Wochenkommentar KW 04/2026

Hier veröffentlichen wir wöchentlich den aktuellen Wochenkommentar sowie eine Aufstellung des aktuellen Aktien-Portfolios (Inventarliste). Diese Informationen sind nur für Mitglieder des ACC. Bitte geben Sie die Informationen und das Passwort nicht weiter. Vielen Dank. Bitte beachten Sie: Bei dieser Aufstellung handelt es sich um das Musterportfolio des ACC. Alle Angaben dienen nur der internen Mitgliederinformation und sind ohne Gewähr. Rechtsverbindlich sind nur der Fondsprospekt und die offiziellen Halbjahres- und Jahresberichte. Bei Anregungen und Feedback erreichen Sie uns gerne per email. Ihre Ansprechpartner sind: – Dirk Arning (arning@acc-invest.de) – Geschäftsführung, Ansprechpartner für börsenspezifische Informationen – Klaus J. Ueker (ueker@acc-invest.de) – Geschäftsführer, Ansprechpartner für Mitgliederverwaltung – Holger Fiegl (info@acc-invest.de) – Administration, Ansprechpartner für Webpage


Report über das Portfolio des Investmentclub Aktienfonds

Was ist diese Woche (KW04/2026) an den Börsen geschehen?

Weil US-Präsident Trump seinen Zoll-Deal mit der EU wegen der Grönland-Frage platzen ließ, noch bevor er in Kraft trat, starteten die Aktienmärkte mit Kursverlusten in den neue Handelswoche. Die Europäer zeigten sich aber entschlossen, sich nicht erpressen zulassen. Mehrere institutionelle Großanleger aus skandinavischen Ländern trennten sich von US-Anleihen. Der US-Dollar geriet unter Druck. Als Trump auf dem Wirtschaftsgipfel in Davos dann in der Grönland-Frage zurückruderte, reagierten die Kapitalmärkte erleichtert. Pläne der japanischen Premierministerin Sanae Takaichi, Steuern zu senken und gleichzeitig die Staatsausgaben zu erhöhen, führten auch bei japanischen Staatsanleihen zu hohen Kursverlusten. Die meisten Aktienindizes verzeichneten Wochenverluste zwischen -0,2 Prozent (Nikkei-225) und -1,6 Prozent (DAX). Die Edelmetalle Gold, Silber und Platin stiegen dagegen auf neue Rekordpreise.

Wie hat sich der Anteilswert des Investmentclubs / Investmentfonds entwickelt?

Der ACC Alpha select Anteilswert wurde auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag mit einem Nettoinventarwert von 44,10 Euro auf einem neuen Rekordhoch berechnet. Gegenüber dem eine Woche zuvor berechneten Nettoinventarwert ist das ein Anstieg um 4 Cent bzw. +0,1 Prozent und seit dem Jahresbeginn (42,01 Euro) ein Plus von +5,0 Prozent. Somit ist es uns gelungen, die allermeisten Aktienfonds und Aktienindizes auch seit Beginn dieses Jahres hinter uns zu lassen. (Der Durchschnitt der Aktienfonds schaffte seit Jahresbeginn nur +2,6 Prozent, Mischfonds +2,1 Prozent, DAX +1,7 Prozent.)

Welche positiven Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochengewinner)

Die in diesem und dem folgenden Abschnitt genannten Kursveränderungen beziehen sich jeweils auf die Woche bis einschließlich Freitag, weichen also um einen Börsentag vom Zeitpunkt der Anteilswertberechnung ab (die ja auf Basis der Schlusskurse vom Donnerstag erfolgt).

