Wochenkommentar KW 11/2026

Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank. Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte. Bei Anregungen und Feedback erreichen Sie uns gerne per email. Ihre Ansprechpartner sind: – Dirk Arning (arning@acc-invest.de) – Geschäftsführung, Ansprechpartner für börsenspezifische Informationen – Klaus J. Ueker (ueker@acc-invest.de) – Geschäftsführer, Ansprechpartner für Mitgliederverwaltung – Holger Fiegl (info@acc-invest.de) – Administration, Ansprechpartner für Webpage


Report über das Portfolio des Investmentclub Aktienfonds

Was ist diese Woche (KW11/2026) an den Börsen geschehen?

Der starke Ölpreisanstieg infolge des Iran-Kriegs begründete weitere Kursverluste. Iranische Angriffe zerstörten Ölanlagen in der Golfregion und verhinderten die Ölexporte durch die Straße von Hormus. Die durch den Ölpreisanstieg höhere Inflation spricht gegen die erhofften Leitzinssenkungen und könnte eventuell sogar zu Zinserhöhungen führen. Die US-Regierung unter Trump scheint den Krieg deshalb bald beenden zu wollen, dafür aber kein Konzept zu haben. Die Entwicklung belastet die asiatischen Märkte stärker, weil die Region stärker von Ölimporten aus der Golfregion abhängig ist. Der Dow Jones verlor auf Wochensicht -2,0 Prozent, gegenüber Jahresbeginn -3,1 Prozent. Der Nasdaq-100 verzeichnete ein Wochenminus von -1,1 Prozent, -3,4 Prozent seit Jahresbeginn. Der DAX verlor in dieser Woche -0,6 Prozent und steht -4,3 Prozent tiefer als zum Jahreswechsel. Der Euro-STOXX-50 hielt sich wegen der darin enthaltenen Ölaktien besser, nur -0,1 Prozent auf Wochensicht und nur -1,3 Prozent seit Jahresbeginn.

Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?

Der ACC Alpha select Anteilswert wurde auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag mit 43,81 Euro berechnet. Gegenüber dem Vorwochenwert ist das ein Rückgang um 0,73 Euro bzw. -1,6 Prozent. Seit Jahresbeginn (42,01 Euro) ist der Anteilswert somit um +4,3 Prozent gestiegen (während die meisten Aktienindizes im Minus liegen), über 12 Monate um +22,1 Prozent (Aktienfondsdurchschnitt nur +12,4 Prozent), über drei Jahre um +41,7 Prozent (Aktienfondsdurchschnitt nur +37,1 Prozent) und über fünf Jahre +45,3 Prozent (Aktienfondsdurchschnitt nur +37,0 Prozent).

Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)

Die in diesem und dem folgenden Abschnitt genannten Kursveränderungen beziehen sich jeweils auf die Woche bis einschließlich Freitag, weichen also um einen Börsentag vom Zeitpunkt der Anteilswertberechnung ab (die ja auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag erfolgt).

Die in dieser Woche längere Liste der Kursgewinner in unserem Portfolio wird die zweite Woche in Folge von der Deutsche Rohstoff angeführt. Nach +13,2 Prozent in der Vorwoche in dieser Woche +6,1 Prozent (auf 87,30 Euro, Einstand 54,20 Euro). Das Unternehmen profitiert vom hohen Ölpreis und erhöht deshalb die Zahl der Bohrungen. Die Deutsche Rohstoff AG (DRAG) wird mit Ihrer US-Tochter 1876 Resources ab sofort mit zwei Bohrgeräten in Wyoming aktiv sein. Während seit Ende Februar ein Bohrgerät im östlichen Teil der Flächen vier Bohrungen abteuft und diese Ende März abschließen kann, wird kommende Woche ein zweites Bohrgerät zunächst drei Bohrungen auf den westlichen Flächen abteufen. Davon zwei in die Niobrara-Formation und eine in die Mowry-Formation. Weitere drei Bohrungen sind bereits fest eingeplant, so dass zur Jahresmitte 10 Brutto-Bohrungen die Produktion aufnehmen können. Sofern die Ölpreise weiterhin deutlich über dem Preisniveau des Vorjahres von rund 65 USD pro Barrel liegen, könnte 1876 Resources in diesem Jahr deutlich über 20 Bohrungen abteufen. Es besteht die Möglichkeit beide Bohrgeräte bis in das vierte Quartal oder darüber hinaus unter Vertrag zu halten. Weil der Konzern seine Ölproduktion in diesem Jahr weniger schon per Termin verkauft hat („Hedging“) als in den Vorjahren, profitiert das Unternehmen stärker vom Preisanstieg. Mit den 10 Bohrungen von 1876 Resources liegt die Hedgingquote im Konzern für das Jahr 2026 zur Zeit unter 30 Prozent. Sollten sogar über 20 Bohrungen abgeteuft werden, läge die Absicherungsquote nur noch bei rund 20 Prozent. Somit kann der Großteil der Produktion aktuell zu höheren Preisen veräußert oder aber auch abgesichert werden. Ein Ausbau der Absicherungen werde laufend geprüft, erklärte die DRAG. Das Non-Op Joint Venture von Salt Creek Oil & Gas entwickele sich weiterhin positiv und eine Produktionsaufnahme der neun Niobrara-Bohrungen, in die Salt Creek rund 40 Mio. USD investieren wird, ist für die Jahresmitte geplant. Eine weitere Konkretisierung des Bohrprogramms sowie eine mögliche Anpassung der Guidance für 2026 hänge von der Entwicklung nach den ersten 10 Bohrungen ab und werde kommuniziert, sobald eine Entscheidung über Art und Umfang der Entwicklung getroffen werden kann.

