Wochenkommentar KW 01/2026
Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank. Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte. Bei Anregungen und Feedback erreichen Sie uns gerne per email. Ihre Ansprechpartner sind: – Dirk Arning (arning@acc-invest.de) – Geschäftsführung, Ansprechpartner für börsenspezifische Informationen – Klaus J. Ueker (ueker@acc-invest.de) – Geschäftsführer, Ansprechpartner für Mitgliederverwaltung – Holger Fiegl (info@acc-invest.de) – Administration, Ansprechpartner für Webpage
Report über das Portfolio des Investmentclub Aktienfonds
Was ist diese Woche (KW01/2026) an den Börsen geschehen?
In der ersten Wochenhälfte beendeten die Börsen ein ereignisreiches Jahr vergleichsweise ruhig. Bei den Edelmetallen kam es nach der heiß gelaufenen Rallye vor Weihnachten zum Wochenauftakt zu einer erwartbaren, aber nur eintägigen Korrekturbewegung. Auch der erste Handelstag des neuen Jahres war zwischen Feiertag und Wochenende erwartungsgemäß von geringen Handelsumsätzen gekennzeichnet. Die US-Aktienmärkte beendeten das Jahr 2025 zwar nominal wieder mit prozentual zweistelligen Zuwächsen (Dow Jones +13,0 Prozent, S&P-500 +16,4 Prozent, Nasdaq-100 +20,2 Prozent, Russell-2000 +11,3 Prozent), davon blieb für einen in Euro rechnenden Anleger aber wenig oder sogar ein Verlust, weil der US-Dollar gegen Euro 13,4 Prozent verlor. Besser schnitten Investments in Europa ab: Der Euro-STOXX-50 beendete das Jahr mit einem Anstieg um +18,3 Prozent, der DAX sogar +23,0 Prozent.
Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?
Der ACC Alpha select Anteilswert wurde auf Basis der Schlusskurse vom 30. Dezember, dem letzten Handelstag des Jahres 2025, mit einem Nettoinventarwert von 42,01 Euro mit einem neuen Rekordhoch festgestellt. Gegenüber dem in der Vorwoche berechneten Nettoinventarwert von 41,55 Euro ist das ein Anstieg um 0,46 Euro bzw. +1,1 Prozent. Für den Dezember bedeutet das ein Plus von 4,3 Prozent, für das vierte Quartal +5,55 Prozent, für das zweite Halbjahr +10,6 Prozent und für das Gesamtjahr 2025 ein Nettoergebnis von +25,6 Prozent! Über zwei Jahre, also 2024 und 2025 zusammen, beträgt das Plus +32,4 Prozent. Über drei Jahre, also seit Anfang 2023, sind es +42,4 Prozent und über fünf Jahre +53,8 Prozent!
Der Vergleich mit den Ergebnissen anderer Investmentfonds findet sich ab diesem Jahr unten in einem gesonderten Abschnitt.
Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Jahresgewinner)
Kurz vor dem Jahreswechsel erlebte die Aktie des japanischen Mischkonzerns Itochu einen Kurssprung als Reaktion auf einen Aktiensplitt 1:5 zum Jahreswechsel. Mit dem Aktiensplitt wird die Handelbarkeit der Aktie verbessert. In Japan werden Aktien an der Börse in Tranchen zu 100 Stück gehandelt. Der Mindestkapitaleinsatz für Anleger dort verringert sich durch den Splitt von umgerechnet rund 5.000 auf ca. 1.000 Euro. Der Aktienkurs stieg in dieser Woche (splitt-bereinigt) um +7,1 Prozent auf 1.975 Yen. Mit dem Aktiensplitt verfünffacht sich die Aktienanzahl auf 7,9 Milliarden Stück. Aus unseren 4.000 Itochu-Aktien mit Einstand 4.157 Yen wurden 20.000 Aktien mit Einstand 832 Yen. Damit sind natürlich auch viele Kennzahlen, die sich auf eine Aktie beziehen, zu fünfteln: Der Buchwert hat inzwischen mit gut 800 Yen pro Aktie unseren Einstandskurs fast erreicht. Umsatzerlöse von 15,5 Billionen Yen sind, bezogen auf die neue Aktienanzahl, rund 2.000 Yen pro Aktie, also nicht viel weniger als der aktuelle Kurs. Der von uns berechnete Bottom Value beträgt jetzt gut 1.640 Yen, ungefähr das Doppelte unseres Einstandes, aber weniger als der aktuelle Kurs. Mit gut 1.100 Yen liegt der Profit Value noch niedriger, denn das geglättete Gewinnwachstum beträgt nur rund 6 Prozent pro Jahr, das angemessene KGV damit rund 9. In der Projektion liegt der Fair Value nahe 2.000 Yen. Nachdem sich der Kurs gegenüber unserem Kauf ungefähr verdoppelt hat, erscheint das Kurspotenzial weitgehend ausgereizt. Das mittlere Kursziel von 10 Analysten liegt aktuell mit 2.118 Yen noch etwas höher. Mit dem Endspurt vor dem Jahresende schafft es Itochu bei einer mittleren Gewichtung im Fondsvermögen 2025 von 3,2 Prozent auf die Top-Ten-Liste der Gewinnbeitrags-Aktien: +0,85 Prozentpunkte von den +25,6 Prozent 2025 haben wir allein mit Itochu verdient.