Unsere Outperformance stützte sich weiterhin vor allem auf unsere Edelmetall-Aktien: Der Platinpreis überwand den Widerstand bei knapp 2.500 Dollar pro Unze und stieg auf Wochensicht um +17 Prozent auf neue Rekordhöhen. Davon profitierte erwartungsgemäß der Aktienkurs von Valterra Platinum in ganz ähnlicher Größenordnung: +16,5 Prozent auf 77,80 GBP (Einstand 37,69 GBP). Der Goldpreis näherte sich auf Wochensicht mit +7 Prozent der Marke von 5.000 US-Dollar pro Unze bis auf weniger als 10 Dollar, blieb aber, anders als Silber, noch unter der psychologisch wichtigen Marke. Der Silberpreis leistete sich beim Sprung über die historische 100-Dollar-Marke noch nicht mal eine Pause: auch Wochensicht +9 Prozent auf gut 103 US-Dollar pro Unze. Vor diesem Hintergrund legten die neu aufgenommenen Coeur Mining einen Blitzstart hin: diese Woche +15,6 Prozent (auf 26,11 USD, Einstand bisher 21,12 USD). Die Aktie ist damit kraftvoll über das Hoch aus dem Oktober vergangenen Jahres gestiegen. Der Markt bewertet jetzt offenbar, wie wir, die bevorstehende Fusion mit New Gold positiv. Auch die Aktie des kanadischen Silber-Gold-Minen-Konzerns in unserem Portfolio, Pan American Silver, profitierte vom explodierenden Silberpreis: +15,0 Prozent (auf 88,34 CAD, Einstand 40,97 CAD USD). Stärker vom Goldpreis getragen werden OceanaGold (+12,8 Prozent auf 50,59 CAD, Einstand 36,41 CAD) und Newmont (+8,9 Prozent auf 124,31 USD, Einstand 43,84 USD). Dass das Gold-Royalty-Unternehmen Franco-Nevada einen viel geringeren Hebel besitzt, ist der Preis für das Geschäftsmodell, das umgekehrt auch keine Produktionskostenrisiken zu tragen hat: +3,5 Prozent (auf 350,61 CAD, Einstand 176,46 CAD). Der Aktienkurs sollte sich aber bis auf weiteres auf die explodierenden Lizenzeinnahmen stützen können, bevor langfristig nachlassende Perspektiven für die Projekt-Pipeline bremsen. Hintergrund: Durch die vervielfachten Edelmetallpreise verfügen Minenunternehmen über ungeahnte freie Cashflows, sind also nicht mehr auf Kapitalgeber wie Franco-Nevada angewiesen. Und bei jetzt neu verhandelten Lizenzen werden natürlich viel höhere Edelmetallpreise in der Kalkulation angesetzt. 2025 hat sich Franco-Nevada noch mit über 2 Mrd. Dollar an Minenprojekten neu beteiligen können. Das dürfte in diesem Jahr auf fast Null sinken. Trotzdem ist Franco-Nevada natürlich aufgrund seines bestehenden Lizenz- und Beteiligungs-Portfolios hochattraktiv. Wir gehen davon aus, dass die Schätzungen für die Gewinne und dann auch Dividenden angehoben werden.

Der Aktienkurs der Deutschen Rohstoff stieg in dieser Woche um +9,3 Prozent (auf 49,35 Euro, Einstand 54,20 Euro). First Berlin Equity Research brachte ein Update, blieb bei der Empfehlung „Kauf“ und erhöhte das Kursziel von 63 auf 68 Euro. Der Wert nach Steuern der Beteiligungen an Almonty (8,1 Prozent der Aktien), aber auch Wandelanleihen und -Schuldtitel, sei gegenüber Mitte November um 54 Mio. Euro auf nun 187 Mio. Euro gestiegen. Der Anstieg ergibt sich vor allem aus dem Anstieg des Aktienkurses von Almonty um 44 Prozent von 8,40 CAD auf 12,09 CAD. Almonty mache derzeit 52 Prozent des Unternehmenswerts der Deutschen Rohstoff AG (DRAG) aus. Der DRAG-Aktienkurs liege jedoch nahe dem Niveau von Mitte November. Das Management von DRAG erwarte, dass das EBITDA für 2025 am oberen Ende der im Jahresbericht vom April letzten Jahres angegebenen Prognosespanne von 115 bis 135 Mio. Euro liegen wird. In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 machten Öl, Gas und Erdgaskondensate 86 Prozent, 8 Prozent bzw. 6 Prozent des Umsatzes aus. Der aktuelle Unternehmenswert von DRAG betrage 360 Mio. Euro. Ohne Berücksichtigung des Wertes der Almonty-Beteiligungen ergebe sich ein Unternehmenswert von 173 Mio. Euro. Das sei das 1,5-fache der EBITDA-Prognose für 2026. Selbst wenn man davon ausgehe, dass die Almonty-Beteiligungen mit einem Abschlag von 15 Prozent auf den aktuellen Marktwert veräußert würden, läge dieser Multiplikator immer noch bei nur 1,7. Darüber hinaus sei die DRAG nur moderat verschuldet. Das Verhältnis von Nettoverschuldung zum erwarteten EBITDA 2026 betrage nur 1,2. Basierend auf einem Szenario, in dem die aktienbezogenen Komponenten der Almonty-Beteiligungen mit einem Abschlag von 15 Prozent auf den Marktwert verkauft würden, ergebe sich ein von 63 auf 68 Euro erhöhtes Kursziel.

