Wochenkommentar KW 09/2026

Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank. Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte. Bei Anregungen und Feedback erreichen Sie uns gerne per email. Ihre Ansprechpartner sind: – Dirk Arning (arning@acc-invest.de) – Geschäftsführung, Ansprechpartner für börsenspezifische Informationen – Klaus J. Ueker (ueker@acc-invest.de) – Geschäftsführer, Ansprechpartner für Mitgliederverwaltung – Holger Fiegl (info@acc-invest.de) – Administration, Ansprechpartner für Webpage


Report über das Portfolio des Investmentclub Aktienfonds

Was ist diese Woche (KW09/2026) an den Börsen geschehen?

Zum einen belastete das US-Zoll-Chaos die Märkte wieder stärker. Zum anderen geraten weiterhin Aktien ganzer Branchen, insbesondere Software-Hersteller, stark unter Druck, weil negative Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz befürchtet werden. Die guten Quartalsergebnisse des führenden KI-Chip-Anbieters Nvidia gaben weder der Aktie selbst noch dem Gesamtmarkt einen positiven Impuls. Schließlich brachte sich auch die Inflation in den USA in Erinnerung, womit die Aussicht auf rasche US-Leitzinssenkungen kleiner wurde. Die US-Aktienindizes beendeten die letzte Februarwoche mit Verlusten und den Monat Februar mit wenig Veränderungen. Der Nasdaq-100 steht gegenüber Jahresbeginn -1,1 Prozent in der Verlustzone. Die europäischen Aktienmärkte hielten sich besser, so dass beim DAX für den Februar einen dreiprozentigen Anstieg vorweisen kann.

Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?

Der ACC Alpha select Anteilswert wurde auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag mit einem neuen Rekordhoch von 46,91 Euro berechnet. Gegenüber der Vorwoche ist das ein Anstieg um 1,09 Euro bzw. +2,4 Prozent, wieder mehr das Doppelte der meisten Aktienindizes und Aktienfonds. Seit Jahresbeginn (42,01 Euro) ist der Anteilswert somit schon um +11,7 Prozent gestiegen. Im Durchschnitt legten globale Aktienfonds in dieser Woche nur +0,9 Prozentpunkte zu auf nur +4,1 Prozent seit Jahresbeginn (Mischfonds seit Jahresbeginn im Durchschnitt +4,2 Prozent).

Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)

Die in diesem und dem folgenden Abschnitt genannten Kursveränderungen beziehen sich jeweils auf die Woche bis einschließlich Freitag, weichen also um einen Börsentag vom Zeitpunkt der Anteilswertberechnung ab (die ja auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag erfolgt).

Obwohl der Platinpreis noch nicht wieder den Rekord vom Januar (bei rund 2.900 USD pro Unze) erreichte (sondern „nur“ auf 2.364 USD/Unze stieg), kletterte der Aktienkurs von Valterra Platinum auf neue Rekordhöhen: diese Woche +23,5 Prozent (auf 86,20 GBP, Einstand 37,69 GBP) und damit schon +38,6 Prozent seit Beginn dieses Jahres, +72 Prozent in den vergangenen drei Monaten und +129 Prozent gegenüber unserem Einstand).

Auch der zweit- und drittgrößte Kursgewinner dieser Woche in unserem Portfolio kommen aus dem Rohstoff-Sektor: Coeur Mining stiegen um +10,2 Prozent (auf 27,15 USD, Einstand 22,73 USD) und Deutsche Rohstoff (DRAG) um +10,0 Prozent (auf 72,70 Euro, Einstand 54,20 Euro). Auf die guten DRAG-Zahlen und den steigenden Wert der Almonty-Beteiligung hatten wir an dieser Stelle gerade in der Vorwoche nochmals hingewiesen.

Von den steigenden Edelmetallpreisen profitierten ferner Franco-Nevada (+7,0 Prozent auf 381,24 CAD, Einstand 176,46 CAD), OceanaGold (+6,5 Prozent auf 58,01 CAD, Einstand 36,41 CAD), Newmont (+6,4 Prozent auf 130,00 USD, Einstand 43,84 USD) und Pan American Silver (+5,6 Prozent auf 93,58 CAD, Einstand 40,97 CAD).

