine für zusätzliche Kursgewinne. Der Anteil dieser beiden Aktien am Fondsvermögen zusammen stieg darauf auf fast 10 Prozent. Das Risiko, dass es hier zu Enttäuschungen kommen kann, wenn Russland seinen Zerstörungskrieg gegen die Ukraine fortsetzt, sind zuletzt gestiegen. Fundamental erscheinen die PORR-Aktien zwar weiterhin unterbewertet, Heidelberg Material aber nicht mehr so günstig. Vor diesem Hintergrund haben wir unseren Bestand in Heidelberg Materials um 40 Prozent verringert, PORR immerhin um ein Drittel. Umgekehrt war die Kursentwicklung bei Sixt und Gerresheimer in den vergangenen Wochen schwach. Die Kursverluste erscheinen fundamental übertrieben, so dass wir beide Aktien ins Portfolio aufnehmen.
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