Bewegung scheint auch in den Aktienkurs von Medios zu kommen: diese Woche +7,8 Prozent (auf 16,26 Euro, Einstand 15,84 Euro). Die Medios-Gruppe erweitert ihr Produktportfolio und tritt in den Markt für Medizinalcannabis ein. Hierzu kooperiert Medios mit dem niederländischen Unternehmen Bedrocan International B.V., einem international führenden Hersteller von medizinischem Cannabis in pharmazeutischer Qualität. Medios sichert sich die exklusiven Vertriebsrechte für Bedrocan-Produkte in Deutschland, Spanien, Belgien, Italien und Österreich. Die Vereinbarung umfasst zunächst medizinisches Cannabis aus Bedrocans Produktionsstätte in Dänemark und wird ab Anfang 2027 auf Produkte weiterer Bedrocan-Produktionsstätten ausgeweitet. Die Partnerschaft konzentriert sich bereits auf den deutschen Markt und wird in den nächsten zwei Jahren schrittweise auf weitere EU-Länder ausgedehnt. Der Anstieg der Aktie bestätigt charttechnisch den Eindruck einer abgeschlossenen Bodenbildung und eines jungen Aufwärtstrends.

Im Bereich der deutschen Nebenwerte erholten sich Gerresheimer von dem Vorwochenverlust nach einer Empfehlung der Investmentbank Oddo BHF, auf Wochensicht um +6,9 Prozent (auf 27,10 Euro, Einstand 25,76 Euro). Der Finanzchef des Spezialverpackungs-Herstellers, Wolf Lehmann, habe auf einer Investorenkonferenz die Stabilisierung einiger Belastungsfaktoren des Vorjahrs signalisiert, schrieb der Analyst von Oddo BHF. Das Schlimmste sei für den Spezialverpackungs-Hersteller also wohl vorüber. Gleichzeitig bleibe der grundsätzliche Wachstumstrend im Pharmabereich voll intakt.

Die Aktie des österreichischen Baukonzerns PORR stieg auf Wochensicht um +5,4 Prozent (auf 35,00 Euro, Einstand 13,48 Euro). PORR hat eine starke Position in Polen. Die PORR ist dort mit einem breiten Leistungsportfolio präsent und deckt insbesondere den Infrastruktur-, Verkehrswege- und Hochbau ab, was exakt jenen Bereichen entspricht, in denen europaweit eine besonders hohe Investitionsdynamik zu erwarten ist. Ein zentraler Faktor ist die starke Nachfrage im polnischen Infrastrukturbereich. Großprojekte wie der Ausbau von Eisenbahnstrecken, darunter die Strecke Jaso-Nowy Zagórz, unterstreichen die Bedeutung Polens als Wachstumstreiber im Auftragseingang der PORR. Diese Projekte tragen wesentlich dazu bei, dass der Konzern in den ersten neun Monaten 2025 seinen Auftragseingang deutlich steigern konnte und der Auftragsbestand ein neues Allzeithoch erreichte. Zwar befinden sich viele dieser Vorhaben noch in der Planungs- und Design-&-Build-Phase und schlagen sich daher kurzfristig weniger stark in der Produktionsleistung nieder, sie sichern jedoch die Auslastung und Ergebnisqualität für die kommenden Jahre. Darüber hinaus profitiert Polen von umfangreichen öffentlichen Investitionen, unter anderem in Verkehrsinfrastruktur, Energie und öffentliche Gebäude. Die PORR ist aufgrund ihrer technischen Expertise, ihrer Erfahrung im Tief- und Bahnbau sowie ihres integrierten Ansatzes besonders gut positioniert. Auch im Hochbau ist Polen ein bedeutender Markt, wie Projekte im Gesundheits- und Wohnbau zeigen. Die Kombination aus EU-Fördermitteln, Modernisierungsbedarf und wirtschaftlichem Aufholprozess macht Polen für die PORR zu einem ausgesprochen attraktiven Markt. Dies lässt sich auch mit aktuellen Zahlen belegen, schließlich war Polen in den ersten neun Monaten 2025 mit 695 Mio. Euro für 13,9 Prozent der gesamten Produktionsleistung des Konzerns verantwortlich. Und beim Auftragsbestand bzw. Auftragseingang fiel der Anteil Polens mit 1,975 Mrd. Euro (20,5 Prozent) bzw. 1,014 Mrd. Euro (16,7 Prozent) sogar noch höher aus. Zuletzt dürften auch wieder Hoffnungen auf ein Ende des russischen Vernichtungskrieges gegen die Ukraine in den steigenden PORR-Aktienkurs eingeflossen sein. Wir hatten das hohe Kursniveau deshalb bekanntlich genutzt, um unsere sehr große Position etwas zu verkleinern (auf aktuell 3,9 Prozent vom Fondsvermögen).

