2026 KW15 Report über das Portfolio des Investmentclub-Aktienfonds
Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank.
Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte.
Bei Anregungen und Feedback erreichen Sie uns gerne per email. Ihre Ansprechpartner sind:
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Was ist diese Woche (KW15/2026) an den Börsen geschehen?
Die Verkündung eines Waffenstillstands im Irankrieg löste starke Gegenreaktionen der Märkte aus: Ölpreis runter, Aktienkurse rauf. Allerdings wurde schnell deutlich, dass sich keine Seite an die Bedingungen der anderen Seite hielt. So stützte sich die Stabilisierung der Aktienmärkte auf Hoffnungen, der Irankrieg und der russische Krieg gegen die Ukraine könnten durch bevorstehende Gespräche befriedet werden. Im Wochenverlauf fiel der Ölpreis unter 100 Dollar pro Barrel. Der Dow Jones erholte sich auf Wochensicht um +3,0 Prozent, der Nasdaq-100 um +4,5 Prozent. Beide Indizes liegen damit noch knapp unter den Werten vom Jahresbeginn. Der Euro-STOXX-50 erholte sich in dieser Woche um +4,1 Prozent und kehrte damit im laufenden Jahr +2,3 Prozent in die Gewinnzone zurück. Der DAX stieg vor allem wegen der anhaltenden Schwäche des Indexschwergewichts SAP nur um +2,7 Prozent und liegt damit im laufenden Jahr noch -2,8 Prozent in der Verlustzone.
Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?
Der ACC Alpha select Anteilswert wurde auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag mit 44,14 Euro berechnet. Gegenüber dem Wert auf Basis der Schlusskurse vom Mittwoch der Vorwoche ist das ein Anstieg um 1,31 Euro bzw. +3,1 Prozent und gegenüber dem Jahresbeginn (42,01 Euro) ein Plus von +5,1 Prozent, während der Aktienfondsdurchschnitt erst die Verlustzone verließ und mit +2,4 Prozent knapp die Hälfte unserer Performance schaffte. Über 12 Monate steigt der Zuwachs beim ACC Alpha Anteilswert auf jetzt +30,0 Prozent (Aktienfondsdurchschnitt +23,9 Prozent), über drei Jahre auf +46,4 Prozent (Aktienfondsdurchschnitt +37,8 Prozent) und über fünf Jahre auf +41,8 Prozent (Aktienfondsdurchschnitt +34,3 Prozent).
Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)
Die in diesem und dem folgenden Abschnitt genannten Kursveränderungen beziehen sich jeweils auf die Woche bis einschließlich Freitag, weichen also um einen Börsentag vom Zeitpunkt der Anteilswertberechnung ab (die ja auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag erfolgt).
Aurubis stiegen in dieser Woche um +16,8 Prozent auf neue Rekordhöhen (177,60 Euro, Einstand 82,38 Euro), nachdem Warburg Research zum Kauf der Papiere des Kupferkonzerns geraten hatte. Der Kupferpreis, der bis in die zweite Märzhälfte hinein aus Sorge um die Weltkonjunktur am Terminmarkt unter 12.000 Dollar pro Tonne gesunken war, setzte seine Erholung auf rund 12.500 Dollar fort. Warburg Research rechnet damit, dass die Entwicklung bei Metallen die Gewinne antreibe. Zudem passe Aurubis gut ins Thema europäische Souveränität mit ihrem Zugang zu strategischen Ressourcen durch Recycling.
Auch der Edelstahlhersteller Aperam profitierte von diesem Thema (+16,7 Prozent auf 40,08 Euro, Einstand 33,45 Euro).
Die Aktie des Maschinenbauers Dürr erholte sich um +12,0 Prozent (auf 21,45 Euro, Einstand 22,88 Euro), nachdem die Aktie in der ersten Märzhälfte stark unter den Sorgen um die weltweite Energiekrise gelitten hatte. Nach der Ankündigung einer Dividendenerhöhung drehte die Kursentwicklung in der zweiten Märzhälfte nach oben. Dürr will seine Aktionäre am Erfolg des Unternehmens im vergangenen Jahr teilhaben lassen und die Dividende auf 0,80 Euro je Aktie und damit um 14 Prozent erhöhen.
