Wochenkommentar KW 07/2026
Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank. Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte. Bei Anregungen und Feedback erreichen Sie uns gerne per email. Ihre Ansprechpartner sind: – Dirk Arning (arning@acc-invest.de) – Geschäftsführung, Ansprechpartner für börsenspezifische Informationen – Klaus J. Ueker (ueker@acc-invest.de) – Geschäftsführer, Ansprechpartner für Mitgliederverwaltung – Holger Fiegl (info@acc-invest.de) – Administration, Ansprechpartner für Webpage
Report über das Portfolio des Investmentclub Aktienfonds
Was ist diese Woche (KW07/2026) an den Börsen geschehen?
US-Tech-Aktien zeigten sich zwar zum Wochenauftakt erholt; im Wochenverlauf blieben Anleger aber angesichts der hohen KI-Investitionen und ihrer Auswirkungen („AI Scare Trade“) zurückhaltend und suchten eher bei Aktien der „old economy“ Stabilität. Der Dow Jones verlor auf Wochensicht -1,2 Prozent, der Nasdaq-100 -1,4 Prozent. Letzterer steht damit im laufenden Jahr -2,0 Prozent in der Verlustzone. Der japanische Aktienmarkt profitierte vom Wahlsieg der Liberaldemokratischen Partei (LDP) unter Premierministerin Sanae Takaichi bei den vorgezogenen Neuwahlen. Der Nikkei-225 gewann auf Wochensicht +5,0 Prozent, seit Jahresbeginn schon +13,1 Prozent. Zum Wochenauftakt litten US-Staatsanleihen und der US-Dollar darunter, dass chinesische Banken ihre hohen Bestände etwas reduzierten. Der Euro-STOXX-50 liegt auf Wochensicht leicht im Minus (-0,2 Prozent), der DAX leicht im Plus (+0,8 Prozent).
Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?
Der ACC Alpha select Anteilswert erreichte auf Basis der Schlusskurse vom Mittwoch ein neues Rekordhoch bei 45,19 Euro und wurde auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag mit einem Nettoinventarwert von 44,59 Euro berechnet. Darin sind wie in der Vorwoche über 70.000 Euro Kursgewinne vom Freitag noch nicht enthalten. Der Anteilswert auf Basis der Wochenschlusskurse wird also bei der Berechnung am Montag wieder etwas über 45,00 Euro und damit in der Nähe des Rekordhochs aus dieser Woche liegen. Auch ohne die Kursgewinne von diesem Freitag ergibt sich gegenüber der Vorwoche ein Anstieg um 97 Cent bzw. +2,2 Prozent, deutlich über den meisten Aktienindizes und Aktienfonds. Seit Jahresbeginn (42,01 Euro) ist der Anteilswert um +6,1 Prozent gestiegen. Im Durchschnitt schafften Aktienfonds weniger als die Hälfte davon, nämlich nur +2,9 Prozent seit Jahresbeginn (Mischfonds seit Jahresbeginn im Durchschnitt +3,1 Prozent).
Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)
Die in diesem und dem folgenden Abschnitt genannten Kursveränderungen beziehen sich jeweils auf die Woche bis einschließlich Freitag, weichen also um einen Börsentag vom Zeitpunkt der Anteilswertberechnung ab (die ja auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag erfolgt).
Die größten Gewinnbeiträge kamen in dieser Woche von unseren Japan-Investments und wieder einmal unseren Edelmetall-Aktien.
Bei der Aktie des japanischen Handelshauses / Mischkonzerns Itochu beschleunigte sich der Aufwärtstrend nochmal: In dieser Woche +12,3 Prozent auf 2.225 Yen bzw. 12,48 Euro (Einstand 832 Yen bzw. 5,73 Euro). In dem ohnehin freundlichen Börsenumfeld hatte Itochu seine Quartalsergebnisse veröffentlicht. Umsatzseitig standen im vierten Kalenderquartal 2025 24,26 Milliarden USD in den Büchern – ein Minus von 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresviertel, in dem Itochu 24,60 Milliarden USD erwirtschaftet hatte. Der Gewinn pro Aktie aber konnte vom Vorjahreswert 0,04 USD auf 0,19 USD vervielfacht werden. Wir haben zur Gewinnsicherung unsere Take-Profit-Marke nachgezogen.