Welche negativen Veränderungen gab es im Portfolio des Investmentclubs? (Wochenverlierer)

Gebremst wurde unser Anteilswert die zweite Woche in Folge von Gewinnmitnahmen bei unserer größten Aktienposition: Fairfax Financial Holding verloren, ähnlich der Vorwoche, -6,2 Prozent (auf 2.286 CAD, Einstand 455 CAD). Unternehmensnachrichten, die das begründen könnten, sind uns weiterhin nicht bekannt. Die fundamentale Bewertung erscheint weiterhin attraktiv: KGV nahe 9, Kurs/Buchwert-Verhältnis bei rund 1,4 und Kurs/Umsatz-Verhältnis 1,3. Der US-Aktieninformationsdienst „Zacks“ stufte die Aktie jüngst wieder mit Hinweis auf die Value-Bewertung als „Strong Buy“ ein.

Douglas litten darunter, dass der Gewinn im sogenannten „Tagesgeschäft“ um Weihnachten stärker zurückging als von Analysten erwartet. Goldman Sachs strich seine Kaufempfehlung. Im ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember erzielte das Unternehmen zwar etwas mehr Umsatz als ein Jahr zuvor, wie Douglas mitteilte. An der Börse überwog aber die Enttäuschung darüber, dass sich die Kunden im Weihnachtsgeschäft zurückhielten. Der Aktienkurs fiel auf Wochensicht um -11,5 Prozent (auf 10,58 Euro, Einstand 11,61 Euro).

Welche Transaktionen gab es diese Woche?

Sixt-Aktien drohten ihren Abwärtstrend fortzusetzen. Deshalb haben wir die größere unserer beiden Sixt-Aktienpositionen verkleinert: Wir haben 500 Stammaktien zu 66,778 Euro verkauft. Gegenüber unserem Einstand zu 65,45 Euro konnten wir noch einen kleinen Kursgewinn von +2,0 Prozent realisieren. Es verbleiben noch 500 Stämme und 800 Vorzugsaktien in unserem Portfolio.

Wir haben unsere in der Vorwoche gekaufte Gold-/Silberminen-Position verstärkt: Nachdem wir in der Vorwoche 4.000 Aktien von Coeur Mining in New York zu 21,12 USD gekauft hatten, folgte nun der Zukauf von 2.000 Stück zu 25,96 USD. Damit steigt unser durchschnittlicher Einstand auf 22,73 USD. Etwas billiger ist der Zukauf aber auf der Währungsseite geworden, denn der US-Dollar ist in dieser Woche deutlich gefallen – von rund 1,16 auf 1,18 USD/EUR. In Euro beläuft sich der Zukauf mithin auf rund 44.000 Euro, der Gesamtaufwand für unsere jetzt 6.000 Aktien auf gut 116.800 Euro. Auch nach unserem Zukauf stieg die Aktie weiter, zum Wochenschluss auf 26,11 USD. Unseren (Wieder-) Einstieg bei Coeur Mining hatten wir im Abschnitt „Aktuelle strategische und taktische Überlegungen“ im Bericht der Vorwoche ausführlich erläutert.

Wie hoch ist die Barreserve?

Die nachfolgenden Angaben beziehen sich auf den Stand per Donnerstag – nach der Verbuchung des Teilverkaufs von Sixt, aber vor Verbuchung des Zukauf von Coeur Mining. Unser Fremdwährungsguthaben ist durch den ersten Coeur-Kauf auf umgerechnet 100.568 Euro gesunken, was noch 1,4 Prozent des Fondsvermögens ausmacht. Unser Euro-Kontohaben ist im Wochenvergleich durch Mittelzuflüsse und den Sixt-Teilverkauf auf 258.641 Euro gestiegen, von 3,5 auf 3,7 Prozent des Fondvermögens.