Eine positive Branchenstudie der Citigroup zu europäischen Banken begünstigte die Kurserholung vor allem bei der Société Générale (+11,2 Prozent auf 71,40 Euro, Einstand 24,73 Euro). Der Citigroup-Analyst äußerte sich optimistisch für die Branche, die einige der wenigen sei, in der die Ergebnisprognosen noch anstiegen. Wesentlich dafür seien die Ertragsaussichten, aber in einigen Fällen auch bessere Kostenkontrolle. Als Favoriten wurde neben den beiden britischen Instituten HSBC und NatWest ausdrücklich Société Générale als kontinentaleuropäische Empfehlung genannt.
Die Aktien der Deutschen Bank (+7,9 Prozent auf 27,71 Euro, Einstand 8,54 Euro) werden in der Studie jetzt mit „Neutral“ eingestuft. Damit wurde eine bisherige Verkaufsempfehlung aufgehoben.
Die im Laufe des Kriegs geänderten Zinserwartungen sieht der Citigroup-Analyst positiv. Inzwischen werde am Markt bereits mit zwei Leitzinserhöhungen der Europäischen Zentralbank in diesem Jahr gerechnet, was die Zinsergebnisse der Geldinstitute stütze. Einen weiteren positiven Beitrag könnte die Künstliche Intelligenz durch ihren Einfluss auf Kosten und Produktivität leisten.
Nach durchweg prozentual zweistelligen Kursgewinnen in der Vorwoche (siehe Vorwochenbericht) setzten alle 6 Edelmetall-Aktien in unserem Portfolio den Kursanstieg in dieser Woche mit prozentual einstelligen Kursgewinnen fort. Ihr Anteil am Fondsvermögen zusammen ist damit auf jetzt 17,9 Prozent gestiegen.
Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)
Bei der Beteiligungsgesellschaft Mutares drückt weiterhin die bevorstehende Kapitalerhöhung auf den Aktienkurs: Nach -12,9 Prozent in der Vorwoche nun -5,9 Prozent (auf 25,25 Euro, Einstand 28,86 Euro). Geplant ist die Ausgabe von insgesamt knapp 4,3 Millionen Aktien für bis zu 105 Millionen Euro. Das Grundkapital der Gesellschaft soll dazu um ein Fünftel wachsen. Bisherige Aktionäre (wie der Fonds) können deshalb für je fünf Aktien eine junge Aktie zu 24,50 Euro beziehen. Rund 1,1 Millionen neue Aktien hat Mutares bereits bei institutionellen Investoren untergebracht. Das Volumen lag bei 26,4 Millionen Euro, teilte das Unternehmen mit. Das Orderbuch sei fast dreifach überzeichnet gewesen. Der Platzierungspreis wurde auf 24,50 Euro je neuer Aktie festgelegt, was dem Bezugspreis für die Bezugstranche von rund 3,2 Millionen neuen Aktien entspricht. Rund 80 Prozent der Erlöse aus der Kapitalerhöhung will Mutares für die Expansion in den USA und der Erschließung neuer Geschäftsmöglichkeiten in ganz Europa verwenden. Rund ein Fünftel des zufließenden Kapitals soll das Eigenkapital in der Bilanz des Unternehmens stärken. Mutares rechnet für das zweite Quartal mit deutlich mehr Transaktionen. Die Pipeline auf der Verkaufs- als auch auf der Akquisitionsseite befinde sich in einem fortgeschrittenen Stadium und solle maßgeblich zum Umsatz- und Ergebniswachstum beitragen, hatte Mutares schon vor rund zwei Wochen mitgeteilt. Jetzt gab Mutares die Übernahme von zwei Automobilzulieferunternehmen von Magna-Konzern, einem der weltweit führenden Automobilzulieferer, bekannt. Der Abschluss der Transaktionen wird vorbehaltlich der üblichen behördlichen Genehmigungen für das zweite Quartal 2026 erwartet. Die Amaneos Group, Teil von Mutares, soll durch das europäische Automobilbeleuchtungsgeschäft von Magna strategisch gestärkt werden. Das Geschäft mit einem Umsatz 2025 in Höhe von rund 235 Mio. USD dient als transformatives Add-on für die Light Mobility Solutions