Auf Jahressicht sind die größten Kursgewinner in unserem Portfolio die Aktie des Goldminenbetreibers Newmont Corporation mit +168,3 Prozent, die Aktie der französischen Großbank Société Générale +153,0 Prozent, der Kölner Motorenbauers Deutz +110,5 Prozent und die Deutschen Bank mit +99,0 Prozent. Hohe Performancebeiträge lieferten auch die recht großen Positionen Heidelberg Materials (+86,9 Prozent) und PORR (+81,2 Prozent), wo wir in beiden Fällen unlängst Teilgewinnmitnahmen vorgenommen haben. Auch die Aktie des kanadischen Gold-Royalty-Unternehmens Franco-Nevada haben wir schon vor über einem Jahr aufgenommen: +68,4 Prozent in 2025. Die Anteilsscheine der deutschen Kupferhütte Aurubis verzeichneten 2025 ein Plus von +61,9 Prozent.
Hohe Performancebeiträge erzielten wir aber auch mit neuen Aktienpositionen, die erst im Jahresverlauf neu aufgenommen wurden, vor allem mit unseren jüngeren Edelmetall-Aktien. Sortiert man unsere Aktien nach Performance-Beiträgen („Performance Contribution“), so hat allein Société Générale 2,8 Prozentpunkte zum Jahresplus von 25,6 Prozent beigetragen: Die Bankaktie war durchschnittlich mit 4,5 Prozent des Fondsvermögens gewichtet! Aber auch unserer (mit 8,8 Prozent Durchschnittsgewichtung) größten Aktienposition, Fairfax Financial, verdanken wir wieder einen großen Teil unserer Gewinne: 2,0 Prozentpunkte. Auf Platz 3 der Performancebeiträge schaffte es mit einem mittleren Gewicht von 2,2 Prozent am Fondsvermögen Newmont: 1,7 Prozentpunkte steuerte der Goldminenbetreiber bei. Sowohl in Pan American Silver als auch in Valterra Platinum sind wird erst seit Mitte 2025 investiert (Juni bzw. Juli), sodass das mittlere Gewicht auf das Gesamtjahr bezogen in beiden Fällen nur bei 1,62 Prozent liegt. Trotzdem lieferten beide Edelmetall-Aktien jeweils 1,5 Prozentpunkte Performancebeitrag ab, zusammen also 3,0 von 25,6 Prozentpunkten. Bei PORR beläuft sich der Performancebeitrag dank der lange hohen Gewichtung (im Jahresdurchschnitt 5,8 Prozent) auf 1,6 Prozentpunkte.
Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Jahresverlierer)
Die einzige Verlust-Aktie, die wir schon vor 2025 ins Portfolio aufgenommen und gehalten haben, ist Nippon Sanso. Hier beträgt der Kursverlust in Euro gerade mal -3,9 Prozent (und wird gemildert durch rund 2 Prozent Dividendenrendite gemessen an unserem Einstand). Der Kursrückgang von Nippon Sanso hat bei einer durchschnittlichen Gewichtung 2025 von 4,05 Prozent des Fondsvermögens nur -0,23 Prozent Fondsperformance gekostet (wieder ohne Dividende gerechnet). Nach dem Kauf im Februar 2023 war Nippon Sanso für zwei Jahre bei unseren besten Aktien und hat 2023 und 2024 hohe positive Performancebeiträge geliefert.
