Wochenkommentar KW 05/2026

Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank. Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte. Bei Anregungen und Feedback erreichen Sie uns gerne per email. Ihre Ansprechpartner sind: – Dirk Arning (arning@acc-invest.de) – Geschäftsführung, Ansprechpartner für börsenspezifische Informationen – Klaus J. Ueker (ueker@acc-invest.de) – Geschäftsführer, Ansprechpartner für Mitgliederverwaltung – Holger Fiegl (info@acc-invest.de) – Administration, Ansprechpartner für Webpage


Report über das Portfolio des Investmentclub Aktienfonds

Was ist diese Woche (KW05/2026) an den Börsen geschehen?

Die US-Notenbank FED beließ ihren Leitzins wie mehrheitlich erwartet unverändert. US-Präsident Trump nominierte den früheren FED-Direktor Kevin Warsh als Nachfolger des im Mai ausscheidenden FED-Präsidenten Jerome Powell. Warsh gilt nicht als unkritischer Befürworter einer lockeren Geldpolitik, weshalb seine Nominierung entsprechende Erwartungen der Märkte abschwächte. Darauf beendete der US-Dollar seinen Abwärtstrend zumindest vorläufig. Und bei den Edelmetallpreisen kam es zu einer heftigen Korrekturbewegung, bei dem ein Großteil des Preisanstiegs seit Jahresbeginn verloren ging. An den Aktienmärkten wurden die Quartalsberichte der großen Software-Konzerne und jeweiligen Indexschwergewichte Microsoft (USA) und SAP (Deutschland) mit Enttäuschung und deutlichen Kursverlusten aufgenommen. Die zweite Woche in Folge verzeichneten die meisten Aktienindizes kleinere Wochenverluste, überwiegend bis zu -1,5 Prozent (DAX).

Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?

Der ACC Alpha select Anteilswert erreichte im Wochenverlauf ein neues Rekordhoch bei 44,47 Euro und wurde auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag mit einem Nettoinventarwert von 44,06 Euro berechnet. Gegenüber dem eine Woche zuvor berechneten Nettoinventarwert ist das ein Rückgang um 4 Cent bzw. -0,1 Prozent und seit dem Jahresbeginn (42,01 Euro) ein Plus von +4,9 Prozent. Der Durchschnitt der Aktienfonds fiel im Wochenvergleich stärker, nämlich um -0,5 Prozent zurück auf +2,1 Prozent seit Jahresbeginn (Mischfonds seit Jahresbeginn +3,0 Prozent, Euro-STOXX-50 +2,7 Prozent, DAX nur +0,2 Prozent.)

Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)

Die in diesem und dem folgenden Abschnitt genannten Kursveränderungen beziehen sich jeweils auf die Woche bis einschließlich Freitag, weichen also um einen Börsentag vom Zeitpunkt der Anteilswertberechnung ab (die ja auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag erfolgt).

Den größten positiven Beitrag zur Anteilswertentwicklung steuerte in dieser Woche wieder unsere zweite größte Aktienposition, Société Générale, bei: +5,7 Prozent auf 73,80 Euro (und damit den höchsten Stand seit der Finanzkrise 2007/2008, Einstand 24,73 Euro). Deutsche Bank gewannen auf Wochensicht +1,3 Prozent (auf 33,30 Euro, Einstand 8,54 Euro). Die Großbank verzeichnete 2025 ein Vorsteuerergebnis von 9,7 Milliarden Euro auf Rekordniveau. Damit erreichte das Geldhaus nicht nur sein Renditeziel, sondern übertraf auch die Erwartungen von Analysten. Auf die Stimmung drückten allerdings Ermittlungen wegen eines Geldwäscheverdachtsfalls. Während US-Banken unter den willkürlichen Eingriffen in den Markt durch Trump litten, darunter zuletzt vor allem die Deckelung der Kreditkartenzinsen, setzten europäische Banken ihre weitreichende Kurserholung nach der Bankenkrise 2008 fort. „Die Bankenbranche dürfte im Geschäft mit Aktien, Festverzinsten, Rohstoffen und Währungen weiter stark wachsen“, schrieb die Citigroup in einem Ausblick. Die Lage an den Kapitalmärkten werde sich 2026 weiter verbessern und das Niveau von vor der großen Finanzkrise 2008/2009 erreichen.

Der Aktienkurs der Deutschen Rohstoff entwickelte sich die zweite Woche in Folge sehr erfreulich: Nach +9,3 Prozent in der Vorwoche nun +8,0 Prozent (auf 53,30 Euro, Einstand 54,20 Euro). Hier scheint das positive Update mit Kaufempfehlung von First Berlin Equity Research nachzuwirken (siehe Vorwochenbericht).