GmbH (LMS). Die Übernahme erweitert die Kompetenzen der Gruppe durch die Kombination von Außenmodulen mit fortschrittlichen Beleuchtungstechnologien und schafft so eine vollständig integrierte Plattform für Außensysteme. Durch die Integration von Beleuchtungssystemen in Außenverkleidungen verbessert die Gruppe die Produktdifferenzierung, steigert die Wertschöpfung pro Fahrzeugplattform und stärkt ihre Position als Komplettanbieter für OEMs. Parallel dazu hat Mutares eine Vereinbarung zur Übernahme des Geschäftsbereichs Car-Top-Systeme von Magna unterzeichnet. Das Geschäft, das im Jahr 2025 ein Umsatz von rund 85 Mio. USD erzielt haben dürfte, wird die HiLo Group und ihre Kompetenzen im Bereich Dach- und Exterieursysteme ergänzen und stärken, indem es das bestehende Know-how in Scharnieren und Verriegelungssystemen mit fortschrittlichen Dacharchitekturen und -mechanismen kombiniert. Dadurch entsteht eine sich hervorragend ergänzende Plattform, die das Angebot integrierter Dach- und Exterieursystemlösungen ermöglicht und die Systemtiefe sowie das Wertschöpfungspotenzial erhöht. Diese Akquisitionen stehen im Einklang mit dem aktuellen strategischen Plan von Mutares, das strukturelle Wachstum ihres Portfolios zu beschleunigen. Der Schwerpunkt liegt dabei insbesondere auf einer raschen Expansion auf dem dynamischen US-Markt und in Europa sowie auf bedeutenden Veräußerungsprozessen.
Im laufenden Jahr soll der Mutares-Konzernumsatz auf 7,9 bis 9,1 Milliarden Euro zulegen und der für die Aktionäre maßgebliche Jahresüberschuss der Mutares-Holding bei 165 bis 200 Millionen Euro liegen. Bis 2030 peilt Mutares ein Wachstum pro Jahr von einem Viertel beim Konzernumsatz und beim Holding-Nettoergebnis an. Im abgelaufenen Geschäftsjahr profitierte Mutares vom Portfolioumbau und dem Verkauf von Beteiligungen, vor allem des vollständigen Ausstiegs beim österreichischen Motorenhersteller Steyr. Die Erlöse stiegen auf Basis vorläufiger Zahlen auf 6,5 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte deutlich auf 733,5 Millionen Euro. Unter dem Strich verzeichnete Mutares einen Holding-Gewinn von 130,4 Millionen Euro. Die endgültigen Zahlen für 2025 will Mutares mit dem Geschäftsbericht in der letzten Aprilwoche veröffentlichen.
Die Aktien der Deutschen Rohstoff verloren wegen des zurückkommenden Ölpreises in dieser Woche -4,9 Prozent (auf 93,60 Euro, Einstand 54,20 Euro). Die Marktkapitalisierung von Almonty Industries stieg unterdessen wieder auf 4,70 Mrd. USD. Der Anteil, den die Deutsche Rohstoff AG hält, von knapp 8 Prozent hat somit einen aktuellen Kurswert von rund 370 Mio. US-Dollar bzw. 315 Mio. Euro. Dies deckt rechnerisch weiterhin rund 70 Prozent des aktuellen Börsenwertes der Deutschen Rohstoff AG.
Welche Transaktionen gab es diese Woche?
Wir haben unsere kleine Position in Sixt Vorzugsaktien durch den Zukauf von 800 Stück verdoppelt. Grund ist die Unterbewertung der Aktie, die zuletzt mit ihrer relativen Stärke ein Kaufsignal gab. Der Zukauf der 800 Aktien erfolgte zu 58,7375 Euro. Unser Einstieg war im Dezember zu nur 52,05 Euro erfolgt. Durch den Zukauf steigt der durchschnittliche Einstandspreis auf 55,39 Euro. Zusammen mit der kleineren Position in (500) Sixt Stammaktien beläuft sich die Größe der Sixt-Position jetzt auf 1,8 Prozent vom Fondsvermögen.
Wie hoch ist die Barreserve?
Das Euro-Kontoguthaben ist durch den Sixt-Zukauf auf 755.533 Euro gesenkt worden, der Anteil am Fondsvermögen von 11,8 auf 10,7 Prozent.