Der größte Verlustbringer 2025 war die ausgestoppte Lincoln National – mit einer Gewichtung von gerade mal 0,12 Prozent bezogen auf das Fondsvermögen und das Gesamtjahr 2025. Das Investment in der US-Versicherung hat uns 2025 einen negativen Performancebeitrag von -1,15 Prozent gekostet. Alle anderen Verlustbeiträge liegen deutlich unter einem Prozent. Hier zeigt sich unsere konsequente Politik der Verlustbegrenzung bzw. Gewinnsicherung durch Stoploss- und Take-Profit-Signale. Natürlich entstehen auch mal Kursverluste; diese werden aber begrenzt.
Isoliert betrachtet war schon der DAX-Put mit Laufzeit September das zweitteuerste Verlustgeschäft: -0,6 Prozent Performancebeitrag. Allerdings handelte es sich dabei um eine vorübergehende Position im Rahmen unseres Risikomanagements, die wir (eben mit Verlust) in einen DAX-Put mit Laufzeit Dezember gerollt haben. Diesen haben wir schließlich mit höherem Gewinn verkauft. Insgesamt hat unsere Risikomanagement mit Index-Put-Optionen einen schönen Nettogewinn abgeliefert – ganz abgesehen vom Hauptnutzen, nämlich das Rückschlagrisiko für unseren Anteilswert etwas abzumildern.
Die Schwäche des US-Dollars, die viele global investierende Fonds 2025 viel Performance gekostet hat, ging an uns weitgehend vorbei. Unser US-Dollar-Bankguthaben hatten wir aufgrund des Abwärtstrends beim US-Dollar gegen Euro größtenteils aufgelöst und in Euro getauscht. Das durchschnittliche Gewicht des US-Dollar-Bankguthabens im Jahr 2025 haben wir dadurch auf nur 1,17 Prozent gedrückt und den negativen Performancebeitrag aus der US-Dollar-Schwäche auf nur -0,47 Prozentpunkte.
Welche Transaktionen gab es diese Woche?
Um den Jahreswechsel herum haben wir keine Änderungen an unserem Portfolio veranlasst.
Wie hoch ist die Barreserve?
Unser Fremdwährungsguthaben ist zum Jahresende nochmals leicht gestiegen, zu aktuellen Devisenkursen umgerechnet auf 134.087 Euro, was 2,0 Prozent des Fondsvermögens ausmacht. Unser Euro-Kontohaben ist im Wochenvergleich durch weitere Mittelzuflüsse um gut 25.000 Euro auf 191.406 Euro gestiegen, von 2,6 auf 2,9 Prozent des Fondvermögens.
Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist in dieser Woche um genau 600 auf jetzt 156.048 Anteile gestiegen. Das Fondsvermögen ist in dieser Woche durch Kursgewinne und Mittelzuflüsse um knapp 100.000 Euro auf 6.574.858 Euro gewachsen.
Der Kurs der im April zum Kurs 98,882 Prozent gekauften kurzlaufenden (bis 15. Februar) deutschen Bundesanleihe im Nennwert von 500.000 Euro ist im Wochenvergleich um zwei weitere Basisstellen gestiegen auf 99,83 Prozent. Zusammen mit den rund 80 Euro Stückzinsen pro Woche stieg der Wert unserer Position in dieser Woche auf jetzt 501.335 Euro (7,6 Prozent vom Fondsvermögen). Unsere Barreserve aus Bankguthaben und Kurzläufer zusammen ist vor allem durch den Mittelzufluss auf jetzt 826.827 Euro gewachsen, der Anteil am Fondsvermögen von 12,4 auf 12,6 Prozent.
Aktuelle strategische und taktische Überlegungen
Es gibt viele Fondsmanager, die Bankaktien meiden und auch grundsätzlich nicht in Edelmetall-Werte investieren. Gemäß unserem pragmatischen Motto „Gewinne zählen“ hatten wir dagegen seit 2024 aufgrund der herausragenden Gewinnentwicklung bei Banken und Edelmetall-Unternehmen genau dort verstärkt investiert (siehe oben: „Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? Jahresgewinner“). Sowohl die krasse Unterbewertung der europäischen Großbanken als auch die sich abzeichnende Hausse der Edelmetalle waren mit Blick auf Zahlen, Fakten und Daten absehbar. Tatsächlich ist weniger das Ausmaß des Kursanstiegs überraschend als sein Tempo. Ein positives Momentum, also das Vorhandensein von Aufwärtstrends, gehört auch zu unserer Strategie: Alpha, also überdurchschnittliche Ergebnisse, durch Selektion, also gezielte Auswahl, ist das namensgebende Ziel der „Alpha select“ – Strategie. Das haben wir 2025 erreicht.