Die Zahl der ausgegebenen Fondsanteile ist in dieser Woche um 444 auf jetzt 158.724 Anteile gestiegen. Das Fondsvermögen ist in dieser Woche durch die Kursgewinne und Mittelzuflüsse um gut 28.000 Euro auf 7.012.704 Euro gewachsen.

Der Kurs der im April zum Kurs 98,882 Prozent gekauften kurzlaufenden (bis 15. Februar) deutschen Bundesanleihe im Nennwert von 500.000 Euro ist im Wochenvergleich wieder um drei Basisstellen gestiegen auf 99,92 Prozent. Zusammen mit den rund 80 Euro Stückzinsen pro Woche stieg der Wert unserer Position in dieser Woche auf jetzt 501.937 Euro (7,2 Prozent vom Fondsvermögen). Unsere Barreserve aus Bankguthaben und Kurzläufer zusammen beläuft sich vor der Verbuchung der Coeur Mining-Aufstockung auf jetzt 861.147 Euro. Damit ist der Anteil am Fondsvermögen von 12,6 auf 12,3 Prozent gesunken.

Aktuelle strategische und taktische Überlegungen

Trotz fortgeschrittener Edelmetall-Rallye haben wir in den beiden vergangenen Wochen Coeur Mining (wieder) in unser Portfolio aufgenommen. Wir haben an dieser Stelle im Wochenbericht der Vorwoche dieser Entscheidung viel Raum gegeben, um die (größeren) Chancen gegen die (vertretbaren) Risiken abzuwägen und unsere Entscheidung zu begründen. Der Kurssprung der Aktie nach oben nach unserem Einstieg gibt uns bereits recht.

Die Natur der laufenden Edelmetall-Hausse wird von vielen, sogar erfahrenen Investoren, nicht richtig verstanden. In der medialen Berichterstattung wird vordergründig immer wieder auf die hohe Unsicherheit der Anleger verwiesen, die Gold und Silber „aus Sicherheitsgründen“ kaufen, also gleichsam als „Krisenmetalle“. Insbesondere die vergangene Woche zeigt aber, dass diese Argumentation allenfalls ein Teil der Wahrheit ist, vor allem aber irreführend sein kann: Als Donald Trump nach Davos reiste, befürchtete man, er werde seine Drohungen, sich Grönland notfalls mit militärischer Gewalt einzuverleiben, wiederholen und damit ein mögliches Ende der NATO heraufbeschwören. Gold- und Silberpreise stiegen weiter. Dann kam ein typischer TACO-Rückzieher, mit dem er die selbst ausgelöste Krise zumindest vorerst beendete. Gold und Silber? Die Edelmetallpreise reagierten mit einem fortgesetzten Preisanstieg. Das sollte allen zeigen: Die Edelmetallpreise sind viel mehr als ein Krisenbarometer. Diese Hausse basiert, es ist banal, auf einem knappen Angebot, das auf steigende Nachfrage stößt. Dass sich die Marktrelationen in dieser Richtung verschieben würden, war bereits vor Jahren an Daten erkennbar: Die Angebotslücke wurde aus Lagerbeständen geschlossen. Dass dies zu einem starken Preisanstieg führen würde, war also nur eine Frage der Zeit. Allenfalls das Tempo der Rallye überrascht jetzt.

Dafür, dass nicht nur Finanzinvestoren auf das „neue Krisenmetall Silber“ setzen, sondern ein anhaltender Angebotsengpass die Rallye befeuert, spricht der Vergleich der Silberpreise an den Spot- und Terminmärkten: Auf Spot-Handelsplätzen wie Singapur wurden jüngst häufiger höhere Preise für Silber bezahlt als an der Terminbörse COMEX. Dies ist ein klassisches Zeichen dafür, dass es eine physische Knappheit von Silber gibt – und Stress oder sogar Panik bei denjenigen, die physisches Silber benötigen.

Goldpreis 5.000 Dollar, Silberpreis 100 Dollar: das ergibt ein Gold/Silber-Ratio von 50. Ist damit Silber nicht in Relation zu Gold zu teuer? Nein. Im Hoch der letzten Silber-Hausse 2011 fiel das Gold/Silber-Ratio zeitweise bis auf rund 37. Angesichts der Enge des Silbermarktes und der industriellen Nachfrage dürfte sich die relative Stärke von Silber sogar noch fortsetzen: Gold liegt in vielen Tresoren. Hohe Preise schrecken Käufer ab und erhöhen den Anreiz, Gewinne mitzunehmen. Silber wird dagegen von vielen wirklich verbraucht, nämlich in Produkte wie Solarzellen verbaut. Wer Angst hat, seine Produktion wegen des Mangels eines Rohstoffes einstellen zu müssen, wird kaufen, was er kriegen kann.