Mit Aurubis haben wir eine weitere Aktie im Portfolio, die von steigenden Rohstoffpreisen abseits der Edelmetalle profitiert, in diesem Fall vom Kupferpreisanstieg. Die Aurubis-Aktie setzte ihren recht steilen Aufwärtstrend fort: diese Woche +5,4 Prozent auf 160,40 Euro (Einstand 82,38 Euro).

Eine sehr gute Kursentwicklung verzeichnen auch die Aktien der (einst staatlichen, aber längst privatisierten) Telekom-Unternehmen Frankreichs und Südkoreas: Orange stiegen in dieser Woche um +4,2 Prozent (auf 15,62 Euro, Einstand 10,16 Euro) und KT Corp um +5,4 Prozent (ADRs auf 20,92 USD, Einstand 10,786 USD).

Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)

Die Nominierung von Kevin Warsh zum nächsten FED-Präsidenten löste bei Edelmetallen starke Verkäufe aus (siehe dazu unten: „Aktuelle strategische und taktische Überlegungen“), was bei den Aktien von Edelmetallminen ebenfalls zu Kursverlusten führte: Besonders bei der in der Vorwoche sehr starken (+15,6 Prozent) Coeur Mining kam es zu Gewinnmitnahmen: -21,7 Prozent (auf 20,44 USD, Einstand 22,73 USD). Auch Pan America Silver verloren wegen des höheren Anteils von Silber überdurchschnittlich: -16,0 Prozent, was ungefähr dem Gewinn der Vorwoche entspricht (auf 74,19 CAD, Einstand 40,97 CAD). Mit dem korrigierenden Platinpreis fiel Valterra Platinum in dieser Woche -13,9 Prozent (auf 67,00 GBP, Einstand 37,69 GBP), was aber weniger als der Kursgewinn allein der Vorwoche ist. Die Konzerne, die in erster Linie Goldminen betreiben, verloren etwas weniger: OceanaGold -12,8 Prozent (auf 44,12 CAD, Einstand 36,41 CAD) und Newmont -9,6 Prozent (auf 112,35 USD, Einstand 43,84 USD). Dass das Gold-Royalty-Unternehmen Franco-Nevada einen geringeren Hebel besitzt, zeigte sich jetzt auch in der Korrektur: -9,1 Prozent (auf 318,74 CAD, Einstand 176,46 CAD).

Welche Transaktionen gab es diese Woche?

Zu Wochenbeginn haben wir unsere bislang kleine Position in Medios vergrößert: Wir haben 3.500 Aktien zu 16,25543 Euro gekauft. Dadurch verdoppelt sich unser Bestand auf 7.000 Stück und unser durchschnittlicher Einstand steigt von 15,84 Euro auf 16,05 Euro. Hintergrund unseres Zukaufs ist die gestiegene Chance auf einen beginnenden, übergeordneten Aufwärtstrend: Die Aktie war auf den höchsten Stand seit Sommer 2024 gestiegen und hat fundamental Potenzial. Fast zwei Milliarden Euro Pharma- (Handels-) Umsatz werden mit nicht viel mehr 400 Mio. Euro Marktkapitalisierung bewertet, KGV 12,5. Zwischen 2020 und Anfang 2022 wurde das Geschäftsmodell viel euphorischer bewertet: Obwohl die Umsätze niedriger lagen, war der Börsenwert fast dreimal höher als heute.

Wie hoch ist die Barreserve?

Die nachfolgenden Angaben berücksichtigen noch nicht die Zinseinnahmen auf unsere Bankguthaben im Januar. Unser Fremdwährungsguthaben ist durch die Coeur-Aktien-Käufe, die zunächst gegen unser USD-Bankguthaben verrechnet wurden, dann gegen Euro, auf umgerechnet 83.017 Euro gesunken, was noch 1,2 Prozent des Fondsvermögens ausmacht. Es besteht größtenteils aus jeweils rund 40.000 Euro in kanadischen Dollar (64.728 CAD) und dänischen Kronen (297.560 DKK). Unser Euro-Kontohaben ist durch die Aktien-Käufe, vor allem den Medios-Zukauf, auf 172.087 Euro verringert worden, von 3,7 auf 2,5 Prozent des Fondvermögens.

Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist in dieser Woche um 196 auf jetzt 158.528 Anteile und das Fondsvermögen leicht durch Kursverluste und Mittelabflüsse um rund 12.000 Euro auf 7.000.576 Euro gesunken.