Die Aktie von Nippon Sanso zeigte einmal mehr ihre Tendenz, entgegen der Richtung des japanischen Aktienmarktes zu laufen: Während der Nikkei-225-Index in dieser Woche -3,2 Prozent verlor, stiegen Nippon Sanso um +2,5 Prozent (auf 31,30 Euro bzw. 5.772 Yen, Einstand 18,31 Euro bzw. 2.681 Yen). Nippon Sanso gilt unter japanischen Aktien als Art „sicherer Hafen“ und erlebt deshalb häufig Umschichtungen entgegen der Marktrichtung. Allerdings konnte auch unser zweites japanisches Direktinvestment in dieser Woche gegen den Markt zulegen: Itochu immerhin +1,3 Prozent (auf 11,435 Euro bzw. 2.071 Yen, Einstand 5,73 Euro bzw. 832 Yen).

Die von uns als klar unterbewertet eingestufte französische Versicherungsgruppe SCOR übertraf mit ihren Jahreszahlen die Markterwartungen. Der zuständige Analyst bei Jefferies lobte vor allem die starke Bilanz. Die Aktie stieg in dieser Woche gegen den Trend um +2,4 Prozent (auf 30,22 Euro, Einstand 25,73 Euro).

Unsere größte Aktienposition, Fairfax Financial, zeigte sich oberhalb der Unterstützungszone 2.145 bis 2.200 CAD stabilisiert: Auf Wochensicht +2,4 Prozent auf 2.266,72 CAD (Einstand 455 CAD).

Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)

Aufgrund des Preisrückgangs bei Edelmetallen (siehe dazu unten: „Aktuelle strategische und taktische Überlegungen“) gehörten entsprechende Minenaktien zu den größeren Kursverlierern:

Die Aktie des südafrikanischen Platinminenbetreibers Valterra Platinum verlor -11,4 Prozent (auf 65,40 GBP, Einstand 37,69 GBP). Das KGV sinkt damit auf rund 10 und die erwartbare Dividendenrendite steigt auf rund 4 Prozent. (Für uns dürfte die Dividendenrendite aufgrund unseres viel tieferen Einstands rund 8 Prozent erreichen!)

Die Aktie des nordamerikanischen Silber-Gold-Produzenten Coeur Mining sank um -10,8 Prozent (auf 20,19 USD, Einstand 22,73 USD). Das KGV ist damit unter 10 gefallen!

Vor allem die Sorgen um die Weltkonjunktur drückten auf die Aktienkurse von Aperam und Deutz, deren Geschäfte als konjunkturabhängig gelten: Aperam verloren in dieser Woche -10,3 Prozent (auf 33,52 Euro, Einstand 33,45 Euro) und Deutz -9,5 Prozent (auf 9,79 Euro, Einstand 4,35 Euro).

Beim deutschen Arzneimittel-Spezialisten Medios lieferte der Weggang des bisherigen Finanzvorstandes Falk Neukrich einen Anlass für Gewinnmitnahmen: Der Kursrückgag aus der Vorwoche setzte sich in dieser Woche fort: -10,4 Prozent (auf 14,18 Euro, Einstand 16,05 Euro). Neukirch steht nach Ablauf seiner regulären Amtszeit nicht mehr für einen neuen Vorstandsvertrag zur Verfügung. Übergangsweise wird er der Gesellschaft noch in beratender Funktion zur Verfügung stehen, um einen reibungslosen Übergang der Verantwortlichkeiten sicherzustellen. Ein KGV von rund 12 erscheint für ein gut positioniertes Unternehmen in der nicht konjunkturabhängigen Pharmabranche sehr attraktiv.

Überdurchschnittliche Kursverluste gab es wegen Konjunktursorgen auch bei den Bau-Werten PORR (-7,0 Prozent auf 36,15 Euro, Einstand 13,48 Euro) und Heidelberg Material (-7,5 Prozent auf 161,00 Euro, Einstand 53,60 Euro). In beiden Fällen hatten wir deutlich höhere Kurse für umfangreiche Gewinnmitnahmen genutzt, um unsere einst großen Positionen deutlich zu verkleinern, bei Heidelberg Materials bekanntlich erst ein zweites Mal in der Vorwoche noch zu 178,10 Euro (durchschnittlicher Ausstiegskurs damit 201,65 Euro).