Natürlich haben steigende Marktpreise nicht den Zweck, die Nachfrager zu quälen. Vielmehr sorgen gerade steigende Marktpreise für eine effiziente Allokation des knappen Gutes – und schaffen einen Anreiz, das Angebot auszuweiten. Das ist bekanntlich bei Rohstoffen nicht „über Nacht“ möglich. Es dauert aber auch nicht Jahre, bis die Minenförderung von Gold und Silber überhaupt beginnt zu steigen. Vielmehr werden die Minenbetreiber bereits seit Monaten darüber nachdenken, wo sich bei bestehenden Minenprojekten die Förderung ausweiten lässt. Insbesondere bei Gold dürfte das schon in diesem Jahr zu einer Erhöhung der Produktion führen, denn es gibt sehr viele Goldminen, darunter viele, die wegen geringen Goldgehalts im Gestein nicht mehr wirtschaftlich waren. Sie können relativ schnell wieder in Betrieb genommen werden, wenn es sich jetzt rechnet. Bei Silber werden Minenbetreiber wegen des Preisanstiegs erst recht in diese Richtung denken. Die Rochester-Mine von Coeur in Nevada ist ein Beispiel dafür. Silber wird aber, anders als Gold, global betrachtet vor allem als Kuppelprodukt gewonnen. Tatsächlich stammen nur etwa 30 Prozent des weltweit geförderten Silbers aus Primärsilberminen, in denen Silber das Hauptfördergut ist. Die übrigen 70 Prozent werden als Nebenprodukt beim Abbau von unedlen Metallen wie Kupfer, Blei und Zink gewonnen. Deshalb hängt der Umfang der weltweiten Silberförderung auch von der Preisentwicklung bei den unedlen Industriemetallen ab. Weil auch deren Preise steigen, ist mit allmählichen Angebotsausweitung zu rechnen. Platin ist dagegen am besten vor dem sogenannten „Schweinezyklus“ geschützt: Es gibt ein Oligopol weniger Minenbetreiber und der Platinabbau ist aufwändiger, weil die Vorkommen in der Regel sehr tief liegen. Es ist kaum damit zu rechnen, dass die Platinförderung in Reaktion auf den Preisanstieg schon in diesem Jahr nennenswert steigt.

19,2 Prozent unseres Fondsvermögens sind jetzt in Edelmetall-Aktien investiert – genug, um von der laufenden Rallye spürbar zu profitieren, aber nicht so viel, dass wir ein unkalkulierbares Klumpenrisiko hätten. Es ist leider höchst unwahrscheinlich, dass die Autokraten Putin, Xi und Trump gleichzeitig durch Regimewechsel verschwinden werden. Oder dass eine Weltraumfirma zeitnah mit dem Abbau großer Mengen von Gold, Silber und Platin im Asteroidengürtel beginnt. Es sind kaum Szenarien denkbar, in denen den Edelmetallen ein Bärenmarkt bevorsteht, allenfalls eine begrenzte Preiskorrektur. Wir bleiben also unserer Strategie „Alpha select“ treu, indem wir durch die gezielte, pragmatische Auswahl („select“) von Einzeltitel das Chance / Risiko – Ergebnis („Alpha“) unseres Portfolios optimieren.

Special: neue Tagesordnung

Der Zeitplan, nach dem wir im Januar den Workshop-Abend und AnlageSitzung durchgeführt haben, hat sich zumindest soweit bewährt, dass dieser bis auf weiteres gilt. Wir können damit Redundanzen minimieren und das Zeitfenster für die Anlagesitzung ausweiten:

18.00 Uhr KBV-Workshop „Marktumfeld“ mit DAX-Frage, „Weltkonjunkturampel“, „Börsenampel“ und Durchschnittsergebnisse der aktuellen M.A.M.A.-Trendanalyse

18.30 Uhr KBV-Workshop Aktienanalyse mittels der „ProBot-Value“-Modells

19.15 Uhr Pause

19.30 Uhr AnlageSitzung des Actien Club Coeln (ACC)

——————————————————