OceanaGold zahlte die Quartalsdividende von 0,09 USD pro Aktie, zusammen für unsere 4.000 Aktien 360 USD. Nach Abzug der Quellensteuer wurden unserem US-Dollar-Konto 306 USD gutgeschrieben. Bei 4 Quartalsdividenden in der jetzigen Höhe werden in diesem Jahr 0,36 US-Dollar Dividende pro Aktie erreicht, beim jetzigen Wechselkurs zwischen US- und Kanada-Dollar von 0,72 USD/CAD sind das 0,50 CAD. Dies entspricht im Verhältnis zu unserem Einstandskurs 36,41 CAD einer Dividendenrendite von 1,4 Prozent. Das Guthaben auf unserem US-Dollar-Konto ist dadurch auf 3.956 USD gestiegen. OceanaGold gab in dieser Woche bekannt, dass die Stammaktien des Unternehmens jetzt auch an der New Yorker Stock Exchange („NYSE“) gehandelt werden. Bislang konnten US-Anleger die Aktie an US-Handelsplätzen im Freiverkehr handeln. Heimatbörse bleibt die kanadische Toronto Stock Exchange („TSX“).
Unsere Fremdwährungsguthaben sind in dieser Woche durch die Dividendeneinnahme weiter leicht gestiegen auf zusammen in Euro umgerechnet jetzt 87.909 Euro (Anteil am Fondsvermögen 1,2 Prozent). Zusammen mit dem Euro-Konto belaufen sich die Bankguthaben jetzt auf 843.442 Euro. Damit entfallen aktuell 11,9 Prozent des Fondsvermögens auf die Barreserve. Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist in dieser Woche durch einen kleinen Nettomittelzufluss um 8 Anteile auf jetzt 159.820 Anteile gestiegen. Das Fondsvermögen ist vor allem durch die Kursgewinne in dieser Woche um rund 200.000 Euro auf 7.067.927 Euro gestiegen.
Aktuelle strategische und taktische Überlegungen
Ein Kollege aus der Wertpapier-Branche hatte mir schon vor längerem erzählt, er habe zur Altersvorsorge SAP-Aktien gekauft: „Kaufen und liegen lassen.“ Das verspreche bei SAP auf lange Sicht mehr Erfolg als ein DAX-ETF oder ein aktiv gemanagter Fonds.
Schon vor 6 Wochen haben wir in einem „Special“ uns an dieser Stelle mit dem „AI Scare Trade“ beschäftigt: Insbesondere Software-Aktien leiden schon seit dem vergangenen Jahr stark unter der Befürchtung, ihre Geschäftsmodelle könnten durch Künstliche Intelligenz gefährdet sein. Während viele Fondsmanager darin eine Übertreibung sahen, verstärkte sich diese Sorge zuletzt wieder und Software-Aktien setzten ihre Talfahrt fort. In Deutschland sank der Aktienkurs des DAX-Schwergewichts SAP auf den tiefsten Stand seit Anfang 2024. SAP-Chef Christian Klein befeuerte die Sorgen mit einem Interview in der „Financial Times“. Marktbeobachter bewerten seine Aussagen als Hinweis darauf, dass das bisherige Geschäftsmodell gefährdet erscheint. Seit dem Rekordhoch bei gut 283 Euro im Februar 2025 hat sich der Wert von SAP in etwa halbiert. Der Abwärtstrend ist bislang intakt – ebenso bei den Aktien großer US-Software-Konzerne wie Salesforce oder ServiceNow. Wir haben trotz des starken Kursrückgangs aus Bewertungsgründen nicht in Software-Aktien investiert, was sich als richtig erwiesen hat. Tatsächlich mag der Kursrückgang bereits Befürchtungen einpreisen, die sich in der Realität nicht so schnell in fallenden Umsätzen und Gewinnen niederschlagen. Besser als befürchtete Geschäftsergebnisse könnten also irgendwann auch eine zumindest stückweise Erholung von Software-Aktien auslösen. Andererseits ist aber sogar die beobachtete Kurshalbierung noch wenig, wenn Geschäftsmodelle insgesamt existenzgefährdet sind. Zumindest ist die Underperformance der Software-Aktien wieder ein eindrucksvolles Beispiel dafür, dass es keine sicheren „Anker-Aktien“ gibt, die man einfach kaufen und unbeobachtet liege lassen sollte. Zumindest hoffe ich für den Kollegen, dass seine Altersvorsorge nicht nur aus SAP-Aktien besteht.