Auch japanische Nebenwerte verzeichneten deutliche Kursgewinne. Der ETF auf den MSCI Japan Small Cap Index stieg in dieser Woche in Euro um +7,7 Prozent auf 50,559 Euro (Einstand 36,68 Euro). Die Summe unserer Japan-Investments (mit Nippon Sanso) stieg aus eigener Kraft auf 741.822 Euro bzw. 10,4 Prozent vom Fobdsvermögen.
Die ADRs auf die südkoreanischen KT Corp stiegen in dieser Woche um +10,8 Prozent (auf 23,56 USD, Einstand 10,786 USD). Damit profitierten sie weiterhin von der Suche von Anlegern nach günstig bewerteten Technologie-Unternehmen, die zu den KI-Gewinnern zählen dürften. In US-Dollar hat sich der Kurs gegenüber unserem Einstand mehr als verdoppelt, in Euro aufgrund der Dollar-Schwäche noch nicht ganz.
Berücksichtigt man die Kurserholung am Freitag, stehen unsere Edelmetall-Aktien unter der Führung der sehr attraktiven OceanaGold die zweite Woche in Folge wieder auf der Gewinnerseite: OceanaGold +13,7 Prozent (auf 52,75 CAD, Einstand 36,41 CAD), Newmont +12,3 Prozent (auf 125,80 USD, Einstand 43,84 USD), Franco-Nevada +8,4 Prozent (auf 343,87 CAD, Einstand 176,46 CAD), Valterra Platinum +8,2 Prozent (auf 69,00 GBP, Einstand 37,69 GBP), Pan America Silver +4,7 Prozent (auf 79,00 CAD, Einstand 40,97 CAD) und Coeur Mining +4,6 Prozent (auf 22,42 USD, Einstand 22,73 USD).
Der im November begonnene steilere Aufwärtstrend beim schweizerischen Pharmakonzern Roche setzte sich fort. In dieser Woche stieg die Genußschein-Vorzugsaktien um +1,0 Prozent (auf 360,00 CHF, Einstand 285,71 CHF). Roche hat anlässlich des Fachkongress Actrims („Americas Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis“) in Kalifornien neue Ergebnisse aus einer zulassungsrelevanten Studie zu dem experimentellen Medikament Fenebrutinib vorgelegt. So verlangsamte der Wirkstoff bei Patienten mit primär progressiver Multipler Sklerose (PPMS) das Fortschreiten der Behinderung mindestens ebenso wirksam wie die bisher einzige zugelassene Roche-Therapie Ocrevus. Fenebrutinib senkte das Risiko einer Verschlechterung der Behinderung um 12 Prozent gegenüber Ocrevus, teilte Roche mit. Die Nebenwirkungen waren den Angaben zufolge insgesamt vergleichbar mit der bestehenden Therapie. Erhöhte Leberwerte traten unter Fenebrutinib häufiger auf, waren jedoch vorübergehend und reversibel. Schwere Nebenwirkungen wurden in beiden Behandlungsgruppen ähnlich häufig beobachtet.
Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)
Heidelberg Materials litten weiter unter der geplanten Lockerung des europäischen Emissionshandels. Die Aktie verlor in dieser Woche sogar -12,5 Prozent (auf 188,45 Euro, Einstand 53,60 Euro). Wie bereits an dieser Stelle berichtet, ist die Aufweichung des Emissionshandels für Heidelberg Materials keine gute Nachricht, weil der Konzern bereits viel in die klimafreundlichere Zementherstellung investiert hat und sich damit sein Wettbewerbsvorteil abschwächt.
Bei Société Générale setzten starke Gewinnmitnahmen ein. Die Aktie verlor auf Wochensicht -8,1 Prozent (auf 66,70 Euro, Einstand 24,73 Euro).
Welche Transaktionen gab es diese Woche?