Außerhalb des Rohstoff-Sektors war Deutz wieder die beste Aktie in unserem Portfolio: diese Woche +8,4 Prozent (auf 12,50 Euro, Einstand 4,35 Euro). Darauf, dass Deutz als „Verbrennungsmotoren-Hersteller“ falsch bewertet worden war und inzwischen mit seiner Produktpalette anders gesehen werden muss, hatten wir rechtzeitig hingewiesen.

Erfreulich auch die überdurchschnittlichen Kursgewinne bei Carrefour, einer der jüngeren und erst in der Vorwoche aufgestockten Aktienpositionen: +4,8 Prozent (auf 16,045 Euro, Einstand 14,96 Euro).

Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)

Nach der Kurserholung in der Vorwoche (um +9,2 Prozent) gab es in dieser Woche bei Heidelberg Materials wieder Gewinnmitnahmen: -7,9 Prozent (auf 189,55 Euro, Einstand 53,60 Euro). Hier belastete die anhaltende Debatte über das europäische Emissionshandelssystem ETS. Zum Thema wurde ein Artikel, wonach Italien auf dessen Aussetzung drängt, um energieintensive Unternehmen zu entlasten. Von den Anlegern in der CO2-intensiven Chemiebranche wurde diese Entwicklung begrüßt. Heidelberg Materials wird nun angelastet, sich rechtzeitig um den Klimaschutz gekümmert zu haben. Bekanntlich hatten wir im Dezember unsere große Position durch Verkauf von 400 Heidelberg Material Aktien deutlich verkleinert, bevor eine ETS-Lockerung thematisiert wurde. Mit unserem Teilverkauf zu 219,324 Euro hatten wir einen Kursgewinn von 309 Prozent realisiert.

Nach hohen Kursgewinnen im bisherigen Jahresverlauf gab es auch bei anderen Aktien stärkere Gewinnmitnahmen: Drägerwerk -4,7 Prozent (auf 89,60 Euro, Einstand 47,27 Euro), PORR -3,7 Prozent (auf 39,15 Euro, Einstand 13,48 Euro) und KT Corp ADRs -3,0 Prozent (auf 23,80 USD, Einstand 10,786 USD).

Welche Transaktionen gab es diese Woche?

Wir haben in dieser Woche keine Änderungen an unserem Portfolio veranlasst. Aber bei unseren großen Aktienpositionen Franco-Nevada und Société Générale kommen unsere ersten Kursziele für einen „scheibchenweisen“ Verkauf allmählich in Reichweite. Zudem beobachten wir bei einer Reihe von Aktien, ob es prozyklische Kaufsignale gibt, die den Beginn oder die Fortsetzung eines übergeordneten Aufwärtstrends signalisieren.

Wie hoch ist die Barreserve?

Das Euro-Kontoguthaben ist leicht gestiegen auf 517.448 Euro, war jetzt 6,9 Prozent vom Fondsvermögen ausmacht. Unser Fremdwährungsguthaben ist durch den leichten Anstieg des Euros im Wochenvergleich um 0,1 Prozent auf 83.256 Euro gesunken, was weiterhin 1,1 Prozent des Fondsvermögens ausmacht. Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist in dieser Woche durch leichte Nettomittelzuflüsse minimal, nämlich um 13 Anteile auf jetzt 159.584 Anteile gestiegen. Das Fondsvermögen ist aber durch Kursgewinne auch in dieser Woche um fast 200.000 auf jetzt 7.501.965 Euro gestiegen.

Aktuelle strategische und taktische Überlegungen

Silber (auf Wochensicht +10,9 Prozent) und Platin (+9,8 Prozent) stiegen deutlich stärker als Gold (+3,3 Prozent), was gegen das vorherrschende Narrativ spricht, die Eskalation im Iran-Konflikt sei der Hauptgrund für den Anstieg. Denn von geopolitischen Risiken müsste das Krisenmetall Gold stärker profitieren als Silber und Platin, die mehr industrielle Verwendungen haben. Dass Silber und Platin aber mehr steigen als Gold, zeigt, dass nach wie vor eine breiter motivierte Nachfrageseite dort auf einen strukturell verursachten Angebotsengpass trifft. Das ist wichtig, weil auch im Fall einer geopolitischen Beruhigung nicht mit einem nennenswerten Preisrückgang bei Silber und Platin zu rechnen ist. Dass wir neben Gold vor allem auf Silber gesetzt und auch in den führenden Platin-Produzenten investiert haben, erweist sich mithin als richtig.