Bei aller Freude über das Nettoergebnis von 25,6 Prozent 2025 sollte man nicht vergessen, dass es langfristig mindestens ebenso wichtig ist, Verluste zu begrenzen. Auch dies ist uns im Kleinen (mehrfach im Jahresverlauf 2025) und im Großen (im sehr schlechten Börsenjahr 2022) gut gelungen.
Die meisten Aktienfondsmanager bevorzugen auch gerade zur Verlustvermeidung erklärtermaßen „Qualitäts-Aktien“. Das klingt gut, ist aber vor allem bequem, weil man überwiegend immer die gleichen Aktien hält und kaum Timing-Versuche unternehmen muss. „Qualität“ könne man immer kaufen. In vielen Fällen haben diese Fonds vermeintliche „Qualitäts-Aktien“ aber viel zu teuer bezahlt, wie sich auch im abgelaufenen Jahr zeigte. Procter & Gamble ist so ein Beispiel dafür. 2024 hatte die Aktie ein Rekordhoch bei 190 US-Dollar erreicht; zuletzt notierte sie bei 141 Dollar. In Euro ergibt sich 2025 ein Verlust von rund 30 Prozent. „Qualität“ ist kein Schutz vor Kursverlusten, wenn die Bewertung zu hoch ist. Es kommt eben nicht darauf an, „gute Aktien“ zu kaufen, sondern Aktien gut zu kaufen.
Was zeigt der Vergleich mit den Ergebnissen anderer Investmentfonds aktuell?
Das Durchschnittsergebnis der globalen Aktienfonds 2025 („All Cap“, also ohne Festlegung auf bestimmte Marktsegmente wie Nebenwerte) wird mit nur +5,6 Prozent angegeben. Damit haben wir einen Vorsprung („Alpha“) von exakt 20,0 Prozentpunkten erreicht! Mischfonds (flexibel, weltweit) schafften im Durchschnitt 2025 +7,3 Prozent und schlugen damit die meisten Aktienfonds.
Über drei Jahre (2023, 2024 und 2025) erreicht der Aktienfonds-Durchschnitt +39,8 Prozent. Mit einem Nettoplus von +42,4 Prozent beträgt unser Vorsprung nur 2,6 Prozentpunkte. Das ist wenig, wenn man die Outperformance in diesem Jahr bedenkt. 2023 und 2024 lagen wir bekanntlich klar unter dem Aktienfonds-Durchschnitt. Dabei sollte aber berücksichtigt werden, dass wir uns im negativen Jahr 2022, das jetzt vollständig aus dem Betrachtungszeitraum herausgefallen ist, viel besser gehalten haben. Unser Risikoprofil entspricht eher einem Mischfonds. Und diese schafften in den drei Jahren im Durchschnitt nur +26,3 Prozent, womit wir einen Vorsprung von 16,1 Prozentpunkten erzielt haben. Unser gutes Rendite / Risiko – Ergebnis über drei Jahre zeigt sich auch darin, dass wir die Bestnote von 5 Sternen bei FWW erhalten (siehe unten).
Über fünf Jahre (seit Anfang 2021) erzielten Aktienfonds im Durchschnitt +43,7 Prozent und Mischfonds +23,5 Prozent, während die ACC Alpha select Strategie +53,8 Prozent erzielte, also einen Vorsprung von 10,1 Prozentpunkten gegenüber Aktienfonds und 30,3 Prozentpunkten gegenüber Mischfonds.
FWW gibt dem ACC Alpha select 5 von 5 möglichen Sternen. Dem liegt die risikoadjustierte Performance („RAP“) über drei Jahre zugrunde. Beim ISS ESG Fund Rating erhält unsere Strategie 4 von 5 möglichen Sternen und gehört damit weiterhin zu den besten 30 Prozent. Das ISS ESG Fund Rating bewertet die ökologische, soziale und governancebezogene (ESG) Performance eines Fonds.
Bitte um Spende
Ausnahmsweise wollen wir an dieser Stelle einen Spendenaufruf teilen.
Mykola Skutelnyk hat infolge eines Unfalls bei einem Luftalarm in der Ukraine seinen rechten Arm verloren. Seine Nichte Oksana Ehrenfried lebt seit 2002 in Deutschland und arbeitet für die Drescher & Cie AG in Köln als Buchhalterin. Sie versucht, ihrem Onkel den Erhalt einer funktionellen Armprothese zu ermöglichen. Jede Spende, auch kleine Beträgen, hilft.
Vielen Dank im Voraus.
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