Welche Transaktionen gab es diese Woche?

Wir haben zu Wochenbeginn im Rahmen unseres Risikomanagements unsere Aktienposition Deutsche Bank halbiert. Der Verkauf von 3.000 Aktien erfolgte noch zu 26,04 Euro (Wochenendstand 2,1 Prozent tiefer bei 25,49 Euro). Gegenüber unserem durchschnittlichen Einstand von nur 8,54 Euro haben wir damit jetzt einen Kursgewinn von 205 (!) Prozent realisiert. Die Risiken für Bank-Aktien haben zugenommen, weil es bei sogenannten „Private-Credit-Fonds“ vereinzelt zu Zahlungsausfällen gekommen ist und eine Ausweitung dieser Probleme befürchtet wird. Private-Credit-Fonds vergeben Kredite an Unternehmen, ohne dabei die gleichen strengen Auflagen wie Banken einhalten zu müssen. Neben dem Geld von Investoren in Private-Credit-Fonds droht auch Banken ein Verlust, die solchen Private-Credit-Fonds ihrerseits Kredite gegeben haben. Die Deutsche Bank hat ihr Engagement in dem umstrittenen Private-Credit-Markt in ihrem jüngst veröffentlichten Geschäftsbericht 2025 mit 26 Milliarden Euro beziffert. Dabei räumt die Deutsche Bank ein, dass Finanzierungen für Private-Credit-Fonds „aufgrund jüngster Zahlungsausfälle einer verstärkten Wachsamkeit unterliegen“. Anders als beispielsweise die größte US-Bank, JP Morgan, ist bei der Deutschen Bank noch nicht erkennbar, dass sie die Vergabe von Darlehen an private Kreditfonds einschränken will. Nachdem wir unsere Position halbiert haben, kam die Aktie im Wochenverlauf stärker unter Druck.

Wie hoch ist die Barreserve?

Das Euro-Kontoguthaben wurde weiter aufgestockt und beträgt jetzt 662.113 Euro. Damit wurde es in den beiden vergangenen Wochen von 6,9 auf 9,4 Prozent erhöht. Unser Fremdwährungsguthaben ist vor allem durch den US-Dollar-Anstieg weiter gestiegen, im Wochenvergleich um 0,5 Prozent auf 84.581 Euro (Anteil am Fondsvermögens 1,2 Prozent). Zusammen belaufen sich die Kontoguthaben auf 746.693 Euro. Damit haben wir die Barreserve auf gut 10,6 Prozent erhöht. Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist in dieser Woche weiter durch leichte Nettomittelzuflüsse gestiegen, nämlich um 330 Anteile auf jetzt 160.076 Anteile. Das Fondsvermögen ist aber durch die Kursverluste in dieser Woche um 1,5 Prozent auf jetzt 7.025.035 Euro gesunken.

Aktuelle strategische und taktische Überlegungen

Die Inflation steigt und die Edelmetallpreise fallen! Dies ist, wie sich in dieser Woche zeigt, zumindest kurzfristig kein Widerspruch, sondern hängt direkt miteinander zusammen:

Ein steigender Ölpreis macht nicht nur die direkt aus Rohöl erzeugten Produkte wie Benzin, Diesel und Heizöl teurer, sondern mit etwas zeitlicher Verzögerung alle Waren, bei denen die Transportkosten einkalkuliert werden müssen – und das sind die meisten.

Hatten die Märkte zu Beginn des Jahres noch fest damit gerechnet, dass im Laufe dieses Jahres die Leitzinsen gesenkt werden könnten, ist diese Erwartung durch den Iran-Krieg inzwischen ins Gegenteil umgeschlagen: Nun werden statt Zinssenkungen in den kommenden Monaten Zinserhöhungen erwartet. Mit höheren Zinsen werden verzinsliche Anlagen vordergründig attraktiver: Man bekommt wieder höhere Zinsen. Das geht kurzfristig vor allem zulasten der Edelmetalle, denn sie werfen weder Zinsen noch Dividenden ab. Und nach dem starken Preisanstieg bis Januar haben Edelmetall-Investoren aus 2025 und früher noch immer hohe Buchgewinne, die sie jetzt realisieren.

Allerdings dürfte es sich als Fehler erweisen, auf die nominal steigenden Zinssätze so zu reagieren. Denn, ob die Zinsen tatsächlich real höher oder nicht sogar tiefer sein werden, muss sich erst noch zeigen. Mittel- bis längerfristig ist der sogenannte Realzins entscheidend, also der Unterschied zwischen nominalen Zinssatz und der Inflationsrate. Wenn in diesem Jahr die Inflationsraten schneller steigen sollten als die Nominalzinsen, was nicht unwahrscheinlich ist, fällt der ohnehin nicht hohe Realzins sogar. Ein fallender, niedriger oder sogar negativer Realzins spricht aber für und nicht gegen Edelmetalle. Insofern bieten rückläufige Edelmetallpreise in Zeiten höherer Inflation eher eine gute Einstiegsgelegenheit.

——————————————————