Und noch ein von uns erwartetes Phänomen ist zu beobachten: Die Kurse der Edelmetall-Aktien entwickeln sich deutlich besser als die Preise der zugrundeliegenden Edelmetalle selbst: Preisrückgänge bei Edelmetallen führen, wenn überhaupt, meistens nur zu unterproportionalen Kursrückgängen bei den entsprechenden Aktien. Umgekehrt steigen aber jetzt oft Edelmetall-Aktien bei steigenden Edelmetallpreisen doppelt so stark: In dieser Woche wurde Platin rund 10 Prozent teurer, Valterra Platinum aber +23,5 Prozent. Gold rund 3 Prozent teurer: Franco-Nevada, OceanaGold und Newmont ungefähr +6 Prozent höher.

Dass die Hebelwirkung der Edelmetall-Aktien bis auf weiteres nur noch oben zu beobachten ist, liegt daran, dass der Markt das Szenario eines weitreichenden Preisverfalls bei Edelmetallen für zunehmend unwahrscheinlich hält. Wenn die Umsätze und Gewinne der Unternehmen aber auf Basis der jetzigen Metallpreise kalkuliert werden, sind sie immer noch günstig, gemessen am Gewinnwachstum sogar unterbewertet. Weltmarktführer Newmont kommt aktuell auf ein KGV von ca. 12, die kleinere OceanaGold auf weniger als 11. Die historischen Durchschnitts-KGVs liegen deutlich höher, beim Doppelten bis Dreifachen! Deshalb behalten diese Aktien weiterhin ein gutes Chance / Risiko – Verhältnis, auch wenn nicht mehr so eine Kursrallye wie 2025 zu erwarten ist.

Der Anteil der 6 Aktien am Fondsvermögen ist durch Kursgewinne auf jetzt 19,3 Prozent gewachsen.

Special: KI-Verlierer

Künstliche Intelligenz, kurz „KI“, war monatelang ein Kurstreiber an den Aktienmärkten. Insbesondere viele US-Aktien galten als Gewinner des rasanten technischen Fortschritts in diesem Bereich. Allerdings erfordert KI enorme Rechenkapazitäten – und der Aufbau der neuen Rechenzentren kostet Hunderte von Milliarden Dollar. So sind berechtigte Zweifel aufgekommen, ob die vier großen „Hyperscaler“ Amazon, Alphabet, Microsoft und Meta wirklich zu den Gewinnern zählen werden. Auch die De-facto-Monopolisten unter den Technologie-Zulieferern wie ASML und Nvidia bergen angesichts ihrer hohen Bewertungen hohe Risiken. Wir haben diese Aktien deshalb seit langem gemieden. Die verhaltene bis negative Kursreaktion der Börse auf die jüngsten Nvidia-Zahlen zeigt, dass es kaum noch Kurschancen gibt, denen aber enorme Rückschlagrisiken gegenüberstehen. Man stelle sich vor, was passiert wäre, wenn die Nvidia-Geschäftsergebnisse nicht ganz so gut ausgefallen wären. Was, wenn das De-facto-Monopol bei KI-Chips erodiert? Genau das wird passieren.

Doch die Überlegungen drehen sich nicht nur um die potenziellen Gewinner der Künstlichen Intelligenz: Zuletzt verkauften Anleger in großem Stil Aktien von Unternehmen, bei denen sie die Gefahr sehen, dass KI-Tools deren Geschäftsmodelle gefährden. „AI Scare Trade“ nennt das die Wallstreet. Wie bei jeder technischen Revolution gibt es unter den Unternehmen nicht nur Gewinner, sondern auch Verlierer.