Der Kurs der im April zum Kurs 98,882 Prozent gekauften kurzlaufenden (bis 15. Februar) deutschen Bundesanleihe im Nennwert von 500.000 Euro ist im Wochenvergleich um vier Basisstellen gestiegen auf 99,96 Prozent. Zusammen mit den rund 80 Euro Stückzinsen pro Woche stieg der Wert unserer Position in dieser Woche auf jetzt 502.175 Euro (7,2 Prozent vom Fondsvermögen). Unsere Barreserve aus Bankguthaben und Kurzläufer zusammen beläuft sich auf jetzt 757.279 Euro. Damit ist der Anteil am Fondsvermögen von 12,3 auf 10,8 Prozent reduziert worden. Bei Tilgung der Anleihe besteht also keine Notwendigkeit, das frei werdende Kapital wieder in einer Anleihe zu „parken“.

Aktuelle strategische und taktische Überlegungen

Wie an dieser Stelle bereits früher dargestellt, greift die oft genannte Begründung der Edelmetall-Hausse mit geopolitischen Unsicherheiten viel zu kurz. Gold und Silber wurden nicht aufgrund der Krisen und Kriege in der Ukraine, Venezuela oder Iran gekauft, sondern aufgrund eines wachsenden Misstrauens in die USA unter Donald Trump, die Beschleunigung der dortigen Staatsverschuldung, eines wachsenden Misstrauens in US-Staatsanleihen und den US-Dollar aus Angst vor einer Pleite der USA, die von einem rechtskräftig verurteilten Kreditbetrüger regiert werden, der als Geschäftsmann 6 Mal Pleite gemacht hat, aber stets mit neu geliehenem Geld weitermachte.

Mit der Nominierung von Kevin Warsh als Powell-Nachfolger macht Trump vielleicht zum zweiten Mal einen Experten zum Notenbank-Chef, der den US-Dollar (vor ihm) retten könnte. Das zumindest hoffen jetzt die Märkte. Trump schreibt: „I have known Kevin for a long period of time, and have no doubt that he will go down as one of the GREAT Fed Chairmen, maybe the best.“ Jerome Powell hingegen wurde von Trump wiederholt auf das Übelste beleidigt und mit juristischen Maßnahmen unter Druck gesetzt. Trump scheint vergessen zu haben, dass er selbst den „schlechtesten Notenbank-Chef der Geschichte“ zum Notenbank-Chef gemacht hat (in seiner ersten Amtszeit).

Die Märkte erwarten, dass die amerikanische Geldpolitik unter Warsh nicht so locker ausfallen könnte wie unter anderen Kandidaten, die Trump hätte nominieren können. Trump drängt auf Zinssenkungen. Doch Investoren und Beobachter rechnen offenbar nicht damit, dass Warsh sie im erwünschten Ausmaß liefern wird.

Dies lieferte den Edelmetall-Investoren zumindest einen Anlass für Gewinnmitnahmen. Diese waren angesichts der aufgelaufenen Buchgewinne und einer fahnenstangen-artigen Beschleunigung der Rallye überfällig.

Ob Kevin Warsh als FED-Präsident aber wirklich ein guter Grund ist, Edelmetall-Investments aufzulösen, ist zumindest fraglich. Dagegen spricht, dass Trump und sein Umfeld wohl kaum ihre wirtschaftspolitische Agenda aufgeben werden, den sogenannten „Mar-a-Lago Accord“. Demnach soll mittels der Erhebung von Zöllen die Industrie veranlasst werden, ihre Produktionsanlagen auf das Staatsgebiet der Vereinigten Staaten (zurück) zu verlegen; zugleich sollen die Zölle dauerhaft hohe Staatseinnahmen generieren. Der US-Dollar, und hier wird es für die Aussichten der Edelmetalle interessanter, soll abgewertet werden. Durch die Schwächung des Dollars sollen US-Exporte wettbewerbsfähiger und Importe weniger attraktiv gemacht werden. Noch mehr Sprengkraft hat aber das dritte Ziel: Ausländische Gläubiger von US-Staatsanleihen, darunter Europa, Japan und China, sollen dazu verpflichtet werden, US-Staatsanleihen mit längeren Laufzeiten und niedrigeren Zinsen zu akzeptieren. Wie das durchgesetzt werden soll, bleibt abzuwarten. Aber dieses Damokles-Schwert hängt über Billionen von US-Dollar-Staatsanleihen. Deshalb: Solange Trump US-Präsident ist, dürfte er versuchen, dieses Konzept umzusetzen. Daran wird wohl auch ein Notenbankchef nichts ändern können. Zudem besteht durchaus die Möglichkeit, dass die Märkte jetzt zu viel Hoffnungen in die Kompetenz von Warsh haben. Schon die nächste Überraschung könnte also umgekehrt ausfallen und wieder Gründe gegen den US-Dollar und für Edelmetalle liefern.

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