Beim Glasverpackungshersteller Gerresheimer hatten wir erst im Dezember eine Anfangsposition gekauft. Der seit 2023 dominierende Abwärtstrend der Aktie, der über 80 Prozent Kursrückgang gebracht hatte, schien in eine Bodenbildung übergegangen zu sein. Im Fall einer Trendwende nach oben hätten wir unsere kleine Position aufgestockt. Doch überraschend gab Gerresheimer Fehler in seiner Bilanzierung bekannt. Die ursprünglich für den 26. Februar geplante Veröffentlichung des Jahres- und des Konzernabschlusses 2025 wurde deshalb verschoben. Wir haben im Rahmen unseres Risikomanagements die Anfangsposition zunächst mal verkauft und bewerten das Unternehmen erst mit etwas Abstand neu. Der Verkauf unserer 2.000 Aktien erfolgte zu 19,00 Euro, womit wir gegenüber unserem Einstand zu 25,76 Euro im Dezember einen Kursverlust von -26,2 Prozent realisieren – glücklicherweise bei eine sehr kleinen Aktienposition mit einem Anteil am Fondsvermögen von weniger als ein Prozent.
Wie hoch ist die Barreserve?
Unser Fremdwährungsguthaben ist durch den leichten Anstieg des Euro im Wochenvergleich um 0,1 Prozent auf 83.212 Euro gesunken, was weiterhin 1,2 Prozent des Fondsvermögens ausmacht. Unser Euro-Kontohaben ist zunächst durch den Kauf der Villeroy & Boch Vorzugsaktien auf rund 30.000 Euro gesunken, durch den Verkauf von Gerresheimer aber wieder auf gut 60.000 Euro gestiegen, was 0,85 Prozent vom Fondsvermögen entspricht.
Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist in dieser Woche durch leichte Mittelzuflüsse um 13 auf jetzt 159.669 Anteile gestiegen. Das Fondsvermögen ist durch unsere Kursgewinne auf 7.129.772 Euro gestiegen.
Der Kurs der im April zum Kurs 98,882 Prozent gekauften kurzlaufenden (bis 15. Februar) deutschen Bundesanleihe im Nennwert von 500.000 Euro ist im Wochenvergleich um die noch fehlenden zwei Basisstellen auf den Tilgungskurs von 100,00 Prozent gestiegen. Zusammen mit den Stückzinsen stieg der Wert unserer Position in dieser Woche auf jetzt 502.486 Euro (7,1 Prozent vom Fondsvermögen). Unsere Barreserve aus Bankguthaben und Kurzläufer zusammen beläuft sich auf 646.019 Euro. Damit ist der Anteil am Fondsvermögen von 9,9 auf 9,1 Prozent gesunken.
Aktuelle strategische und taktische Überlegungen
Monatelang war der Boom rund um Künstliche Intelligenz (KI) der wesentliche Faktor für die Serie von Rekorden an der Wall Street. Doch wie bei jeder technischen Revolution gibt es unter den Unternehmen nicht nur Gewinner der Umwälzungen, sondern auch Verlierer. Diese schon früh richtig einzuordnen, ist gar nicht so leicht – das ist die Lehre aus der Börsengeschichte.
So sind nachvollziehbare Zweifel aufgekommen, ob die großen „Hyperscaler“ (Amazon, Alphabet. Microsoft, Meta u.a.), die Hunderte von Milliarden Dollar in den Aufbau von KI-Rechenzentren stecken, wirklich zu den Gewinnern zählen werden. Auch die De-facto-Monopolisten unter den Technologie-Zulieferern wie ASML und Nvidia bergen angesichts ihrer hohen Bewertungen Risiken. Und zuletzt verkauften Anleger in großem Stil Aktien von Unternehmen, bei denen sie die Gefahr sehen, dass neue KI-Tools die Umsätze wegbrechen lassen. „AI Scare Trade“ nennt das die Wallstreet. Als Verlierer gilt seit Monaten die Software-Branche, denn KI kann selbst Software programmieren – schneller und vor allem zu einem Bruchteil der Kosten. Deshalb aber die Aktien aller Software-Hersteller zu verteufeln, dürfte sich als Fehler herausstellen. Diejenigen Software-Anbieter, die die ihre Kunden halten können, aber ihre eigenen Kosten durch KI massiv senken können, werden zu den Gewinnern zählen. Solange recht undifferenziert Software-Aktien verkauft werden, halten wir uns noch zurück.
Künstliche Intelligenz wird viele Büroarbeitsplätze wegrationalisieren, was Büroimmobilien und ihren Bau nicht unbedingt wertvoller macht. Unter Bauunternehmen wird es aber auch Gewinner geben. Wer beispielsweise die Besonderheiten kennt, die bei der Errichtungen von KI-Infrastruktur wie einem Hochleistungs-Rechenzentrum baulich berücksichtigt werden müssen (wie PORR), dem bieten sich neue lukrative Geschäfte. Wer beim Bau nur eines Rechenzentrums viele Milliarden investiert, wird kaum Kompromisse eingehen müssen, nur um ein paar Millionen zu sparen.