Als Verlierer gilt vor allem die Software-Branche, denn die Nutzung von Online-KI könnte Software-Lösungen verdrängen. Wenn durch KI die Zahl der Arbeitsplätze sinkt, sinkt damit auch die Zahl der abzurechnenden Software-User. Und KI kann Software programmieren – schneller und zu einem Bruchteil der Kosten. Mit KI-Entwicklungstools können Firmen eigene Inhouse-Lösungen selbst bauen. „KI ist real … die Divergenz ist real, und der Ausverkauf im Software-Bereich ist sinnvoll, da KI dazu führen wird, dass das Programmieren an Bedeutung verliert“, erklärte dazu Christopher Forbes vom Finanzdienstleister CMC Markets. Zu den Gewinnern zählt er Chiphersteller, Rechenzentren und die Energiebranche. Der größte US-Software-ETF hat seit Jahresbeginn mehr als ein Viertel seines Wertes verloren. Aktien von Software-Anbietern wie Adobe, Salesforce oder Workday verloren noch mehr. Felix Gode von Alpha Star Management schreibt dazu: „Teilweise gab es Rückgänge von 20 bis 50 Prozent, ohne dass dies die derzeitigen Fundamentaldaten rechtfertigen würden.“ Der Markt preise dabei die Annahmen ein, dass Software durch KI leichter zu entwickeln, daher weniger wertvoll sei und dass Preise für Softwarelösungen nicht aufrechterhalten werden könnten. Diese Narrative griffen jedoch in vielen Fällen zu kurz. Während Commodity-Software austauschbar werde, könnten „mission-kritische Systeme mit Datenhoheit und Integrationstiefe“ ihren Burggraben durch KI sogar ausbauen. Er appelliert, in der Software-Branche differenziert zu investieren und die Übertreibungen langfristig zu nutzen. Das sieht Andre Köttner, Fondsmanager der insgesamt 25 Milliarden schweren Aktienfonds DWS Vermögensbildungsfonds I und DWS ESG Akkumula, ähnlich: „So seltsam es vielleicht klingen mag. Unter den vermeintlichen KI-Verlierern gibt es momentan vielleicht die interessantesten Werte.“

Unlängst wurden auch Aktien von Unternehmen im Transportsektor verkauft, weil das kaum bekannte KI-Unternehmen Algorhythm Holdings ein KI-Tool vorstellte, das „das Frachtmanagement von einem arbeitsintensiven, manuellen Prozess in ein hochautomatisiertes, intelligentes System verwandelt“ und somit eine „vierfache Steigerung der Arbeitsproduktivität“ ermögliche. Aktien von Logistikwerten wie Maersk, UPS, DSV und Kühne + Nagel verzeichneten darauf hohe Kursverluste. Allerdings stellt sich auch hier die Frage, ob solche Unternehmen nicht eher KI-Gewinner statt -Verlierer sein werden. Schließlich transportiert Künstliche Intelligenz Waren nicht selbst von A nach B. Dafür werden auch im KI-Zeitalter Fahrzeuge, Frachtflugzeuge und Schiffe eingesetzt.

Aber noch herrscht an den Börsen der „AI Scare Trade“: Als unlängst ein Blogpost der kleinen Research-Firma Citrini mit mehreren Millionen Aufrufen auf der Plattform X ein düsteres Szenario für die US-Wirtschaft durch den breiten Einsatz von Künstlicher Intelligenz gezeichnete, kam es wieder zu Kursverlusten. „Die Angst vor einer KI-Disruption hat an den US-Börsen eine neue, fast schon surreale Eskalationsstufe erreicht“, schrieb darauf Stephan Kemper, Investmentstratege bei BNP Paribas. Zu den Fondsmanagern, die in den Kursverlusten eine klare Übertreibung sehen, gehört auch Peter Frech von QUANTEX: „Wir halten es für sehr wahrscheinlich, dass der Markt hier einigen Halluzinationen aufsitzt, für die ironischerweise die LLM („Large Language Model“, KI) bekannt sind: Wenn das KI-Modell grad keine exakt passende Antwort findet, kleistert es sich eine stimmige Story zusammen. Oder eine, von welcher es glaubt, dass der Benutzer sie gerne hören möchte. Offensichtlich hören die Anleger derzeit gerne Stories davon, wie mit KI alles ganz anders werden wird.“

Fazit: Unsere hohe Outperformance des vergangenen und dieses Jahres liegt auch daran, dass wir die hohen Bewertungen für KI-Aktien wie Nvidia und für Software-Aktien nicht mitgegangen sind, sondern stattdessen auf „heavy assets“ (vor allem aus der Rohstoff-Branche) gesetzt haben. Jetzt erst realisiert der Markt, dass „asset light“-Modelle wie Software viel angreifbarer sind. Das ganze Gequatsche von „Markteintrittsbarrieren“ bei „asset light“ erweist sich entweder als Denkfehler oder als reines Marketing. Überlegen ist, wer selbst überlegt! Dazu gehört aber auch, jetzt zu prüfen, ob und wo der Markt mit den Kursverlusten übertreibt.

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