Jüngst wurden Aktien von Unternehmen im Transportsektor verkauft, weil das kaum bekannte KI-Unternehmen Algorhythm Holdings ein KI-Tool vorstellte, das „das Frachtmanagement von einem arbeitsintensiven, manuellen Prozess in ein hochautomatisiertes, intelligentes System verwandelt“ und somit eine „vierfache Steigerung der Arbeitsproduktivität“ ermögliche. Aktien von Logistikwerten wie C.H. Robinson, Universal Logistics, Maersk, UPS und Hub Group verzeichneten darauf hohe Kursverluste. Hier muss man sich wirklich fragen, ob diese Unternehmen vielleicht sogar KI-Gewinner statt -Verlierer sein werden. Schließlich transportiert Künstliche Intelligenz Waren nicht selbst von A nach B. Dafür werden auch im KI-Zeitalter Fahrzeuge, Frachtflugzeuge und Schiffe eingesetzt.
Übertriebene Kursverluste durch den „KI Scare Trade“ sind also auch eine Chance.
Special: Morningstar-Rating
Das Morningstar-(Gesamt- Sterne-) Rating des ACC Alpha select wurde unlängst wieder auf vier (von fünf möglichen) Sterne angehoben. Damit wird dem Fonds eine überdurchschnittlich gutes Verhältnis von Rendite zu Risiko bescheinigt. Das ist erfreulich. Trotzdem sollte man dem Versuch, die Vergangenheitsleistungen eines Fonds in einer einzigen Bewertung mit ein bis fünf Sternen zusammenzufassen, sehr vorsichtig begegnen. Und dafür gibt es mehr Gründe, als man hier aufführen kann. Die wichtigsten: Morningstar bewertet die relative Performance zu einer Vergleichsgruppe von Fonds. Die Zuordnung zu einer Vergleichsgruppe geschieht nach dem aktuellen Portfolio. Wer, wie wir, wirklich flexibel investiert, wird immer mal wieder in eine andere Vergleichsgruppe gesteckt: Morningstar führt den ACC Alpha select Fonds seit 2021 in der Kategorie „EU0563“. Das steht für „EAA Fund EUR Aggressive Allocation – Global“, also „aggressive globale Allokationsfonds in Euro“. Verglichen werden wir also mit Mischfonds, die eine „aggressive“ Strategie verfolgen. Das bedeutet, dass sie überwiegend in Aktien investieren, um langfristiges Kapitalwachstum zu erzielen. Im Jahr 2020 wurden wir in die Kategorie „EU0558“ gesteckt, was für Aktienfonds steht, die ihr Vermögen überwiegend in Unternehmen mit mittlerer bis geringer Marktkapitalisierung (Mid- und Small-Caps) aus Europa investieren. 2020 war für europäische Nebenwerte ein gutes Jahr und unsere globale All-Cap-Strategie schnitt schlechter ab. In den Jahren davor wurden wir lange mit der Morningstar-Kategorie „EU0514“ verglichen, oft bezeichnet als „Aktien Umwelt & Nachhaltigkeit“, also Fonds, die sich auf Investitionen in Unternehmen konzentrieren, die ökologische Nachhaltigkeit fördern. Insbesondere 2018 und 2019 schnitten wir in dieser Vergleichsgruppe schlecht ab. Bis heute urteilt Morningstar über den Zehn-Jahres-Zeitraum „überdurchschnittliches“ Risiko bei nur „durchschnittlicher Rendite“. Über drei und fünf Jahre bescheinigt man uns dagegen ein unterdurchschnittliches Risiko bei überdurchschnittlichen Renditen. In der Gesamt-Sterne-Bewertung hat das Zehn-Jahres-Ergebnis aber höheres Gewicht. So kann es sein, dass ein Fonds in den vergangenen Jahren mehr Risiken eingegangen und schlechtere Renditen als wir hat, aber mit fünf statt vier Sternen bewertet wird, einfach weil es ihn noch keine zehn Jahre gibt.
Deshalb: Der Morningstar-Sterne-Bewertung sollte man nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken. Sie kann irreführend sein.
——————————————————
